Seite 2: Assassin's Creed Black Flag Resynced: So gute Grafik habe ich selten bei einem Remake gesehen - auch wenn es in einem Punkt veraltet ist

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Die Charaktermodelle versuchen ihr Alter zu verstecken – können es aber nicht so ganz

Was mich hingegen wieder aus der Spielwelt herausreißt, sind die hölzern animierten Charaktere. Edward hat zwar während des Gameplays einige neue Animationen spendiert bekommen, in Zwischensequenzen entgleisen seine Gesichtszüge aber regelmäßig in Richtung Uncanny Valley, sie wirken also sehr unnatürlich:

Die Stellung von Augen und Mündern scheint stellenweise vom Original übernommen worden zu sein, weshalb so einige sonderbare und schwer lesbare Gesichtsausdrücke entstehen. Das hat Ubisoft schon besser hinbekommen. Die Stellung von Augen und Mündern scheint stellenweise vom Original übernommen worden zu sein, weshalb so einige sonderbare und schwer lesbare Gesichtsausdrücke entstehen. Das hat Ubisoft schon besser hinbekommen.

Sogar so unnatürlich, dass ich trotz der enorm verbesserten Texturen und buschigeren Gesichtsbehaarung häufig auf unschöne Weise ans Original denken musste. Das wirkt zwar im Direktvergleich noch einmal weitaus veralterter, aber es hat eben auch schon über ein Jahrzehnt auf dem Buckel:

Resynced Original Resynced Original

Zwischen den beiden Charaktermodellen liegen Welten. Schade, dass die Immersion aber durch die Animationen hin und wieder bricht.

Die Charaktere in Assassin's Creed waren zwar noch nie ein grafisches Highlight, aber sie passten in den meisten Ablegern zumindest halbwegs zum Rest der Grafik. In Black Flag Resynced ist die Diskrepanz aber so groß, dass es mich regelmäßig gestört hat.

Das kann Black Flag auf der PS5 Pro

Als leistungsfähigste Konsole auf dem Markt ruft die PS5 Pro ein paar zusätzliche Effekte im Spiel ab. Sie bietet allen voran höhere Auflösungen und in jedem Grafikmodus Ray-Tracing-Spiegelungen sowie die komplexe Haarsimulation. Folgendermaßen gliedern sich dann sämtliche Modi auf:

  • PS5 Pro:
    • Performance: 60 fps / 1188p / RT-Beleuchtung, RT-Spiegelungen, Haar-Simulation während Gameplay
    • Ausgeglichen**: 40 fps /1242p / RT-Beleuchtung, RT-Spiegelungen, Haar-Simulation während Gameplay
    • Bildtreue: 30 fps /1512p / RT-Beleuchtung, RT-Spiegelungen, Haar-Simulation während Gameplay
  • PS5 und Xbox Series X*:
    • Performance: 60 fps / 1080p / RT-Beleuchtung
    • Ausgeglichen**: 40 fps /1080p / RT-Beleuchtung, RT-Spiegelungen, Haar-Simulation während Gameplay
    • Bildtreue: 30 fps /1296p / RT-Beleuchtung, RT-Spiegelungen, Haar-Simulation während Gameplay

* = Ich gehe von sehr ähnlichen Auflösungen auf der Xbox Series X aus, konnte sie aber nicht selbst messen.
** = Nur bei Fernsehern mit 120 Hertz-Support.

  • Xbox Series S
    • Bildtreue: 30 fps / genaue Auflösung nicht bekannt / RT-Beleuchtung

So lief das Original:

Assassin's Creed 4: Black Flag hat nie einen offiziellen Patch auf 60 fps bekommen, lief also stets mit 30 fps. Dabei ist es eines der Spiele, die per Mod auf 60 fps gebracht werden konnten. Zudem lief es damals in 900p, wurde nachträglich aber auf 1080p aktualisiert.

Da in der PS5 Pro-Version die Spiegelungen auch im Performance-Modus zu sehen sind, erhält das Spiel dort einen kräftigen Grafik-Boost. Zudem wirkt das Spiel dank der höheren Auflösungen sowie PSSR als KI-Upscaler ein gutes Stück schärfer.

Allerdings hat PSSR ein Flimmerproblem. An schmalen Objektkanten, etwa von Geländern und Metallstreben, entsteht ein nerviges Schimmern, das bei Kameradrehungen in Havanna beispielsweise sehr deutlich wird:

Video starten 0:19 Bei Kameraschwenks werden die PSSR-Probleme von Black Flag Resynced auf der PS5 Pro deutlich

Niedrig aufgelöste Objektkanten scheinen dem KI-Algorithmus also ziemlich zu schaffen zu machen, erst im 40- und dann im 30-fps-Modus ist das Flimmern weniger präsent, lässt sich aber dennoch stärker wahrnehmen als in den Grafikmodi auf der Standard-PS5 und Xbox Series X. Eine Option PSSR zu deaktivieren, gibt es leider nicht.

Mit der Framerate gibt es übrigens kaum Probleme: Mir sind lediglich in den Zwischensequenzen ein paar kleinere Ruckler aufgefallen, sobald Wasser vor der Kamera hochspritzte oder reichlich Rauch den Bildschirm flutete. Auch beim eigentlichen Gameplay gab es nur hin und wieder mal ein paar ganz vereinzelte Framedrops, beispielsweise sobald die Kamera an Synchronisationspunkten hoch in die Luft schwebte oder Missionen abgeschlossen wurden.

Mein Fazit:

Chris Werian
Chris Werian

Mit Black Flag Resynced hat sich Ubisoft erstmals an ein Assassin's Creed-Remake gesetzt und das Debüt ist richtig gut gelungen. Nachdem ich noch einmal das Original gestartet habe, ist mir am Strand von Cape Bonavista regelrecht die Kinnlade runtergekracht. Selbst im Vergleich zu anderen aktuellen Assassin's Creed-Spielen sticht die Black Flag-Neuauflage mit ihrer realistischen Beleuchtung und den ultra-detaillierten Umgebungen positiv hervor.

Sobald Edward in Zwischensequenzen aber seine Mimik sprechen lassen muss, fällt die tolle Grafikfassade kurzzeitig in sich zusammen, da die Mimik der Spielfiguren einfach nicht mehr heutigen Maßstäben entspricht.

Und auch die PS5 Pro-Version hat mich enttäuscht, da PSSR in den Spielmodi mit mehr als 30 fps sichtlich Probleme dabei hat, die kleinteilige Spielwelt flimmerfrei darzustellen. Dahingehend wünsche ich mir dringend einen Patch oder eine Option, die mich Standardskalierung von der Basis-PS5 verwenden lässt.

Ein paar Makel gibt es also durchaus, ich muss aber ganz klar sagen, dass sie meinen ansonsten sehr positiven Eindruck nur in geringem Maße trüben. Dafür macht es mir einfach zu viel Spaß unter der gleißenden Ray-Tracing-Sonne zu segeln und die dichten Dschungel auf den Inseln zu erkunden.

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