Seite 2: The Witcher 3 Remastered für Switch 2 getestet: Ein gigantisches Upgrade, das mich in einem Punkt aber auch enttäuscht

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Alles top – bis auf die permanente Unschärfe und ein paar kleinere Mängel

So weit so gut, allerdings hat die Version auch ein Problem. CD Projekt RED gibt an, 1080p im TV-Modus anzustreben, das wird aber nur via DLSS erreicht. Dabei habe ich tatsächliche Auflösungen von teils 540p gezählt (was bei KI-Upscaling jedoch immer ein wenig schwankend sein kann) und das der unscharfen Bildausgabe auch angemerkt.

Zum Vergleich: Die Switch 1-Version erreicht auf der Switch 2 durchgängig 720p, flimmert mangels Kantenglättung aber unentwegt. Auf der PS4 Pro-Version läuft The Witcher 3 hingegen bei 1920x2160 via Checkerboard Rendering, also 2160p mit halber horizontaler Auflösung. Und die Version fällt dann auch deutlich schärfer aus.

Die leichtgewichtige und damit unpräzisere Switch 2-Variante mit DLSS erledigt dennoch einen guten Job, da das Hexer-Rollenspiel deutlich sauberer daherkommt. Jedoch werden auch ein paar schimmernde Artefakte sichtbar, sobald Bildelemente verdeckt werden, hier etwa die Büschel hinter Geralts Schwertern:

Video starten 0:09 Der KI-Upscaler DLSS führt in seiner leichten Switch 2-Variante immer wieder zu einem Bildschimmern

Zudem ist das neue Beleuchtungssystem nicht in jeder Hinsicht dem alten überlegen: Innenräume wirken nämlich teilweise spürbar blasser, während sie in der originalen Version eine ganze Nummer schummriger erscheinen.

Das mag Geschmackssache sein, zumal die Außenbereiche, in denen Geralt größtenteils unterwegs ist, deutlich von den neuen Lichtverhältnissen profitieren, ein wenig mehr Finsternis hätte ich mir aber dennoch in den Bauernhäusern und Schlössern gewünscht.

Was ist mit der Performance?

Wie schon bei Cyberpunk 2077 gibt es zwei Grafikmodi, von denen je einer automatisch nach den Systemeinstellungen eurer Switch 2 gewählt wird. Zockt ihr auf einem Bildschirm mit 60 Hertz, peilt der Titel 30 fps an und hält die auch sehr stabil:

Im 60 Hertz-Modus läuft The Witcher 3 quasi ohne große Probleme in stabilen 30 fps. Im 60 Hertz-Modus läuft The Witcher 3 quasi ohne große Probleme in stabilen 30 fps.

Habt ihr die 120 Hertz-Darstellung im System eurer Switch 2 aktiviert, visiert das RPG hingegen 40 fps für eine flüssigere Bilddarstellung an. Erreicht wird der Wert aber nicht durchgängig, weshalb es zu einer Vielzahl von Rucklern – vor allem in Städten und Dörfern – kommt:

Video starten 6:08 So läuft The Witcher 3: Remastered auf der Switch 2 im 40 fps-Modus

Für mich fühlte sich die Variante mit 30 fps ein gutes Stück runder an, weshalb ich es ein wenig ärgerlich finde, dass es dafür keine Einstellung im Spiel selbst gibt. VRR unterstützt das Spiel im TV-Modus zudem nicht, auch wenn es dafür zuletzt ein Update von Nintendo gab, das die Option freischaltet:

Von VRR hätte der 40 fps-Modus noch einmal profitieren können, da er solche Framerate-Wackler kaschiert, aber vielleicht liefert CD Projekt RED ja die Funktion irgendwann noch nach – so wie das Studio seine Spiele supportet, ist das gar nicht mal so unwahrscheinlich.

Bugs in der Testversion

Mir sind darüber hinaus einige Bugs im Spiel aufgefallen, die CD Projekt RED hoffentlich noch fixt. Darunter fallen:

  • einige Crashes beim Wechsel ins Dashboard und während Ladevorgängen
  • seltsam flimmernde Muster im Bild
  • ein vertikal zerschnittenes Bild in Zwischensequenzen
  • T-Poses bei gekillten Gegnern

Das kann der Handheld-Modus

Im Handheld-Modus unterstützt The Witcher 3 dann wiederum VRR, was meiner Einschätzung nach ein wenig mit den dort auftretenden Framedrops hilft, aber nicht vollständig. Zudem fallen die Skalierungsartefakte deutlicher aus, was aber auch kein Wunder ist, da DLSS hier lediglich 720p anpeilt, wobei die eigentliche Renderauflösung schätzungsweise auf bis zu 360p fallen kann.

