"Wäre nicht, wo ich heute bin": Stranger Things-Star hat sich einen ganzen Monat auf die wichtigste Szene in Staffel 5 vorbereitet

Der Stranger Things-Star und Will-Darsteller Noah Schnapp hat einen ganzen Monat lang die für ihn wichtigste Szene der Serie auswendig gelernt. Die Rolle hat ihm aber auch persönlich weitergeholfen.

Noah Schnapp als Will in Stranger Things Staffel 5 (Bildquelle: Netflix). Noah Schnapp als Will in Stranger Things Staffel 5 (Bildquelle: Netflix).

In der vorletzten Stranger Things-Episode gibt es eine ganz besonders ergreifende Szene. Die ist nicht nur für die Figur Will etwas Außergewöhnliches gewesen, sondern auch für Schauspieler Noah Schnapp. Wie er in einem Interview erklärt, hat er sich einen ganzen Monat auf sie vorbereitet. Ohne die Rolle und ihre Entwicklung wäre er selbst auch nicht, wo er heute sei. Aber Vorsicht: Kennt ihr die vorletzte Episode von Staffel 5 noch nicht, erwarten euch hier Spoiler!

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Noah Schnapp hat einen Monat lang jeden Morgen das Skript für diese Stranger Things-Szene gelesen

Selbstverständlich geht es hier um die Coming Out-Szene von Will. Er macht endlich öffentlich, dass er homosexuell ist und nimmt Vecna so den Wind aus den Segeln, seine Ängste gegen ihn selbst einsetzen zu können. Gleichzeitig muss die Offenheit ein sehr befreiendes Gefühl sein. Endlich kennen alle um ihn herum die Wahrheit und reagieren äußerst positiv und bestärkend darauf.

Dass diese Szene so dermaßen gut funktioniert, liegt natürlich vor allem an Schauspieler Noah Schnapp. Der hat vor Kurzem bereits zu Protokoll gegeben, dass es sich bei Wills Monolog um die Stranger Things-Szene handelt, die wohl am längsten gedreht wurde. Einfach, damit alles perfekt ist und die emotionale Wucht auch ankommt.

Zu diesem Zweck hat sich Noah Schnapp das Skript täglich zu Gemüte geführt, wie er gegenüber Netflix Tudum erklärt:

"Ich habe es jeden Morgen gelesen, jeden Abend, den ganzen Monat, der darauf hingeführt hat. Und das hat mir erlaubt, an dem Tag selbst einfach komplett das Drehbuch zu vergessen, komplett zu vergessen, mich an meine Zeilen erinnern zu müssen, und es ist einfach so aus mir herausgeflossen. Und ich konnte mich darauf fokussieren, dieses Gefühl und die Emotionen anzuzapfen."

Das Drehbuch habe ihm so gut gefallen, dass er den Duffer-Brüdern direkt nach dem ersten Lesen eine Textnachricht geschrieben habe, um ihnen zu sagen, wie großartig es war.

"Ich war wirklich nervös, zu sehen, wie sie es schreiben würden, weil es natürlich so wichtig für mich war. [...] Ich habe es allein in meinem Zimmer gelesen und geheult, es hat wirklich in mir widergehallt. [...] Ich wusste nicht, ob sie diese Story für Will schreiben würden. Sie hätten es einfach in der Luft hängen lassen können, also war es wirklich genial, zu sehen, dass es endlich passiert."

Noah Schnapp dachte laut eigenen Angaben, dass sich die Szene nur zwischen Will und seiner Mutter abspielen würde. Dass Will dann stattdessen vor versammelter Mannschaft sein Coming Out feiert, habe das Ganze nochmal zu etwas ganz Besonderem gemacht:

"Ich erinnere mich daran: Nachdem ich die Szene beendet hatte, bin ich in Charlie Heatons Arme gerannt und habe einfach nur geweint. Und mit dem Cast – ich war einfach nie dazu gekommen, mich mit ihnen hinzusetzen und über mein eigenes Coming Out zu sprechen, also war die Gelegenheit, das zu machen total therapeutisch und kathartisch für mich."

Noah Schnapp hat sich selbst im Jahr 2023 als homosexuell geoutet. Er fühle sich dem Charakter Will auf ganz besondere Art und Weise verbunden, weil sich die Geschichte der Figur und seine eigene teilweise so ähneln. Er wäre ohne die Rolle nicht, wo er heute ist und dankt den Duffer-Brüdern dafür:

"Will hat mir Selbstbewusstsein im echten Leben gegeben und zu sehen, wie das Publikum auf diesen Charakter reagiert, hat mich dazu gebracht, öffentlich stolz darauf sein zu können, wer ich bin. Ich wäre ohne diesen Charakter nicht, wo ich heute bin, ohne zu sehen, wie Leute auf ihn reagiert haben."

Noah Schnapp hofft, dass sich diese Erfahrung auch auf andere Menschen überträgt und dass die Leute wie er etwas aus dem Stranger Things-Charakter Will ziehen können. Er hoffe, dass es alle berühre – nicht nur queere Menschen – und dazu bringe, dass die Leute sich empowert fühlen und stolz darauf sein können, wer sie sind. Darum gehe es schließlich bei Stranger Things: Was uns einzigartig macht, ist unsere Superkraft.