Pokémon Switch - Was, wenn uns das Spiel gar nicht mehr zum Trainer macht?

Mit Pokémon Switch steht uns ein vollwertiges RPG ins Haus, das nach dem klassischen Sammeln, Kämpfen, Trainieren-Prinzip funktionieren soll. In Pokémon stecken allerdings noch viel mehr spielerische Möglichkeiten, die ungenutzt bleiben.

von Janna Tillmann,
21.02.2018 18:00 Uhr

Was, wenn uns Pokémon Switch gar nicht zum Trainer macht? Ein Gedankenspiel.Was, wenn uns Pokémon Switch gar nicht zum Trainer macht? Ein Gedankenspiel.

In jeder Pokémon-Edition seid ihr als Trainer unterwegs, während alle um euch herum die spannendsten Berufe haben, die mindestens ebenso viel Spaß versprechen. Pokémon-Professor, Pokémon-Sammler, Kandidat bei Schönheitswettbewerben oder Rihorn-Reiterin - wieso lässt Pokémon uns all das nicht selbst erleben?

Pokémon für Switch - Ein Gedankenspiel

Inzwischen ist ein Pokémon-Spiel für die Nintendo Switch angekündigt, aus dem Nintendo höchstwahrscheinlich ein vollwertiges "Sammeln, Kämpfen, Trainieren-RPG" mit verbesserter Grafik und komplexeren Mechaniken basteln will.

Was wäre aber, wenn Nintendo mit dem kommenden Switch-Spiel komplett mit den alten Konventionen brechen würde und euch die Welt der Pokémon stattdessen in ganz anderen Perspektiven erleben lässt? Die Möglichkeiten für Beschäftigung sind endlos und würden eine ganz neue Sicht auf die Welt der Pokémon und die Spiele eröffnen, die wir doch alle seit zwanzig Jahren so lieben. Es ist an der Zeit, uns nicht mehr nur zu Trainern zu machen.

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Fantasy Life & Zelda machen es vor

Das Prinzip dafür hat Nintendo bereits an anderer Stelle eingehend getestet: mit dem 3DS-Titel Fantasy Life. Hier seid ihr nämlich nicht als Held einer Fantasy-Geschichte unterwegs, sondern könnt in die Rollen derer schlüpfen, die sonst als NPCs im Spiel zu finden sind. Genau diese Idee ist wie geschaffen für Pokémon und all die interessanten NPCs, die euch dort begegnen.

In Fantasy Life nehmen wir viele unterschiedliche Jobs an. Warum nicht auch in Pokémon?In Fantasy Life nehmen wir viele unterschiedliche Jobs an. Warum nicht auch in Pokémon?

Am ehesten würde diese Idee natürlich aufgehen, wenn Pokémon Switch euch in eine ähnliche Open World schicken würde wie The Legend of Zelda: Breath of the Wild, die euch jede erdenkliche Freiheit gibt. Hier bricht Nintendo so einige Traditionen. Und das hat sich die Pokémon-Reihe so langsam auch verdient.

Eine Spielereihe, so viele Möglichkeiten


Einer der ersten Charaktere, denen wir in jeder der sieben Generationen von Pokémon begegnen, ist der aktuelle Pokémon-Professor der Region. Er ernennt euch zum Trainer, drückt euch den Pokédex in die Hand und ihr macht euch auf den Weg, die Pokémon-Liga zu bezwingen. Könntet ihr euch hingegen euren Platz in der Welt frei aussuchen, könntet ihr derjenige sein, der Pokémon erforscht und bestimmte Fragestellungen beantworten will.

Als Pokémon-Professor löst ihr selbst Rätsel und forscht mit euren Pokémon. Oder ihr stellt Teams zusammen, die ihr auf der Suche nach Antworten in die Welt hinausschickt. Und nebenbei haltet ihr Ausschau nach vielversprechenden neuen Trainern, die ihr auf die Suche nach Pokémon schickt. Das Spiel würde hier also mehr zur strategischen Herausforderung werden, bei der ihr eure Mitarbeiter managen müsst und Ressourcen wie Items, TMs, Pokébälle oder Starter-Pokémon sinnvoll verteilt.

Wenn uns Pokémon zum Professor machen würde, hätten wir ein ganz anderes Spiel.Wenn uns Pokémon zum Professor machen würde, hätten wir ein ganz anderes Spiel.

