Bietet Replace auch spaßiges Gameplay? Es kommt drauf an.
Wenn euch die Überschrift etwas Angst macht, kann ich euch direkt beruhigen. Das Gameplay von Replaced ist grundsätzlich völlig in Ordnung, in einer Sache sogar richtig gut, dafür in einer anderen aber zumindest zeitweise richtig frustrierend.
Im Grunde besteht das spielerische Gerüst aus drei Säulen: den Kämpfen, den Rätsel- und Kletterpassagen sowie der Erkundung samt Dialogen und Nebenquests.
Batman trifft auf John Wick
Die Kämpfe laufen in Replaced grundsätzlich immer nach dem selben Schema ab. Ich komme in eine Arena und in der bekämpfe ich dann Gegnerwellen, die mich von links und rechts attackieren. Das läuft dann so, wie in den Batman Arkham-Spielen – nur eben in 2D.
Ich greife an, kontere und weiche aus. Mit der Zeit schalte ich zusätzliche Werkzeuge für die Kloppereien frei. Mit einer Spitzhacke knacke ich etwa gegnerische Panzerungen und mit meiner Wumme löse ich mächtige Finisher aus, die ich zuvor aber erst aufladen muss.
Antreten muss ich gegen Menschen und Maschinen, die mich im Nah- und Fernkampf attackieren. Bei Standargegnern, die mich im Nahkampf angreifen, reicht es in der Regel aus draufzuhauen und auszuweichen. Bei schweren Brocken muss ich erst die Rüstung durchbrechen und flinke Gegner*innen bekomme ich nur mit Kontern klein.
Auch wenn sich viele Gegnertypen ähneln, empfand ich die Kämpfe als abwechslungsreich genug – auch, weil ich selbst nach zwei Dritteln der Spielzeit noch neue Fähigkeiten, wie einen Konter für Geschosse, freischalte, die den Gefechten frischen Wind verleihen. Hin und wieder wird mir sogar ein dicker Boss vor die Füße gestellt, der mit ganz speziellen Kniffen und mehreren Phasen daherkommt.
Einmal mehr spielen hier Optik und Style eine wichtige Rolle. Die Animationen sind nicht nur butterweich und super schick, die Kämpfe fühlen sich – sobald man den Dreh raus hat – wie ein Tanz an. Eben ganz wie in den John Wick-Filmen. Super!
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Replaced: So cool sind die Kämpfe in der Cyberpunk-Action
Springen, klettern, abstürzen und noch mal von vorn
Wenn ich mich nicht gerade prügle, löse ich hin und wieder auch kleine Rätsel. Meistens verschiebe ich Kisten oder suche Akkus, um so Geräte wieder zum Laufen zu bringen. Das ist nett, lockert den Spielfluss auf und ist schnell erledigt.
Anders sieht es bei den Kletterpassagen aus: Die haben mir teilweise wirklich den Spaß geraubt.
Das liegt zum einen daran, dass sich die Steuerung oftmals unpräzise anfühlt. Besonders beim Manövrieren mit dem Analog-Stick reagiert meine Spielfigur häufig ungelenk und nicht wie gewollt. So klettere ich nach unten statt zur Seite oder springe in den Abgrund, weil sich Warren mal wieder in die falsche Richtung gelehnt hat.
Richtig frustrierend wird es immer dann, wenn ein Zeitlimit ins Spiel kommt – etwa bei den Flucht-Sequenzen. Die Entwickler*innen stellen ab dem zweiten Drittel nämlich immer mal wieder echt hohe Anforderungen an mich: Sprünge müssen teilweise extrem präzise sitzen und Bewegungen absolut flüssig ablaufen. Scheitere ich, lande ich wieder am Start des Abschnitts. Und diese Passagen können verdammt lang sein!
Nein, das passiert nicht alle paar Minuten, aber es gibt Momente, in denen ich den Controller wohl einfach weggelegt hätte, wenn mich der Rest des Spiels nicht so gepackt hätte.
Sammelkram, Nebenquests und Powerups
Zum Glück gibt es neben den coolen Kämpfen auch noch die Erkundung. In Replaced lohnt es sich nämlich, genau hinzuschauen: Hinter jeder Ecke könnte ein optionaler Raum oder ein kleines Versteck lauern.
Dort finde ich beispielsweise Power-ups, die etwa meine Gesundheit oder Heilitem-Kapazitäten erhöhen. Zudem gibt es viele Lore-Gegenstände wie Tagebücher oder Notizen, die mir mehr über die Welt verraten. Die solltet ihr keinesfalls ignorieren, da sie sehr gut geschrieben sind und wirklich viel zum Verständnis der Welt beitragen.
Besonders cool: Die einzelnen Soundtrack-Titel lassen sich in der Welt finden und über den „Wingman“ – eine Art Smartphone im Retro-Walkman-Look – abspielen.
Am Bahnhof, an den ich als Hub von Replaced gelegentlich zurückkehre,kann ich sogar Nebenquests für NPCs erledigen. Diese erzählen kleine Geschichten über die Bewohner*innen und bringen ebenfalls Upgrades.
In einer Nebenquest unterstütze ich jemanden bei der Beschaffung eines Fernglases. Um das zu bekommen, muss ich aber zuerst einem Mädchen dabei helfen, ihre Arcade-Automaten zu reparieren und dann noch ihren Highscore schlagen.
Diese Details machen die Spielwelt noch glaubhafter. Ich freue mich über jede Kleinigkeit, die mir mehr über die Phoenix Corporation, die Charaktere oder die politische Vergangenheit von Replaced verrät.
Etwas schade finde ich daher auch, dass es für jeden Spieldurchgang nur einen einzigen Speicherstand gibt und ich einzelne Kapitel nicht wiederholen kann. Habe ich etwas verpasst, kann ich das erst in einem neuen Spieldurchgang nachholen.
Technik: Ich habe das Spiel am PC und auf dem Steam Deck gespielt und auf beiden Systemen lief alles wunderbar. Es gab keine Abstürze und ich bin nur hin und wieder auf kleine Bugs, wie eine nachladende Textur oder eine abrupt endende Animation gestoßen.
Accessibility: In Replaced stehen drei Schwierigkeitsgrade zur Wahl: Leicht, Normal und Schwer. Diese beeinflussen die Lebenspunkte und den Schaden der Gegner*innen sowie den Vorrat an Heil-Items.
Außerdem könnt ihr folgende Anpassungen vornehmen:
- Vereinfachte Schrift (Damit verzichtet das Spiel bei Schrift auf den Pixel-Look)
- Bildschirmwackeln in Stufen anpassen oder deaktivieren
- Untertitelgröße & Hintergrundtransparenz
- Frei belegbare Tasten für Tastatur und Controller
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