Fieslinge mit dem gewissen Etwas: Unsere liebsten Bösewichte

Diese Antagonisten werden uns persönlich wohl für immer in Erinnerung bleiben. Wir verraten euch unsere liebsten Videospiel-Bösewichte.

von Redaktion GamePro,
15.05.2021 15:00 Uhr

Für Hannes geht bei bösen Buben nichts über Final Fantasy-Bösewichte. Für Hannes geht bei bösen Buben nichts über Final Fantasy-Bösewichte.

Natürlich sind wir in Videospielen gerne mal als Held:innen unterwegs, die auf eine epische Reise gehen, um die Welt zu retten. Aber all das wäre nur halb so spannend ohne die Widersacher, welche sich uns in den Weg stellen.

Einige Antagonisten sind dabei kaum mehr als Kanonenfutter, die wir auf dem Weg zum Ziel niedermähen, aber so manch ein Fiesling ist uns einfach im Gedächtnis geblieben - sei es durch eine tragische Hintergrundgeschichte, Parallelen zu unseren Protagonisten oder einfach weil sie so verdammt bösartig sind, dass uns ein Schauer über den Rücken gelaufen ist.

Wir verraten euch, welche Bösewichte zu hassen wir einfach lieben.

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Hannes findet, nichts geht über Kefka (und andere Final Fantasy-Fieslinge)

Ich mag es, wenn Bösewichte nicht nur "böse" sind, sondern dabei auch etwas schrullig und überzeichnet. Und diesen Mix beherrscht die Final Fantasy-Reihe noch immer am besten. Da gibt es den Trübsal blasenden Sephiroth, den flamboyanten Kuja und natürlich den vollkommen abgedrehten Kefka, der in Final Fantasy 6 sein Unwesen getrieben hat. Kefka ist aber auch deshalb so sehr in Erinnerung geblieben, weil seine schrille Persönlichkeit trotz der 16-Bit-Grenzen des SNES perfekt zum Tragen kam.

Wer bei Kefka nach einer tragischen Vergangenheit sucht, die ihn auf die schiefe Bahn gebracht hat, wird niemals fündig. Kefka ist das personifizierte, manipulative Böse - und zwar in Kombination mit manischem Gelächter und Clown-artigen Auftreten. Das kommt euch irgendwie bekannt vor? Kein Wunder, denn Kefka Palazzo (so sein voller Name) hat definitiv Einflüsse durch Batmans Joker erhalten. Nur eben in einer Fantasy-Welt, in der der Joker eine technisch fortschrittliche Invasionsarmee befehligt.

Tobi war froh, als Micah Bell von der Bildfläche verschwand

Ok, zugegeben. In Red Dead Redemption 2 haben die meisten Hauptfiguren ordentlich Dreck am Stecken, auch Hauptcharakter Arthur Morgan ist beileibe kein Saubermann. Doch während der im Laufe des Spiels einen gewissen Wandlungsprozess durchmacht und seine Taten reflektiert, drehen andere Kollegen der Van der Linde-Bande in die andere Richtung ab. Bandenboss Dutch gehört dazu, als Hauptantagonist kristallisiert sich aber Micah Bell heraus, spätestens nach dem zentralen Ortswechsel in der zweiten Hälfte des Spiels.

Seine widerwärtigen Alleingänge und die Tatsache, dass er als Spitzel den Pinkertons wichtige Informationen über die Aufenthaltsorte der Bande verriet, haben mich beim Spielen von Red Dead Redemption 2 richtige Hassgefühle gegenüber Micah empfinden lassen, etwas, dass bei mir normalweise nicht vorkommt. Aber für mich auch ein guter Beweis dafür, wie gut Rockstar die Charakterisierung von Micah gelungen ist. Die Racheaktion auf der Bergspitze gegen Ende des Spiels gehörte dementsprechend zu meinen befriedigendsten Erfahrungen der letzten Jahre.

Nicht nur von Tobi verachtet: Micah Bell aus Red Dead Redemption 2 Nicht nur von Tobi verachtet: Micah Bell aus Red Dead Redemption 2

Eleen lässt sich von Handsome Jack gerne verarschen

Handsome Jack aus Borderlands 2 ist ein ebenso charismatischer wie skrupelloser Bösewicht. Obwohl ich den Antagonisten erst gen Ende des Spiels wirklich zu Gesicht bekomme, wird er nicht müde, mich während meiner gesamten Reise durch Pandora zu verspotten. Das beginnt mit einem Diamantenpony (ja, ein echtes Pony, das aus Diamanten besteht… wie auch immer das funktioniert), das er meinem Kammerjäger zu Ehren "Butt Stallion" nennt und endet nicht zuletzt mit einer Nebenmission, die einfach nur "Bring dich um" heißt.

Der Name ist dabei Programm, denn Handsome Jack bietet meinem Kammerjäger eine ansehnliche Bezahlung, wenn dieser sich von einer designierten Klippe in den Tod stürzt. Alternativ kann ich mich auch dazu entscheiden, nicht zu springen und stattdessen eine nahegelegene Hotline zur Suizidprävention anzurufen. Letzteres gibt mir mehr Erfahrungspunkte, dafür aber keine Belohnung und obendrein erklärt mir die freundliche Bandansage der Hotline auch noch, dass Handsome Jack mich einen Feigling nennt. Führe ich den Auftrag stattdessen aus, erhalte ich die Belohnung - allerdings nicht bevor Handsome Jack mir schadenfreudig unter die Nase reiben konnte, dass ich käuflich sei und er mich zu seiner "Bitch" erklärt.

So oder so, bei Handsome Jack kann ich nicht gewinnen, aber gerade das macht es für mich so verdammt unterhaltsam.

Handsome Jack treibt in Borderlands 2 sein Unwesen. Handsome Jack treibt in Borderlands 2 sein Unwesen.

Max fieberte mit und gegen Nishiki in Yakuza

Akira Nishikiyama, Spitzname Nishiki, lernen wir im ersten Teil der Yakuza-Reihe als unseren besten Freund kennen. Kein Wunder, immerhin wuchsen Protagonist Kiryu und er gemeinsam im selben Waisenhaus auf, bevor es die beiden in den japanischen Untergrund verschlug. Im Prequel Yakuza 0 lernen wir ihn noch als eben jenen guten Kameraden kennen, der uns das ein oder andere Mal aus der Patsche hilft. Doch wie das Gangsterleben so spielt, treibt es die beiden zu Beginn des ersten Teils (bzw. dem Kiwami-Remake) auseinander.

Um an dieser Stelle nicht zu spoilern - ihr solltet Yakuza auf jeden Fall selbst erleben - sag ich nur so viel: Die Geschichte verlässt zwar selten klassische Gangster-Film-Pfade, aber trotz aller Albernheiten und überzogener Stilistik der Yakuza-Reihe ist Nishiki ein gutes Beispiel für die vielen coolen Charaktere, deren Schicksale mir wirklich ans Herz gegangen sind. Gerade gegen Ende werden seine Taten immer nachvollziehbarer. Zurück bleibt ein tragischer Antagonist, der vielleicht nicht immer die hellsten Entscheidungen getroffen hat, aber doch das Herz am rechten Fleck trägt.

Welche Videospiel-Bösewichte werden euch für immer im Gedächtnis bleiben?

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