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Seite 2: Internetanschlüsse im Vergleich - Online spielen mit LTE & Co

Hybrid-DSL

Der Hybrid-Zugang soll Lastspitzen per LTE abfangen. In der ländlichen Realität läuft LTE allerdings meist dauerhaft, um das keuchende DSL zu unterstützen. Der Hybrid-Zugang soll Lastspitzen per LTE abfangen. In der ländlichen Realität läuft LTE allerdings meist dauerhaft, um das keuchende DSL zu unterstützen.

Die Telekom bietet eine LTE-Alternative an, die sich »MagentaZuhause Hybrid« nennt und die eine gemeinsame Entwicklung von der Telekom und Huawei ist. Von diesem Hersteller stammt auch der bislang einzige für Hybrid nutzbare Router, der von der Telekom unter dem Namen »Speedport Hybrid« verkauft und vermietet wird. Beim Hybrid-Anschluss wird eine DSL-Verbindung aufgebaut und bei Bedarf von LTE unterstützt. Die Theorie der Telekom: Zum simplen Surfen reicht die Leistung von DSL, für größere Datenmengen wird LTE genutzt.

Der Hybrid-Anschluss lässt sich nutzen, wenn DSL mit mindestens 384 Kilobit pro Sekunde zur Verfügung steht und wenn die Telefonie darüber via IP möglich ist. Als Kunde merkt man vom Wechsel zwischen DLS und LTE nichts, der Router kümmert sich um die Bündelung der Leitungen. Mindestens 16 Mbit soll die LTE-Leitung zusätzlich zum DSL bringen, gegen Aufpreis lassen sich Pakete mit 50 oder 100 Megabit buchen (sofern entsprechende Masten in Reichweite sind). Der Hauptgrund für einen Umstieg auf Hybrid dürfte für viele Kunden aber das Fehlen einer Volumengrenze sein, Hybrid ist tatsächlich ungedrosselt.

Das schöne Angebot leidet bei genauerer Betrachtung allerdings ein wenig im Detail: So werden Hybrid-Kunden auf dem LTE-Mast offenbar deutlich geringer priorisiert als Nutzer von volumenbasierten LTE-Tarifen und LTE-Smartphones. Dadurch bleibt vor allen in den Abendstunden deutlich weniger Geschwindigkeit in der Funkzelle für Hybridkunden übrig als für andere Nutzer, was das Surfen unerträglich langsam gestalten kann. Die Geschwindigkeit liegt dann teilweise nur auf dem Niveau gedrosselter LTE-Zugänge - ein schlechter Tausch.

Der teure Speedport Hybrid-Router bietet zwar eine zeitgemäße Schnittstellenauswahl, es mangelt ihm aber an Konfigurationsmöglichkeiten. Der teure Speedport Hybrid-Router bietet zwar eine zeitgemäße Schnittstellenauswahl, es mangelt ihm aber an Konfigurationsmöglichkeiten.

Erschwerend hinzu kommt die Tastsache, dass der sehr teure Speedport Hybrid mangels Alternative auf dem Markt ein Zwangsrouter für diesen Anschluss ist. Bislang planen Hersteller wie AVM kein Konkurrenzprodukt, zu gering sei der potentielle Käuferkreis. Die Telekom verlangt für den Router wahlweise völlig überzogene 399 Euro beim Sofortkauf oder 9,99 Euro monatliche Miete – ein mehr als stolzer Preis für einen Router mit nur sehr rudimentären Einstellmöglichkeiten. Einige Informationen über die Leitung kann der Router zwar anzeigen, wer die vielfältigen Anzeigen vieler Konkurrenzprodukte wie etwa der Fritzbox gewohnt ist, dürfte allerdings enttäuscht sein.

Immerhin beherrscht das Gerät aktuelle Funkstandards wie 802.11 b/g/n und ac und die vier LAN-Ports sind Gigabit-tauglich. Ein USB-Anschluss bringt externe Datenträger oder Drucker ins Netzwerk, arbeitet aber mangels Prozessorleistung im Router nur sehr behäbig. Löblich sind die beiden Antennenanschlüsse für externe LTE-Antennen. Je nach Wohnort sind diese auch zwingend nötig - ist der Funkmast zu weit entfernt, helfen oft nur solche Außenantennen.

