Unsere Top-Spiele des Jahres: Die GamePro-Highlights 2021

Wir verraten euch die Spiele, die uns im abgelaufenen Spielejahr am meisten fasziniert haben.

von Redaktion GamePro,
26.12.2021 14:00 Uhr

Das Jahr 2021 hatte viele Highlights zu bieten. Das Jahr 2021 hatte viele Highlights zu bieten.

Nachdem ihr uns bereits verraten habt, welche Spiele euch 2021 am meisten begeistert haben, sind jetzt wir an der Reihe. Dabei stellen wir unsere persönlichen Top 3 genauer vor, verraten aber auch, mit welchen Titeln wir in den vergangenen zwölf Monaten ebenfalls eine Menge Spaß hatte.

Dennis hatte den größten Koop-Spaß seines Lebens

It Takes Two

“Ihr werdet euch zu keiner Sekunde langweilen”. Mit diesem waghalsigen Versprechen von Creative Director Josef Fares hab ich das Pad in die Hand genommen und war mir zu 99% sicher, dass hier jemand kompletten Blödsinn erzählt. Was hab ich mich getäuscht. Die drei Abende mit Kollege Tobi waren das spaßigste, was ich 2021 erlebt habe. 

It Takes Two feuert eine kreative Idee nach der anderen ab und andauernd haben wir uns gefragt, was denn jetzt noch kommt. Es kam stets die nächste Überraschung. Was Hazelight rein vom Gameplay in It Takes Two liefern, zählt für mich zum Besten, was Koop-Spiele je hervorgebracht haben.

Resident Evil Village

Wie könnte ein neues Resi nicht unter meinen Top 3 auftauchen. Erst recht, wenn es mich so sehr abholt wie Village. Ethans zweiter Auftritt ist nicht perfekt, speziell das actionreiche Ende hat mir nur wenig getaugt. Aber was hatte ich mit den restlichen Stunden meine helle Freude. 

Resi 8 ist für mich ein “Best of” der gesamten Reihe. Von unheimlichen Schleichpassagen – ich sage nur “Puppenhaus” – über packende Verfolger-Abschnitte mit Lady Dimitrescu bis hin zu solch befriedigenden Arealen, die wir Schritt für Schritt aufdecken, dabei rätseln. Zudem sieht das Spiel fantastisch aus und klingt dank 3D-Audio so furchteinflößend wie kein zweites Horrorspiel. Auch der frische Wind, nicht immer nur auf Zombies zu schießen, hat bei mir voll ins Schwarze getroffen. 

Death’s Door 

Das Action-Adventure aus der Vogelperspektive wäre fast im Ranking noch weiter oben gelandet. Wären da doch nur nicht die letzten zwei Stunden, die mir mit ihren nervigen, in die Länge gezogenen Bosskämpfen so dermaßen auf den Keks gegangen sind. Bis dahin ist Death’s Door ein wunderschöner, unglaublich spaßiger Indie-Traum, der für Fans isometrischer und durchaus fordernder Spiele ein absolutes Muss ist.

Doch nicht nur der tolle Gameplay-Mix aus Zelda und Soulslike bleibt in Erinnerung. Neben der Studio Ghibli-artigen Optik auch einige der Charaktere, die zum besten zählen, was das Spielejahr 2021 hervorgebracht hat: Grüße gehen raus an Krak … ähem, … den menschlichen Menschen Jefferson, den Topfjungen Pothead und den unverwundbaren Totengräber Steadhone. 

Weitere Spiele-Highlights von Dennis:

  • Metroid Dread
  • Returnal
  • Ender Lilies
  • Halo Infinite (Kampagne)
  • NieR Replicant
  • Curse of the Dead Gods
  • Hitman 3

Hannes feierte den wichtigsten Durchbruch 2021

Returnal

Dem Release von Returnal habe ich seit der Ankündigung mit extremer Anspannung entgegengefiebert. Die Titel der finnischen Entwickler von Housemarque liebe ich schon seit Jahren – statt Arcade-Ballereien steht nun ein grafisch beeindruckendes AAA-Projekt an, das zudem noch eine emotionale Geschichte erzählen will?

