Razer Wolverine V2 im Test: Ein Pro-Controller mit Abstrichen

Die überarbeitete Variante von Razers Pro Gamer-Controller für die Xbox-Konsolen macht einiges anders - aber nicht alles besser.

von Tobias Veltin,
02.12.2020 17:00 Uhr

Der Razer Wolverine V2 tritt unter anderem gegen den Elite Series 2 von Microsoft an. Der Razer Wolverine V2 tritt unter anderem gegen den Elite Series 2 von Microsoft an.

Razer Wolverine V2
System: Xbox Series X/S, Xbox One
Hersteller: Razer
Preis: ca. 120 Euro
Termin: 20.11.2020

Vor knapp drei Jahren trat Hardware-Hersteller Razer an, mit dem Wolverine Ultimate Controller unter anderem dem Elite Controller von Microsoft Paroli zu bieten. Das gelang dank vieler zusätzlicher Tasten und einer tollen Haptik auch sehr gut, weswegen Razer jetzt noch einmal nachgelegt hat. Die V2-Variante schraubt den Funktionsumfang im Vergleich zum Vorgänger zurück und das fällt schon beim Lieferumfang auf. In der Schachtel befindet sich lediglich der Controller samt drei Meter langem Kabel mit Stolperschutz und Schutzkappe für den USB-Anschluss. Drahtlos lässt sich der Wolverine V2 leider nicht verbinden, die Kabelverbindung ermöglicht dafür aber auch die beste Eingabegeschwindigkeit.

Das Kabel ist mit drei Metern ausreichend lang. Das Kabel ist mit drei Metern ausreichend lang.

Hervorragende Verarbeitung

Dass es keine wechselbaren Sticks mehr gibt, hat einen einfachen Grund: Razer spart diese Funktion beim V2 ein, die Sticklängen lassen sich also leider nicht mehr variieren. Die Enttäuschung darüber verfliegt aber recht schnell, wenn sich der Controller das erste Mal in die Hände schmiegt. Dank sehr guter ergonomischer Form und den auch vorne und an den Seiten gummierten Griffhörnern liegt der V2 ausgezeichnet in der Hand, das Gewicht ist dabei mit dem eines Standard-Xbox-Controllers vergleichbar.

Generell wirkt die Verarbeitung sehr wertig, insbesondere die matte Oberfläche, das sehr direkte Steuerkreuz und die gummierten Analogsticks gefallen uns sehr gut, unser erster Spiel-Testlauf mit Immortals Fenyx Rising macht jedenfalls Lust auf mehr.

Auch dank der gummierten Griffhörner liegt der V2 super in der Hand. Auch dank der gummierten Griffhörner liegt der V2 super in der Hand.

Der Testlauf zeigte allerdings auch die Probleme des Controllers. Mit der Tastenanordnung beispielsweise sind wir dagegen nicht komplett zufrieden. Während nämlich die Face-Buttons super erreichbar sind und ein tolles Feedback samt angenehmen Klickgeräusch haben, ist die Menü-Taste für unseren Geschmack etwas zu weit oben links platziert. Um sie zu betätigen, müssen wir mit dem Daumen über den Stick greifen, was sich etwas komisch anfühlt.

Und auch die Screenshot-Taste - ja, auch die gibt es natürlich beim V2 - ist etwas zu weit unten, sodass der Weg für den Daumen etwas länger als beim normalen Xbox-Controller ist, auch wenn die Screenshot-Erstellung damit natürlich ebenfalls flott funktioniert.

Die Menü-Taste sitzt für unseren Geschmack etwas zu weit oben links, der Audio-Button in der Mitte ist eine gut umgesetzte Idee. Die Menü-Taste sitzt für unseren Geschmack etwas zu weit oben links, der Audio-Button in der Mitte ist eine gut umgesetzte Idee.

