Guardians of the Galaxy könnte das werden, was ich von Marvel’s Avengers wollte

Das nächste Marvel-Spiel steht in den Startlöchern. Dieses Mal soll die Heldentruppe der Guardians of the Galaxy komplett auf eine story-getriebene Singleplayer-Kampagne setzen.

von Hannes Rossow,
13.06.2021 22:00 Uhr

Marvel's Guardians of the Galaxy legt den Fokus auf Star-Lord. Marvel's Guardians of the Galaxy legt den Fokus auf Star-Lord.

Die Avengers rund um Iron Man und Captain America hatten ihren Auftritt schon, nun schickt Square Enix auch die Guardians of the Galaxy mit einem eigenen Spiel an den Start. Dieses Mal kümmern sich aber nicht Crystal Dynamics um das Projekt, sondern die Deus Ex: Mankind Divided-Macher von Eidos Montréal. Im Rahmen der E3-Konferenz von Square Enix wurde das Action-Adventure jetzt mit einem ersten Gameplay-Trailer enthüllt.

Ein Marvel-Abenteuer für Singleplayer-Fans

Ich hatte schon vor der Ankündigung die Gelegenheit, mich mit dem Spiel zu beschäftigen und auch die Entwickler in einem Interview mit Fragen zu löchern. Erst aber einmal die harten Fakten:

Guardians of the Galaxy
- Release: 26. Oktober 2021
- Plattform: PS4, Xbox One, PS5, Xbox Series X/S, PC
- Third Person-Action-Adventure
- Singleplayer

Klar, es geht um andere Superhelden, in einem vollkommen anderem Setting (vielleicht sogar einem anderen Universum) - der größte Unterschied zwischen Marvel's Avengers und Guardians of the Galaxy ist aber die grundsätzliche Ausrichtung. Wo wir als Hulk noch Loot gefarmt und in Online-Lobbies Koop-Gruppen gebildet haben, setzen Star-Lord, Rocket, Groot und Co. auf eine reine Singleplayer-Kampagne.

Keine Online-Anbindung, keine Mikrotransaktionen und auch keine DLCs. Zum Release soll es das "komplette" Spiel geben.

Hier könnt ihr euch selbst ein Bild von Marvel's Guardians of the Galaxy machen:

Marvel’s Guardians of the Galaxy: Reveal-Trailer zum Action-Adventure 2:48 Marvel’s Guardians of the Galaxy: Reveal-Trailer zum Action-Adventure

Nicht wie die Filme, nicht wie die Comics

In Guardians of the Galaxy schlüpfen wir in die Rolle von Star-Lord, dem selbsternannten Anführer der ungewöhnlichen Heldengruppe. Trotzdem werden wir nie allein unterwegs sein, denn unsere außerirdischen Kollegen begleiten uns auf Schritt und Tritt. Das gilt für das Erkunden der Spielwelt ebenso wie in den actionreichen Kämpfen, in denen wir Gamora beispielsweise befehlen können, bestimmte Attacken einzusetzen. Abseits davon agieren die anderen Guardians aber autark und haben ihren eigenen Kopf.

Laut Senior Narrative Director Mary Demarle sollen wir stets das Gefühl haben, nur ein Teil der Guardians of the Galaxy zu sein. Die wichtigen Entscheidungen trifft zwar oft Star-Lord selbst, aber auch Drax oder Groot haben ihre Ansichten, die sie lautstark teilen und uns im Zweifelsfall auch widersprechen. Der Charme der "dysfunktionalen Familie", wie sie auch in den MCU-Filmen immer dargestellt wird, ist auch der Kerngedanke von Eidos Montreals Interpretation der Comic-Vorlage.

Auch wenn wir sie nicht selbst steuern, sind die anderen Guardians stets an unserer Seite. Auch wenn wir sie nicht selbst steuern, sind die anderen Guardians stets an unserer Seite.

Abgesehen vom Ton, den Guardians of the Galaxy hier anschlägt, scheint das Spiel - ähnlich wie schon Marvel's Avengers - nicht die Nähe zu den Kinofilmen zu suchen. Die Charaktermodelle der Guardians sind ebenso anders wie die Geschichte. Denn die Story des Spiels soll "komplett original" sein, auch wenn sich das Team am breiten Fundus an Comic-Bösewichten bedienen durfte.