Hektische Vorfreude und böse Vorahnungen wechselten sich immer wieder ab, bis dann endlich klar war: Returnal ist großartig geworden. Es hat hier und da kleine Schönheitsfehler, aber kein anderes Spiel hat mich 2021 so sehr gepackt und mich in einen wahren Rausch versetzt. Returnal ist der überfällige Durchbruch für Housemarque und das für mich beste Spiel des Jahres.

Ratchet & Clank: Rift Apart

Wie aufregend kann ein Spiel sein, das seine (nur leicht angepassten) Gameplay-Wurzeln bereits auf der PS2 geschlagen hat? Sehr aufregend sogar, wie Ratchet & Clank: Rift Apart zeigt. Das Lombax-Comeback wurde oft als DER PS5-Showcase gehandelt - also das Spiel, das endlich das grafische Potenzial der neuen Konsole zeigt.

Und ja, das ist definitiv ein wichtiger Aspekt, Rift Apart hat aber auch viel mehr zu bieten. Vor allem in erzählerischer Hinsicht kann Insomniac Games hier mit liebenswerten Charakteren aufwarten, die eine packendere Geschichte erzählen als so manches 50-Stunden-RPG.

Psychonauts 2

Ganz ehrlich, meinen Spaß mit Psychonauts 2 habe ich nicht kommen sehen. Ich habe das Original nie gespielt und habe auch nie den Anreiz verspürt, das erste Abenteuer von Raz nachzuholen. Diese klaffende Lücke hat mich Psychonauts 2 allerdings nie spüren lassen, obwohl es als direktes Sequel auftritt.

Ich war sofort in der wundersamen Welt mit ihrem eigenwilligen Art Design gefangen und hatte meinen Spaß dabei, die Level mit der Hilfe abgefahrener Psi-Kräfte zu erkunden. Die Liebe zum Detail in Psychonauts 2 ist beeindruckend und ich hätte nicht gedacht, mich in gleich zwei 3D-Plattformer zu verlieben – aber so kam es dann doch.

Weitere Spiele-Highlights von Hannes:

  • Forza Horizon 5
  • The Great Attorney Chronicles
  • Deathloop
  • Dodgeball Academia
  • Destruction Allstars
  • Chivalry 2
  • Kena: Bridge of Spirits

Annika hat 2021 besonders gerne ihr Köpfchen angestrengt

Deathloop

Die auf dem ersten Blick komplexe Zeitschleifen-Mechanik macht es Deathloop nicht gerade leicht, bei Spieler*innen richtig anzukommen. Wer sich aber wie ich von dieser scheinbar schweren Zugänglichkeit des Mörderpuzzles nicht abschrecken lässt, bekommt einen Shooter der besonderen Art, der einen nicht so schnell loslässt.

Das liegt zum einen an dem unverbrauchten Stil der 60er-Jahre, der uns einen klasse Soundtrack sowie kunterbunte Gebiete serviert. Zum anderen laden die Dishonored-artigen Spezialkräfte zum Experimentieren ein, was sich noch dazu gut ins Gunplay einfügt.

Viel wichtiger ist aber, dass wir behutsam an die packende Geschichte mit dem Loop-System herangeführt werden. Selbst wenn unser Held Colt mal scheitert, bringt jeder Versuch uns ein Stück näher ans Ziel, alle acht Visionäre in einem Durchlauf zu töten, um so den Loop zu brechen. Dadurch war ich wirklich motiviert, die Lösung ohne fremde Hilfe herauszufinden, was sich wirklich gut anfühlte. Und dann wäre da noch das Katz-und-Maus-Spiel mit Julianna, das für weitere Spannung sorgt.

Hitman 3

Ein eher subtiles, aber deutliches Highlight 2021 war für mich Hitman 3. Der Abschluss der “Welt der Attentate”-Trilogie macht zwar nicht wirklich viel anders als seine Vorgänger, bietet damit aber den gewohnten Meuchelspaß (wahlweise sogar in VR!) mit unzähligen Lösungswegen und das alles mit hervorragendem Leveldesign. Die Schauplätze waren schon in den vorherigen Teilen echte Hingucker, aber mit Agent 47 auf dem düsteren Dartmoor-Anwesen einen britischen Detektiv zu mimen, hat nochmal seinen ganz eigenen Reiz.

