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F1 2020 im Test - Der König der Königsklasse

Auch auf PS4 und Xbox One startet in F1 2020 die neue Formel 1-Saison. Und das mit einem gelungenen neuen Modus und vielen kleinen Verbesserungen mit großer Wirkung.

von Dennis Michel,
06.07.2020 18:15 Uhr

Kann F1 2020 seinen bereits sehr guten Vorgänger übertreffen? Die Antwort gibt's im großen GamePro-Test für PS4 und Xbox One. Kann F1 2020 seinen bereits sehr guten Vorgänger übertreffen? Die Antwort gibt's im großen GamePro-Test für PS4 und Xbox One.

Nachdem die echte Formel 1-Saison bedingt durch Covid-19 erst mit reichlich Verspätung mit dem Großen Preis von Österreich in Spielberg aus dem langen Winterschlaf erwacht ist, geht es jetzt auch in F1 2020 auf PS4 und Xbox One ab auf die virtuelle Piste.

Zählte für uns bereits der Vorgänger zu den besten Formel-1-Spielen überhaupt, packt F1 2020 auf das ohnehin starke Grundgerüst noch eine ordentliche Schippe Rennspaß obendrauf. So hat uns im Test nicht nur der neue My Team-Modus größtenteils überzeugt, auch die vielen kleinen Neuerungen und Komfortverbesserungen tragen dazu bei, dass sich die Königsklasse des Motorsports auf Konsolen nie besser angefühlt hat. Auch das bereits starke Fahrgefühl des Vorgängers wurde nochmal verbessert.

Hier könnt ihr direkt zu den einzelnen Test-Kategorien springen:

Doppelbelastung im neuen My Team-Modus

Kommen wir direkt zur größten Neuerung in F1 2020, dem My Team-Modus, den ihr euch als erweiterten Karrieremodus vorstellen könnt. Hier nehmen wir nicht nur die Rolle des ersten Fahrers eines elften Rennstalls in der F1 ein, sondern sind zudem als Manager für unsere Crew verantwortlich. Der Modus löst die mit Stereotypen beladene, mit Fremdscham-Momenten gespickte Story-Saison des Vorgängers ab. Aber keine Sorge, einen normalen Karrieremodus, beginnend mit einem vollständigen oder verkürzten Jahr in der Formel 2 oder dem Direkteinstieg ins Oberhaus gibt es weiterhin.

Aller Anfang ist hart: Los geht's im My Team-Modus mit der Erstellung unseres eigenen Rennstalls. Nachdem wir unseren F1-Piloten - mit dem wir die wahlweise 10, 16 oder 22 frei wählbare Rennen selbst bestreiten - erstellt haben, geht es ans Eingemachte. Ein Name, die Teamfarben und ein Teamlogo müssen her. Zudem dürfen wir natürlich entscheiden, wie unser Bolide aussieht, womit wir gleich zum ersten kleinen Kritikpunkt kommen:

Zwar stehen eine Reihe vorgefertigter Muster parat, deren Farbschema wir obendrein frei wählen dürfen. Große Vielfalt sieht jedoch anders aus. Generell solltet ihr von der Customization in F1 2020 vom anpassbaren Äußeren des Fahrers bis zur Wahl des Helms nicht allzu viel erwarten. Das ist alles ok, versetzt als Genre-Referenz Forza Motorsport-Fans aber nicht in Jubelstürme.

Schon gewusst? Mit GP Motors kämpft in dieser Saison ein neues Team um die Weltmeisterschaft. Der My Team-Modus machts möglich. Schon gewusst? Mit GP Motors kämpft in dieser Saison ein neues Team um die Weltmeisterschaft. Der My Team-Modus machts möglich.

Kommen wir von den Äußerlichkeiten zu einem weit wichtigeren Punkt: Geld. Da der Motorsport bekanntlich ein verdammt teurer Spaß ist, muss zunächst ein Hauptsponsor her, der für die erste Finanzspritze sorgt. Dabei stehen wir vor der Wahl: Entscheiden wir uns für eine ordentlich hohe Starthilfe, die wir sofort ins Team investieren können? Oder legen wir mehr Wert auf höhere wöchentliche Zahlungen? Dazu kommen an die Sponsoren gekoppelte Bonusziele, die je nach Härte mal höher, mal niedriger ausfallen. Ein Beispiel: Wer sich das Ziel steckt, mit seinem unerfahrenen Team direkt unter die Top zu 3 fahren, der bekommt mehr Geld als vorsichtige Manager, die bereits mit einer Top 10-Platzierung zufrieden sind. Im Verlauf der Karriere können sich bis zu vier Sponsoren mit unterschiedlichen Bonus-Anforderungen und Prämien dem Team anschließen. Da Geld eine knappe Ressource ist, kommt so eine schöne Prise Taktik in den Modus.