Es ist immer noch beachtlich, dass der Titel ein gutes Maß an Schärfe in solch niedrigen Auflösungsregionen erreicht, aber es fällt trotzdem auf, dass der Port in der Hinsicht Einbußen hinnehmen muss.

Hier könnt ihr den Schärfeunterschied vom TV- und Handheld-Modus sehen:

TV Handheld TV Handheld

Im Handheldmodus erscheint das Haus um einiges unschärfer, die Reduktion der Auflösung wird also deutlich.

Zusätzlich wird die Weitsicht reduziert, die Vegetation wird also nicht mehr auf größter Distanz gerendert und der Detailgrad reduziert:

TV Handheld TV Handheld

Im Handheld-Modus wird nicht nur die Menge an Grasbüscheln reduziert, sondern auch die Darstellungsqualität der Vegetation reduziert. Achtet beispielsweise mal auf die Sträucher rechts im Bild.

Alles in allem ist das Remaster für die Switch 2 aber immer noch die klar überlegene Version im Vergleich zur Switch 1-Fassung, auch im Handheld-Modus. Die Unterschiede sind dabei aus den vorherigen Bildbeispielen zur Switch 1- und Switch 2-Version übertragbar.

Spielerische Neuerungen im Überblick

Teil der Remastered-Version sind zudem neue Animationen, die ich auch in den Kämpfen bemerkt habe. Auf Banditen, Wyvern und Ghoule einzustechen, fühlt sich variantenreicher und geschmeidiger an, zuvor war das System ja eher hakelig.

Und auch der überarbeitete Skilltree hat sich direkt bemerkbar gemacht: Der ordnet Fähigkeiten neu an und macht spätere Kräfte besser zugänglicher. Als Schwertmeister muss ich beispielsweise nicht mehr irgendwelche Punkte in Skill-Zweigen verteilen, die ich dann komplett ignoriere, sondern kann mich nach und nach zu den stärksten Talenten leveln.

Richtig gut gefällt mir auch, dass man Geralt jetzt beim Meditieren zuschauen kann, während die Spielwelt im Zeitraffer an ihm vorbeizieht:

Beim Meditieren zieht die Sonne flott vorbei, was für schicke Licht- und Schattenspiele sorgt. Beim Meditieren zieht die Sonne flott vorbei, was für schicke Licht- und Schattenspiele sorgt.

Weitere Infos zu den Gameplay-Neuheiten findet ihr in unserer Zusammenfassung und in Jeskos Test auf der GameStar:

Besonderheiten auf der Nintendo Switch 2

CD Projekt RED hat sich wie auch schon bei Cyberpunk 2077 auf die besonderen Features der Handheld-Konsole gestürzt und das Remaster dahingehend angepasst. Es gibt jetzt:

  • Maussteuerung über den optischen Sensor in den Joy-Cons
  • Kamerasteuerung über Gyro-Sensorik der Joy-Cons
  • Gestensteuerung mit den Joy-Cons (über eine Geste lässt sich zum Beispiel Plötze rufen)
  • eine per Touchscreen steuerbare Karte
  • verbessertes HD Rumble

Bis auf die richtig praktische Touchscreen-Karte und die HD Rumble-Funktion habe ich davon aber ehrlich gesagt nichts selbst genutzt, da ich am liebsten mit klassischer Controller-Steuerung zocke. Alternative Steuerungsoptionen helfen aber sehr bei der Accessibility, sofern ihr sie nutzen wollt!

Verbesserte Ladezeiten

Zu guter Letzt habe ich auch noch ein paar Infos zu den Ladezeiten für euch. Die fallen auf der Switch 2 in einem deckungsgleich gesetzten Spielstand knapp 15 Prozent kürzer aus:

  • Switch 2-Version auf Switch 2: 32 Sekunden
  • Switch 1-Version auf Switch 2: 37 Sekunden

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