The Quarry-Filmmodus nimmt mir eine große Entscheidung ab und das zeigt mir meine Schwächen auf

Bei Spielen wie The Quarry müssen wir entscheiden, ob wir mit den Charakteren so handeln, wie wir es für richtig halten oder wie es unserer Meinung nach zu ihnen passt.

In Spielen, in denen ich Entscheidungen treffen muss, falle ich manchmal aus meiner Rolle. In Spielen, in denen ich Entscheidungen treffen muss, falle ich manchmal aus meiner Rolle.

Was passiert, wenn Laura den Polizisten beleidigt, oder wenn ich Dylan und Ryan in den Geheimraum unter dem Büro schicke? Fragen wie diese machen bei The Quarry für mich einen immensen Reiz aus und sorgen für hohen Wiederspielwert. Während mich das Spiel fragt, was die Personen tun sollen, muss ich mir aber noch eine andere Frage stellen: Spiele ich die Charaktere so, wie ich denke, dass es zu ihnen passt oder so, wie ich es für schlau halte? Der Filmmodus von Supermassives neuestem Titel nimmt mir diese Entscheidung ab und das finde ich spannend. 

Info-Kasten: Diese Kolumne spoilert keine Details zur Story von The Quarry.

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Was ist dieser Filmmodus? 

Wir können The Quarry genau wie frühere Titel von Supermassive  spielen. Soll heißen: Wir steuern die Teens allein oder im Couch-Koop, entscheiden, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten oder was sie sagen und sorgen in QuickTime-Events entweder für ihr Überleben oder schnelles Ableben. 

Mit der Option Regiestuhl entscheiden wir selbst, welche Eigenschaften die Charaktere haben. Mit der Option "Regiestuhl" entscheiden wir selbst, welche Eigenschaften die Charaktere haben.

Daneben hat das Spiel aber auch noch einen Filmmodus, der es uns erlaubt, uns zurückzulehnen und die gesamte Handlung – wahlweise mit Popcorn und Cola in der Hand – einfach anzuschauen. Im Filmmodus-Menü haben wir die Wahl zwischen “Alle überleben”, “Alle sterben” oder “Regiestuhl“. Wählen wir Letzteres, können wir vorab entscheiden, wie sich jeder unserer Teens in je vier unterschiedlichen Situationen verhält: 

  • unter Druck 
  • in Gesprächen
  • in Kämpfen
  • bei der Erkundung

Wir können beispielsweise festlegen, dass Dylan unter Druck unberechenbar ist, aber in Gesprächen mitfühlend, oder dass Jacob in Kampfsituationen nervös wird und Laura bei der Erkundung wachsam ist. Bei Entscheidungen, Dialogen, Erkundung und der Action wird unseres Auswahl  dann im Verlauf des Films berücksichtigt. 

Laura Diese Eigenschaften sind für Laura festgelegt.

Dylan Diese Eigenschaften sind für Dylan festgelegt.

Jacob Diese Eigenschaften sind für Jacob festgelegt.

Sequenzen, bei denen wir normalerweise unseren Charakter steuern und die Umgebung erkunden, sind übrigens im Film herausgeschnitten, Entdeckungen werden hingegen gezeigt. Durch die Schnitte, die auch im normalen Spiel ziemlich filmisch daherkommen, funktioniert das erstaunlich gut. Nur ab und an wirkt mal ein Übergang zu abrupt oder konfus. 

Störfaktor: Was aktuell stört, ist, dass der Film unterbrochen wird und ins Pausenmenü springt, sobald der Controller nicht mehr verbunden ist. Es ist zu hoffen, dass das mit einem Patch behoben wird.

Samara Summer
Samara Summer

Samara liebt sowohl das Horror-Genre als auch Spiele, bei denen sie die Story selbst beeinflussen kann. Da bieten Titel wie The Quarry ihr natürlich die perfekte Spielwiese. Until Dawn war damals für sie einer der Kaufgründe für die PS4 und seither sehnte sie sich nach einer würdigen Fortsetzung des Konzepts. Die Dark Pictures Anthology fand sie zwar im Koop ganz spaßig, an den großen Vorreiter aus dem Jahr 2015 reichten diese für sie aber bei Weitem nicht heran. Darum ist Samara begeistert, dass The Quarry sie endlich wieder voll abholt.