Her mit dem Schotter: Da wir im nächsten Schritt unser Auto mit einem leistungsstarken, aber verdammt teuren Mercedes-Motor und nicht etwa mit einem schwächeren Aggregat von Honda ausstatten wollen, entscheiden wir uns für die hohe Finanzspritze zum Start und haben sogar noch ein wenig Geld über, um einen recht talentierten zweiten Fahrer ins Team zu holen. Den wenig bekannten Racer können wir übrigens im Verlauf des auf zehn Jahre ausgelegten My Team-Modus durch einen prominenten Fahrer wie Max Verstappen oder Sebastian Vettel austauschen. Vorausgesetzt, wir haben genug Geld auf der hohen Kante, um uns den F1-Star leisten zu können.

Alle F1 2020-Strecken: Melbourne, Bahrain, Hanoi (neu), Shanghai, Zandvoort (neu), Spanien, Monaco, Baku, Kanada, Frankreich, Spielberg, Silverstone, Hungaroring, Spa, Monza, Singapur, Sochi, Suzuka, USA, Mexiko, Brasilien, Abu Dhabi.

Verkürzte Strecken: Bahrain, Silverstone, Suzuka, USA
Historische Strecken: Monza, Brasilien, Silverstone, Spa, Monaco

Nachdem der Grundstein für unseren Rennstall gelegt ist, beginnt grob zusammengefasst eine Karriere, wie wir sie bereits aus F1 2019 kennen. In den Trainings-Sessions sammeln wir durch das Absolvieren von auf Dauer recht monotonen und altbekannten Herausforderungen - dreh eine Qualifying-Runde, fahre Benzin- und Reifen-sparend - Punkte, die wir anschließend in einem verzweigten Fähigkeitenbaum für unseren Wagen investieren. Hier verbessern wir wahlweise das Chassis, die Aerodynamik, die Strapazierfähigkeit oder den Antrieb unseres Wagens.

Die eingenommen Sponsorengelder fließen wohl überlegt in die einzelnen Abteilungen unseres Rennstalls. Die eingenommen Sponsorengelder fließen wohl überlegt in die einzelnen Abteilungen unseres Rennstalls.

Waren die neu gewonnenen "Fähigkeiten" in F1 2019 durch die spürbaren Verbesserungen des Boliden auf der Straße nicht schon motivierend genug, können wir unsere wöchentlichen Sponsorengelder dafür nutzen, um die einzelnen Abteilungen unseres Rennstalls aufzuwerten. Investieren wir beispielsweise 5 Millionen in die Aerodynamik-Crew, kommen die Kollegen gut voran und machen bei der Entwicklung einer neuen Technologie für unseren Flitzer weniger Fehler. Oder wir stecken die 5 Mille in das Training unseres zweiten Fahrers und machen ihn dadurch auf Dauer schneller. Auch können wir die Forschungszeit der einzelnen Bereiche mit einer Investition verkürzen. Wer vor einem Hochgeschwindigkeitskurs wie Silverstone unbedingt zwecks Pace noch ein paar Kilo an seinem Chassis verlieren möchte, der kann das mit dem nötigen Kleingeld möglich machen.

Bitte keine Fragen!!! Bevor wir zum Fazit für den My Team-Modus kommen, müssen wir jedoch noch eine Altlast aus dem Karrieremodus der früheren Titel ansprechen, die auch hier zu finden ist. Erneut werden wir nach den einzelnen Sessions von einer Reporterin über unser Abschneiden befragt. Je nach Antwort wirkt sich das positiv oder negativ auf die Bereiche unseres Rennstalls aus. Loben wir die Antriebs-Crew für ihren guten Job, ist die Truppe beim nächsten Upgrade noch einen Tick motivierter und es kommt zu weniger Fehlern.

Das große Problem an den Interviews - abseits davon dass die Beantwortung der Fragen wenig spaßig und repetitiv ist - ist jedoch der Bruch der Immersion bei unpassenden Fragen. Da beschädigen wir uns zum Beispiel dreifach - aus Testgründen versteht sich - den Frontflügel im Training und landen abgeschlagen im hinteren Drittel des Fahrerfelds. Das Interview danach startet dann aber mit "ein toller Tag für sie und das Team". Solche Situationen kommen öfter vor und sind spätestens beim dritten Mal nur noch nervig. Hier wäre Codemasters besser bedient, die zudem statisch inszenierten Interviews zu streichen.