Umso gespannter bin ich auf das Jahr 2022, für das nochmal neue Inhalte angekündigt wurden. Die zweite Season soll unter anderem neue Level bringen, die für Hitman-Fans wie mich ein gefundenes Fressen sein dürften.

Sherlock Holmes Chapter One

Während wir uns in Hitman 3 nur als britischer Detektiv ausgeben können, lässt uns Sherlock Holmes Chapter One wieder voll uns ganz in die Haut des namensgebenden Schlaumeiers schlüpfen. Dieses Mal ermitteln wir aber nicht als erfahrener und bekannter Privatdetektiv, sondern als überheblicher und naiver Jungspund. Und genau das ist das Spannende daran. Das, sowie Jon (nicht John), der neue Begleiter von Sherlock, und die offene Spielwelt.

Die sonnige Mittelmeerinsel ist eine willkommene Abwechslung zu London, wenngleich Sherlock auch dort – welch Überraschung – eine Reihe von Fällen aufklären muss. Bei seiner Absicht, nur das Grab seiner Mutter zu besuchen, bleibt es demnach nicht. Dafür bekommen wir so eine Reise in seine Vergangenheit präsentiert, die auch Jon nochmal in ein besonderes Licht rückt, der ganz nebenbei einen tollen Sidekick abgibt.

Weitere Spiele-Highlights von Annika:

  • Disco Elysium Final Cut
  • The Forgotten City
  • Forza Horizon 5
  • Far Cry 6
  • Mass Effect Legendary Edition
  • Subnautica: Below Zero
  • Little Nightmares 2

Rae hatte viel Spaß im All

Mass Effect: Legendary Edition

Normalerweise würde ich auf eine Highlight-Liste eher selten Remasters oder Remakes packen, bei der Rückkehr einer meiner absoluten Lieblingsreihen muss ich allerdings wenig überraschend eine Ausnahme machen. Nach vielen Gerüchten und langen Jahren des Wartens kehrte Mass Effect in der aufpolierten Legendary Edition zurück und ließ mich alle Abenteuer von Commander Shepard noch einmal erleben. 

Gerade im Fall von Mass Effect 1 hat mich das sehr gefreut, da die Konsolenversionen davon kaum noch spielbar waren. Jetzt sieht es nicht nur besser aus, es spielt sich auch um einiges eleganter – selbst wenn man ME1 sein Alter noch immer anmerkt. Trotzdem war es eines der Highlights 2021, dass ich endlich wieder mit der Normandy durchs All fliegen konnte. Und es war genauso großartig wie vor fast zehn Jahren.

Halo Infinite

Ja, ja, ich weiß Ich hab sowohl in meiner Kolumne als auch im Test zu Halo Infinite viel gemosert – und dazu stehe ich auch noch. Trotzdem muss ich einfach sagen, dass Halo seinen Greifhaken in mich gekrallt hat und mich einfach nicht mehr loslässt. Es ist genau das eingetroffen, was ich in meiner Kolumne als Hoffnung erwähnt hatte: Ich hab mich in den Multiplayer eingefuchst und Blut geleckt. 

Geholfen hat dabei unter anderem Fiesta (weniger die nützlichen Tipps meines liebevollen Teams wie “du musst auch mal nachdenken, Rae”) und meine eigene Sturheit. Klar, richtig gut bin ich noch nicht und das sorgt immer mal wieder für Frust. Aber mittlerweile habe ich die Mapverständnis, habe gelernt was “Top-Mid” bedeutet und niemand macht mir etwas mit Gravity Hammer oder Schwert vor. Soll ja niemand sagen, ich wäre nicht lernfähig.

Wytchwood

Eigentlich sollte ich Wytchwood nicht so sehr mögen wie ich es tue, denn im Kern ist der Indie-Titel von Alientrap nichts anderes als eine nie enden wollende To Do-Liste, eine einzige Fetch-Quest. Ziel jedes Kapitels ist es, einen bestimmten Gegenstand herzustellen. Damit ich den aber herstellen kann, benötige ich erst ein paar andere Dinge, die ich erst einmal sammeln oder herstellen muss, indem ich wieder andere Dinge sammle oder herstelle, wofür ich erstmal – ihr versteht schon.

