Facebook verwarnt Animal Crossing-Fans, weil sie über 'Drogen' reden

In englischsprachigen Animal Crossing-Gruppen wird heftig über Weed debattiert. Darum denkt der Facebook-Algorithmus offenbar, dass er es hier mit Drogendealern zu tun hat.

von David Molke,
06.05.2020 13:09 Uhr

Animal Crossing: New Horizons dreht sich zwar um Weed, aber nicht um Drogen (auch wenn Harvey ein bisschen so aussieht). Animal Crossing: New Horizons dreht sich zwar um Weed, aber nicht um Drogen (auch wenn Harvey ein bisschen so aussieht).

In Animal Crossing: New Horizons habt ihr es unter anderem mit sehr viel Unkraut zu tun. Auf Englisch heißt das schlicht Weed. Wie einige von euch vielleicht wissen, stellt das Wort gleichzeitig auch ein Synonym für Cannabis dar. Was aktuell für ziemlich viel Wirbel und Chaos auf Facebook sorgt, weil der Algorithmus offenbar denkt, dass die vielen Animal Crossing-Fans in den entsprechenden Gruppen mit Marihuana handeln.

Animal Crossing-Fans lernen auf die harte Tour, wie kaputt Facebook ist

Drogen in Animal Crossing? Nein, natürlich nicht. Die Problematik ist in etwa so absurd wie die Vorstellung, dass es im kind- und familiengerechten Nintendo Switch-Spiel Animal Crossing: New Horizons tatsächlich um Drogenhandel gehen könnte.

Wobei, manchmal erweckt Animal Crossing: New Horizons durchaus einen ziemlich verdrogten Eindruck ... Wobei, manchmal erweckt Animal Crossing: New Horizons durchaus einen ziemlich verdrogten Eindruck ...

Das ist das Problem: Auf Facebook gibt es eine ganze Menge an Animal Crossing-Fans, die sich in Gruppen organisieren. Dort werden Rüben-Preise verglichen, Tipps ausgetauscht und darin handeln einige Spieler und Spielerinnen auch mit anderen Dingen oder Gegenständen wie zum Beispiel Unkraut, was auf Englisch nun mal Weed heißt.

Weil das aber auch oft als Synonym für Cannabis benutzt wird (so wie bei uns Gras), schrillen beim Facebook-Algorithmus sämtliche Alarmglocken. Erst recht, wenn es in ein- und demselben Post auch noch ums Verkaufen beziehungsweise den Handel damit geht – und sich derartige Posts in einer Gruppe häufen (via: Polygon).

Das Ergebnis: Einige Betreiber von entsprechenden Drogensümpfen, äh, Animal Crossing-Gruppen, wurden von Facebook bereits mit Strikes verwarnt. Wenn sich die häufen, können die Gruppen gelöscht und die Nutzer gesperrt werden. Was die Gründer natürlich gern vermeiden würden.

Als Notbehelf und weil der Facebook-Algorithmus nun mal leider nicht über einen gesunden Menschenverstand verfügt, bitten die Gruppen-Betreiber um Nachsicht und Mithilfe. Die Mitglieder sollen doch bitte darauf verzichten, andauern von Weed zu schreiben und stattdessen auf andere Worte dafür ausweichen. Wie zum Beispiel Marihuana? Ach, lassen wir das...

Dabei bleibt natürlich auch komplett außen vor, dass Cannabis in den USA in vielen Bundesstaaten schon längst legal ist. Nicht nur zu medizinischen Zwecken, sondern auch für den "recreational use", also zum Freizeitspaß für Erwachsene, so wie Alkohol. Aber das ist auch nicht die einzige nicht mehr zeitgemäße Kuriosität, die in den Facebook-Algorithmen einprogrammiert wurde.

Auf Kotaku wird zum Beispiel von denselben Schwierigkeiten bei Sneaker-Resale-Seiten berichtet. Ähnliche Probleme scheint es auch dabei zu geben, wenn in Animal Crossing-Gruppen auf Facebook über die Inselbewohnerin Molly geschrieben wird. Was wohl damit zusammenhängt, dass es sich auch hierbei um ein Synonym für Drogen handelt, und zwar MDMA.

Psst, wollt ihr mehr? Wenn ihr wissen wollt, warum wir so leicht gewissermaßen süchtig nach Animal Crossing werden können, findet ihr hier eine psychologische Erklärung. Wenn ihr ein paar völlig unverdächtige Blumen anpflanzen und kreuzen wollt, werdet ihr hier fündig. Die größten Sünden der GamePro-Redakteure in Animal Crossing? Hier entlang.

Habt ihr mit Facebook schon mal ähnliche Probleme gehabt?

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