Neuer Splitscreen-Modus: Wer will, kann erstmals seit F1 2014 wieder im Couch-Koop auf einem Bildschirm Formel 1 spielen. Dabei wird das Bild horizontal geteilt. Gefahren wird im Grand Prix-Modus. Hier können wir jedoch nicht nur ein Rennen bestreiten, sondern gleich mehrere Strecken auswählen und um die Punkte ringen. Das hat bei uns im Test wunderbar funktioniert und ist eine tolle Ergänzung.

Doch abseits den alten, kleinen Übeln aus dem Karrieremodus ist der My Team-Modus eine ganz wunderbare Ergänzung, die sich Fans schon lange gewünscht haben. Hier und da könnte zwar noch ein wenig am Erlebnis "eigener Rennstall" geschraubt werden, aber bereits im jetzigen Zustand wertet der Modus das Spiel im Vergleich zum Vorgänger auf.

Sinnvolle Verbesserungen auf der Strecke

Auch das Erlebnis im Wagen hat Codemasters in F1 2020 weiter mit sinnvollen Ergänzungen und Komforteinstellungen verbessert. Bevor wir zum neuen Fahrgefühl kommen, hier die Punkte, die wir uns lange gewünscht haben und die jetzt im Spiel sind.

  • Einstellbares HUD: Was Spielern auf dem PC nicht neu ist, hat es jetzt erstmals in die Konsolenversion der Renn-Simulation geschafft. Über das Menü ist das User Interface ganz nach Belieben einstellbar. Die Rennkarte soll am Bildschirm lieber oben rechts statt unten links angezeigt werden? Kein Problem! Einzelne Elemente vergrößern oder ganz ausblenden, auch das ist möglich. Was nach einer Kleinigkeit klingt, wirkt sich enorm auf den so wichtigen Überblick während des Fahrens aus und ist eine tolle Neuerung.
  • Neuer Rückspiegel: Wollten wir in vorherigen Serienteilen unsere Gegner auf der Strecke beobachten, mussten wir stets in die Heckansicht wechseln. Wer in der TV-Kamera-Perspektive fährt, konnte zudem ganz klein in den Außenspiegeln links und rechts am Wagen die nahende Gefahr erahnen. Übersichtlich war das nicht. Optional können wir jetzt einen Rückspiegel aktivieren, mit dem wir das Geschehen hinter uns perfekt im Blick haben.
  • Live-Abstandsanzeige: Wurde der zeitliche Abstand zuvor lediglich nach jedem Sektor aktualisiert, wird jetzt in Echtzeit angezeigt, wie weit wir von unseren Kontrahenten entfernt sind. Eine kleines aber feines Upgrade.
  • Verbessertes Strafensystem: Leicht die Kurve geschnitten, zack, folgt die Verwarnung, die recht schnell in einer Sekundenstrafe endet. In F1 2020 hat Codemasters das System deutlich fairer gestaltet. Wie streng die Rennkommissare sind, lässt sich zudem im Menü einstellen. Zudem wurden die nicht gerechtfertigten Kontaktstrafen deutlich gesenkt. Im Vorgänger konnte es noch passieren, dass wir bestraft wurden, obwohl uns der Hintermann ins Heck gerauscht ist. Das ist uns jetzt nicht mehr passiert.
  • Vereinfachtes ERS: Das sogenannte Energierückgewinnungssystem, das wir zuvor noch stufenweise justieren mussten, wird fortan unkompliziert mit der L1/LB-Taste aktiviert beziehungsweise deaktiviert. Neben dem DRS (Boost in bestimmten Streckenabschnitten), können wir so jederzeit auf eine Art Überholknopf zurückgreifen. Das ist nicht nur praktisch, sondern entspricht nach Aussage der Rennfahrer auch mehr der realen Situation im Cockpit.

Was das Fahrgefühl anbelangt, ist uns speziell der erhöhte Grip in den Kurven positiv im Vergleich zu F1 2019 aufgefallen. Sowohl beim Rausbeschleunigen aus engen Kurven als auch bei schnellen Kurvenkombinationen haftet der Wagen besser auf der Strecke und bricht weniger aus. Vorausgesetzt natürlich, ihr habt das für die Strecke passende Wagen-Setup gewählt.