Clever oder konsequent? 

Habe ich den Teenies im Filmmodus einmal ihre Eigenschaften zugewiesen, so handeln sie konsequent danach. Das ist dagegen nicht immer der Fall, wenn ich selbst am Pad bin. Ein gutes Beispiel dafür ist die Vloggerin Emma. Sie wirkt von Anfang an eher impulsiv, in Gesprächen provokant und undiplomatisch. Genau so wollte ich sie eigentlich spielen. In Supermassive-Spielen bin ich oft nicht zimperlich mit meinen Spielfiguren und Emma konnte ich nicht wirklich leiden. 

Trotzdem wollte ich es bei meinem ersten Spieldurchlauf nicht riskieren, durch ihr verfrühtes Ableben Szenen zu verpassen. Außerdem hatte ich zunehmend Spaß an der Gruppendynamik, die durch alle Teens zustande kam egal, ob sympathisch oder nicht. Also ertappte ich mich, wie ich in einer Gefahrensituation nicht mehr dachte: “Was würde sie tun?”, sondern: “Wie bringe ich sie durch?” Dadurch verhielt ich mich viel ruhiger und gefasster, als ich es ihr eigentlich zutrauen würde. 

Emma ist ziemlich von sich überzeugt und berichtet von ihrer Fanbase. Emma ist ziemlich von sich überzeugt und berichtet von ihrer Fanbase.

Das ganze Dilemma beschränkt sich übrigens nicht nur auf die Supermassive-Titel, sondern auf alle Spiele mit starkem Story-Fokus und Antwortmöglichkeiten, Beispiele dafür sind unter anderem die Life is Strange-Reihe oder viele  Rollenspiele wie The Witcher. 

Bei Until Dawn, The Quarry und Co. falle ich außerdem spätestens bei QuickTime-Events völlig aus der Rolle, weil ich die natürlich schaffen will und sie nicht absichtlich verbocken, wenn ich die gespielte Person als eher tollpatschig oder unbeherrscht einordne.   

Umfrage: Wie spielt ihr eure Charaktere?

Verratet uns nun gerne auch, wie ihr es mit Charakteren in Story-Spielen wie The Quarry haltet.

Wenn ihr jetzt Lust auf the Quarry habt, dann hier entlang:

Filmmodus statt zweitem Durchlauf 

Story-Spiele, die mir gut gefallen, spiele ich daher mindestens zweimal durch, um die Charaktere auch mal möglichst realistisch oder unversöhnlich und fies zu spielen. Bei Until Dawn dürften es um die sieben Durchläufe gewesen sein, um die unterschiedlichstens Möglichkeiten durchzuspielen. 

Alle möglichen Storypfade testen - Das gehört für Samara dazu. Alle möglichen Storypfade testen - Das gehört für Samara dazu.

Dabei traten natürlich Abnutzungserscheinungen auf. Insbesondere in den Szenen, die sich kaum oder gar nicht veränderten oder wenn ich Dinge “erkunden” musste, die ich bereits bis ins kleinste Detail kannte. Den Filmmodus kann ich dagegen bei anderen Tätigkeiten nebenher laufen lassen und dabei herausfinden, was passiert, wenn Laura in Gesprächen feindselig ist.   

Bei meinem ersten Versuch habe ich alles so angelegt, wie ich es ausgehend von den „Basis-Charakteren“ für passend hielt. Dabei bestätigte sich, was ich schon vermutet hatte. Bei meinem Spieldurchlauf überlebten von 9 Teens immerhin 6, im Filmmodus war es dann nur noch einer. Vom (selbst erdachten) Skript abzuweichen kann wahrscheinlich wirklich Leben retten. Stimmiger wirkt es auf mich aber trotzdem, konsequent zu sein – was ja nun der Filmmodus für mich übernehmen kann.

Verratet uns gerne in den Kommentaren, ob euch der Filmmodus interessiert und erzählt uns mehr darüber, wie ihr Charaktere normalerweise spielt.

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