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Fazit: Immortals Fenyx Rising im Test: Die Überraschung des Jahres

Fazit der Redaktion

Tobias Veltin
@FrischerVeltin

Ich mach es kurz: Immortals Fenyx Rising ist meine Überraschung des Jahres. Mit seinen zahlreichen motivierenden Mechaniken, der tollen Optik, der charmanten Präsentation und seiner ganzen locker-leichten Art hat sich dieses Open World-Kleinod vom Fleck weg in mein Herz gespielt. Und das hat Gründe: Denn Ubisoft hat seine eigene Formel für dieses Spiel geschickt eingedampft und an den richtigen Stellen gespart, so dass sich hier für mich nichts aufgebläht oder ermüdend anfühlt. Die Open World ist ausladend, aber nicht erschlagend, die Rätsel ähneln sich in ihrer Konzeption, überraschen aber immer wieder mit einem neuen Kniff. Das hat dafür gesorgt, dass ich auch nach etlichen Stunden immer noch neugierig auf die nächste Ecke war und stets deutlich länger gespielt habe, als ich eingeplant hatte.

Dass diese Suchtspirale aber nicht für jeden funktionieren wird, ist mir bewusst. Und auch, dass hier vieles ganz offensichtlich von anderen Spielen übernommen wurde, dürften einige dem Spiel weniger verzeihen als ich. Aber diese Elemente derart gut neu zu kombinieren und ineinandergreifen zu lassen, ist eine Leistung, die ich nur allzu gerne belohne. Zumal ich finde, dass der Titel durch sein Setting und seine Präsentation sowie die göttlichen Kräfte durchaus eigene Akzente setzen kann.

Macht euch aber keine Illusionen: Etwas vollkommen Neues werdet ihr hier nicht finden. Auch deshalb bleibt Fenyx Rising letztendlich der Sprung nach ganz oben in den Wertungsolymp verwehrt. Ich habe dennoch jede einzelne Sekunde genossen und hoffe sehr, dass das Spiel Erfolg haben wird. Denn ich habe schon jetzt Lust auf ein Fenyx Rising 2.

Dennis Michel
@DemiG0rgon

Ein Open World-Spiel im Stile von Immortals hat sich der Disneys Herkules-Fan in mir lange gewünscht. Weg mit der Schwere vergleichbarer Titel und endlich wieder in eine kunterbunte Spielwelt eintauchen, die sich alles andere als ernst nimmt. Der Ausflug von Fenyx in die griechische Mythologie kommt für mich genau zur rechten Zeit. Während draußen alles kalt und düster ist, stolpere ich auf der Goldenen Insel von einer neugierig machenden Sehenswürdigkeit zur nächsten. Dabei ist Immortals kein Assassin's Creed Odyssey, das mich mit Nebenaufgaben zupflastert und mich bereits nach wenigen Stunden überfordert. Gefühlt wirkt alles kompakter und bietet dennoch über viele Stunden Spaß, nutzt sich dabei mit seinen cleveren Rätseln und dem flotten Kampfsystem nicht ab.

Wer hier allerdings eine Revolution der Open World-Spiele erwartet oder die Next-Gen sucht, der wird kaum fündig. Die Anleihen von Zelda: Breath of the Wild sind unübersehbar und hier und da kommt die "Ubisoft-Formel" zum Vorschein. Allerdings wurde sie aus meiner Sicht nie besser umgesetzt und es gibt wahrlich Schlimmeres, als sich an einem der besten Spiele des Jahrzehnts zu orientieren.

Immortals macht, so simpel das klingen mag, einfach Laune und hat mir mit den humorvollen Sprüchen von Zeus und Prometheus - die ab und an etwas infantil sind - häufig ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Wer sich auf die Leichtigkeit einlassen kann und eine spannende Reise für die Wintertage sucht, dem kann ich hier eine volle Empfehlung geben.

Markus Schwerdtel
@kargbier

Möglicherweise ist es ungesund und sollte therapiert werden: Aber ich bin einer der Menschen die nicht aufhören können eine Open World abzugrasen, bis nicht überall kleine grüne Häkchen sind. Insofern drückt Immortals Fenyx Rising natürlich all meine Knöpfe! Hier ein Harfenrätsel, da ein Tartaros-Schrein, dort eine Bogenschieß-Herausforderung - und überall gibt's Ressourcen wie Ambrosia zu Sammeln. Langweilig wird es mir in dieser knallbunten Sagenwelt garantiert nie.

Aber just da liegt für mich der Knackpunkt: Das ganze Drumherum mit den mittlerweile schon ganz schön überstrapazierten Göttern lässt mich genau so kalt wie die belanglose Story. Die schafft es für mich nicht, die Aktivitäten sinnvoll zu verknüpfen. Sie ist wenig mehr als eine Benutzeroberfläche, ein besonders schickes Menü zum Auswählen der nächsten Aktion. Dazu kommen die unfreiwillig peinlichen Dialoge. Zeus weiß, dass mir kein doofer Dad-Joke zu blöd ist, meine Kinder können das bezeugen. Aber die plumpen Gags in Immortals zünden bei mir überhaupt nicht und führen dazu, dass ich Zwischensequenzen und Dialoge möglichst schnell wegdrücke.

Wie man das anders und viel besser macht, zeigt aktuell Spider-Man Miles Morales, wo die toll geschriebene Story und das eigentliche Spiel eng ineinander verwoben sind. Ist Immortals Fenyx Rising deshalb ein schlechtes Spiel? Absolut nicht, aber man sollte sich vorher im Klaren sein, was einen da erwartet. Es ist eben kein Zelda: Breath of the Wild im griechischen Sagen-Setting, sondern eher eine kurzweilige Sammlung von Herausforderungen, die mit ihrer bunten, schicken Aufmachung graue Wintertage schneller vergehen lassen.

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