Die schwersten Videospiel-Entscheidungen, die wir je treffen mussten

Oft stellen uns Videospiele vor schweren Entscheidungen, über die wir lange grübeln müssen und im Nachhinein wäre es anders sowieso besser gewesen. Wir zeigen euch, welche Entscheidungen das für uns waren.

von Hannes Rossow,
30.05.2021 15:00 Uhr

Die Mass Effect Legendary Edition hat uns daran erinnert, wie schwer uns manche Entscheidungen fallen können. Die Mass Effect Legendary Edition hat uns daran erinnert, wie schwer uns manche Entscheidungen fallen können.

Es gibt Entscheidungsmomente in Spielen, bei denen eine Wahl extrem schwer fällt. Wähle ich nun Glumanda oder doch Shiggy? Wie soll mein RPG-Charakter denn nun eigentlich heißen, mit dem sich dutzende Stunden verbringen werde? Unsere Favoriten in der Kategorie "Schwere Entscheidungen" verraten wir euch hier.

Achtung! Zu folgenden Spielen werdet ihr heftige Spoiler finden:

  • Dragon Age: Origins
  • Life is Strange
  • Mass Effect
  • The Walking Dead: A Telltale Games Series

Rae kann sich nie für eine Herkunft in Dragon Age: Origins entscheiden

Der Charakter-Editor in Rollenspielen ist mein persönlicher Endgegner. Es gibt mit Sicherheit keine Mission und keinen Level, mit dem ich so viel Zeit in einem RPG verbringe, wie damit. Und Schuld daran ist unter anderem Dragon Age: Origins und das Trauma, das ich durch BioWares Fantasytitel davongetragen habe.

Für alle, die es nicht (mehr) wissen: Dragon Age: Origins von 2009 lässt uns am Anfang zwischen sechs verschiedenen Herkunftsgeschichten entscheiden. Diese spielen sich nicht nur zum Großteil völlig unterschiedlich, sie legen auch die Weichen dafür, wie andere Charaktere auf euch reagieren - und wie euer Ende aussieht. Ja, richtig gehört. Je nachdem, für welche Origin-Story ihr euch ganz am Anfang entscheidet, kann euer Ende anders aussehen. So erging es mir als ich naiv beschloss, in meinem ersten Durchlauf eine Elfen-Magierin zu spielen, die eine Beziehung mit Alistair eingeht - und sich somit ihr eigenes Klischee-Happy-End verbaut hat.

Denn in der Welt von Dragon Age haben weder Elfen, noch Magier einen besonders guten Stand und so ließ Alistair meine arme Heldin als König fallen wie eine heiße Kartoffel. Seither herrscht bei mir Paranoia, wenn ich einen Charakter Creator starte: Wie viel Einfluss wird meine allererste Entscheidung auf den restlichen Verlauf des Spiels einnehmen? Meistens wenig, aber man weiß ja nie ...

Tobi haderte am Ende von Life is Strange

Life is Strange auf nur eine schwierige Entscheidung herunterzubrechen, ist nicht ganz fair, weil es einige davon im Spiel gibt. Mitschülerin Kate davon abzuhalten, vom Dach der Schule abzuhalten beispielsweise. Oder die Szene auf dem Schrottplatz, in der man die Wahl hat, auf Frank zu schießen. Alles Punkte, über die ich nach dem Spielen viel nachgedacht, und deren alternativen Ausgang ich natürlich in einem weiteren Durchgang ausprobiert habe.

An keiner Entscheidung musste ich allerdings so sehr knabbern wie an der vom Ende des Spiels. Denn hier müssen wir uns als Max entscheiden, wen wir retten wollen: Unsere Freundin Chloe oder die Bevölkerung von Arcadia Bay, auf die ein gigantischer Sturm zurast. Hier spielt Life is Strange super mit dem eigenen Gewissen. Eine einzige geliebte Person opfern, um hunderte andere - allerdings unbekannte - zu retten. Selten zuvor habe ich so lange vor einem Knopfdruck gezögert, nur um direkt danach zu überlegen "aber was wäre denn gewesen wenn?". Ein toller und sehr eindringlicher Moment, der auch Auswirkungen auf die zweite Season hat.

