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Yakuza 6 im Test - Das Lied des Lebens

Das PS4-exklusive sechste Kapitel der Action-Adventure-Reihe läutet einen Generationswechsel ein. Sowohl technisch, als auch inhaltlich.

von Michael Cherdchupan,
15.03.2018 14:15 Uhr

Yakuza 6 - Test-Video zum PS4-Action-Adventure 4:28 Yakuza 6 - Test-Video zum PS4-Action-Adventure

Eigentlich ist der westliche Titel "Yakuza" irreführend. Unbedarfte erwarten dadurch bei Yakuza 6 vielleicht einen interaktiven Actionfilm rund um die japanische Mafia, bei dem es an allen Ecken und Enden kracht. Oft wird die langlebige Reihe mit der GTA-Serie verglichen: Eine offene Welt, in der man als Gesetzloser allerhand Schabernack treibt.

Das tatsächliche Spiel ist davon aber weit entfernt und entspricht eher seinem japanischen Originaltitel "Ryu ga gotoku" (So wie ein Drache). Es fällt selten ein Schuss, wilde Explosionsorgien gibt es schon mal gar nicht, und der Protagonist Kazuma Kiryu lässt nur dann die Fäuste fliegen, wenn ihn garstige Kleinganoven keine andere Wahl lassen.

Einfach nur Ruhe

Eigentlich will der mittlerweile 48-jährige Mann nämlich nichts mehr mit der Yakuza zu tun haben. Es hat seine Gründe, weshalb der besonnene Kazuma keine Frau, keine Kinder oder größere Ersparnisse hat. Er hat viel für die Yakuza geopfert, ging für die Organisation sogar mehrmals ins Gefängnis und sieht seine Zeit als Krimineller mittlerweile als großen Fehler an.

Yakuza 6 - Story-Trailer von der Tokyo Game Show 2:18 Yakuza 6 - Story-Trailer von der Tokyo Game Show

Yakuza 6 - Das Lied des Lebens ist also wie schon seine Vorgänger keine Huldigung oder Glorifizierung des organisierten Verbrechens, sondern eine kritische Auseinandersetzung. Das Spiel zeigt, wie die eine kriminelle Vereinigung Einfluss auf Menschen nimmt, die eigentlich nichts mit deren zwielichtigen Machenschaften zu tun haben wollen. Ein starker Kontrast zu den üblichen Gangster-Spielen.

Fehler der Vergangenheit

Ein Blick in das Gesicht des Protagonisten verrät: In diesem Spiel geht es vor allem um das Altern. Wirkte Kazuma in den 80ern von Yakuza: Zero noch blutjung und draufgängerisch, haben sich jetzt tiefe Falten um seine Augen gegraben, die müde wirken und mittlerweile viel gesehen haben. Schließlich liegen den Yakuza: Zero und Yakuza 6 im Spiel ungefähr drei Jahrzehnte.

Nach den Ereignissen von Yakuza 5 hat Kazuma drei Jahre im Gefängnis verbracht, doch wie schnell die Welt sich weiterdrehen kann, erfährt er bei seiner Entlassung: Seine Ziehtochter Haruka Sawamura ist mittlerweile Pop-Idol sowie Mutter geworden und hat einen Sohn namens Haruto. Für Kazuma schwer vorstellbar, da sie bei ihrem letzten Treffen noch selbst wie ein Kind wirkte.

Kazuma kann mit seinem Handy jetzt auch Selfies machen. Zum Beispiel von seinem Enkel. Kazuma kann mit seinem Handy jetzt auch Selfies machen. Zum Beispiel von seinem Enkel.

Aus der Wiedervereinigungsfeier samt Nachwuchs wird aber nichts, denn Haruka wurde von einer unbekannten Person angefahren. Fahrerflucht, Mutter im Koma, auch der Vater des Wonneproppens ist verschwunden. Kazuma glaubt nicht an einen Unfall, es entbrennt eine spannende Kriminalgeschichte auf der Suche nach dem verlorenen Vater und den Hintergründen des vermuteten Anschlags. Wollte da vielleicht jemand aus seiner Verbrechervergangenheit Rache an Kazuma üben?

