Xbox hat wieder Konsolen-Exclusives - aber warum zum Teufel fangt ihr ausgerechnet mit DIESEM Spiel an!?

Chris hat als Gears-Fan große Erwartungen an E-Day. Eine Entscheidung schmeckt ihm aber gar nicht.

Dom und der Rest der KOR lassen die PlayStation 5 hinter sich – und ich finde das gar nicht gut. Dom und der Rest der KOR lassen die PlayStation 5 hinter sich – und ich finde das gar nicht gut.

Fast auf den Tag genau ist es jetzt zwei Jahre her, dass wir einen ersten Blick auf das nächste Gears of War erhalten haben. Als großer Fan der Reihe war ich mir zu Beginn noch unschlüssig, ob ich wirklich ein Prequel spielen möchte, immerhin ist zum Emergence Day – also dem Tag, an dem die brutalen Locust die Kruste des Planeten Sera durchbrachen und Milliarden Menschen abschlachteten – weitgehend alles durch Bücher und die Spiele selbst bekannt.

Die Befürchtung, dass ich kein Interesse am Setting haben würde, hat sich durch die jüngste Gameplay-Enthüllung zum Glück gelegt. Marcus und Dom als junge Soldaten zu sehen, die verzweifelt gegen die schiere Übermacht der reptilienartigen Höhlenbewohner ankämpfen, hat mich direkt gepackt, und auch das viel dynamischere Bewegungsrepertoire sieht verdammt spaßig aus.

Nur bei einer Ankündigung bin ich zusammengezuckt: E-Day erscheint konsolenexklusiv für die Xbox Series X|S. Und das halte ich für den völlig falschen Schritt, wenn ich mir vor Augen führe, was das Spiel eigentlich ausmacht.

Chris Werian
Chris Werian

Chris war ab Sekunde 1 damals auf der Xbox 360 für die Koalition Ordentlicher Regierungen im Einsatz und hat sich mit den wilden Locust gefetzt – sowohl im Singleplayer als auch dann für mehrere tausend Stunden im Multiplayer. Kein Spiel der Reihe hat er seitdem ausgelassen, nicht einmal GearsPOP! auf dem Smartphone.

Kurzum: Er ist mit Leidenschaft dabei. Aber die möchte er nicht nur mit Xbox- und PC-Spieler*innen teilen.

Gears of War: E-Day ist das falsche Spiel für Exklusivität

Der Wunsch nach Exklusivität treibt seit Monaten die Xbox-Community um. Auf dem Player Voice-Portal, bei dem Fans Feedback hinterlassen können, steht der Wunsch nach Exklusivität ganz weit oben und auch auf X und Co. finden sich tausende Kommentare, die ihren Unmut über PS5-Portierungen äußern.

Video starten 7:14 Gears of War: E-Day zeigt uns Gameplay und Release-Datum – und verzichtet auf die PS5

Und ganz ehrlich: Ich kann den Wunsch zu großen Teilen nachvollziehen. Sony ist mittlerweile weit davongezogen, die Argumente für einen Xbox-Kauf durch erwartbare PS5-Portierungen dahingeschwunden. Aus Konsumentensicht schmeckt mir das aber eigentlich wenig, da ich möchte, dass Sony und Microsoft mich mit aufwendigen Spielen von sich überzeugen wollen. Immerhin belebt Konkurrenz das Geschäft!

Aber Exklusivität hat auch seine gravierenden Nachteile: So habe ich eben auch schon mehrfach erfahren, wie es ist in Gears of War, Halo und Co. in einem je nach Playlist leeren Matchmaking zu versauern. Im vierten und fünften Teil war es außerhalb von Team-Deathmatch gut ein Jahr nach Release quasi unmöglich, innerhalb von weniger als 30 (!) Minuten eine Partie zu finden. Und wenn, dann waren es immer dieselben Nasen, die die Spiele ohne Pause jeden Abend gezockt haben – so wie ich.

Sich mit Gnasher-Schrotfinten zu duellieren, macht unheimlich viel Laune. Sich mit Gnasher-Schrotfinten zu duellieren, macht unheimlich viel Laune.

Vor allem die europäische Gears of War-Community fühlte sich daher für mich immer wie ein Dorf an, und das will ich bei einem Multiplayer-Shooter am allerwenigsten. Ich will nicht nach einem Monat Pause die Angst haben, dass auf den Servern beim unvermeidlichen Zurückkehren Totenstille herrscht.

Auch will ich mich nicht nach einiger Zeit auf langweiliges Team-Deathmatch beschränken, sondern als letzter Überlebender in Dodgeball meine erledigten Mitspieler*innen zurück ins Match holen oder gemeinsam mit ihnen Hügel erobern.

