Pokémon - Warum die Editionen Rubin & Saphir am schwierigsten zu entwickeln waren

Game Freak-Mitbegründer und Director Junichi Matsuda erklärt in einem Interview, warum die Pokémon Rubin und Saphir von allen Pokémon-Editionen die größte Herausforderung für die Entwickler darstellte.

von Linda Sprenger,
15.08.2017 11:15 Uhr

Pokémon Rubin und Saphir erschien 2003 in Europa. Pokémon Rubin und Saphir erschien 2003 in Europa.

Mit den Editionen Pokémon Sonne und Mond können die Entwickler von Game Freak mittlerweile auf sieben äußerst erfolgreiche Pokémon-Generationen zurückblicken. Den bisher größten grafischen Sprung der Seriengeschichte markierten zwar die ersten 3DS-Editionen X und Y - die größte Herausforderung in der Entwicklung stellte jedoch der erste Game Boy Advance-Auftritt der Reihe dar: Pokémon Rubin und Saphir. Das hat Game Freak-Mitgründer und Pokémon-Director, -Producer und -Composer Junichi Masuda in einem aktuellen Interview mit Game Informer verraten.

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Eine Hürde bei der Entwicklung der 2003 erschienen Nachfolger-Editionen von Pokémon Gold und Silber seien die neuen Möglichkeiten gewesen, die die damals frische Hardware des Game Boy Advance mit sich brachte.

"Mit Rubin und Saphir wurde der Bildschirm (des Advance) etwas länger und plötzlich hatten wir ein anderes Seitenverhältnis, viel mehr Farben und Soundkanäle - die Technik war dramatisch verbessert. Sie erlaubte uns, weitaus mehr zu machen und gab uns mehr Freiheit, aber gleichzeitig dauerte es länger und die Arbeit war ressourcenintensiver."

Die neuen technischen Möglichkeiten des Advance seien aber nicht das Hauptproblem gewesen, sondern die hohen Erwartungen, die Fans Anfang 2000 an das Pokémon-Franchise hatten.

"Nachdem Gold und Silber auf den Markt kam, avancierten die Spiele weltweit zum großen Hit, und plötzlich sagte jeder 'Das war's. Der Poké-Wahn ist vorbei! Die Marke ist tot"."

Bei einem Besuch in Amerika, habe Masuda bemerkt, dass jegliches Pokémon-Merchandise, einschließlich der inoffiziellen Spielsachen verschwunden waren, was Matsuda letztendlich zunehmend unter Druck gesetzt habe. Viele hätten behauptet, Pokémon sei lediglich eine Modeerscheinung, die nun vorbei sei und Platz für etwas anderes mache.

Die große Herausforderung sei es gewesen, die Spieler vom Gegenteil zu überzeugen.

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"Es war sehr stressig und ich musste sogar ins Krankenhaus, weil ich Magenprobleme bekam. In der Nacht vor dem Release träumte ich, dass die Spiele komplett scheitern, ein absoluter Albtraum. "

Am Ende hielten Matsuda und sein Team jedoch dem Druck stand. Pokémon Rubin und Saphir verkaufte sich gut. "Am morgen danach, am Tag des Releases (von Rubin und Saphir) ging ich zum örtlichen Laden und sah, wie sich Leute anstellten, um die Spiele zu kaufen und ich war ziemlich erleichtert [...].", so Matsuda.

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Zwei Jahre später erschien mit Pokémon Smaragd eine Zusatzedition, die Spieler auf ein erneutes Abenteuer in der Hoenn-Region schickte, und mit den Editionen Alpha Saphir und Omega Rubin wurden die Game Boy Advance-Originale im Jahr 2014 für den 3DS neu aufgelegt.

Mit Pokémon Ultra Sonne und Ultra Mond erscheinen am 17. November 2017 übrigens zwei neue Abenteuer in Alola, die uns in eine alternative Geschichte verwickeln und neuen Pokémon hinterherjagen lassen wollen.

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