Fokus auf Kazuma

Während es in Yakuza 4 und Yakuza 5 manchmal Perspektivenwechsel mit anderen Protagonisten gibt, dreht sich die Handlung diesmal wieder vollständig um Kazuma Kiryu. Über die gesamte Spielzeit bleibt ihr bei ihm, was die Geschichte wieder intimer macht. Wir sehen wieder mehr vom gutherzigen Kazuma, der etwa (bereits in Yakuza 3) ein Waisenhaus in Okinawa gegründet hat und sich rührend um seinen Quasi-Enkel kümmert. Schließlich ist der sechste Teil auch das abschließende Kapitel für den Drachen von Dojima.

Besonders bei Nacht zeigt die verbesserte Grafikengine durch beeindruckende Lichteffekte ihre Stärken. Kamurocho wirkt mit all seinen blinkenden Werbetafeln hypnotisch. Besonders bei Nacht zeigt die verbesserte Grafikengine durch beeindruckende Lichteffekte ihre Stärken. Kamurocho wirkt mit all seinen blinkenden Werbetafeln hypnotisch.

Der umfangreiche Prolog hilft Neueinsteigern mit vielen Informationen dabei, in die Welt des Spiels einzusteigen. Wer jedoch die Charaktere bereits aus den Vorgängern kennt, wird emotional noch stärker gepackt. Kazuma trifft während seiner Suche auf zahlreiche alte Bekannte. Manche von ihnen führen noch den gleichen Beruf aus wie früher, etwa der Polizist Makoto Date. Andere haben radikalere Veränderungen in ihrem Leben durchgemacht und kommen darauf mal mehr, mal weniger gut klar. Shun Akiyama musste zum Beispiel seine Kreditagentur schließen und versteckt sich vor der chinesischen Mafia.

Ohne Vorkenntnisse der umfangreichen Hintergrundgeschichte bleiben ein paar Aha-Erlebnisse aus, auch wenn sich Prolog und im Hauptmenü auswählbare Zusammenfassungen der Vorgänger alle Mühe geben. Da aber auch viele neue Charaktere eingeführt werden und die Handlung in sich geschlossen ist, eignet sich das Spiel trotz kleiner Hürden auch für Neueinsteiger.

Einheit der Kontraste

Aber was macht man nun eigentlich als Kazuma im Spiel konkret? Im Grunde marschiert der Held auf seiner Suche nach der Ziehtochter von A nach B und wieder zurück und spricht mit diversen Menschen. Zwischendrin wird er immer wieder in Schlägereien verwickelt, gegen niedere Straßenganoven genauso wie gegen trainierte Gangster und sogar Bosse.

Die Serie besuchte Orte wie Osaka, Okinawa, Fukuoka, Sapporo und Nagoya. Dreh- und Angelpunkt der Story ist aber Kamurocho (Tokio), wohin der sechste Teil erneut zurückkehrt. Die Serie besuchte Orte wie Osaka, Okinawa, Fukuoka, Sapporo und Nagoya. Dreh- und Angelpunkt der Story ist aber Kamurocho (Tokio), wohin der sechste Teil erneut zurückkehrt.

Einer der zwei Handlungsorte ist das für die Serie zentrale Kamurocho, eine authentisch wirkende Interpretation des realen Kabukich?. Das ist einer der Rotlichtdistrikte von Tokio, in dem es vor Geschäften, Bars, Cafés und allerhand Freizeitbeschäftigungen nur so wimmelt. Die Yakuza-Serie ist schon immer berühmt für ihre teils herrlich abstrusen Mini-Spiele, und auch der sechste Teil wird dem Ruf gerecht.

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