Children of Silentown im Test: Unheimlich süß und überraschend packend

Das unheimliche Point&Click-Adventure Children of Silentown bringt eine ganz eigene Optik und Gruselatmosphäre mit.

Das kleine Dorf mitten im Wald ist eine ganz eigene Welt mit eigenen strengen Regeln. Das kleine Dorf mitten im Wald ist eine ganz eigene Welt mit eigenen strengen Regeln.

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Es ist still in Silentown, denn wer laut rumschreit oder singt, läuft Gefahr von den Monstern im Wald verschleppt zu werden. Und die Menschen, denen das bisher widerfahren ist, sind nie wieder zurückgekehrt. 

Das Point&Click-Adventure Children of Silentown lässt uns in die Rolle der kleinen Lucy schlüpfen, die eigentlich ein fröhliches Mädchen ist - bis die allgegenwärtige Bedrohung auch ihre Familie einholt. Eines Tages verschwindet Lucys Mutter, was das Mädchen dazu bewegt, Nachforschungen über die Monster anzustellen. Wir helfen ihr dabei, indem wir erkunden, Rätsel lösen, Dialoge führen und singen; obwohl Letzteres gefährlich ist.

Dieser Test erscheint im Rahmen unserer Horror-Themenwoche. Hier findet ihr alle Artikel in der Übersicht:

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Rätsel mit coolem Kniff

Wir erkunden das kleine, mitten im Wald gelegene Örtchen mit fester Kameraperspektive und müssen dabei häufig – ganz klassisch – an den richtigen Gegenstand kommen, um einen Fortschritt zu erzielen. Anfangs sind diese Rätsel simpel, wie wenn wir beispielsweise einen Hocker nehmen, um an den Salzbehälter auf dem Schrank zu gelangen. 

Die Kinder in Silentown versuchen, die ständige Gefahr zu vergessen. Die Kinder in Silentown versuchen, die ständige Gefahr zu vergessen.

Im Verlauf erwarten uns aber komplexere Aufgaben, die viele kleine Zwischenschritte erfordern. So wollen wir unter anderem eine blaue Blume aus einem Garten mit verschlossenem Tor und hoher Mauer mopsen. Dafür müssen wir aber erst mal mehrere Gegenstände zu einem Kletterwerkzeug kombinieren, und um diese wiederum in unseren Besitz zu bringen, müssen wir uns zunächst zwei anderen Aufgaben widmen, bei denen wir unter anderem einen Schlüssel finden und eine Person ablenken. 

Neben diesen ganz klassischen Adventure-Rätseln gibt es aber auch eine Besonderheit: Lucy kann verschiedene magische Lieder singen, die ihr neue Erkenntnisse verschaffen. Eine der Melodien nutzt sie zum Beispiel, um Menschen einen ehrlichen Gedanken zu entlocken. Eine andere dient dazu, Erinnerungen zu sehen, die an bestimmte Gegenstände gebunden sind. 

Noten finden Hier hat Lucy ein Instrument angeschlagen und dabei eine neue Note entdeckt.

Lied anwenden Lucy wendet das Lied an, um dem Jungen einen Gedanken zu entlocken.

Gedanke Mithilfe des Lieds kann Lucy erkennen, was in Personen vorgeht.

Minispiel 1 Der flüchtige Gedanke muss mit diesem Spiel wieder zusammengenäht werden.

Minispiel 2 Bei einem zweiten Minispiel müssen wir Wege mithilfe von Zahnrädern und Drehkarten erstellen.

Die unterschiedlichen Songs müssen wir aber zuerst freischalten, indem wir die zugehörigen Noten in der Welt finden. Meist ist es zusätzlich notwendig, kleine Minispiele zu absolvieren, damit Lucy die Informationen bekommt, nach denen sie mit den Liedern sucht. Flüchtige Gedanken müssen wir beispielsweise oft erst wieder zusammennähen, indem wir die richtigen Wege durch ein mit Knöpfen besetztes Stück Stoff finden.

Technik: Wir hatten auf der PS5 in unserer Vorabversion keine größeren Bugs. Es gab nur sehr selten einen kleinen Stotterer und vereinzelt Fälle, in denen das falsche Symbol für einen Interaktionspunkt anzeigt wurde (beispielsweise die Lupe für “untersuchen” anstelle der Zahnräder für “interagieren”).

Die unheilvolle Stimmung macht’s

Children of Silentown fällt aber nicht hauptsächlich durch die magische Gesangs-Performance, sondern vor allem dank der ungewöhnlichen Optik und der ganz eigenen Atmosphäre auf. Letztere bewegt sich zwischen niedlich, unheimlich und melancholisch. Tieftraurige und eigentlich stimmungsvolle, auf Dauer aber etwas repetitive und dominante Klaviermusik begleitet uns auf jeden Schritt.

Children of Silentown - Düsteres Adventure könnte der erste Geheimtipp im Januar werden 1:08 Children of Silentown - Düsteres Adventure könnte der erste Geheimtipp im Januar werden

Der unheimliche, handgezeichnete Grafikstil mit reduzierten Farben und den Charakteren, die oft relativ ausdruckslos wirken, passt perfekt zur Stimmung der Geschichte: Die Akzeptanz der misslichen Lage hat sich spürbar im Dorf breit gemacht und hängt wie ein dunkler, schwerer Schatten über ihm. 

Ständig hören wir, die Verschollenen seien an ihrem Schicksal selbst schuld, da sie sich nicht an die ungeschriebenen Regeln – also sich leise zu verhalten und den Wald zu meiden – gehalten haben. Abgesehen davon verraten die Erwachsenen den Kindern wenig über die Monster und die Vermissten. 

Die Angst vor dem, was sich hinter den Dorfgrenzen befindet, ist allgegenwärtig. Die Angst vor dem, was sich hinter den Dorfgrenzen befindet, ist allgegenwärtig.

Die Story lässt sich am Anfang etwas zu viel Zeit, um in Fahrt zu kommen und beginnt mit der etwas ungelenken Formulierung: “Es ist weithin bekannt, dass ein jeder von uns Ohren zum Hören und Augen zum Sehen besitzt.” Das trifft natürlich nicht auf alle Menschen zu und ist eher im übertragenen Sinne gemeint, nämlich in Bezug auf Wahrnehmung ganz allgemein.

Generell ist die Geschichte um das große Mysterium der Monster im Wald jedoch über die Spieldauer von sechs bis sieben Stunden äußerst fesselnd. Zudem kann die Story auf vier unterschiedliche Arten ausgehen, je nachdem, welches Lied wir am Schluss anstimmen. Wer mehrere Enden sehen will, kann sogar nach Abschluss sogar ins New Game Plus aufbrechen. Dieses wird allerdings erst durch ein zukünftiges Patch mit neuen Optionen versehen. Das Insgesamt ist Children of Silentown ein kurzweiliges Point&Click-Adventure mit ganz spezieller Gruselstimmung und spannender Story.

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