Eine wirklich gut umgesetzte Idee ist der Audioknopf. Halten wir den gedrückt, können wir mit dem Steuerkreuz wahlweise die Lautstärke eines über den Klinkenanschluss angeschlossenen Kopfhörers bzw. des Party-Chats getrennt voneinander regulieren, was auch bei schnellen Shooter-Partien super funktioniert.

Licht und Schatten

Auch ansonsten merkt man, dass sich der V2 hauptsächlich an ambitionierte Spieler richtet, allerdings nicht in letzter Konsequenz. Es gibt beispielsweise in zwei Stufen einstellbare Trigger-Wege, rückseitige Tasten hat sich Razer allerdings anders als beim Wolverine Ultimate gespart. Das ist für uns nicht wirklich nachvollziehbar, da in deren größerer Flexibilität mit der größte Vorteil eines Pro Controllers liegt. Zusätzliche Tasten gibt es aber und zwar auf der Oberseite des Controllers (M1 und M2). Die sind beliebig belegbar und lassen sich dank der mittigen Platzierung vor den Schultertasten auch prima mit der Fingerspitze erreichen, auch diese Buttons haben einen klar merkbaren Druckpunkt.

Die beiden oberen Tasten funktionieren super, bieten aber nicht die Flexibilität wie vier rückseitige Tasten/Paddles. Die beiden oberen Tasten funktionieren super, bieten aber nicht die Flexibilität wie vier rückseitige Tasten/Paddles.

Bei der Halo: Master Chief Collection haben wir beispielsweise den Nachladeknopf auf die M2-Taste gespiegelt, was wertvolle Millisekunden in Multiplayer-Matches einsparen kann. Mit der kostenlosen und übersichtlichen Razer Controller-App lassen sich auch noch weitere Einstellungen vornehmen, etwa die Sensitivität der Sticks und die Stärke der Rumble-Funktion, die auf der höchsten Stufe ziemlich ordentlich ist.

Auch die Menü- und Starttasten lassen sich in der App anders belegen. Auch die Menü- und Starttasten lassen sich in der App anders belegen.

Die RGB-Beleuchtung, die der Vorgänger noch hatte, ist dagegen der Schere zum Opfer gefallen, es gibt lediglich eine weiße Status-LED auf der Vorderseite. Der Xbox-Knopf ist nicht beleuchtet. Somit bleibt der Wolverine V2 eine ordentliche Alternative im Pro-Bereich, aber etwas hinter den besten in diesem Bereich zurück.

Unseren Test zum Platzhirsch in dieser Kategorie könnt ihr hier nachlesen:

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Tobias Veltin
@FrischerVeltin

Razer liefert mit dem Wolverine V2 einen gelungenen Controller ab, der mir insbesondere wegen seiner tollen Verarbeitung und guten Haptik gefällt. Das Druckgefühl sämtlicher Knöpfe ist hervorragend, die Sticks sind super und für ambitionierte Spieler gibt es Funktionen wie die Hair-Trigger oder die frei belegbaren M1- und M2-Tasten. Im Vergleich zum Vorgänger ist der V2 dennoch ein merkbarer Rückschritt, denn es fehlen einige Funktionen, darunter die praktischen Rücktasten und die wechselbaren Sticks.

Im Bereich der Pro-Controller hat weiterhin Microsofts Elite Series 2 die Nase vorn, weil er noch mehr Flexibilität bietet, allerdings auch deutlich teurer als der Wolverine ist. Wer also nicht alle Pro-Funktionen braucht und/oder aufs Budget schauen muss, kann sich den Wolverine ruhigen Gewissens in die engere Auswahl nehmen.

Pro und Contra

+ sehr gute Verarbeitung
+ praktische Anpassungsfunktionen (Hair-Trigger, obere Buttons)
+ guter Druckpunkt der Tasten
+ langes Kabel mit Stolperschutz
- Tastenanordnung nicht optimal
- keine Buttons auf der Rückseite

Fazit: Toller Pro-Controller mit vielen Funktionen, aber auch Schwächen im Detail.

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