PSVR auf PS5 stagniert auch ein Jahr später, aber PSVR 2 ist sehr vielversprechend

So gut wie alle PSVR-Spiele können auch auf der PS5 abgespielt werden. Seit dem Launch ist nur eine Sache verbessert worden, für Basti ist das zu wenig.

von Sebastian Zeitz,
06.11.2021 10:30 Uhr

Die Abwärtskompatibilität der PlayStation 5 unterstützt seit dem Launch nicht nur PlayStation 4- sondern auch PlayStation VR-Spiele. Die Funktion kann dabei bei manchen Spielen für technische Verbesserungen sorgen, bei VR gilt das allerdings nur in einem einzigen Fall. Aber genau der zeigt, wie Virtual Reality auf der PS5 aussehen könnte.

Ihr wollt PSVR an der PS5 anschließen? Dafür benötigt ihr nicht nur das gesamte Zubehör von der PS4 sondern auch einen neuen Adapter. Wie ihr diesen kostenlos bestellen könnt und was es sonst noch beim Setup zu beachten gilt, zeigen wir euch in einem ausführlichen Guide:

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Hinweis für den folgenden Artikel: Aufgrund der derzeitigen Home Office-Situation war es mir leider nicht möglich, das PSVR-Headset an einer PS4 Pro auszutesten. Somit basieren die folgenden Vergleiche und Screenshots ausschließlich auf Eindrücken von der Standard-PS4 und der PS5.

Update am 06. November 2021: Im Rahmen unserer FYNG Hardware-Edition wurde der Artikel um den aktuellen Stand von PSVR auf PS5 ein Jahr später erweitert. So findet ihr jetzt auch eine Zusammenfassung der ersten Infos zu PSVR 2. Damit ihr nicht den Überblick verliert ist hier ein Inhaltsverzeichnis:

PSVR 2: Das wissen wir bereits zum Nachfolger

Headset offiziell bestätigt: Sony hat Anfang des Jahres ganz offiziell enthüllt, dass PSVR 2 kommt. Es ist zwar nicht allzu viel bekannt, trotzdem dürfen sich VR-Fans ganz sicher auf eine neue Brille von Sony freuen.

Wann erscheint das neue Headset? Hierzu hat Sony leider noch nichts bekannt gegeben. Ausgehend davon, dass bisher nur wenig gezeigt wurde, sollte es noch mindestens bis Ende 2022 dauern. Eine Veröffentlichung in 2023 ist aber auch nicht auszuschließen. Sehr viel später sollte es aber nicht werden.

Wie sieht das Headset aus? Leider gibt es derzeit noch kein finales Design zu PSVR 2. Zuletzt gab es ein Patent, dass einen möglichen Blick auf einen Prototypen zeigt. Es ist aber derzeit noch nicht bekannt, ob dieser auch wirklich das reale Produkt darstellt.

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Das sind die technischen Details, laut Leaks:

  • Fresnel OLED-Bildschirm
  • Auflösung mit 2000 x 2040 pro Auge
  • 4K HD-Display
  • 110 Grad-Sichtfeld

Die Informationen stammen bisher aber nur aus Gerüchten, die auch mehr zum Konzept von PSVR 2 verraten. So will Sony in Zukunft auf Hybrid-Spiele im AAA-Bereich setzen, die sowohl am Fernseher als auch in VR funktionieren sollen. Mehr dazu hier:

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Kabelgebunden: Ein erstes technisches Detail, das bestätigt wurde, ist das Kabel. Denn PSVR 2 wird wieder per Kabel an die Konsole angeschlossen. Dieses Mal soll es aber deutlich weniger aufwändig sein, das Headset mit der PlayStation zu verbinden. Ob es mit Qualitätsverlust auch ohne Kabel zur PS5 funktioniert, muss sich noch zeigen.

PSVR 2: Das sind die Controller!

Immerhin ein Element hat Sony zu PSVR 2 bereits offiziell vorgestellt: die Controller!

Die beiden Orbs werden die Move-Controller der ersten PSVR für den Nachfolger ersetzen. Die beiden Orbs werden die Move-Controller der ersten PSVR für den Nachfolger ersetzen.