Aber selbst ein Gears 5, das auf zwei Xbox-Konsolengenerationen gespielt werden kann und zusätzlich auf dem PC erschienen ist, hat innerhalb von einem Jahr massenhaft seine Fans verloren. Bei E-Day gehe ich davon aus, dass die Zahlen im Mehrspieler noch niedriger ausfallen könnten, immerhin verkauft sich die Xbox Series X|S verglichen mit der PS5 schleppend.

Gears of War: E-Day hat im Vergleich zu Teil 5 ein gewaltiges Tech-Upgrade erhalten und läuft nicht mehr auf der Xbox One, sondern nur noch auf der Series und Windows-PC. Ob das reicht, um die Server dauerhaft zu füllen? Gears of War: E-Day hat im Vergleich zu Teil 5 ein gewaltiges Tech-Upgrade erhalten und läuft nicht mehr auf der Xbox One, sondern nur noch auf der Series und Windows-PC. Ob das reicht, um die Server dauerhaft zu füllen?

Live-Service-Spiele auf mehreren Plattformen zu veröffentlichen, finde ich daher absolut vernünftig, und daran möchte Microsoft laut Xbox' Chief Content Officer Matt Booty auch festhalten. Das scheint pauschal aber lediglich für bereits angekündigte oder veröffentlichte Titel zu gelten. Immerhin trifft die Beschreibung sonst auch auf E-Day mit seinem Multiplayer- und Season-Content zu.

Das war wohl auch bis vor kurzem der Plan: Insider Jeff Grubb berichtet davon, dass eine PS5-Version von E-Day bereits so gut wie fertig sein soll, da Microsoft fest damit geplant hatte. In einem mittlerweile nicht mehr erreichbaren, offiziellen Podcast von Xbox tauchte sogar das PS5-Logo bereits auf.

Die PS5-Version zu veröffentlichen, scheint aber mit der neuen strategischen Ausrichtung vom Tisch zu sein, zumindest bekräftigt Microsoft, dass es sich nicht um ein "Timed Exclusive" bei E-Day handelt.

E-Day wäre der perfekte Multiplattformstart gewesen

Da E-Day als Prequel auf mich stets den Eindruck machte, dass damit dann auch Neulinge an Bord des sukzessive an Bedeutung verloren habenden Franchise geholt werden sollen, wirkt der Schritt auf mich umso verwirrender.

Es wäre für PlayStation-Besitzer*innen ohne Vorwissen perfekt gewesen, in die Reihe einzusteigen, und sich von der wirklich beeindruckenden Grafik berieseln lassen:

In E-Day verteidigen die Gears Kalona, eine riesige Stadt, die nach und nach von den Locust dem Erdboden gleichgemacht wird. Sie zeigt sich mit Unmengen an Details, einer effektvollen Zerstörung und einigen Ray-Tracing-Effekten. In E-Day verteidigen die Gears Kalona, eine riesige Stadt, die nach und nach von den Locust dem Erdboden gleichgemacht wird. Sie zeigt sich mit Unmengen an Details, einer effektvollen Zerstörung und einigen Ray-Tracing-Effekten.

Zudem wurde kräftig am bisher sehr old-schoolig horizontalen Gameplay geschraubt und ich frage mich schon, wie sich der Multiplayer von E-Day im Vergleich zu den Vorgängern anfühlen wird. Denn Vertikalität war abseits höher gelegener Plattformen bisher kein großes Thema innerhalb der Reihe.

Es sollte sich also eine ganz neue Dynamik entfalten und die hätte ich einfach liebend gern mit einer viel größeren Community gemeinsam entdeckt. Gears of War war schon immer eine Reihe, die sich aufgrund des komplexen Bewegungsrepertoires vor allem im Online-Mehrspieler mit der Zeit stark gewandelt hat, frische Impulse tun der Reihe also verdammt gut.

Mit dem Schritt hin zur erneuten Konsolenexklusivität geht in meinen Augen aber viel verloren. Eine größere Spielerbasis und damit verbunden mehr spielerische Abwechslung im Multiplayer sowie mehr Zukunftssicherheit sehe ich eigentlich als wichtiger an, als eine meinem Eindruck nach überhastete Reaktion auf Fan-Wünsche, die sich am Ende als fatal für das Franchise herausstellen könnten.

Wie seht ihr das? Überwiegt bei euch der Wunsch nach exklusiven Xbox-Spielen oder würdet ihr Titel mit Multiplayer ebenfalls lieber plattformübergreifend zocken?


Kommentare(2)
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