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Bugsnax im Test - Pokémon Snap für die PlayStation

Wer hätte gedacht, dass wandelnde Rippchen, aggressive Burger und wildgewordene Hot Dogs soviel Spaß machen können? Bugsnax ist eine schöne Überraschung.

von Hannes Rossow,
09.11.2020 15:00 Uhr

Bugsnax ist ein echter Geheimtipp. Bugsnax ist ein echter Geheimtipp.

Von den Spielen, die Sony vorab auf den PS5-Events enthüllt hat, gehört Bugsnax zweifelsfrei zu den seltsamsten Vertretern. Das Team des Indie-Studios Young Horses (Octodad: Dadliest Catch) setzt erneut auf kruden Humor, jede Menge Charme und außergewöhnliche Gameplay-Ideen. Ab dem 12. November ist Bugsnax auf der PS4 zu haben, ab dem 19. November dann (sogar gratis für alle PS Plus-Abonnenten) auf der PS5. Doch lohnt sich der Download eigentlich?

Eine Insel voller Bugsnax

In Bugsnax geht es um die namensgebende Spezies, die gerade erst auf der mysteriösen Insel Schleckum entdeckt wurde. Die geheimnisvollen Lebewesen sind eine Kreuzung aus Insekten jeder Art und süßen wie salzigen Snacks. Das kann ein Burger-Käfer sein, eine Pommes-Spinne oder eben eine Sandwich-Raupe - insgesamt lassen sich über 100 verschiedene Bugsnax im Spiel finden und fangen. Und das Fangen ist hier die wichtigste Aufgabe, die uns in Bugsnax zukommt.

Im Dörfchen Naschingen finden alle NPCs nach und nach ein neues Zuhause. Im Dörfchen Naschingen finden alle NPCs nach und nach ein neues Zuhause.

Wir schlüpfen nämlich in die Rolle eines "Grumpus", so heißen die seerobbenartigen Charaktere im Spiel, der sich als Journalist zur Insel Schleckum aufmacht, um die Abenteuer der legendären Elizabert Megafein festzuhalten. Elizabert ist Abenteurerin und zugleich die Anführerin einer kleinen Gruppe anderer Grumpusse, die aus persönlichen Gründen das zivilisierte Leben hinter sich gelassen haben, um auf der Bugsnax-Insel neu anzufangen.

Als wir aber ankommen, herrscht das absolute Chaos. Elizabert ist verschwunden und die anderen Grumpusse sind auf der Insel zerstreut. Nach und nach müssen wir nun die NPCs aufsuchen und davon überzeugen, wieder in ihr kleines Dorf namens Naschingen zu ziehen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, denn Streitereien und Liebeskummer innerhalb der Grumpus-Enklave sorgen dafür, dass jede Menge Überzeugungsarbeit geleistet werden muss.

Manche Bugsnax lassen sich nur mit der richtigen Soße anlocken. Manche Bugsnax lassen sich nur mit der richtigen Soße anlocken.

Eine große Grumpus-Familie

Und diese Überzeugungsarbeit dreht sich fast ausschließlich um die vielen Bugsnax, die auf der Insel wuseln. Mit einer Reihe an Werkzeugen und Fallen gehen wir auf die Jagd und versuchen das Verhalten der Bugsnax zu verstehen, um dann mit der richtigen Methode zuzuschlagen. Um Sängerin und One-Hit-Wonder "Wiggle" zurück ins Dorf zu locken, müssen wir sie beispielsweise mit bestimmten Bugsnax versorgen, von denen sie glaubt, neue Inspiration für Songs zu finden.

In einem anderen Fall helfen wir einer Wissenschaftlerin dabei, die anatomischen Feinheiten und medizinischen Zwecke der essbaren Snack-Insekten zu entdecken. Der Großteil der Missionen in Bugsnax läuft also nach dem Schema ab: Finde einen bestimmten Bugsnack, fange ihn und füttere mich damit. Richtig gehört, das Verfüttern der Busgnax an die Grumpus-NPCs gehört stets dazu. Und falls es bisher noch nicht seltsam genug ist, verwandeln sich einzelne Körperteile der NPCs in das Lebensmittel, das sie gerade gegessen haben.