Wytchwood ist sehr viel Sammeln und Craften und wieder Sammeln und Craften. Bei vielen anderen Spielen hätte ich sicher früh das Handtuch geworfen, aber was mich an anderer Stelle nervt, sorgte in Wytchwood nicht nur für einen großartigen Gameplay-Loop, sondern auch für eine faszinierende Art der Entspannung. “Cozy Crafting” nennt meine Kollegin Aziza das in ihrer Spielvorstellung und besser kann ich es auch nicht betiteln. Wytchwood ist gemütlich und entspannend, ein harter Kontrast zu all den anderen Spielen, die ich 2021 gespielt habe. Vielleicht ist das der Grund, warum es bei mir sofort “klick” gemacht hat. Nun, das und die wundervolle Bilderbuchoptik, die zu meinen visuellen Highlights des Jahres gehört. Das hat sicherlich auch nicht geschadet.

Weitere Spiele-Highlights von Rae: 

  • Splitgate
  • Warzone
  • Sea of Thieves
  • The Wild at Heart
  • Unpacking
  • Dorfromantik
  • Curious Expedition 2

Tobi hatte seinen ersten Platz überhaupt nicht auf der Rechnung

It Takes Two

Wenn ihr mir vor einem Jahr gesagt hättet, dass It Takes Two mein Spiel des Jahres 2021 wird, hätte ich euch vermutlich für verrückt erklärt. Denn damals war kaum etwas über das Spiel bekannt und ich hatte es zunächst als überdrehte Beziehungs-Klamotte abgestempelt. Selten habe ich mich lieber geirrt, denn das Spiel hat mich von Anfang bis Ende umgehauen. Was hier an Ideen, Abwechslung und Liebe zum Details drinsteckt ist schlicht der absolute Wahnsinn.

Dementsprechend habe ich auch jede einzelne Minute des Koop-Tests mit Dennis genossen, an einer Stelle habe ich sogar Tränen gelacht, Stichwort: Tiersymbole. Und ich war selten so traurig, als ein Spiel vorbei war. Ich könnte jetzt noch so viel mehr Szenen und Details aufzählen, die Militär-Eichhörnchen etwa oder das Drama um den Stoffelefanten. Und all diese Dinge sorgen insgesamt dafür, dass ich dieses Spiel sehr sehr lange nicht vergessen werde.


Halo Infinite

Das von mir heiß erwartete Halo hatte ich vor einem Jahr eigentlich fest für meinen Spitzenplatz 2021 vorgesehen. Dass es nun anders gekommen ist, liegt zum einen am gigantischen Überraschungseffekt von It Takes Two und zum anderen daran, dass Halo Infinite durchaus mit ein paar Schwächen zu kämpfen hat, etwa die Hub-Areale und die langsame Progression beim Multiplayer. Nichtsdestotrotz ist Infinite in fast allen Punkten so geworden, wie ich es mir gewünscht habe.

Das Gunplay ist herausragend und für mich im Shooter-Bereich das Maß aller Dinge, auch die Story mit ihren zahlreichen Flashbacks und Anspielungen hat mir den ein oder anderen Gänsehaut-Moment beschert. Und den Multiplayer habe ich zum Launch so intensiv gespielt wie keinen aus der Hauptreihe seit Halo: Reach. Mein Fan-Herz ist absolut zufrieden und freut sich auf alles, was 343 mit dem Titel noch vorhat. 

Ratchet & Clank: Rift Apart

Rift Apart hat sich seinen Platz auf dem Treppchen erst sehr spät erkämpft. Denn als ich Ende des Jahres nach echten “Showoff”-Spielen für meinen neuen OLED-Fernseher suchte, wurde mir das neue Ratchet & Clank von mehreren Seiten angetragen. Und gerade technisch ist das Abenteuer des Lombax' und seines Roboter-Buddies eine echte Wucht und zeigt eindrucksvoll, was die PS5 auf und im Kasten hat. Zeitweise hatte ich das Gefühl, in einem spielbaren Animationsfilm zu stecken.

Was dem Titel letztendlich aber den Platz in meiner Top 3 beschert, ist die Tatsache, dass es kein Grafikblender ist, sondern mir auch spielerisch enorm gut gefallen hat. Seien es der gelungene Mix aus Rätseln und Kämpfen, das tolle erweiterbare Waffenarsenal oder die neuen Fähigkeiten fühlt sich Rift Apart einfach rund an. Und macht den Titel für mich zu einem der besten Spiele des Jahres. 

