In Crimson Desert bin ich für eine Quest über den halben Kontinent gereist, nur damit mich das Spiel am Ziel über den Tisch zieht

Ich habe Yann vertraut, einen Haufen Geld ausgegeben und wurde abgezockt. Doch Crimson Desert wollte mir das als Gewinn verkaufen.

Ach Yann. Ach Yann.

Wenn in Crimson Desert eine neue Graumähnen-Quest auf der Karte auftaucht und Yann an der betreffenden Stelle wartet, würde ich am liebsten einfach wieder unauffällig verschwinden.

Seine Aufgaben drehen sich nämlich stets darum, dass er einen neuen "dicken Fisch" an der Angel hat und dass das die perfekte Gelegenheit wäre, um richtig Schotter zu machen. Nun.

In den meisten Fällen endet das Ganze dann damit, dass ich mich mit Leuten im Faustkampf duelliere, seine Arbeit für das Camp übernehme oder sogar um mein Leben fürchten muss – und natürlich springt am Ende auch nichts dabei heraus.

Bei der Quest Goldene Nachrichten von Yann musste ich sogar erst einmal richtig viel Silber aus meiner eigenen Tasche in die Hand nehmen und vorstrecken – und das hat mich fast meine ganzen Ersparnisse gekostet.

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Wenn Yann etwas von euch will, lauft einfach weg!

Die Quest startete dabei wie viele andere: Yann hätte einen wasserdichten Plan und alles, was wir dafür brauchen, sei eine Kutsche. Okay, die haben wir im Camp, dachte ich mir, und los ging es. Wir fuhren zu einem nicht weit entfernten Händler, der kürzlich zu auffällig viel Vermögen gekommen war.

Yanns Plan bestand darin, herauszufinden, wie er das geschafft hat – um es dann einfach nachzumachen. Kurze Zeit später fanden wir heraus, dass es in Demeniss wohl eine gigantische Nachfrage für schwarzen Pfeffer gäbe und man deswegen gute Preise dafür erzielen könne.

Also kauften wir das Gewürz kistenweise für insgesamt 1000 Silbermünzen – zu diesem Zeitpunkt eine beachtliche Summe, die fast meine ganzen Ersparnisse darstellte. Im Anschluss ging es dann vom Lager der Goldblattgilde mit dem Karren über die halbe Karte bis ins Zentrum des Nachbarlandes.

Wer schon mal eine ähnliche Strecke im Spiel mit einer Kutsche zurückgelegt hat, weiß – das ist vieles, aber nicht spaßig. Aber gut, vielleicht hatte Yann ja diesmal wirklich eine gute Idee und am Ziel würde Reichtum auf uns warten?

Tat er nicht.

Großer Verlust für Kliff, Freude bei Yann

Nach gefühlten zehn Stunden kamen wir im Handelsposten an und noch während Kliff und Yann ihre eingeschlafenen Hintern aufweckten, wurde mir klar, dass das mal wieder eine miese Idee war. Der Kurs war nicht nur nicht lukrativ – er war eine reine Katastrophe.

Für die 1000 Silber, die ich ursprünglich für den Pfeffer auf den Tisch gelegt hatte, bekam ich nun knapp 300 zurück. Ein Verlust von 700 Silber. Ganz schön ärgerlich, dachte ich mir, aber auch clever vom Spiel inszeniert – immerhin hatte es mich mal wieder dazu gebracht, auf Yann reinzufallen.

Als ich dann aber sehen wollte, wem Yann denn diesmal die Schuld in die Schuhe schiebt, staunte ich nicht schlecht.

Yann war aus unerfindlichen Gründen überhaupt nicht schlecht drauf. Er freute sich. Endlich habe ein Plan funktioniert und er würde das jetzt erstmal ordentlich feiern. Er und das Spiel suggerierten mir, dass alles wie gewünscht funktioniert hat. Aber selbst die Questbelohnung glich den Verlust bei weitem nicht aus.

Das hatte mich dann einfach nur heillos verwirrt. Hätten Yann und das Spiel den Verlust als solchen erkannt und entsprechend aufgegriffen, hätte ich die eigentlich zähe Quest sogar als kleines Highlight abgespeichert, da sie das bis dato rein narrative Versagen von Yanns Ideen spürbar auf das Gameplay übertragen hätte – immerhin hatte ich einen guten Teil meiner Kohle verloren.

Dass der Kurs mir aber so einen Strich durch die Rechnung machte, hat das Spiel offensichtlich gar nicht bemerkt. Hier wäre es einfach cool gewesen, wenn die Quest entweder auf Nummer Sicher geht und den Deal immer entsprechend lukrativ macht, oder eben flexibel reagiert und einen optionalen "schlechten Ausgang" für diesen Fall parat hat.

So hatte ich statt eines potenziellen Highlights leider mal wieder nur eine frustrierende Quest mit Yann. Immerhin war es diesmal nicht seine Schuld.

Nerven euch solche Fehler in Spielen ebenfalls oder seht ihr einfach darüber hinweg?


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