Das HUD könnt ihr jetzt auch auf Konsolen ganz nach eurem Geschmack anpassen. Das HUD könnt ihr jetzt auch auf Konsolen ganz nach eurem Geschmack anpassen.

Codemasters hat die F1-Reihe schließlich über die Jahre hinweg deutlich vom arcadigen Racer hin zu einer Simulation entwickelt. Wer hier kopflos in den Boliden steigt, bekommt das auf der Strecke schnell zu spüren. Das Auto bricht schneller aus, euch fehlt das entscheidende Quäntchen Geschwindigkeit, oder der Reifen nutzt sich schneller ab, als euch lieb ist.

Hilfen für Einsteiger: Wer frisch mit Codemasters F1 anfängt und das Level der Herausforderung senken möchte, der spielt als "Gelegenheitsfahrer". Hier werden nicht nur vereinfachte Menüs beispielsweise für die Fahrhilfen angeboten, auch ist eine neue Lenkhilfe standardmäßig aktiviert. DRS kann jetzt ebenfalls automatisiert werden. Zudem könnt ihr außerhalb der Strecke im Kies besser fahren und werdet per Knopfdrück zurück auf die Piste teleportiert.

Das weiterhin größte Manko bleibt die über die Jahre hinweg stark verbesserte KI, die jedoch nach wie vor in vielen Situationen zu aggressiv fährt. Zu sehr sind eure Kontrahenten darauf fokussiert, im Zweikampf die Ideallinie zu halten. Daran gewöhnt ihr euch zwar recht schnell, beim Verhalten der KI ist jedoch noch Luft nach oben.

Unterm Strich hat Codemasters jedoch an vielen Stellen die richtige Entscheidung getroffen und für das bislang beste F1-Erlebnis auf der Strecke gesorgt.

Technik-Check: So präsentiert sich F1 2020

Direkt abhaken können wir die Performance von F1 2020. Das Spiel lief im Test auf der PS4 Pro jederzeit flüssig. Was die Präsentation anbelangt, so ist der neuste Ableger seinem Vorgänger einen kleinen Schritt voraus. Das macht sich nicht nur in der Inszenierung der Rennwochenenden bemerkbar, die immer mehr einer TV-Berichterstattung ähnelt (Ansicht der Grid-Aufstellung, Kameraschwenks, variable Siegerehrung), auch an den Gesichtsanimationen und den Fahrer-Icons wurde gefeilt. Diese sehen zwar jetzt schöner aus, für heutige Standards sind die Animationen von Hamilton, Bottas und Co. jedoch nach wie vor zu hölzern.

Auch in diesem Jahr wurde wieder an der Präsentation geschraubt um für noch mehr Realismus auf und abseits der Strecke zu sorgen. Auch in diesem Jahr wurde wieder an der Präsentation geschraubt um für noch mehr Realismus auf und abseits der Strecke zu sorgen.

In puncto Sound dröhnen uns in F1 2020 satte, neue Motorengeräusche entgegen. Kommentatoren während des Rennens gibt es nach wie vor nicht, was aber nicht als Negativpunkt in die Wertung einfließt. Auf sich wiederholende Floskeln wie in anderen Sportsimulationen können wir getrost verzichten.

Kein VR-Modus, aber…: Auch in diesem Jahr hat es eine Virtual Reality-Erfahrung nicht ins Spiel geschafft. Dafür aber eine große Auswahl an Online- und Offline-Modi, bei der für jeden Spieler vom online Ligen-System über die F2-Karriere bis hin zur Meisterschaft auf klassischen Rennstrecken etwas dabei sein sollte. Apropos Online-Modi: Hier werden wir wie gewohnt unter Release-Bedingungen testen und den Artikel entsprechend aktualisieren.

Von Bugs blieben wir größtenteils verschont. In der Boxengasse kommt es lediglich zu kleinen Grafikschnitzern in Form von Tearing-Effekten. Weiter schlimm ist das jedoch nicht. Spieler auf der PS4 müssen zudem mit einer lauten Konsole rechnen. Während unseres Tests auf der Pro waren nicht nur die Motoren der Autos deutlich hörbar.

Davon ab besteht F1 2020 den Tech-Check mit Leichtigkeit und legt wie in fast allen Bereichen im Vergleich zum Vorgänger noch eine kleine Schippe drauf. Codemasters ist nach der sehr guten Vorarbeit in den vergangenen Jahren das bislang beste Spiel der Reihe geglückt.

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