Viel Humor und ein starker Soundtrack

In den Nachwehen eines großen, intergalaktischen Krieges werden die Guardians of the Galaxy mit dem Ziel gegründet, sich von der gebeutelten Bevölkerung als "Helden" anheuern zu lassen, um das schnelle Geld zu machen. Knapp ein Jahr kennt sich die Truppe schon, wenn wir in das Spiel einsteigen - eine Origin-Story erwartet uns also nicht. Dass die Bande chronisch pleite ist und sich ständig in den Haaren liegt. aber angesichts großer Gefahr dennoch zusammenhält, dürfte jetzt schon klar sein.

Aber es ist genau diese simple Prämisse, die Guardians of the Galaxy in meinen Augen jetzt schon vielversprechend macht. Denn auch wenn mit Lady Hellbender eine interessante Gegenspielerin auftritt, wird die Geschichte erst aus dem Zusammenspiel der Charaktere interessant. Ebenso wie der Humor, den - Gott sei Dank - das Spiel durchaus zu haben scheint. WItzige Dialoge und viel Situationskomik scheinen bei Guardians of the Galaxy im Mittelpunkt zu stehen.

Im Verlauf der Singleplayer-Kampagne werden wir abgefahrene Orte besuchen. Im Verlauf der Singleplayer-Kampagne werden wir abgefahrene Orte besuchen.

Auch der obligatorische 80er-Jahre-Soundtrack ist dabei, versprechen die Entwickler*innen. Bonnie Tylers "Holding out for a Hero" und "Everyone's a Winner" von Hot Chocolate, die die mir gezeigten Spielszenen untermalten, sind da schon ein guter Vorgeschmack auf die schmissigen Power-Balladen, die uns im fertigen OST wohl erwarten werden.

Third Person-Action mit leichtem RPG-Flair

Aber wie spielt sich Guardians of the Galaxy denn nun? Die Kampagne des Spiels will ein insgesamt lineares Abenteuer erzählen, ohne große Ablenkung durch komplexe Nebenmissionen. In Kombination mit den stets quasselnden NPC-Companions und den actionreichen Kämpfen erinnert Guardians of the Galaxy dadurch entfernt an die Uncharted-Reihe. Und ja, Peter Quill und Nathan Drake sind sich vielleicht auch gar nicht so unähnlich, wenn man mal drüber nachdenkt.

Guardians of the Galaxy wird aber auch ein paar RPG-Mechaniken beinhalten. Unser Star-Lord steigt im Level auf und wir schalten neue Fertigkeiten frei. Gegner lassen Crafting-Materialien fallen, aus denen Rocket dann neue Ausrüstung für die Truppe basteln kann. Es gibt sogar Telltale-ähnliche Entscheidungen, bei denen wir uns zwischen zwei Optionen ("Sollen wir Rocket oder Groot verkaufen, um an Geld zu kommen?") entscheiden müssen und sich Figuren merken, wie ihnen mitgespielt wurde.

Auch das kultige Milano-Raumschiff werden wir auch selbst steuern können. Auch das kultige Milano-Raumschiff werden wir auch selbst steuern können.

Letzteres soll aber nicht zu komplett unterschiedlichen Spielverläufen führen. Der Beginn und das Ende sind für alle gleich. Unterschiede, die auf den Entscheidungen der Spieler*innen beruhen, sollen stattdessen die Eigenwilligkeit der anderen Guardians unterstreichen.

In den Kämpfen verlässt sich Star-Lord auf seine Jetboots, die ihn in der Luft schweben lassen, um dann Feinde aus der Entfernung mit seinem Blaster unter Beschuss zu nehmen. Für die brachialen Aufgaben auf dem Schlachtfeld sind dann eher Drax und Groot zuständig, die wie alle Guardians einzigartige Fähigkeiten besitzen, die wir auf Knopfdruck auslösen können. Es scheint also viel darum gehen, nicht nur Star-Lord zu meistern, sondern das eigene Team sinnvoll anzuleiten.

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