Neue Technik: Der Ring, der sich um die Controller dreht, ist aber nicht einfach nur dafür da, um cool auszusehen. Dahinter verbirgt sich das System, um Bewegungen im Raum zu erkennen. Sehr wahrscheinlich setzt nämlich Sony nicht mehr auf eine externe Kamera, sondern nutzt Kameras, die direkt am Headset verbaut sind, ähnlich wie bei den meisten aktuellen VR-Brillen.

Ein Hinweis darauf ist auch, dass die HD-Kamera der PlayStation 5 ausschließlich fürs Streaming und als Webcam beworben wird.

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Fingererkennung und DualSense-Features: Tatsächlich verbaut Sony in die neuen Controller auch adaptive Trigger und haptisches Feedback. Das wäre vor allem für VR-Spiele noch interessanter, da durch die Funktionen des DualSense Spiele immersiver wirken. Zudem wird erkannt, ob eure Finger die Knöpfe berühren ohne sie zu drücken, was dann in VR dementsprechend dargestellt werden kann.

Sebastian Zeitz
@Citronat

Seid der Ankündigung der ersten VR-Headsets ist Sebastian interessiert an der Technik. Mit PSVR hatte er seine erste eigene Brille und war damit jahrelang glücklich. Dank der stagnierten Hardware stieg er auf die Oculus Quest um und lässt sich immer wieder gerne von VR-Spielen begeistern. Das Wichtigste für ihn ist Komfort und schneller Aufbau der Headsets. PSVR 2 muss sich für ihn deshalb in vielerlei Hinsicht gegen die kabellose Quest behaupten.

Ansonsten befinden sich auf die beiden Hälften verteilt die Knöpfe, die ihr auch erwarten würdet. Es gibt vier Facebuttons, vier Schultertasten, die hier unterteilt sind in Grip- und Trigger-Knöpfe. Dazu kommen endlich zwei Analogsticks sowie Create und Options.

PSVR 2: Das sind die ersten Spiele!

Auch wenn sich Sony nicht wirklich zu Spielen äußert bisher, gibt es einige Indie-Studios, die schon bestätigt haben, dass sie ihre Titel für PSVR 2 veröffentlichen werden.

  • Low-Fi: Fans von Cyberpunk können hier direkt in das Setting abtauchen. Ihr lauft hier durch eine futuristische Welt, interagiert mit den Menschen und sorgt als eine Art Polizist für Recht und Ordnung – sofern ihr das wollt. Spielerische Freiheit wird nämlich sehr groß geschrieben.
  • Pavlov Shack: Dahinter verbirgt sich ein Multiplayer-Shooter, an Counter-Strike erinnert. Auf mehreren Maps und Spielmodi seid ihr mitten im Kriegsgeschehen mit euren Teamkollegen.

LOW-FI - PC und PS5 bekommen ein Cyberpunk-Adventure für VR-Headsets 1:52 LOW-FI - PC und PS5 bekommen ein Cyberpunk-Adventure für VR-Headsets

Vielversprechend aber noch zu viele Fragezeichen

Mich stimmt der erste Blick auf PSVR 2 ziemlich positiv. Sony war mit seiner VR-Brille 2016 absoluter Vorreiter für einen Mainstream-Ansatz, der den Virtual Reality-Bereich nach vorne gebracht hat. Mittlerweile ist das Headset aber deutlich veraltet und das hat der Hersteller auch erkannt.

Vor allem der Controller mit dem neuen Bewegungserkennungs-System und einigen Spielereien bekannt aus dem DualSense, wird mir dabei helfen, noch tiefer in die Spiele abzutauchen. Das Design erinnert zwar stark an die Marktführer, aber allein durch die bessere Vibration könnten die Controller die Nase vorn haben.

Insgesamt bleibt es aber noch zu vage, was PSVR 2 jetzt wirklich auf dem Kasten hat. Wie sieht es aus? Wie funktioniert das Tracking? Wie ist das Kabelmanagement? Wie fühlt sich die Brille längere Zeit auf dem Kopf an? Das sind nur einige der vielen Fragen, die mich noch beschäftigen, bevor ich überhaupt auf Spiele, Grafik und ähnliches eingehe. Hier hoffe ich einfach, dass Sony bald nachliefert und die ersten Inhalte präsentiert.

