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Fazit: Gears of War 4 im Test - Der perfekte Generationswechsel

Fazit der Redaktion

Kai Schmidt
@GamePro_de
Bei der ersten Vorstellung der neuen Helden war ich mir sicher, dass das nicht funktionieren würde - ein Nathan-Drake-Lookalike soll die Nachfolge des bulligen Marcus Fenix antreten? Niemals! Umso überraschter war ich, als ich JD und seine Truppe schon nach wenigen Spielminuten akzeptiert hatte. Das neue Team funktioniert vor allem dank der freundschaftlich-lockeren Dynamik zwischen den Figuren bestens. Und bestens funktioniert natürlich auch die bekannte Deckungsmechanik, die zum Glück nicht verschlimmbessert wurde. Als Gears-Veteran fühlte ich mich sofort heimisch, obwohl ich im vierten Teil nicht als Soldat in einem Krieg kämpfe, sondern die Story sehr viel persönlicher ist.

Apropos Veteran: Der gealterte, giftig-zynische Marcus Fenix, der meinen Trupp nur ein Stück des Weges begleitet und den ich nicht selbst spielen kann, ist das Brückenstück, das mir den Neustart dann vollends schmackhaft macht. Wie das alte Lieblingsposter, das man in eine neue Wohnung hängt, gibt er mir das Gefühl, trotz veränderter Situation irgendwie zuhause zu sein. Zudem bin ich ein großer Freund spektakulär inszenierter Action-Set-Pieces, und auch da kann Gears of War 4 punkten. Ich denke, man kann den Richtungswechsel in etwa mit dem Sprung vom düsteren Thriller »Terminator« zum leichtfüßigeren Effektspektakel »Terminator: Genisys« vergleichen - mit dem Unterschied, dass das Unterfangen bei Gears glückt. Ich will auf der Stelle mehr davon! Aber da es bis zur Fortsetzung wohl noch etwas dauert, spiele ich solange halt Horde 3.0.

Henry Ernst
@GamePro_de
Gears für die nächste Generation! Mit Gears of War 4 haben die Entwickler (fast) alles richtiggemacht. Die bewährte Spielmechanik wurde um einige feine Kleinigkeiten ergänzt, ohne aus den Augen zu verlieren, was Gears of War ausmacht: nämlich intensive Deckungsgefechte, abwechslungsreiche Gegnertypen, literweise herumspritzende Flüssigkeiten und coole Bossfights. Glücklicherweise verabschiedet sich die Geschichte von den Macho-Testosteron-Weltuntergangs-Klischees vergangener Tage und schlägt einen wesentlich intimeren Ton an.

Dank gut geschriebener Dialoge und Zwischenrufe hat man in den Gefechten wirklich den Eindruck, Teil eines Teams zu sein. Eine besondere Rolle kommt dabei Marcus zu, der mit seinen perfekt getimten, schnoddrigen Kommentaren ein perfektes Gegengewicht zu Hauptdarsteller JD bildet, der mit seiner naiv-treuen Art ein wenig an einen menschlichen Golden Retriever erinnert. Ein wenig Kritik gibt es für die zu selten genutzten Möglichkeiten der dynamischen Schlachtfelder und der verpassten Chance, eine Marcus-Flashback-Mission einzubauen. Dank des Koop-Modus, Horde 3.0 einem riesigen Online-Part und der spaßigen Kampagne ist Teil 4 ein würdiger Nachfolger und gleichzeitig ein gelungener Neustart für die Serie.

Heiko Klinge
@Heikos_Klinge
Was für eine positive Überraschung! Als großer Gears-Fan der ersten Stunde habe ich befürchtet, dass der neue Entwickler entweder zu sehr auf Nummer sicher kettensägt oder im Innovationswahn komplett außen vorlässt, was die Serie vor Jahren großgemacht hat. Aber The Coalition schafft tatsächlich das Kunststück, das bewährt-brutale Spielgefühl zu konservieren und dennoch ebenso konsequent wie sinnvoll weiterzuentwickeln.

Exemplarisch für diesen gelungenen Spagat stehen für mich die neuen Nahkampfmanöver und Gegnertypen. Anders als in den Vorgänger kann ich mich selbst in Deckung nie in Sicherheit wiegen, weil diese entweder zerstört oder zur Todesfalle werden kann, wenn ein Locust plötzlich auf mich zustürmt. Und wenn dann noch Dutzende Juvies über Wände und Decken herankrabbeln, dann macht sich eine wohlige Überlebenspanik breit, wie ich sie seit The Last Of Us nicht mehr erlebt habe. Trotzdem fühlt sich das alles immer noch wie ein waschechtes Gears an, angefangen bei der (überraschend interessanten) Story, über die durchweg sehenswerten Schauplätze, bis hin zum obligatorischen Einsatz der Kettensäge. Und so ist Gears of 4 nicht nur ein rundum gelungener Nachfolger, sondern für mich sogar zusammen mit Teil 2 mein Serienfavorit!

Tobias Veltin
@FrischerVeltin
Noch vor zwei Monaten war ich nach der Gamescom-Präsentation von Gears 4 äußerst skeptisch. Ich wollte nicht gegen die blöden DeeBees kämpfen, mir fehlten die Locust, noch dazu sah das Spiel auf den Messebildschirmen nicht wirklich gut aus. Ich befürchtete ein ähnlich halbgares Spiel wie Gears of War: Judgment. Und ich weiß nicht, was genau in den zwei Monaten seitdem passiert ist, aber es muss etwas Gutes gewesen sein, denn Gears 4 ist meiner Meinung nach ein echtes Brett geworden. Die Kämpfe gegen die Roboter kommen nur am Anfang der Kampagne vor, Monster sind aber auch dabei, und technisch gehört Gears 4 zu den stärksten und hübschesten Titeln auf der Xbox One.

J.D, Kait und Co. fügen sich prima ein, die Kampagne hat einen herrlich düsteren Ton, aber trotzdem witzige Momente, eine ordentlich Länge und viele gute Ideen - ich sage nur »Gegengewicht«, »Buzzkill«, »Stürme« und »Akt 5«. Sicher, das reine Spielprinzip wirkt mittlerweile etwas angestaubt, aber ist das ein Problem, wenn die Deckungsgefechte und blutigen Schießereien immer noch derart viel Spaß machen? In meinen Augen nein! Deshalb ist Gears 4 ein absolut würdiger Serienvertreter und ein herausragendes Actionspiel, dem allerdings trotz vielfältiger Einstellungsmöglichkeiten die Steuerungsfluffigkeit der ersten drei Teile etwas abgeht - gefühlt ließen die sich nämlich noch etwas präziser steuern.

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