Das neue PS Plus kann kein Game Pass sein, aber eine Sache fehlt mir trotzdem

Sony erweitert sein PS-Plus-Angebot mit zusätzlichen Optionen. Tobi will zwar keinen Game Pass-Vergleich ziehen, ein Feature des Microsoft-Services hätte er aber sehr gern gesehen.

von Tobias Veltin,
30.03.2022 09:15 Uhr

Mit dem neuen PS Plus erweitert Sony den Service, ein Game Pass wird das Angebot dadurch aber nicht. Mit dem neuen PS Plus erweitert Sony den Service, ein Game Pass wird das Angebot dadurch aber nicht.

Was lange Zeit unter dem Codenamen "Spartacus" durch die Gerüchteküche geisterte, hat Sony nun offiziell gemacht: Der PS-Plus-Service wird voraussichtlich Ende Juni um zusätzliche Optionen erweitert. PS Plus Extra gewährt für 5 Euro mehr im Monat Zugang zu 400 PS4- und PS5-Titeln, wer dagegen 8 Euro zusätzlich monatlich auf den Tisch legt, genießt bei PS Plus Premium  noch diverse PS1, PS2-, PS3- und PSP-Titel, sowie Cloud-Streaming.

Nach all den Gerüchten und Spekulationen halte ich die neuen Optionen vor allem für eines: ein gutes Angebot. Denn für etwas mehr Geld im Monat gibt es hier eine Menge attraktiver Vorteile, gerade die Spiele-Bibliotheken  vergangener PlayStation-Generationen dürften ein großes Schmankerl für alle sein, die die Highlights dieser Ära ohnehin unbedingt mal nachholen wollten. Wer dagegen beim “alten” PS Plus bleiben will hat keine Nachteile dadurch, sondern bekommt etwa zukünftig immer noch monatlich 3 "Gratis"-Spiele.

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Ein hinkender Vergleich

Doch auch das neue PS Plus hat ein Problem: Es muss sich den Vergleich mit dem enorm erfolgreichen Xbox Game Pass gefallen lassen, auf den die Anpassung von PS Plus natürlich eine Reaktion war. Und aus Spielersicht kann ich total verstehen, dass dieser Vergleich zu Microsoft gezogen und Angebote verglichen werden. Schließlich sind beides Abo-Services, die Zugriff auf eine gewisse Bibliothek von Spielen erlauben. 

Die Realität ist aber auch: Der Vergleich hinkt. Denn Sony wird den Aufwand, den Microsoft in den Game Pass steckt, aus finanziellen Gründen schlicht nicht mitgehen können. Dazu fehlen auf lange Sicht die monetären Mittel, mit denen das japanische Unternehmen zwar nicht haushalten muss, die aber auch nicht derart im Überfluss vorhanden sind wie beim amerikanischen Konkurrenten. Die letzten großen Akquisitionen (Microsoft: Activision Blizzard und Sony: Bungie) sind stellvertretend für die unterschiedlichen (finanziellen) Möglichkeiten, die beiden Firmen zur Verfügung stehen. 

Tobias Veltin
@FrischerVeltin

Tobi war seit den ersten Gerüchten um die PS Plus-Transformation gespannt wie ein Flitzebogen. Einen "Game Pass-Killer" hatte er nicht erwartet, dazu ist Microsofts Angebot an vielen Stellen schlicht zu absurd gut, um Paroli zu bieten. Trotzdem hält er das neue PS Plus für einen wichtigen – und richtigen – Schritt.

Und unter diesem Gesichtspunkt ist es dann auch vollkommen nachvollziehbar, dass Sony zukünftig keine First Party-Releases zum Start ins neue PS Plus-Angebot stellt, anders als Microsoft. Wie Jim Ryan bei uns im Interview gesagt hat, sind Exclusives ein wichtiger strategischer PlayStation-Eckpfeiler, den man nicht aufweichen will. Zur Wahrheit wird aber auch gehören, dass Sony sich es vermutlich zumindest auf lange Sicht nicht leisten kann, Blockbuster wie God of War 2: Ragnarök direkt zum Start an alle mit PlayStation Plus-Abo zu "verschenken".

Hier ist der Gameplay-Reveal-Trailer von Kratos' kommendem Abenteuer:

God of War: Ragnarök - PS5-Gameplay im großen Reveal-Trailer enthüllt 3:16 God of War: Ragnarök - PS5-Gameplay im großen Reveal-Trailer enthüllt

Die Frische fehlt noch

Und obwohl für mich dieser Punkt absolut verständlich ist, geht mir dann genau dieser "Frische"-Aspekt beim neuen PS Plus etwas ab. Sicherlich werden auch hier regelmäßig neue Spiele in die Bibliotheken wandern, aber es werden eben deutlich betagtere Spiele sein. Meiner Meinung nach ist ein Grund für den Erfolg des Game Pass aber eben auch dieses “Entdecken” von neuen Dingen. 

Und das müssen nicht unbedingt First Party-Titel sein, denn auch ein Outriders oder ein Rainbow Six Extraction starteten von Tag 1 an im Microsoft-Service und ich bin mir sicher, dass viele nur genau aus diesem Grund dort mal reingeschaut haben. Durch den konstanten Nachschub liefert der Game Pass eine gewisse Frische, die mir – wenn ich den Vergleich ziehen würde – zumindest Stand jetzt beim Sony-Angebot noch fehlt.

Nochmal: Aus unternehmerischer Sicht ist die Entscheidung total nachvollziehbar, insbesondere die Preisgestaltung finde ich fair. Und es kann auch sein, dass mich Sony Lügen straft und das Angebot nachträglich noch deutlich attraktiver macht – was etwa genau hinter den AAA-Probeversionen steckt, ist ja noch nicht ganz klar. Aber wenn nun die ein oder andere enttäuschte Stimme über die neuen PS Plus-Optionen aufkommen, sollte man sich über die Hintergründe im Klaren sein. Und vor allem darüber, wie verwöhnt wir alle mittlerweile vom Xbox Game Pass sind. 

Was sagt ihr zum neuen PS Plus?

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