So funktioniert PSVR auf der PS5

Da sich nicht viel an der alten Hardware auf der PS5 geändert hat, findet ihr nachfolgend den leicht angepassten Text meiner Erfahrungen mit der alten PSVR auf der PlayStation 5 aus dem letzten Jahr:

PSVR-Abwärtskompatibilität: Kürzere Ladezeiten und sonst nichts

Wenn ihr PSVR auf der PS5 nutzen wollt, dann funktioniert das ausschließlich über die Abwärtskompatibilität der neuen Konsole. Sony selbst bezeichnet das Gerät als "Legacy-Hardware" und wird deshalb keine signifikanten Updates mehr dafür veröffentlichen. Im Test konnte ich auch nur eine Verbesserung ausmachen, die durchweg jedes Spiel hatte: kürzere Ladezeiten.

Installiert ihr die Spiele auf der internen SSD, profitieren sie von der Geschwindigkeit der leistungsstärkeren Hardware. Gerade in VR sorgt das im besten Fall für eine signifikant bessere Ladezeit wie bei Marvel's Iron Man VR. Aber auch sonst sind die Ladezeiten in VR-Spielen deutlich angenehmer auf der PlayStation 5.

Manche der folgenden Zeiten habe ich selbst getestet, bei anderen nehme ich die Zeiten von UploadVR als Grundlage. Zudem handelt es sich hier bei der gemessenen Ladezeit immer um den Wechsel aus dem Menü in ein Level der jeweiligen Spiele.

Spiel

PS4-Ladezeit

PS5-Ladezeit

Marvel's Iron Man 54 Sekunden 20 Sekunden
Blood & Truth 40 Sekunden 19 Sekunden
Skyrim VR 22 Sekunden 9 Sekunden
Firewall Zero Hour 23 Sekunden 13 Sekunden
Astro Bot Rescue Mission 10 Sekunden 9 Sekunden
WipEout Omega Collection 18 Sekunden 13 Sekunden
Resident Evil 7 22 Sekunden 15 Sekunden

Auch die letzten Ruckler sind beseitigt: Zuletzt gab es auf der Standard-PS4 einige VR-Spiele, die mit variabler Framerate für manche Objekte oder auch einigen Rucklern zu kämpfen hatten. Auf der PS5 läuft jedes Spiel in seiner bestmöglichen Form und auch Titel wie No Man's Sky oder Iron Man VR kommen ohne die Ruckler der Standard-PS4 aus.

Sonst keine Verbesserungen? Tatsächlich profitieren VR-Spiele nicht automatisch vom Game Boost der PS5. Das liegt daran, dass die Titel fast nie technische Anpassungen, wie dynamische Auflösungen oder Modelle mit unterschiedlichen Details, genutzt haben. Bei PSVR ging es eher darum, zu jeder Zeit ein Minimum von stabilen 60 FPS zu erreichen - daher wurden technische Spezifikationen fix festgelegt.

Die flüssigen Framerates sind immer auch ein Weg für die Entwickler, um Motion Sickness zu vermeiden. Was ihr dagegen machen könnt, lest ihr hier:

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Blood & Truth als wegweisendes VR-Spiel

Über das erste Jahr hinweg wurden einige, wenige PSVR-Spiele hinzugefügt, die von der Hardware-Power der PS5 über verbesserte Ladezeiten hinaus profitieren. (via Reddit)

  • Blood & Truth (4K Supersampling, 90Hz)
  • Dreams (dynamische Auflösung, verbesserte Framerate)
  • DWVR (verbesserte Grafik, 120Hz)
  • Farpoint (höheres Supersampling)
  • Firewall Zero Hour (höheres Supersampling)
  • Fracked (dynamische Auflösung, verbesserte Framerate)
  • Minecraft (keine Ladezeiten innerhalb einer Welt, verbesserte Framerate)
  • No Man's Sky VR (deutlich verbesserte Auflösung und Framerate)
  • Star Wars: Squadrons (dynamische Auflösung)
  • Swordsman VR (erhöhte Pixeldichte)

Firewall enttäuscht: Der Multiplayer-Shooter für Counter Strike-Fans hat zwar ein PS5-Update erhalten, doch ehrlich gesagt, ist hier kein Unterschied bemerkbar. Alles flackert weiterhin und es sieht kaum besser aus. Dies als Update anzukündigen, ist das dann doch eher eine Enttäuschung.

