Mit dem Remake wird The Last of Us endlich auch für mich zum Meisterwerk!

Braucht es das The Last of Us-Remake überhaupt? Für Chris ist die Sache ganz klar, denn er freut sich schon darauf, das Spiel zum ersten Mal richtig genießen zu können.

von Chris Werian,
11.06.2022 12:30 Uhr

The Last of Us Part 1 lässt mich vom perfekten Remake träumen. The Last of Us Part 1 lässt mich vom perfekten Remake träumen.

In den vergangenen zwei Jahren hat wohl kaum ein Spiel solch einen Eindruck bei mir hinterlassen, wie der The Last of Us Part 2. Dabei standen die Vorzeichen ganz und gar nicht gut, denn der erste Teil ist für mich eine der herbsten Enttäuschungen in meiner persönlichen Videospielhistorie. Das lahme Gameplay hat die wirklich tolle Geschichte und die umwerfende Inszenierung komplett ausgebremst.

Chris Werian
Chris Werian

Chris kam erst recht spät mit dem Remaster von The Last of Us in Kontakt. Wirklich gefallen hat ihm aber lediglich der kompakte und knackige "Left Behind"-DLC. Nun hofft er, dass er auch das Hauptspiel ins Herz schließen kann.

Im Summer Game Fest-Showcase erklärte Naughty Dogs Neil Druckmann jedoch, dass sämtliche Erfahrungen von Part II und auch von Uncharted 4 in das Remake eingeflossen sind. Für mich sind das großartige Neuigkeiten, da ich mit beiden Titeln deutlich mehr anfangen konnte, als mit den Naughty-Dog-Spielen der PS3-Ära – sowohl spielerisch als auch technisch.

Hier findet ihr alle Infos zur Ankündigung:

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Joel muss (hoffentlich) nicht mehr Flaschen sammeln

Wenn ich an das Gameplay von The Last of Us denke, dann fallen mir vor allem drei Dinge ein: Flaschen, Backsteine und eine saudoofe KI. Joel konnte ganze Gegnermassen mit einigen Würfen an der Nase herumführen, wodurch sich die Stealth-Passagen immer gleich (langweilig) anfühlten.

Brick or Bottle? Viel taktischen Spielraum bot The Last of Us nicht unbedingt. Brick or Bottle? Viel taktischen Spielraum bot The Last of Us nicht unbedingt.

In anderen Situationen wurden die Protagonisten hingegen hartnäckig von Gegnern verfolgt, obwohl man keinen Mucks von sich gab, teilweise versperrten sie die Ausgänge der kleinen Areale, weshalb minutenlang kein Vorankommen in Sicht war. Und von zu verschiebenden Müllbehältnissen und Paletten will ich gar nicht erst anfangen, darauf hat Naughty Dog bestimmt schon einen Markenantrag gestellt.

Schießereien spielten sich zudem ziemlich statisch, besonders wenn man den Vergleich zum späteren Naughty-Dog-Portfolio zieht. Neil Druckmann betonte jedoch, dass man zumindest Kämpfe weitreichend angepasst und Erkenntnisse von Uncharted 4 und The Last of Us Part 2 eingebracht hat. 

Basierend auf seinen Aussagen hoffe ich, dass mich “The Last of Us - das Spiel” tatsächlich endlich mit abwechslungsreichen und spannenden Mechaniken motivieren kann, die bei späteren Spielen zweifelsohne zu finden sind. Unter Anderem könnte der Nahkampf um das tolle Animationssystem des zweiten Teils erweitert werden, außerdem könnte das Herstellen von Gadgets eine größere Rolle spielen.

In The Last of Us Part 2 werden Nahkämpfe sehr intensiv und dynamisch ausgefochten - das wäre doch eine gute Option für den ersten Teil. In The Last of Us Part 2 werden Nahkämpfe sehr intensiv und dynamisch ausgefochten - das wäre doch eine gute Option für den ersten Teil.

Aus einer 10/10 wird eine 11/10

Die toll inszenierten Zwischensequenzen habe ich hingegen als “The Last of Us - der Film” - also einem komplett eigenständigen Aspekt - in Erinnerung behalten, da sie für mich das Sahnestück des ersten Teils darstellen. Gleichzeitig festigten sie aber auch die Trennung vom Spiel, da sie sich qualitativ stark vom Gameplay abhoben.

Sie boten viel glaubwürdigere Animationen, eine herausragende Beleuchtung und tolle Effekte, dafür sorgte die Videokodierung aber auch für störende Artefakte, besonders in dunklen Bereichen mit zahlreichen Grauschattierungen.

Die Zwischensequenzen des Originals sind auch heute noch großartig, sie erreichen aber längst nicht die Bildschärfe des Gameplays. Außerdem sind zahlreiche Artefakte im dunklen Hintergrund zu erkennen. (Bild wurde aufgehellt) Die Zwischensequenzen des Originals sind auch heute noch großartig, sie erreichen aber längst nicht die Bildschärfe des Gameplays. Außerdem sind zahlreiche Artefakte im dunklen Hintergrund zu erkennen. (Bild wurde aufgehellt)

Da im Remake sämtliche Zwischensequenzen in Echtzeit berechnet werden, verspreche ich mir von der Neuauflage ein nahtloses Spielerlebnis, frei von Unterbrechungen und visuellen Inkonsistenzen. Obendrauf gibt es eine native Auflösung von 4K und HDR-Support, wodurch die Zwischensequenzen von The Last of Us noch einmal kinoreifer wirken sollten.

Ähnlicher Stil, große Unterschiede

The Last of Us Part 1 bleibt der Vorlage in vielerlei Hinsicht treu. Da sich die Stilistik des ersten Teils, des Nachfolgers und des Remakes aber sehr ähneln, kann das Gefühl aufkommen, dass sich beim Remake wenig getan hat. Dem ist aber bei weitem nicht so, wie auch erste Vergleiche zeigen:

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Die Level wurden von Grund auf neu gebaut und mit viel mehr Details versehen, die Beleuchtung wurde grundlegend verbessert und die Charaktermodelle entsprechen nun denen des zweiten Teils.

Bilder überzeugen euch nicht, in Video wird der deutlich, wie gut das Remake aussieht:

1:30

Mir gefällt der Ansatz der optischen Kohärenz sehr gut. Sogar viel besser als bei vielen anderen Remakes, die innerhalb ihrer Reihen mit einer zeitgemäßen Grafik herausstechen. Resident Evil 2 und Final Fantasy 7 können noch so schön sein – möchte man das Gesamtwerk nachholen oder aus Nostalgiegründen wieder erleben, so schwankt die Technik zwischen den einzelnen Titel dann doch sehr stark.

Bei The Last of Us habe ich jedoch das Gefühl, dass beide Spiele perfekt als Ganzes funktionieren könnten und sich der erste Teil somit auch für mich in den Spiele-Olymp katapultiert.

Was haltet ihr vom Remake? Seht ihr bei anderen Punkten Verbesserungsbedarf?

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