PS5: Bots kaufen euch wieder 2000 Konsolen weg & haben 'leichtes Spiel'

Der Online-Händler GAME hat seinen Bestand an PS5-Konsolen aufstocken können, doch 2000 Konsolen werden aufgrund von Scalpern zu teureren Preisen weiterverkauft.

von Jasmin Beverungen,
20.01.2021 09:32 Uhr

Als erstes Land möchte Großbritannien gegen die Scalper vorgehen. Als erstes Land möchte Großbritannien gegen die Scalper vorgehen.

Das Drama um Scalper, die bei jeder neuen Welle an PS5-Bestellungen zahlreiche Konsolen wegschnappen und teurer auf Online-Plattformen weiterverkaufen, nimmt momentan kein Ende. Der neuste Fall des britischen Online-Händlers GAME zeigt, dass die Scalper immer noch freies Spiel haben.

Scalper schnappen erneut 2000 Konsolen weg

Leichtes Spiel: Nachdem GAME das Kontingent an PS5-Spielekonsolen aufstocken konnte und zum Verkauf freigab, konnten Scalper mithilfe des Carnage Bots über 2000 Konsolen ergattern. Auf Twitter gaben die Scalper bekannt, dass der Prozess immer leichter werden würde und bieten die Konsolen nun für 1199 britische Pfund an, wie Twitter-User Nick angibt:

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Der Twitter-Account der Scalper-Gruppe wurde mittlerweile auf "privat" gestellt, nachdem eine Welle der Entrüstung auf die Gruppe niederprasselte. Die potentiellen Käufer*innen sind zurecht sauer und lassen ihrem Frust auf Twitter Luft:

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GAME gibt Hoffnung für verschmähte Kund*innen

In einem Statement an Eurogamer gab GAME bekannt, dass bereits strenge Maßnahmen gegen Scalper getroffen wurden, sodass nur eine PS5 pro Kund*in ausgegeben werden soll:

"Alle Vorbestellungen werden automatisch überprüft und Auftragsaktualisierungen wie z.B. Stornierungen finden nach unseren Überprüfungen statt, nachdem ein Kunde eine gültige Auftragsbestätigung per E-Mail erhalten hat. Zum jetzigen Zeitpunkt sind diese Bestellungen noch Vorbestellungen und deshalb wurden noch keine Zahlungen von Kunden entgegengenommen. Die Zahlungen werden beginnen, sobald unsere Auftragsprüfungen abgeschlossen sind."

Leider konnten die strengen Maßnahmen nichts gegen die Scalper ausrichten. Doch wie es scheint, soll endlich gegen Scalper-Gruppen vorgegangen werden. Großbritannien will als Vorreiter nun damit beginnen, die Sachlage zu untersuchen. Allen voran will der schottische Politiker Douglas Chapman gegen die Scalper vorgehen.

Die UK geht gegen Scalper vor

In einem Interview mit BBC Radio 4 sagte Chapman, dass es "nicht im Interesse des Verbrauchers sei, dass viele Lagerbestände einfach massenhaft gekauft werden". Der "normale Verbraucher erhält so keinen fairen Zugang zum Markt" und Chapman prognostiziert, dass die Situation mit den Scalpern immer schlimmer werden wird.

Thomas Platt von der Cybersicherheitsfirma Netacea stimmt ihm im weiteren Verlauf des Interviews zu und glaubt, dass eine Art von Gesetzgebung herbeigeführt werden muss, der den Trend von immer zugänglicher werdenden Bots bremsen soll.

Neue Hoffnung: Chapman plant, einen Gesetzesentwurf im Parlament einzubringen, da er von der aktuellen Reaktion der Regierung enttäuscht ist. Dieser soll helfen, das Scalper-Problem näher zu untersuchen. Moderatorin Winifred Robinson wirft ein, dass der Einsatz von Bots in UK tatsächlich schon einmal für den Kauf von Konzertkarten verboten wurde.

Scalper sind schon länger ein Problem

Bereits in der Vergangenheit konnten Scalper zahlreiche PS5- und Xbox Series X-Konsolen ergattern, die sie beispielsweise auf eBay zu Wucherpreisen anbieten. Zwar werden Bundles als Lösung gegen die Scalper in Betracht gezogen, doch Experten schlagen Alarm und warnen, dass es gegen Scalper keine Lösung gibt.

Somit können wir nur hoffen, dass weitere Länder dem Vorgehen von Großbritannien folgen werden und zumindest etwas gegen die Scalper unternehmen möchten. Vielleicht können so in Zukunft alle Interessierten eine PS5 ergattern.

Wie schwerwiegend seht ihr das Scalper-Problem? Habt ihr auch abseits der PS5 das kriminelle Vorgehen beobachten können?

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