Ein Unterschied zwischen den beiden Versionen lässt sich kaum erkennen (links PS4/rechts PS5)

Auch die Menüs zeigen keine erkennbaren Unterschiede. (links PS4/rechts PS5)

Die wahre Zukunft: Jedoch gibt es einen hellen Stern am VR-Himmel. Ein Spiel, das zeigt, wie genial VR auf der PS5 aussehen könnte: der Singleplayer-Shooter Blood & Truth.

Als einziges Spiel hat es ein richtiges Upgrade bekommen, das mich auch wirklich aus den Socken gehauen hat. Im direkten Vergleich wirkt das Spiel auf der PS4, als ob ich durch eine unscharfe Kamera auf einen abgefilmten Bildschirm eines PS3-Spiels starre. Kurz gesagt: Im direkten Vergleich ist das einfach keine schöne Erfahrung mehr. Die Kanten flimmern, Texte lassen sich kaum lesen, Charaktermodelle werden in der Distanz zu einem Pixelbrei.

Selbst auf Screenshots lässt sich die bessere Optik erkennen. (PS4 links/PS5 rechts)

Im Headset ist der Unterschied enorm im direkten Vergleich. (PS4 links/PS5 rechts)

Das macht die PS5-Version so gut: Nicht nur sind all diese Probleme auf der PS5 beseitigt, sondern es verbessert dadurch auch das insgesamte Spielgefühl. Durch die flüssigen 90 Hz wirkt das Spielgeschehen deutlich immersiver. Ich werde ein Teil der gesamten Welt sowie der Geschichte und muss mir nicht denken "Guck mal, der Gangster dahinten sieht aus wie aus einem PS1-Spiel".

Geniales Spielgefühl & verschenktes Potenzial

Das kurze Anspielen von Blood & Truth hat mir aber im wahrsten Sinne den VR-Schleier von den Augen genommen. Ich selbst habe nicht so viel Erfahrung mit VR auf dem PC, sondern war immer mehr in der Welt von PSVR und Oculus Quest unterwegs. Daher ist mir eine solche Qualität noch neu, bei der ich auch die kleinsten Texte gestochen scharf lesen kann. Die Gegner sind hochaufgelöst und es fühlt sich zum ersten Mal für mich an, als ob VR auch optisch eine Generation weiter gekommen ist.

Sony macht nichts daraus: Jetzt will ich das aber gar nicht mehr missen und genau das ist auch mein großes Problem an der Abwärtskompatibilität. Blood & Truth zeigt, dass noch Leben im PSVR-Headset steckt. Dieses Potenzial wird aber von Sony verschenkt, indem sie es als Legacy-Gerät abwatschen. Es kommen auch 2021 noch VR-Spiele heraus, wie beispielsweise Hitman 3, aber ein natives PS5 VR-Spiel wird es nicht geben. Ob hier zudem Gebrauch vom Game Boost gemacht wird, steht auch nicht fest. Wünschenswert wäre es aber.

Im Endeffekt wäre es vielleicht sogar besser gewesen, wenn gar kein VR-Spiel von der PS5 profitiert hätte. Dann wüsste ich nämlich auch nicht, wie gut VR auf der Next-Gen aussehen kann. Blood & Truth kratzt gerade einmal an der Oberfläche des Möglichen - und das noch mit der alten PSVR-Hardware. Jetzt hab ich in die Zukunft geblickt und muss ungeduldig noch mindestens ein weiteres wenn nicht sogar noch zwei Jahre warten, bis (hoffentlich) PSVR 2 erscheint.

Habt ihr PSVR auf der PS5 ausprobiert? Wie sind eure Erfahrungen mit dem VR-Headset und was wünscht ihr euch für PSVR 2?

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