Wenn euch das zu wenig Action ist, werdet doch stattdessen einer der Forscher, die für Expeditionen vom Professor losgeschickt werden. Hier könnten neue, detailliertere Gebiete wie ein Dschungel, eine weite Wüste oder ein See erforscht werden. In diesen Arealen sucht ihr Pokémon und beobachtet deren Verhalten und macht Fotos im Stil von Pokémon Snap. Vielleicht seid ihr aber auch gar nicht hinter den dort aktuell lebenden Pokémon her, sondern setzt euren Schwerpunkt lieber auf die Erforschung alter Ruinen und der Geschichte der jeweiligen Region. Diese wird in den Spielen meist nur oberflächlich angerissen und bietet einigen Platz für mehr.

Arenaleiter oder doch lieber Züchter?

Wenn ihr die Pokémon weniger erforschen wollt, aber eigentlich ein bestimmter Typ euch mehr begeistert als alle anderen, wäre der Weg zum Arenaleiter eher eine gute Option. Kollegin Nasti hat sich hierzu bereits etwas mehr Gedanken gemacht und erklärt euch in ihrem Artikel, wie ein Pokémon-Spiel aussehen könnte, in dem ihr in die Rolle eines Arenaleiters schlüpft.

Vielleicht habt ihr aber in den letzten Editionen auch wirklich genug gekämpft und wollt dafür mehr Zeit in die Pflege und Aufzucht von Pokémon investieren. Dann wäre eine Pokémonpension das richtige für euch. Hier kümmert ihr euch darum, dass die Pokémon glücklich und beschäftigt sind und es ihnen an nichts fehlt. Dafür müsst ihr nicht nur verschiedene Spiele mit ihnen spielen, sondern baut auch selbst Beeren an, um eigenes Futter für eure Schützlinge herzustellen. Das Spiel könnte hier in die Richtung von Stardew Valley und Harvest Moon gehen, wo es die Mechaniken nicht sowieso schon gibt.

The show must go on

Pokémon bietet aber noch viel mehr. Für Selbstdarsteller beispielsweise, die der Welt lieber beweisen möchten, dass sie und ihre Pokémon die besten und vor allem schönsten sind. Da bietet es sich doch, den Gewinn jedes Schönheitswettbewerbs als Ziel auszugeben. Oder beim wichtigsten Tanzturnier begeistern zu wollen. Schließlich haben wir mit Tierno sowieso schon einen Freund gehabt, der sich nur für die Attacken interessiert hat, die am besten zum Tanzen taugen.

In beiden Bereichen könnte die Herausforderung auf unterschiedliche Art angegangen werden. Vielleicht macht ihr euch auf die Suche nach den besten Attacken, um eure Pokémon in Szene zu setzen. Vielleicht fordert euch ein Minispiel heraus, die besten Posen zu fotografieren oder die besten Accessoire-Kombinationen zu finden.

Warum nicht mal als Pokémon-Jockey spielen?Warum nicht mal als Pokémon-Jockey spielen?

Pokémon Sonne und Mond legen schließlich durch die fehlenden VMs einen noch stärkeren Fokus darauf, auf bestimmten Pokémon zu reiten. Wirkliche Pokémon-Rennen gibt es aber nicht, obwohl sowohl im Anime als auch in den Spielen darauf eingegangen wird, dass das durchaus geschieht. Für diesen Weg könntet ihr ein Pokémon gezielt heranzüchten, seine Schnelligkeit und Wendigkeit trainieren und schließlich die Rennen reiten. Dabei wäre sowohl Pflege und Training als auch eure Leistung als Jockey Spielinhalt und könnte sich natürlich auch je nach eurem Reit-Pokémon merklich unterscheiden. Die Rennen müssen ja auch nicht nur an Land stattfinden, sondern können genauso gut in der Luft oder im Wasser stattfinden.

Die Möglichkeiten in der Welt von Pokémon sind also zahlreich und bieten ganz neue Erfahrungen, die so höchstens eine Nebenrolle in den bisherigen Spielen eingenommen haben. Grundlegende Mechaniken zur Pflege eurer Pokémon, der Zucht, dem Anpflanzen und Herstellen von Nahrung und vielem mehr sind aber schon lange im Spiel vorhanden. Diese Mechaniken endlich einmal richtig zu erforschen, ist mehr als überfällig.

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