Weitere Spiele-Highlights von Tobi:

  • Forza Horizon 5
  • Super Mario 3D World + Bowser’s Fury
  • Dorfromantik
  • Psychonauts 2
  • Deathloop
  • Mario Party Superstars
  • Death’s Door

Eleens Spielejahr steckte voller Erinnerungen

Mass Effect: Legendary Edition

Ich glaube, keine Videospielreihe hat auf mich so einen bleibenden Eindruck hinterlassen wie die Mass Effect-Trilogie. Die hunderten Stunden, die ich mit meiner Crew auf der Normandy über die Jahre verbracht habe und all die kleinen und großen Geschichten, die ich auf meinen Reisen zu verschiedenen Planeten und Sonnensystemen erlebt habe, werden mir immer in Erinnerung bleiben. Kein Wunder also, dass ich mich wie ein Schnitzel auf die Legendary Edition gefreut habe.

Natürlich merke ich der Reihe heute beim Spielen ihr Alter an, selbst mit den nötigen und gelungenen Gameplay-Verbesserungen an Teil 1. Aber einfach nur mal wieder Mass Effect anzuschmeißen, Shepards Stimme zu hören und durch die Weiten des Alls zu reisen – all das erfüllt mich mit einer Nostalgie, die ich so von keinem anderen Spiel bekomme.

It Takes Two

Seit ich 2018 das absolut großartige Unravel 2 mit meiner Koop-Partnerin gespielt habe, bin ich immer auf der Suche nach weiteren Spielen für zwei Personen. Einige gute Spiele waren über die Jahre definitiv dabei, darunter auch Borderlands 2, Monster Hunter World und Overcooked.

Nur wenige dieser Spiele waren aber direkt als Erfahrung für zwei Spieler*innen ausgelegt und keines davon kam in dem Bereich für mich an die Erfahrung ran, die ich mit Unravel 2 hatte - nicht einmal das großartige A Way Out. Das nächste Spiel des Entwicklerteams sollte das aber ändern. 

It Takes Two war alles, was ich mir von einem Koop-Spiel wünschen könnte. Kooperatives Zusammenspiel, bei dem man wirklich gemeinsam und nicht nur nebeneinander her spielt, abwechslungsreiches und kreatives Gameplay mit massenweise Liebe zum Detail und im Kern eine emotionale Geschichte. Wie damals bei Unravel 2 werde ich mich hier an die gemeinsamen Momente mit meiner Mitspielerin erinnern: Wie wir Bosskämpfe nach mehreren Versuchen gemeistert oder die Controller getauscht haben, wenn einer von uns mit einer Stelle nicht zurecht kam. 

Boyfriend Dungeon

Gut, ich bin etwas voreingenommen, wenn es um Boyfriend Dungeon geht. Schließlich war das Spiel mein erster Test, den ich auf GamePro veröffentlicht habe. Die Vorfreude, die Aufregung, der Stolz als mein eigener Test auf der Seite live ging – all das verbinde ich unweigerlich mit Boyfriend Dungeon.

Davon abgesehen ist das Spiel aber auch einfach ein ungewöhnlicher Mix aus Roguelite und Dating Sim. Obwohl Boyfriend Dungeon in keinem der beiden Genres herausragend ist, sorgt die Mischung aus actionreichem Gameplay und den ruhigeren, charakterfokussierten Dates dafür, dass das Spiel mehr als nur die Summe seiner Teile ist. Dazu kommen interessante Charaktere und eine Vielzahl an Dating-Optionen, die besonders für die LGBT-Community toll sind. Von Freundschaften über Polygamie bis zu asexuellen Beziehungen ist so ziemlich alles dabei.

Weitere Spiele-Highlights von Eleen:

  • Psychonauts 2
  • Kena: Bridge of Spirits
  • Wytchwood
  • Unpacking
  • Monster Hunter Rise
  • Life is Strange: True Colors
  • Halo Infinite 

Kai liebt's nostalgisch

Sega Astro City Mini

Das Spielejahr 2021 war aus meiner Sicht nichts Besonderes. Wenn ich mit einer Retro-Minikonsole deutlich mehr Spaß hatte, als mit den meisten Neuerscheinungen, ist für mich etwas faul in der Spielewelt. Das kann natürlich auch daran liegen, dass ich einfach alt bin. Ein gutes Indiz dafür ist auch das Alter der Spiele, die mich beim Astro City Mini vor den Fernseher fesselten. Golden Axe: The Revenge of Death Adder hat beispielsweise gut 30 Jahre auf dem Buckel.