Alle Bugsnax lassen sich auch an die NPCs verfüttern, die so nach und nach zu wahnwitzigen Snack-Monstern werden. Alle Bugsnax lassen sich auch an die NPCs verfüttern, die so nach und nach zu wahnwitzigen Snack-Monstern werden.

Richtig gelesen Alle Bugsnax, die wir gefangen haben, können wir jederzeit an die wachsende Bevölkerung von Naschingen verfüttern. Dann wird der linke Arme zur Cola-Dose, der Bauch zur Avocado und die Zähne werden zu Speck. Einen echten Gameplay-Effekt hat das zwar nicht, ist aber durchaus wichtig für die interessante Geschichte des Spiels und dient zugleich als Möglichkeit, die etwa ein Dutzend NPCs zu customizen.

Die leckerste Jagd aller Zeiten

Der klare Höhepunkt von Busgnax ist aber definitiv die Jagd auf die kleinen Wesen. Mag es anfangs noch relativ leicht sein, eine wandelnde Erdbeere in die Falle zu locken, müssen wir im späteren Spielverlauf mehrere unserer Werkzeuge kombinieren und auch die Bugsnax miteinander interagieren lassen. Jeder Bugsnack hat sein eigenes kleines Minirätsel, das wir lösen müssen, um ihn in die Tasche stecken zu können.

Um die leckeren Käfer einzufangen, bekommen wir eine Reihe an Werkzeugen an die Hand. Um die leckeren Käfer einzufangen, bekommen wir eine Reihe an Werkzeugen an die Hand.

Neben einer klassischen Falle, die wir an den Laufwegen der Bugsnax aufstellen können, gibt es auch Stolperdraht-Fallen, einen Greifer oder auch eine Zwille, mit der wir verschiedene Soßen wie Ranch-Dressing oder Ketchup verschießen können. Um beispielsweise an eine kleine, superschnelle Fruchtfliege (wortwörtlich) zu kommen, müssen wir erst einen kleineren Bugsnack mit Schokolade beschießen. Dann stürzt sich die Fliege, die Schokolade über alles liebt, auf ihr Opfer, saugt dessen Blut aus und ist dann schwerfällig genug für den Fang.

Wir können jeden Bugsnack auf Knopfdruck scannen und ihn in unserem Logbuch festhalten, dadurch erhalten wir oft wichtige Tipps, wie dem scheinbar unfangbaren Lecker-Viech beizukommen ist. Das erfordert überraschend viel Gehirnschmalz, ergibt in der seltsamen Welt des Spiels aber eben auch immer Sinn. Kleiner Tipp: Wer auf der PS5 spielt und nicht weiter kommt, kann sich mit einem PS Plus-Abo für fast alle Missionen wertvolle Hinweise geben lassen.

Unser Logbuch hält Details zu allen Bugsnax bereit - sofern es uns gelingt, sie zu scannen. Unser Logbuch hält Details zu allen Bugsnax bereit - sofern es uns gelingt, sie zu scannen.

Viel Appetit und viel Herz

Auch wenn es in Bugsnax in erster Linie darum geht, neue Bereiche auf der Inselkarte freizuschalten und neue Bugsnax fangen zu können, wartet das Spiel auch mit einer überraschend guten Geschichte auf. Neben dem großen Mysterium um den Verbleib von Elizabert haben nämlich alle anderen NPCs auch so ihre Geheimnisse und Leichen im Keller. Und das geht manchmal deutlich über den kinderfreundlichen Look hinaus - mir wuchsen fast alle Charaktere nämlich sehr schnell ans Herz.

Da gibt es den grummeligen Farmer, der alles versucht, um Bugsnax anzubauen, weil niemand weiß, wie sich die Tierchen eigentlich fortpflanzen. Dass er ständig daran scheitert, füttert seine depressiven Gedanken, die ihn seit der Trennung von seiner Frau verfolgen. Oder es gibt den Grumpus, der Bugsnax für seine Schützlinge hält und es kaum ertragen kann, wenn seine Mitbewohner die Tiere (?) einfach essen - vor allem wenn es dabei um seine Haustiere geht.

