Seid ihr euch noch nicht sicher, ob ihr euch an Nioh 3 ranwagen wollt? Womöglich habt ihr euch bisher von der Souslike-Reihe ferngehalten oder sogar frühere Titel abgebrochen? Falls ihr euch nun für das großartige Kampfsystem des neuen Teils und die Open World interessiert, ordne ich nach einer ausgiebigen Testphase den Schwierigkeitsgrad für euch ein und verrate euch, was ihr beachten müsst.
Aber eines schon mal vornweg: Wie schwierig Nioh 3 für euch ist, hängt nicht nur von eurem allgemeinen Souls-Erfahrunsschatz ab, sondern auch, wie ihr euch auf die Systeme und Mechaniken einlasst.
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Nioh 3 - State of Play-Trailer verrät Release-Datum des Action-Rollenspiels
Für mich ist das aktuelle Nioh mit Abstand der verzeihlichste Teil der Reihe und ich habe mich über weite Strecken vergleichsweise "entspannt" durchs Spiel geschnetztelt. Trotzdem ist und bleibt es ein Souslike und ihr werdet sicher ins Gras beißen und auch mal Seelen (Amrita genannt) verlieren.
Habt ihr aber die anderen beiden Ableger bezwungen, braucht ihr euch meiner Meinung nach gar keine Sorgen zu machen – und selbst falls ihr mit denen Schwierigkeiten hattet, könnte Nioh 3 genau in den richtigen Punkten Abhilfe bieten.
Wo liegt bei Nioh 3 die Herausforderung?
- Keine Schwierigkeitsgrade: Nioh 3 bietet wie die Vorgänger keinen Easy Mode im Menü an.
- "Türsteher"-Bosse in linearen Story-Segmenten: An manchen Bossen führt trotz der drei Open Worlds kein Weg vorbei, sie müssen bezwungen werden, um das nächste Gebiet zu erreichen. Dazu gehören auch einige der schwierigsten Bosse im Spiel, insbesondere einer im letzten Drittel.
- Bosse knüppeln rein und halten einiges aus: Bosse nehmen zunächst oft wenig Schaden, während ihr maximal zwei Schläge aushaltet. Um sie zu zerlegen, müsst ihr häufig erst mal ihre Ausdauerleiste (Ki) dezimieren und sie aus der Puste zu bringen. Weitere Tipps findet ihr im Abschnitt weiter unten.
- Anfangs weniger Optionen: Zu Beginn seid ihr noch relativ limitiert in euren Möglichkeiten, Gegner anzugehen und müsst zunächst ihre Bewegungsmuster besonders gut lernen. Schnell schaltet ihr aber mächtige Fähigkeiten, Zauber und mehr frei.
- Komplexe Systeme: Die vielen, teilweise verschachtelten Menüs können erst mal erschlagend sein. Ihr müsst lernen, mit gleich zwei Kampfstilen (Samurai/Ninja) umzugehen, ihre separate Ausrüstung managen und euch mit viel Loot, Spezialattacken und Boni auseinandersetzen.
Diese Werkzeuge gibt euch Nioh 3 an die Hand, um Herausforderungen zu meistern
Grundsätzlich macht ihr euch die Nioh-Reihe wesentlich leichter, wenn ihr euch etwas von der klassischen Dark Souls-Spielsweise verabschiedet. Was ich damit meine, ist, euer Augemerk (fast) nur darauf zu richten, die Angriffsmuster von Bossen zu lernen und mit gezielten, eher vorsichtigen Schlägen zu reagieren.
Nioh belohnt seit jeher eine aggressive Spielweise und macht es euch wesentlich leichter, wenn ihr Buffs und Debuffs für Bosse, Magie sowie Elementarschaden nutzt. Steckt ihr beispielsweise menschliche Bosse in Brand, haben die oft nichts mehr zu lachen. Auch die Spezialangriffe, die ihr nach und nach freischaltet, machen einen großen Unterschied.
Aber auch falls ihr nicht oder nicht zu tief in diese Systeme einsteigen wollt, ist Nioh 3 meiner Meinung nach trotzdem innerhalb der Reihe der verzeihlichste Teil.
Unsere Spielerfahrung bezieht sich hauptsächlich auf Version 1.01 und 1.01R. Für gewöhnlich schraubt Team Ninja gerne nach Release noch mal am Balancing. An den ganz generellen Herausforderungen und nützlichen Systemen ändert das aber selbstverständlich nichts.
