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TOEM im Test: Ein Wohlfühl-Geheimtipp für Pokémon Snap-Fans

TOEM setzt auf herzerwärmende Mini-Storys, liebenswürdig-schrullige Figuren, einen simplen wie coolen Grafikstil und viele, viele Fotos. Einzig die Rätsel hätten ein bisschen kniffliger sein dürfen.

von David Molke,
13.09.2021 15:00 Uhr

TOEM ist ein echtes Spiel zum wohlfühlen. TOEM ist ein echtes Spiel zum wohlfühlen.

In TOEM machen wir uns auf, um einen Berg zu besteigen und Fotos zu schießen. Nebenbei hören wir entspannte Musik, helfen Fremden und haben einfach insgesamt eine gute Zeit. Wenn ihr auch nur ansatzweise etwas mit Fotografieren, charmant gezeichneten Dioramen, herzerwärmenden kleinen Minigeschichten und eher seichtem Rätselspaß anfangen könnt, dürftet ihr hier voll auf eure Kosten kommen.

In TOEM schießen wir in erster Linie Fotos und helfen anderen

Darum geht's: TOEM fackelt nicht lange, sondern stattet euch direkt zu Beginn mit dem Nötigsten aus - einem Rucksack und einer etwas in die Jahre gekommenen Fotokamera (mit dynamischem Zoom!). Dann erfolgt auch schon der leicht mysteriös angehauchte Abschied von Zuhause und wir stürzen uns ins Abenteuer. Das Ziel: Der Berggipfel, auf dem uns das sagenumwobene und übernatürliche Phänomen TOEM erwartet. Was es genau macht, müsst ihr allerdings selbst herausfinden, denn es zu erklären wäre ein großer Spoiler.

Toem Trailer: Im humorvollen Abenteuer zückt ihr Kamera statt Waffe 1:13 Toem Trailer: Im humorvollen Abenteuer zückt ihr Kamera statt Waffe

Vor unserer bescheidenen Behausung befinden sich die Bushaltestelle und ein Ticketschalter. Dort erfahren wir, dass wir kostenlos Bus fahren können, wenn wir genug Stempel in unserer Community-Karte sammeln. Die Stempel gibt es dafür, anderen Figuren zu helfen. Also starten statt warten, denn fit ist der Hit: Wir fragen die Leute, was sie so brauchen, die ersten Fotos machen sich fast wie von allein und flugs haben wir auch schon ein paar Stempel beisammen.

Sofort macht sich bemerkbar, wie entschleunigt, entspannt und spaßig der Kern-Gameplayloop von TOEM ist. Denn damit wäre das Spielprinzip auch schon ganz gut zusammengefasst: Wir erkunden die Gegend, lernen skurrile, witzige und niedlich-charmante Charaktere kennen und helfen ihnen. In erster Linie dadurch, dass wir bestimmte Dinge für sie fotografieren, Gegenstände suchen oder auch mal, indem wir ihnen einfach nur gut zureden.

Die erste TOEM-Region ist ein Wald voller Pilze, Bienen und schönen Lichtstimmungen. Die erste TOEM-Region ist ein Wald voller Pilze, Bienen und schönen Lichtstimmungen.

Mehr wholesome geht kaum: TOEM ist ein echtes Wohlfühlspiel

TOEM ist nicht einfach nur nett und angenehm, es ist wie ein spielgewordener Seufzer der Erleichterung. Selten war es so leicht, sich fallen zu lassen. Das kleine Team des Entwicklerstudios Something We Made schafft es, mir beim Spielen einfach permanent ein gutes Gefühl zu geben. In erster Linie habe ich das Fotoabenteuer die ganze Zeit mit einem dicken Grinsen im Gesicht gespielt.

Und ja, ihr könnt selbstverständlich auch die Hunde streicheln!

Die nicht ganz so heimlichen Stars der Welt von TOEM: Die vielen knuddeligen Hunde, Katzen und die restliche Flora und Fauna. Die nicht ganz so heimlichen Stars der Welt von TOEM: Die vielen knuddeligen Hunde, Katzen und die restliche Flora und Fauna.

Mein Herz hatte diese kleine Perle aber zugegebenermaßen schon erobert, als ich am Anfang festgestellt habe, dass ich die Kuh streicheln kann. Aber auch wenn ihr keine Tiere streicheln und Fotografieren wollen solltet (was ist los mit euch, ihr Monster?), kann TOEM genau das Richtige für euch sein. Den Kern machen diese drei Säulen aus:

TOEM steckt voller Mini-Storys: Ihr begegnet andauernd irgendwelchen Wesen, die eine kleine, witzige und herzerwärmende Story erzählen. Ihr könnt zum Beispiel mit einem Geist auf ein Date gehen, bei einer Modenschau am Design mitwirken, ein kleines Lied komponieren, um einen majestätischen Fisch hervorzulocken oder dem Leuchtturmwärter helfen, Schiffe zu warnen.

Auch wenn der Security-Mensch grimmig guckt: Immerhin weiß er, welche Trends bei dieser Modenschau gesetzt wurden und zieht mit. Auch wenn der Security-Mensch grimmig guckt: Immerhin weiß er, welche Trends bei dieser Modenschau gesetzt wurden und zieht mit.

Der Look: TOEM ist komplett schwarz-weiß und funktioniert über haufenweise kleine, drehbare Dioramen, in denen ihr euch mehr oder weniger frei umher bewegen könnt. Der Zeichenstil fällt relativ simpel und eher funktional aus, versprüht aber - wie alles an TOEM - einen sehr liebenswürdigen Charme. Ihr dürft überraschend weit rein- und rauszoomen, um wahlweise den Überblick zu behalten oder euch eure coolen neuen Accessoires genauer anzusehen. Alles wirkt wie aus einem Guss und es gibt an allen Ecken und Enden Details zu entdecken.

