Das erste Assassin's Creed ist besser als sein Ruf

Mit dem ersten Assassin's Creed legte Ubisoft den Grundstein für eine seiner erfolgreichsten Marken. Trotz einiger Schwächen mag Autor Sven den ersten Teil sehr.

von Sven Raabe,
07.04.2020 18:30 Uhr

Das erste Assassin's Creed ist besser, als es viele in Erinnerung haben. Das erste Assassin's Creed ist besser, als es viele in Erinnerung haben.

Mehr als 12 Jahre ist es mittlerweile her, dass Ubisoft mit Assassin's Creed eine neue Marke auf die Videospielwelt losließ. Was ursprünglich ein neues Prince of Persia werden sollte, mauserte sich in den darauffolgenden Jahren zur wahrscheinlich wertvollsten Marke des Unternehmens, trotz späterer Auf und Abs. Natürlich war auch das erste Assassin's Creed nicht perfekt, doch es war ehrlich gesagt wirklich nicht schlecht.

Diese Kolumne ist Teil unserer Assassin's Creed-Themenwoche. Falls ihr neugierig seid, was wir sonst noch produziert haben, findet ihr alle Artikel auf unserer Hauptseite zur Themenwoche.

Umwerfend schöne Spielwelt mit einzigartigen Städten

Dabei war ich, wie sicherlich viele von euch damals, wahnsinnig gespannt auf meine erste Runde mit Assassin's Creed. Dank der ersten Trailern und Gameplay-Videos übte es schon vor seinem Release eine ungeheure Faszination auf mich aus. Eine, die mich so schnell nicht mehr loslassen sollte. Mitverantwortlich dafür war war da das Setting, das Heilige Land während des Dritten Kreuzzuges, das Assassin's Creed von anderen Action-Adventures unterschied.

Die Spielwelt des ersten Assassin's Creed war faszinierend. Die Spielwelt des ersten Assassin's Creed war faszinierend.

Zugegeben, ich hatte schon immer eine Schwäche für Geschichte, weshalb Altairs erstes Abenteuer bei mir offene Türen einrannte - und das Spiel sollte mich nicht enttäuschen. Die Liebe zum Detail, mit der die Entwickler von Ubisoft Montreal die Städte Akkon, Damaskus und Jerusalem zum Leben erweckten, erstaunt mich selbst heute noch. Meine erste Erkundung dieser Orte war ein richtiges Erlebnis.

Jede der drei großen Städte hatte ihre ganz eigene Atmosphäre, keine fühlte sich wie die andere an. Hinzu kamen beeindruckende Bauwerke, wobei Jerusalem mit seinen gewaltigen Kirchen, Moscheen und Tempeln bei mir definitiv den größten Eindruck hinterließ. Die Kletterpartien waren mühselig, doch die anschließende Aussicht, mit der Altair und ich belohnt wurden, war es immer wieder wert.

Detailverliebtheit, die Geschichte lebendig werden lässt

Doch auch abseits der wundervoll designten Städte bewies das Entwickler-Team ein Händchen für stimmige Details, welche die Assassin's Creed-Welt als Ganzes erst zum Leben erweckten. Besonders umgehauen haben mich damals Altairs geschmeidige Animationen, mit denen er durch die Straßen und Gassen sauste, über die Dächer flitzte oder gekonnt in der Menge verschwand, um seinem Ziel aufzulauern und auszuschalten.

Generell gehörten die Attentate stets zu meinen persönlichen Highlights in Assassin's Creed 1. Keine dieser Missionen fühlte sich wie die vorherige an. Jede hatte etwas an sich, das sie einzigartig machte. Was mich als Geschichts-Fan hierbei besonders begeisterte, war dass jedes Attentat am historisch korrekten Todestag der Figur ausgeübt wurde- auch wenn ein in der Realität wohl kein Assassine für sein oder ihr Ableben verantwortlich war.

Jedes Attentat fand an historisch korrekten Todestagen statt. Jedes Attentat fand an historisch korrekten Todestagen statt.

Dann gab es noch die durchaus gut geschriebenen Bösewichte, deren Leben Altair im Laufe seiner Geschichte nehmen sollte. Jeder Templer handelte im festen Glauben daran, etwas Gutes zu vollbringen. Aus Story-Sicht war das ebenfalls interessant, da das Weltbild des einstigen Vorzeige-Assassinen so immer weiter ins Wanken gebracht wurde.

Eine interessante wie verwirrende Story voller spannender Fragen

Aber nicht jedes Detail löste unbedingt positive Gefühle in mir aus. Neben seinen philosophischen Ansätzen etablierte das erste Assassin's Creed zum Beispiel zwar eine interessante Lore, die bis zu ihrem vorläufigen Höhepunkt in Assassin's Creed III massiv ausgebaut werden sollte. Doch im Laufe des Spiels entpuppt sie sich als weitaus weniger realistisch als ursprünglich gedacht. Die Ausflüge ins historische Heilige Land wurden in eine ziemlich verworrene Science Fiction-Story eingewoben.

Diese war und ist vielleicht faszinierend, biss sich jedoch für mein Empfinden schon immer mit dem semi-authentischen Anspruch, eine in allen Belangen glaubhafte Welt zu erschaffen. In den späteren Ablegern sollte sich dieser Punkt auch nicht zwangsweise vorteilhaft entwickeln und es gab immer wieder Momente in der Reihe, in denen ich mir gewünscht hätte, Assassin's Creed würde sich davon lossagen.

Die Story in Assassin's Creed entpuppte sich damals jedoch als weitaus weniger historisch korrekt als gedacht. Die Story in Assassin's Creed entpuppte sich damals jedoch als weitaus weniger historisch korrekt als gedacht.

Nicht perfekt, aber wirklich gut

Das erste Assassin's Creed ist ein Spiel, mit dem ich sehr viel verbinde. Natürlich ist nicht alles davon positiv. Denn so sehr mich Altairs erstes Abenteuer auch faszinierte, so frustrierend und repetitiv war es gleichzeitig. Gerade die Vorbereitungen für die Attentate wiederholten sich viel zu oft und abseits der Story gab es nicht sonderlich viel zu tun.

Dennoch überwiegen für mich die positiven Aspekte des Spiels. Seine wunderschön gestaltete Welt, die interessanten philosophischen Fragen, der Konflikt zwischen Assassinen und Templern waren es, die mich das Spiel mehrfach haben durchspielen lassen. Trotz seiner Makel ist Assassin's Creed 1 auch heute noch immer eine Reise wert, denn es ist und bleibt einfach ein wirklich gutes Spiel.

Wie hat euch das erste Assassin's Creed damals gefallen?

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