Beffica ist eine Tratschtante und schnüffelt in den privaten Sachen anderer - und leidet heimlich darunter, dass sie keine echten Freundschaften aufbaut. Beffica ist eine Tratschtante und schnüffelt in den privaten Sachen anderer - und leidet heimlich darunter, dass sie keine echten Freundschaften aufbaut.

Die Dynamik unter den NPCs und ihre kleinen Geschichten sind schwarzhumorig, oft düster, am Ende aber auch immer herzerwärmend. Schon allein der Aufbau der kleinen Bugsnax-Community hat mir großen Spaß gemacht. Vor allem auch, weil sämtliche Dialoge wunderbar vertont wurden und es einfach Spaß macht, dem nächsten Streit oder der nächsten Versöhnung beizuwohnen. Macht euch jedenfalls für ein paar emotionale Überraschungen bereit.

Das Auge isst mit

Bugsnax mag auch für die PS5 erscheinen, aber einen Showcase für die neue Hardware braucht ihr hier nicht erwarten. Selbst für PS4-Verhältnisse ist das Spiel nämlich alles andere als technisch eindrucksvoll, zumal spürbar der Feinschliff fehlt. Schwerwiegende Bugs (hehe) gibt es zwar keine, aber in Ecken festzuhängen oder durch Wände zu clippen, kann schon einmal vorkommen. Das ist aber eher die Ausnahme.

Stärker fällt die schwache Technik bei der Grafik selbst auf. Die Bugsnax sind oft simpel designt und die Level-Areale detailarm. Sich in der wunderschönen Welt zu verlieren, geht also eher nicht. Dennoch schafft es Bugsnax aber, den angestrebten Charme dauerhaft aufrechtzuerhalten. Es macht durchaus Spaß, die unterschiedlichen (teils absurden) Bugsnax zu beobachten, aber ihr solltet hier kein technisches Wunderwerk erwarten.

Die Welt von Bugsnax ist deutlich düsterer als man anfangs erwarten würde. Die Welt von Bugsnax ist deutlich düsterer als man anfangs erwarten würde.

Leider ist die deutsche Übersetzung von Bugsnax nicht immer gelungen und der Charme leidet bei manchen Bugsnax-Namen. Klar, eine Zimtschnecke zu fangen, macht Spaß. Aber wenn ich dann plötzlich Jagd auf verkrampfte Wortschöpfungen wie die "Brez-Tütopode" (eine Tüte Brezeln) machen muss, hätte ich mir hier und da doch etwas mehr Kreativität erhofft. Für jede wirklich gelungene Übersetzung gibt es immer auch ein paar Wortwitze, die erst beim dritten Lesen halbwegs Sinn ergeben.

Das etwas andere Kleinod

Bugsnax ist exakt so seltsam, wie anhand der ersten Trailer zu erwarten war. Das Spielkonzept hinter dem Einfangen der schrägen Tierchen äußert sich in netten, nie zu schweren Rätseleinlagen. Dafür gibt es aber auch ein paar optionale, "legendäre" Bugsnax, für die wir uns etwas mehr anstrengen müssen. Hier erinnert Bugsnax sehr an das Spielgefühl von Pokémon Snap - und zwar im allerbesten Sinne. Und mit voller Bewegungsfreiheit.

Allerdings erschöpft sich Bugsnax hier nicht und packt noch eine schöne Geschichte und liebenswerte NPCs obendrauf, die für einen gelungenen Mix aus Story und Gameplay sorgen. Zwar wirkt das Spiel in technischer Hinsicht etwas grob - irgendwo passt das aber auch zum vagen N64-Gefühl, das dem Spielprinzip innewohnt. Wer darüber hinwegsehen kann und sich auf ein schräges Spielerlebnis freut, dürfte bei Bugsnax auf seine Kosten kommen.

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