Und trotzdem hatte ich mehr Spaß mit dem Fantasy-Geprügel als mit vielen PS5- oder Xbox-Series-Spielen. Auch der Rest des eingebauten Spiele-Lineups wie Shinobi, Shadow Dancer, Space Harrier, Alien Storm oder ESWAT bereitete mir vergnügliche Stunden. Die Arcade-Klassiker sind simpler, aber unglaublich unterhaltsamer Retrospaß. Dagegen stinkt für mich jeder Master Chief gewaltig ab.

Resident Evil: Village

Der offiziell achte Teil der Horror-Reihe (Hey, belehrt mich gern, aber ich sehe da im Titel eine Acht!) ist im Grunde grober Unfug in spielbarer Form. Sehr grober Unfug. Die Story ist dermaßen hanebüchen, dass ich das Ding als Film wohl mittendrin abgeschaltet hätte. Aber als Spiel funktioniert der Wahnsinn, wenn man sich darauf einlässt und kein erzählerisches Meisterwerk erwartet, sondern sich einfach mal gehörig gruseln möchte oder Horrorgestalten über den Haufen ballern will. Das Spiel macht beides möglich.

Resident Evil: Village funktioniert für mich, weil es trotz relativ offener Spielwelt eine strikt durchchoreografierte Achterbahnfahrt ist. Allerdings hätte ich mir wieder eine VR-Option gewünscht – den Vorgänger habe ich seinerzeit komplett in der virtuellen Realität erlebt, was den Gruselfaktor noch einmal deutlich erhöhte. Aber sei's drum, auch so ist das Epos um klassisch angehauchte Gruselgestalten und Schimmelmenschen ein wunderbares (Trash-)Erlebnis.

Ghost of Tsushima: Director's Cut

Sonys Samuraispiel hier aufzuführen ist ein wenig wie cheaten. Ghost of Tsushima ist einerseits schon 2020 erschienen, andererseits gab es im August 2021 die Director's Cut-Neuauflage, die ich mir passend zu meiner relativ gleichzeitig ergatterten PlayStation 5 holte. Das Spiel ist so faszinierend, dass ich direkt nochmal von vorne anfangen musste.

Und auch wenn die PS5-Version im Grunde nur ein glorifizierter PS4-Titel ist, wird das Spiel jetzt erst dem Anspruch der Entwickler gerecht, der unter der älteren Technik tatsächlich etwas zu leiden hatte. Sicher kein Fehlgriff als erstes Spiel auf der PlayStation 5.

Weitere Spiele-Highlights von Kai:

  • Mobile Suit Gundam: Battle Operation Code Fairy
  • Actraiser Renaissance
  • Kena: Bridge of Spirits
  • No More Heroes 3
  • Ratchet & Clank: Rift Apart
  • Forza Horizon 5
  • Hitman 3

Bei Linda knallt’s… und es wird geweint und gelacht

Far Cry 6

Nachdem ich Far Cry 5 nach nur wenigen Stunden wieder abbrechen musste, weil mir das Montana-Setting überhaupt nicht zugesagt hatte, fand ich in der von Kuba inspirierten Insel-Open World von Far Cry 6 wieder eine neue Heimat. So ein exotisches Setting passt meiner Meinung nach einfach besser zur überdrehten Shooter-Reihe. Das Ablästern über das Jahr 2021 erspare ich mir an dieser Stelle, aber ich sage mal so viel: Die stumpfe Baller-Action kam mir gerade recht.

It Takes Two

Wow, wie oft wurde It Takes Two bereits in diesem Artikel genannt? Dreimal? Egal: Einer geht noch, It Takes Four. Hazelights Koop-Abenteuer ist eben ein Ausnahmetitel, mit dem auch ich in diesem Jahr den meisten Spaß hatte. Die Geschichte von Cody und May hat meinem besten Freund und mir so viele Lacher bereitet, dass ich immer an diese schöne Zeit im Couch-Koop zurückdenken werde. Danke dafür.