Hier noch mal einige nützliche Elemente im Einzelnen:
- Im Ninja-Stil seid ihr flinker: Der blitzschnelle Ninja-Stil kommt der aggressiven Spielweise sehr entgegen. Er verfügt er über einen speziellen Ausweichschritt, der nach Schlägen keine Ausdauer verbraucht und euch ganz schnell hinter Gegner bringt. Anders als beim klassischen Samurai-Stil der Reihe ist das Ausdauer-Management wesentlich leichter.
- Mehr Fernkampf-Möglichkeiten mit dem Ninja: Im Ninja-Stil schaltet ihr außerdem nach und nach unterschiedliche Bomben, Fallen und Shuriken frei, die sehr praktisch sind, wenn ihr aufgrund von Flächenattacken Abstand halten müsst. Zudem könnt ihr damit zusätzlich die Ausdauer eurer Feinde reduzieren und beispielsweise Feuer oder Gift aufbringen.
- Stählen in den Open Worlds: Beim Erkunden levelt ihr nicht nur, sondern schaltet extrem viele nützliche Boni frei. Schaut ihr euch erst mal ausgiebig um, könnt ihr gut gelevelt in die Hauptmissionen gehen und die Pflichtbosse werden wesentlich einfacher.
- Pacing-Wechsel dank offener Gebiete: Ich habe die Open Worlds auch generell als entschleunigend empfunden. Hatte ich gerade mal keine Konzentration für den nächsten Story-Boss, habe ich ein paar Katzen verfolgt, die mir zum Dank Fähigkeitspunkte oder Ähnliches spendiert haben. Die Kämpfe in der offenen Welt sind mir, wenn ich nicht gerade unterlevelt war, sehr leicht gefallen.
- Bestimmte Missionen lassen sich wiederholen: Braucht ihr doch mal einfach einen kleinen Level-Boost, so lassen sich manche Missionen genau wie bei den Vorgängern wiederholen. Dabei handelt es sich um die Kampfschriftrollen an den Schreinen. Hier könnt ihr im Notfall leichte Bosse immer wieder abfarmen.
- Magie-Talismane, Beschwörungen und Buffs: Wie bereits angesprochen: Habt ihr Probleme, Gegner zu besiegen, indem ihr lediglich aggressiv spielt und ihre Angriffsmuster lernt, dann können Seelenkerne einen riesigen Unterschied machen. Mit diesen bekommt ihr Zauber-Talismane und Beschwörungen. Mit Zaubern könnt ihr beispielsweise Bosse eine Weile lang verlangsamen, daneben könnt ihr Gegner beschwören, die kurze Zeit auf den Feind einprügeln, sie zum Beispiel dabei in Brand stecken oder ihre Ausdauer reduzieren.
- Hilfe durch Spielende oder KI-Helferlein: Mit Verbrauchsgegenständen könnt ihr entweder echte Spielerinnen und Spieler zur Unterstützung in eure Welt rufen oder KI-gesteuerte Figuren, die ihnen nachempfunden sind. Letzteres habe ich aber als wenig nützlich empfunden, da die KI sich weder sonderlich gut anstellt, noch viel Aufmerksamkeit vom Boss bekommt. Sie kann meiner Erfahrung nach lediglich das letzte Quäntchen beisteuern, wenn ihr Gegner schon gut draufhabt und euch vielleicht ein bis zwei Versuche ersparen.
Also, wie schwer ist Nioh 3 jetzt insgesamt?
Nioh 3 ist kein Spiel, das sich an Neulinge oder Gelegenheitszocker*innen richtet. Zudem würde ich euch von dem Titel abraten, falls ihr keine Lust darauf habt, tief in Systeme einzutauchen und viel Zeit in Menüs zu verbringen. Habt ihr aber Videospielerfahrung und scheut Herausforderungen nicht, oder habt bestenfalls Soulserfahrung, kann ich euch Nioh 3 nur empfehlen – vor allem, falls ihr Bock habt, mit Builds herumzutüfteln und viel auszuprobieren.
In meinen Augen kann kaum ein anderer Genretitel dem meisterhaften und unglaublich vielseitigen Kampfsystem das Wasser reichen. Und das Schöne ist eben, dass ihr gerade über die Builds und das Ausreizen oder Ignorieren gewisser Systeme eben auch ganz individuell an der Schwierigkeit schrauben könnt.
Falls ihr schon immer mal Lust auf die Reihe hattet, euch aber nicht getraut habt oder beispielsweise mit dem Ki-Puls (gut getimter Ausdauer-Regeneration per Knopfdruck) immer Probleme hattet, ist jetzt der beste Moment, der Marke eine Chance zu geben.
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