Razer Kaira Pro im Test: Das Rundum-Sorglos-Headset

Das Kaira Pro-Headset für Xbox-Konsolen & Mobile-Geräte lässt im Test kaum Wünsche offen und macht vor allem dank seines ordentlichen Klangs Spaß.

von Tobias Veltin,
09.12.2020 18:00 Uhr

Razer Kaira Pro-Headset für Xbox Series X/S und Xbox One im Test. Razer Kaira Pro-Headset für Xbox Series X/S und Xbox One im Test.

Systeme: Xbox Series X/S, Xbox One
Hersteller: Razer
Preis: 170 Euro
Termin: Seit November 2020 erhältlich

Wireless-Headsets erfreuen sich schon seit längerer Zeit großer Beliebtheit, der Wegfall von Kabelverbindungen zum Controller sorgt für deutlich mehr Komfort beim spielen. Für alle, die derzeit auf der Suche nach einem kabellosen Headset für ihre Xbox-Konsole(n) sind, hat unter anderem Hardware-Hersteller Razer seit November 2020 eine Lösung parat.

Das Kaira Pro ist mit 170 Euro zwar nicht gerade günstig, verspricht aber einige Einstellmöglichkeiten und darüber hinaus eine Konnektivität mit Mobilgeräten. Wir haben das Headset ausprobiert und sind ziemlich angetan.

Die schicke Verpackung des Kaira Pro kommt relativ schlank daher, dementsprechend überschaubar fällt auch der Lieferumfang aus. Neben dem Headset selbst finden wir im Karton das ansteckbare Mikrofon sowie ein USB-A-auf-C-Kabel, um den Kopfhörer aufzuladen.

Neben dem Headset und Mikrofon befindet sich noch ein Ladekabel im Lieferumfang. Neben dem Headset und Mikrofon befindet sich noch ein Ladekabel im Lieferumfang.

Eine Verbindung mit einem PC ist damit zwar möglich, allerdings nur, um das Headset auf den neuesten Update-Status zu bringen, was bei unserem Exemplar auch reibungslos funktioniert hat, aber zwingend einen Windows-PC voraussetzt. Wer den Kopfhörer kabellos am Rechner betreiben will, benötigt einen separat erhältlichen Dongle.

Stabiler Sitz, schnelle Verbindung

In punkto Verarbeitung macht das Kaira Pro einen ausgezeichneten Eindruck. Der stabile Bügel des im Vergleich zu Konkurrenz-Modellen recht schlank wirkenden Headsets sitzt angenehm auf dem Kopf und drückt dank ordentlicher Polsterung auch nach längerer Zeit nicht unbequem, Brillenträger dürften mit dem Headset ebenfalls keine Probleme haben. Die Hörmuscheln aus Memory-Foam sämpfen Umgebungsgeräusche zwar merkbar, machen sie aber nicht komplett unhörbar, ein gutes Mittelmaß also.

Die neongrünen Applikationen des Headsets sind zwar Geschmackssache, passen farblich aber sehr gut zur Xbox-Marke. Auch bei den Bedienelementen, die sich allesamt direkt am Headset befinden, haben wir wenig zu meckern, alle Knöpfe lassen sich auch blind gut bedienen, lediglich die Rädchen zur Verstellung der allgemeinen Lautstärke und dem Verhältnis Spielsound/Chat hätten ein bisschen mehr Widerstand vertragen können.

Praktisch: Alle Bedienelemente sitzen an den Hörmuscheln und sind gut erreichbar. Praktisch: Alle Bedienelemente sitzen an den Hörmuscheln und sind gut erreichbar.

Die Verbindung mit Xbox Series X und S sowie der Xbox One klappt ziemlich schnell per Druck auf die Verbindungstaste und dem Connect-Button an der Konsole ist das Kaira Pro in wenigen Sekunden einsatzbereit.

Und was das Headset dann klanglich rüberbringt, hat uns in unseren Test-Sessions überaus gut gefallen. Alle Frequenzen werden bereits in der Standard-Einstellung klar wiedergegeben, selbst Basstöne, die für einige Headsets ein Problem darstellen, kommen beim Kara Pro satt rüber, Stimmen in Party-Chats klingen ebenfalls klar und gut verständlich. Auch die Räumlichkeit gefällt uns, im Multiplayer von Call of Duty Black Ops: Cold War ließen sich Gegner beispielsweise hervorragend anhand ihrer Schritte orten.

Der Klang ist Einstellungssache

Natürlich sind wir nicht auf eine Standard-Einstellung angewiesen. Mit der kostenlosen App "Razer Headset Setup for Xbox" lassen sich diverse Einstellen vornehmen, darunter auch ein umfangreiches Audio-Equalizer-Setup, bei dem sich sämtliche Audiofrequenzen nach eigenem Gusto anpassen lassen.