Eleen will sich nicht zwischen Tali und Legion entscheiden

Entscheidungen sind nicht meine Stärke. Egal ob in Videospielen oder sonstwo im Leben, ich wäge immer gerne ganz genau ab, bevor ich mich für etwas entscheide - und selbst dann nur widerwillig. Was wenn ich etwas verpasse? Oder die falsche Entscheidung getroffen habe? Mass Effect ist eine dieser Reihen, die mich hier regelmäßig auf die Probe stellt. Das fängt mit solchen Kleinigkeiten an wie: spiele ich einen männlichen oder einen weiblichen Shepard? Welche Klasse wähle ich? Nehme ich die Presets oder baue ich mein Aussehen selbst zusammen?

Die wohl härteste Wahl für mich kam jedoch in Mass Effect 3. Während der Mission Priorität: Rannoch befreit unser Team die Geth vom Einfluss der Reaper. Die Quarianer, die im Krieg mit den Geth stehen, wollen das nutzen, um die synthetische Rasse endlich auszulöschen. Unser Geth-Crewmitglied Legion will das verhindern, indem er für alle Geth ein Upgrade hochlädt, dass sie cleverer macht. Ich habe jetzt eine Wahl. Entweder kann ich Legion gewähren lassen und in Kauf nehmen, dass die Geth die Quarianer auslöschen und mein quarianisches Crewmitglied Tali infolge dessen Selbstmord begeht… oder ich halte Legion auf und die gesamte Gethrasse wird von den Quarianern ausgelöst.

Was ich auch wähle, eines meiner liebgewonnenen Crewmitglieder verliere ich und nicht nur das, ich trage Mitschuld an der Auslöschung einer ganzen Rasse. Die Entscheidung ist in jedem Fall schwer, egal ob ich nach meinen Moralvorstellungen oder Bevorzugung von Tali oder Legion wähle. Zu meinen Glück gibt es aber die Möglichkeit Geth und Quarianer zu retten. Allerdings nur, wenn ich einen importierten Spielstand von Mass Effect 2 besitze und bestimmte Entscheidungen treffe. Aber das ist meine Crew mir allemal wert.

Hannes konnte in Walking Dead den Abzug einfach nicht drücken

Das Finale der ersten Staffel The Walking Dead (von Telltale Games, nicht die TV-Serie) hat mich damals ziemlich mitgenommen. Nicht nur, dass die Beziehung zwischen Clementine und Lee ohnehin schon dramatische Wendungen durchlebt hat, am Ende galt es dann auch noch eine fast unmögliche Entscheidung zu treffen. Denn Lee - es musste ja so kommen - wird gebissen und droht, sich zeitnah in einen Walker zu verwandeln und zur Gefahr für Clementine zu werden.

Ich habe natürlich nicht eine Sekunde daran gezweifelt, was hier sinnvoll wäre. Natürlich ist es besser, wenn Lee sterben darf, bevor er die Wandlung durchmacht. Das Schwere an der Entscheidung war aber die Umsetzung. Es ging nicht einfach darum, Lee zurückzulassen, sondern in der Rolle der kleinen Clementine zur Waffe zu greifen und den Abzug zu drücken. Ich wusste die ganze Zeit, dass ich es tun werde. Die Konsequenz meiner getroffenen Entscheidung aber so dramatisch vor Augen geführt zu werden, hat mich bis zum allerletzten Moment zögern lassen. Und auch danach war es nicht viel leichter zu ertragen.

Wie sieht es bei euch aus? Über welche schwerwiegende Entscheidung, denkt ihr noch heute nach?

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