Der Sound: Die Musik passt perfekt zum Look und rundet das angenehm entspannte Gesamtbild ab. Kein einziger Track von den Musikern Launchable Socks, Rumsklang und Jamal Green nervt, allerdings fallen auch nur die Wenigsten krass positiv auf. Ihr schaltet im Verlauf des Spiels immer wieder neue unaufdringliche Musikstücke frei, die ihr auch nach Belieben in eurem Wander-Woman (!) auswählen könnt. Die Soundeffekte klingen genauso witzig und sympathisch wie der ganze Rest.

Wer eine Pause vom vielen Fotografieren in TOEM braucht, kann auch einfach mal eine Runde schaukeln. Wer eine Pause vom vielen Fotografieren in TOEM braucht, kann auch einfach mal eine Runde schaukeln.

Rätsel und Gameplay bleiben eher seicht

Keine große Herausforderung: TOEM soll offensichtlich zur Entspannung dienen und so fallen auch die Aufgaben aus. Das bedeutet, dass die Rätsel in der Regel wirklich nicht schwierig sind und sich vor allem darauf beschränken, die richtigen Fotos zu schießen oder eben Dinge zu finden.

Manchmal artet das in etwas viel Hin- und Herrennerei aus und ab und zu hat es etwas gedauert, bis ich begriffen hatte, was genau überhaupt gemeint ist. Es gibt in TOEM auch ganz leichte Metroidvania-Ansätze, ihr braucht also manchmal zum Beispiel bestimmte Klamotten, um an speziellen Stellen weiterzukommen.

Habt ihr richtig coole neue Klamotten gefunden, könnt ihr auch richtig nah heranzoomen, um euren Style angemessen zu bewundern. Habt ihr richtig coole neue Klamotten gefunden, könnt ihr auch richtig nah heranzoomen, um euren Style angemessen zu bewundern.

Es gibt zwar die ein oder andere kniffligere Herausforderung, aber richtige Kopfnüsse solltet ihr hier nicht erwarten. Das macht TOEM insgesamt auch für Menschen spannend und unterhaltsam, die keine Hardcore-Gamer oder noch ein paar Jahre jünger sind. Es gibt zwar keinen Multiplayer, aber die Fototour eignet sich durch den Charme und Humor ebenfalls ideal dazu, gemeinsam mit anderen erlebt zu werden.

Die deutschsprachige Übersetzung habe ich als sehr gelungen empfunden (Sprachausgabe gibt es keine, nur ein bisschen Fantasie-Kauderwelsch), nur ein einziges Wort wurde wohl schlicht vergessen (das Fotoalbum war "full"). Vielleicht ist das in der Launch-Fassung aber auch schon erledigt.

TOEM geizt wahrlich nicht mit Humor, Charme und mehr oder weniger hilfreichen Lebensweisheiten, die auch auf Deutsch funktionieren. TOEM geizt wahrlich nicht mit Humor, Charme und mehr oder weniger hilfreichen Lebensweisheiten, die auch auf Deutsch funktionieren.

Klein, aber Fein: TOEM ist von der Länge her genau richtig

Ihr solltet bei TOEM kein krasses Mammutwerk im Blockbuster-Format erwarten. Es gibt neben dem Tutorial-Gebiet am Anfang vier größere Levels, die jeweils wiederum in kleine Dioramen aufgeteilt sind: Ihr besucht eine Wald- und Berggegend, eine Region am Meer mit Strand und Wasserkraftwerk sowie eine größere Stadt und zu guter Letzt auch noch ein winterliches Skigebiet.

Insgesamt beschäftigt euch das Fotoabenteuer gute drei bis fünf Stunden. Je nachdem, wie versessen ihr darauf seid, wirklich alle Tiere zu fotografieren und allen Leuten zu helfen, um auch noch den allerletzten Stempel zu finden. Ich persönlich habe den Abspann nach knapp vier Stunden gesehen und hatte lediglich zehn Stempel noch nicht in mein Stempelbuch gestempelt..

TOEM lässt sich also an einem ausgedehnten Nachmittag oder zwei kürzeren Abend-Sitzungen locker durchspielen. Für mich passt auch das perfekt zum entspannten Rest. Obwohl die übergeordnete Hauptstory eher ein bisschen dürftig ist, wirkt das ziemlich befriedigende Ende genauso herzig wie das komplette Spiel und dürfte dafür sorgen, dass euch warm ums Herz wird.

Die einzelnen Dioramen in TOEM lassen sich nach Herzenslust drehen sowie rein- und rauszoomen, falls ihr wie hier in den Bergen mal den Überblick haben wollt. Die einzelnen Dioramen in TOEM lassen sich nach Herzenslust drehen sowie rein- und rauszoomen, falls ihr wie hier in den Bergen mal den Überblick haben wollt.

Gibt's auch was zu meckern? Nur auf hohem Niveau

In den größten Dioramen kam es auf der Nintendo Switch sowohl im Handheld- als auch im Docked-Modus zu einer wohl etwas niedrigeren Framerate. Das hat den Spielspaß und -fluss aber nicht im Geringsten beeinträchtigt. Mit einem eventuellen Day One-Patch könnte das auch schon direkt zum Launch behoben werden. Aber selbst wenn nicht, wäre das auch nicht schlimm.

Ansonsten habe ich genau einen einzigen Bug bemerkt: Nachdem das Ende erreicht war, konnte ich den Spielstand nicht mehr laden, um auch noch die letzten paar Stempel einzusammeln. Das sollte eigentlich gehen und auch bereits behoben sein, aber die Entwickler*innen wissen Bescheid und arbeiten daran.

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