PS5 mit Hitzeproblemen: Bis zu 94 Grad Celsius in Chips möglich

Die PS5 ist deutlich leiser als ihr Vorgänger. Eine neue Analyse hat allerdings ergeben, dass die geringe Lautstärke auf Kosten hoher Speichertemperaturen kommen könnte.

von Leon Marlon Klein,
27.11.2020 17:00 Uhr

Sie ist zwar leise, aber in Sachen Hitze kann es mit der PS5 durchaus zur Sache gehen. Sie ist zwar leise, aber in Sachen Hitze kann es mit der PS5 durchaus zur Sache gehen.

Die ersten PS5-Konsolen haben sich in den heimischen Wohnzimmern eingefunden. Kurze Zeit nach Marktstart kristallisieren sich nun einige Kinderkrankheiten von Sonys Launch-Modellen heraus. Während manche Spieler von Spulenfiepen berichten, haben die Hardware-Experten von Gamers Nexus hohe Hitzeentwicklung beim GDDR6-Speicher verzeichnen können.

Der YouTube-Kanal Gamers Nexus fokussiert sich hauptsächlich auf die Analyse von Hardware und ist für seine spezialisierten Testmethoden bekannt. Im Falle der PS5 lobte Chefredakteur Steve Burke vor allem die leise Geräuschkulisse der Konsole. Er merkte jedoch an, dass in Bezug auf die Kühllösung noch Verbesserungsbedarf bestehe (via Gamers Nexus).

Der PS5-Speicher wird bedenklich heiß

Laut der Analyse von Gamers Nexus liegen die Temperaturen der meisten PS5-Komponenten in einem unbedenklichen Bereich. Die APU (also die Grafikeinheit und der Prozessor) werden den Testergebnissen zufolge adäquat gekühlt. Da Sony auf eine potente Kombination aus einem großen Kühlkörper sowie Flüssigmetall als Wärmeleiter setzt, ist das aber auch nicht weiter verwunderlich.

Ein Speicher-Chip von Micron in der PS5. (Bild: 4Gamer) Ein Speicher-Chip von Micron in der PS5. (Bild: 4Gamer)

Potenziell problematisch: Der Speicher erreicht im Test bis zu 94 Grad Celsius bei einer Raumtemperatur von 21 Grad Celsius. Im Detail handelt es sich dabei um die GDDR6-Chips, die auf der Rückseite des PS5-Mainboards verbaut sind. Diese haben keinen Kontakt zu einem regulären Kühlkörper, sondern sind nur durch Wärmeleitpads mit dem inneren Stahlgehäuse verbunden.

Steve Burke verwendet zur Messung Thermoelemente, die lediglich in der Nähe bzw. an den jeweiligen Komponenten angebracht werden. Der Hardware-Experte spricht davon, dass die Temperatur innerhalb eines GDDR6-Chips erfahrungsgemäß höher ausfällt.

Zu hohe Temperaturen können schädlich sein und zum Fehlverhalten des Speichers führen. Darüber hinaus verringert Hitze die Lebenszeit von Hardwarekomponenten, wenn diese außerhalb ihrer Spezifikationen betrieben werden.

Speicherhersteller Micron empfiehlt für seine Chips eine Betriebstemperatur von höchstens 95 Grad Celsius (via Micron). In einem speziellen Dokument wird außerdem 100 Grad Celsius als Sperrschichttemperatur angegeben (via Micron). Jenseits dieses Werts ist die vollständige Funktionalität der Chips nicht mehr garantiert.

Was kann ich dagegen tun?

Der nächste Sommer wird in den eigenen vier Wänden sicherlich wieder für schweißtreibende Temperaturen sorgen. Im Anblick des ohnehin schon grenzwertig heißen Speichers könnte die PS5 durchaus Schwierigkeiten bei der Kühlung bekommen. Glücklicherweise scheint der Hersteller noch ein Ass im Ärmel zu haben.

Die verbauten Lüftermodelle der PS5 lassen sich via System-Updates noch optimieren. (Bild: Les Numeriques) Die verbauten Lüftermodelle der PS5 lassen sich via System-Updates noch optimieren. (Bild: Les Numeriques)

Sony setzt in der PS5 nämlich einen besonders kraftvollen Lüfter ein, der bei Bedarf auch noch schneller drehen könnte. Der Playstation-Ingenieur Otori Yasuhiro sprach in der Vergangenheit davon, dass sich Sony die Option für verschiedene Lüfterprofile offenhalten würde. Diese sollen mithilfe von Nutzerdaten erstellt und per Firmware-Update auf die Konsole aufgespielt werden. Das könnte im Umkehrschluss aber für eine lautere Geräuschkulisse sorgen.

Steve Burke merkt in seiner Analyse an, dass die Wärmeleitpads die GDDR6-Chips nicht vollständig abdecken. Für eine bessere Wärmeableitung empfiehlt er den Einsatz von größeren Pads in zukünftigen PS5-Konsolen. Diesem Vorschlag schließen wir uns ebenso an.

Konsolenbesitzer*innen können allerdings schon jetzt etwas gegen hohe Temperaturen unternehmen. In der Analyse von Gamers Nexus stellte sich nämlich auch heraus, dass die PS5 ohne Seitenteile ca. fünf Grad kühler läuft. Weil die Konsole dadurch aber wiederum deutlich anfälliger für Staub wird und sich nicht mehr optimal mit dem Standfuß verwenden lässt, solltet ihr diese Option aber mit Vorsicht genießen.

Grundsätzlich raten wir euch dazu die PS5 in einer gut belüfteten Umgebung aufzustellen. Versucht geschlossene TV-Bänke oder gar Schubladen zu meiden. Darüber hinaus empfiehlt es sich die Konsole regelmäßig von Staub zu befreien.

Woran erkenne ich eine Überhitzung?

Sollte eure PS5 der Wärmeentwicklung nicht standhalten können, warnt sie euch normalerweise mit einer Fehlermeldung und schaltet sich anschließend automatisch zum Schutz aus. Wenn ihr vermutet, dass eure PS5 zu heiß läuft, könnt ihr aber auch auf Folgendes achten.

Starke Bildfehler weisen in der Regel auf Systeminstabilitäten hin, die u. a. durch Hitze hervorgerufen werden können. In der Praxis kann das mit solchen Fehlern vergleichbar sein:

Link zum Twitter-Inhalt

Die Außentemperatur der PS5 ist übrigens nicht ausschlaggebend, da in puncto Wärmeentwicklung buchstäblich nur die inneren Werte zählen.

Treten bei euch Fehler auf? Wenn ihr euch entscheiden müsstet, hättet ihr lieber eine besonders leise oder kühle Konsole?

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