In der übersichtlichen App lassen sich einzelne Frequenzen beliebig anpassen. In der übersichtlichen App lassen sich einzelne Frequenzen beliebig anpassen.

Es gibt auch einige voreingestellte Optionen wie "Bass" oder FPS", die etwa die tiefen bzw. mittleren Frequenzen betonen, unserer Einschätzung nach sollte man aber ein eigenes Setup festlegen, um den Klang noch einmal zu optimieren, was vor allem für Musik sehr sinnvoll sein kann, da diese mit den Standardeinstellungen etwas steril klingen kann. Praktisch: In der App lassen sich direkt mehrere Profile anlegen, sodass zum Beispiel bei bestimmten Genres direkt gewechselt werden kann.

Neben den Audio-Einstellungen gibt es in der App auch Parameter für das Mikrofon und die Beleuchtung des Headsets. Ja, auf den Ohrmuscheln leuchtet auf Wunsch das Razer-Logo in verschiedenen Farben auf. Das ist eine nette Spielerei, die man selbst allerdings nicht sieht und darüber hinaus auch merkbar Akku frisst. Ohne die Beleuchtung gibt Razer ca. 20 Stunden an, die wir nach unseren ersten Eindrücken auch bestätigen können, mit angeschalteter Beleuchtung reduziert sich dieser Wert um 5 Stunden.

Die Beleuchtung lässt sich ebenfalls anpassen und auf Wunsch natürlich auch komplett deaktivieren. Die Beleuchtung lässt sich ebenfalls anpassen und auf Wunsch natürlich auch komplett deaktivieren.

Dem wuchtig wirkenden Mikrofon bescheinigen unsere Mitspielenden ebenfalls eine gute Qualität, zumindest waren wir nach deren Aussagen in unseren Test-Multiplayer-Sessions deutlich verständlich. Das Mikro lässt sich auf Wunsch übrigens entfernen, zusätzlich hat das Kaira Pro auch ein zweites, internes Mikrofon verbaut, was hauptsächlich für Telefonanrufe gedacht ist, aber bei der Qualität nicht über Mittelmaß hinauskommt, was angesichts der winzigen Größe aber auch kein Wunder ist.

Mit Bluetooth oder ohne?

Apropos Telefonanrufe: Über Bluetooth lässt sich das Kaira Pro auch mit Mobilgeräten wie Smartphones oder Tablets koppeln, was sogar zusätzlich zur Verbindung mit der Xbox funktioniert. Das bedeutet, dass wir beispielsweise beim zocken Hintergrundmusik oder Podcasts von unserem Handy abspielen oder Telefonanrufe während einer Session annehmen können - sehr praktisch.

Das Mikrofon wirkt etwas wuchtig, macht aber einen guten Job. Das Mikrofon wirkt etwas wuchtig, macht aber einen guten Job.

Auch wenn die Übertragungsqualität über Bluetooth nicht so gut ist wie bei über Xbox Wireless macht die Mobile-Konnektivität das Kaira Pro für Xbox-Nutzer*innen zu einer echten Allzweckwaffe. Und wer die Bluetooth-Option gar nicht braucht, kann alternativ auch zum normalen Kaira - ohne "Pro" - greifen und spart dann knapp 50 Euro.

Razer hat kürzlich zudem einen neuen Controller auf den Markt gebracht. Unsere Einschätzung dazu lest ihr hier:

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Tobias Veltin
@FrischerVeltin

Keine Frage: 170 Euro sind eine ordentliche Stange Geld. Dafür bekommt ihr mit dem Kaira Pro aber auch eines der meiner Meinung nach derzeit besten Headsets für die Xbox-Konsolen überhaupt. Das liegt unter anderem an der tollen Verarbeitung, dem sehr guten Tragekomfort, mit dem auch ich als Brillenträger keine Probleme habe, der problemlosen Bedienung und natürlich in erster Linie auch dem hervorragenden Klang.

Klar, einige andere Vertreter sind hier und da noch etwas nuancierter, kosten dafür teilweise aber auch mehr. Außerdem lässt sich noch einiges über die Audio-Einstellungen in der App herauskitzeln. Zusammen mit problemlos funktionierenden Mobile-Konnektivität liefert Razer hier ein gelungenes Gesamtpaket ab, das ich wärmstens empfehlen kann.

Pro und Contra

+ angenehmes Tragegefühl und gute Verarbeitung
+ toller Klang, der durch Equalizer noch verbessert werden kann
+ komfortable Bedienung durch Elemente am Headset
+ übersichtliche App mit vielen Einstellungsmöglichkeiten
+ gleichzeitige Verbindung von Xbox und Mobile möglich
+ lange Akkulaufzeit
- internes Mikro nur Durchschnitt
- Verbindungs-Dongle für PC-Betrieb nur separat erhältlich

Fazit: Empfehlenswertes und klanglich sehr gutes Wireless-Headset für Xbox-Besitzer*innen.

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