Life is Strange: True Colors

Endlich wieder ein neues Life is Strange. Und endlich wieder ein Serienteil, der Fans des allerersten LiS wie mich wieder glücklich macht. Das Adventure erzählt eine herzliche Geschichte rund um Liebe und Verlust. Und True Colors lässt uns obendrein in die Gedankenwelten und Geschichten von schön geschriebenen und nachvollziehbaren Charakteren eintauchen. Ich hatte während des Abenteuers mehrmals Tränen im Augenwinkel.

Weitere Spiele-Highlights von Linda:

  • Mass Effect: Legendary Edition
  • Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle
  • Unpacking
  • Toem
  • Unsighted
  • Forza Horizon 5
  • Age of Empires 4

Max ist vor lauter Grusel ins Weltall geflüchtet

Resident Evil: Village

Ich bin erst mit dem Resident Evil 2-Remake in die Horror-Serie eingestiegen und habe seitdem die meisten der Hauptspiele nachgeholt. In der relativ kurzen Zeit habe ich das Franchise vor allem wegen dem coolen Gameplay-Mix aus Rätseln, Erkundung und knackigen Kämpfen ins Herz geschlossen. Umso mehr freue ich mich darüber, dass Village für mich ein nahezu perfektes Paket war.

Jeder Abschnitt fühlte sich einzigartig an und hatte eine klare spielerische und atmosphärische Ausrichtung. Dadurch wurde mir während des gesamten Spiels nicht ein einziges Mal langweilig und alles war dabei. Das Dorf nach und nach zu erschließen fühlte sich immer motivierend an, die Action-Sequenzen haben Spaß gemacht und eine Stelle war so furchteinflößend, dass ich nur mit “Licht an” und “Ton aus” weiterspielen konnte. Eine wunderbare Achterbahn der Gefühle, wie man so schön sagt. Mein Spiel des Jahres! 

Ghost of Tsushima-DLC

Vielleicht nutze ich den Release des Directors Cuts von Ghost of Tsushima nur als faule Ausrede, um mein absolutes Highlight der letzten Jahre noch einmal zu erwähnen. Ghost of Tsushima hat für mich so gut wie alles richtig gemacht und mir den lang-anhaltenden Traum eines modernen Samurai-Spiels, das die Thematik und das Setting auf eine einigermaßen authentische Art und Weise ernst nimmt, endlich erfüllt. 

Der Director’s Cut packt nochmal eine ganze Schippe Inhalt oben drauf und auch wenn es im Wesentlichen mehr vom Gleichen ist, reicht mir das in diesem Fall vollkommen aus. Ich bin jedenfalls gerne noch einmal mit Jin und Nobu (dem einzig wahren Pferdenamen) durch die Landschaft geritten. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.

Mass Effect: Legendary Edition

Da ich die Original-Spiele allesamt verpasst habe, war die Legendary Edition die perfekte Gelegenheit für mich, ins Mass Effect-Universum einzutauchen. Ich glaube auch, dass zu Mass Effect eigentlich schon alles gesagt wurde, aber ich wiederhole die wichtigsten Punkte gerne nochmal: Es ist eine großartige RPG-Reihe und ich verstehe vollkommen, warum Commander Shepard so viele Fans um sich geschart hat. Auch wenn das Gameplay gerne mal etwas sperrig ist, gleichen das die sehr persönlichen Geschichten und die Beziehungen zu meinen Crew-Mitgliedern auf jeden Fall wieder aus.

Außerdem weiß ich nun endlich, warum das Ende des dritten Teils so unbeliebt ist und ja, auch ich muss mich den kritischen Stimmen hier anschließen. Das war wirklich nix. Und ja, durch den ersten Teil muss man sich wirklich ein bisschen mental durchkämpfen, denn hier wird das Alter der Reihe am deutlichsten spürbar.  Aber das ist auch nicht schlimm, denn der Rest der Trilogie ist dafür umso besser. Wenn ihr, wie ich für lange Zeit, noch keinen Blick auf die Reihe geworfen habt, kann ich es euch nur wärmstens empfehlen.

Max' weitere Spiele-Highlights:

  • Mortal Shell Enhanced Edition
  • Outriders
  • Deathloop
  • Far Cry 6

Jetzt seid ihr dran: Was waren eure Spiele des Jahres?

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