Spielen ist mit dank guter Latenzen von unter 40 Millisekunden zumindest abseits der bandbreitengebeutelten Abendstunden gut möglich und dank fehlendem Datenvolumen auch ohne tickende Uhr im Hinterkopf sehr entspannend. Umso ärgerlicher, wenn es dann aufgrund überbuchter Funkzellen und straffer Priorisierung für Hybridkunden zu Stoßzeiten nicht mehr rund läuft, insgesamt empfiehlt sich die Hybridlösung für Spieler deshalb nur bedingt.

Alternative Satelliten-DSL?

Durch den vergleichsweise langen Weg, den die Daten bei einer Internetverbindung via Satellit zurücklegen, eignet sich diese Verbindungsart nicht für Onlinegaming. (Bild: Elektronik-Kompendium.de) Durch den vergleichsweise langen Weg, den die Daten bei einer Internetverbindung via Satellit zurücklegen, eignet sich diese Verbindungsart nicht für Onlinegaming. (Bild: Elektronik-Kompendium.de)

Ebenfalls aus der Luft kommen die Daten beim Sat-DSL, dem Rettungsanker komplett vom Internet abgehängter Menschen. Hier werden die Daten mittels einer Satellitenschüssel übertragen, was auch in sehr abgelegenen Gegenden möglich ist. Die von den Anbietern zusätzlich zum Anschluss vermietete Satellitenanlage arbeitet im Normalfall mit eigenem Rückkanal, sie kann also nicht nur Daten empfangen, sondern auch zum Satelliten senden. Eine Telefon- oder DSL-Leitung als Rückkanal ist daher heute in der Regel nicht mehr nötig.

»Fair Use« versprechen die Anbieter von Sat-DSL oft, fest vorgegebene Datenvolumen gibt es deshalb nicht. Das klingt allerdings besser, als es in der Praxis gehandhabt wird, größere Downloads verzeihen die Satelliten-Anbieter nämlich nicht. Schnell wird der Anschluss bei zu großen Downloadmengen geringer priorisiert - bis hinab auf wenige Kilobit Datenübertragung pro Sekunde, was selbst ein ISDN-Anschluss problemlos leisten würde. Unter »großen Datenmengen« verstehen Anbieter wie skyDSL zudem mitunter etwas anderes als normale Internetnutzer. Im Test wurde uns der Anschluss schon nach dem einmaligen Laden eines Grafiktreibers massiv zurechtgestutzt, so dass in Folge selbst Webradio nur stotternd lief.

Für Spieler kommt Satelliten-DSL aber auch ungeachtet dieser Probleme nicht in Frage, was vor allem an der hohen Latenz liegt. Bei Satelliten-DSL sendet der Provider alle Daten erst zum Satelliten, der in seiner geostationären Umlaufbahn nicht immer die günstigste Position einnimmt. Da die Kommunikation bidirektional (also sowohl in Sende- als auch in Empfangsrichtung) funktionieren muss, verdoppelt sich die Signallaufzeit von mindestens 239 Millisekunden außerdem noch einmal.

Inklusive anderer Faktoren liegt die Latenz einer Sat-Verbindung daher bei mindestens 500 und in der Regel eher bei 700 bis 1.000 Millisekunden. An Online-Gaming , Internettelefonie oder einen Videochat per Webcam ist dabei nicht zu denken. Selbst analoge Modems sind mit 100 bis 200 Millisekunden Latenz fast schon rasant gegenüber der Satellitenverbindung. Ebenfalls unerfreulich: Der hohe Installationsaufwand, denn auch bestehende Satellitenschüsseln müssen mit einem neuen Empfangskopf fit gemacht und neu ausgerichtet werden.

Sky-DSL verkauft und vermietet Sat-DSL-Hardware wie das rückkanalfähige »TRIAS«. Sky-DSL verkauft und vermietet Sat-DSL-Hardware wie das rückkanalfähige »TRIAS«.

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