Assassin's Creed Odyssey pfeift auf alles & der Spartakick ist der Beweis

Gegen ihre Feinde in Assassin's Creed: Odyssey kennt Linda nur eine Waffe: einen kräftigen Tritt in die Magengrube. Darum macht der Sparta-Kick das Spiel so besonders.

von Linda Sprenger,
08.04.2020 18:30 Uhr

Wie ich mit meinen Problemen im echten Leben gerne umgehen würde. Wie ich mit meinen Problemen im echten Leben gerne umgehen würde.

Nach längerer Zeit startete ich letztens mal wieder Assassin's Creed Odyssey und stellte sofort euphorisch fest: Ich hab's noch im Blut. Schultertaste, Kreis, Sparta-Kick. Kassandra tritt ihren Feinden mit voller Wucht in die Magengrube und lässt sie wie Kartoffelsäcke von Häuserdächern, Wachtürmen und Steilklippen fliegen.

Mein Muskelgedächtnis für die Fähigkeit in Ubisofts Open World-Abenteuer ist nach fast zwei Jahren also immer noch frisch. Wie könnte ich es auch vergessen? Der Spartakick (oder Spartiatentritt) gehörte schließlich schon seit Release zu meinen Lieblings-Moves des Spiels. Und heute setze ich statt Schwert nach wie vor lieber auf Sandale. Aber was macht den kräftigen Tritt so besonders?

Linda Sprenger
@lindalomaniac

Als großer Assassin's Creed-Fan fand es Linda anfangs ungewohnt, dass die Lore der Reihe in Odyssey kaum mehr eine Rolle spielt. Im Endeffekt ist das aber der Grund, warum sie das Action-RPG so sehr mag: Die Abkehr von den klassischen Assassinen und ihren Fähigkeiten macht für sie den großen Reiz von Odyssey aus. Hier darf Linda eben quasi Superheldin sein – und der vollkommen überzogene Sparta-Kick drückt das perfekt aus.

Keine Assassinin, sondern Superheldin

Diese Frage lässt sich im Grunde ganz einfach beantworten: Ich liebe den Sparta-Kick insbesondere deshalb so sehr, weil er vollkommen übertrieben ist.

Kaum eine andere Fähigkeit im Spiel ist so überzogen dargestellt. Kein normaler Mensch könnte sein Gegenüber so dermaßen weit nach hinten treten wie Kassandra.

Und Tschüss: Auch nach etlichen Stunden ist es noch befriedigend, Gegner von Klippen zu treten. Und Tschüss: Auch nach etlichen Stunden ist es noch befriedigend, Gegner von Klippen zu treten.

Jedes Mal, wenn ich einem Feind den Latschen in den Bauch ramme, fühle mich wie eine Superheldin, die die Macht hat, alles und jeden im Antiken Griechenland zu ihrem Spielball werden zu lassen. Genau das macht für mich schließlich den entscheidenden Unterschied zu den anderen Ablegern der Assassin's Creed-Reihe aus.

Odyssey pfeift auf die Assassinen, pfeift auf alles

In Odyssey geht es nicht um Assassinen. Der Orden ist zur Zeit des Antiken Griechenlands noch nicht einmal gegründet, erst Bayek und Aya aus Origins haben die entscheidenden Schritte in die Wege geleitet, und das war lange Zeit später.

Somit hätte Odyssey im Grunde nicht einmal den Titel "Assassin's Creed" verdient. Doch Ubisoft hat den denkbar besten Weg gewählt, um diese Ungereimtheit zu überspielen. Nämlich indem sich das Action-RPG selbst nicht ernst nimmt.

Autsch, gegen Kassandras Sandalen ziehen sogar Feinde mit höherer Stufe den Kürzeren. Autsch, gegen Kassandras Sandalen ziehen sogar Feinde mit höherer Stufe den Kürzeren.

Odyssey pfeift so offensichtlich und selbstbewusst auf die Lore der Assassinen, auf ihre Fähigkeiten und typischen Waffen wie die versteckte Klinge, dass ich dem Spiel gar nicht böse sein kann.

Als langjähriger Fan der Reihe finde ich es erfrischend, endlich keinen "nur" akrobatischen und geschickten Meuchelmörder mehr zu manövrieren, sondern stattdessen in die Hoplitenrüstung einer übermenschlichen Spartanerin zu schlüpfen.

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Kassandra würde Arno, Ezio, Edward und Co. locker die Kapuze über die Ohren ziehen. Darüber müssen wir gar nicht diskutieren, weil uns Odyssey die fast schon göttliche Stärke der Heldin konstant vor Augen hält. Unter anderem eben dann, wenn sie ihre Feinde mit einem einzigen Fußtritt quer über die Ägäis befördert.

Ein Tritt mit Wiedererkennungswert

Mit dem erweiterten Todessprung nimmt Kassandra keinen Fallschaden - im Gegensatz zu ihren Feinden, die sie von Anhöhen kickt. Mit dem erweiterten Todessprung nimmt Kassandra keinen Fallschaden - im Gegensatz zu ihren Feinden, die sie von Anhöhen kickt.

Natürlich hat Kassandras Trickkiste weitaus mehr übertrieben dargestellte Fähigkeiten parat. Artemis' Pfeil zum Beispiel, der die Heldin mit einem einzigen Bogenschuss gleich mehrere Widersacher auf einmal durchbohren lässt. Oder der erweiterte Todessprung, dank dem sie gefahrlos aus jeder erdenklichen Höhe herunterspringen kann. Brauchten Assassinen früher noch einen Heuhaufen, vermeidet Kassandra jeglichen Fallschaden, indem sie sich nonchalant abrollt.

Jedoch hat der Sparta-Kick unter all ihren Moves den meisten Wiedererkennungswert, nicht zuletzt, weil er dank des Films 300 ohnehin in der Popkultur verankert ist.

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Der Spartiatentritt ist schließlich nicht nur eine Fähigkeit. Er steht sinnbildlich für die komplette Aufmachung von Odyssey. Ein Assassin's Creed, das seine Welt und ganz eigenen Gesetze mit einem Augenzwinkern präsentiert und sich noch weniger ernst nimmt als seine Vorgänger. Und dann ist es eben nicht verwunderlich, wenn Schwerter, Lanzen und Hoplitenrüstungen gegen ein paar Sandalen den Kürzeren ziehen.

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