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Lego Star Wars: The Skywalker Saga im Test: Das beste Lego-Spiel seit Jahren!

Nach langer Pause meldet sich Lego Star Wars zurück, vollgepackt mit jeder Menge Atmosphäre, neuem Gameplay und komplett erkundbarem Universum.

von Stephan Zielke,
05.04.2022 14:30 Uhr

The Skywalker Saga versucht Lego-Spiele mit einigen Änderungen wieder attraktiv zu machen. Ein gelungenes Experiment, wie wir finden. The Skywalker Saga versucht Lego-Spiele mit einigen Änderungen wieder attraktiv zu machen. Ein gelungenes Experiment, wie wir finden.

Vor nicht allzu langer Zeit konnten sich Spieler*innen kaum vor Lego-Spielen retten. Keine erfolgreiche Franchise war sicher vor den bunten Klötzchen, die in immer gleichen, aber dennoch spaßigen Spielen ihren Weg auf die jeweils aktuellen Konsolen fanden. Nun liegt das letzte Lego Star Wars-Spiel fast sechs Jahre zurück. Entwickler TT Games hat sich mit dem neuesten Projekt Zeit gelassen. Die Pause scheint das Team gebraucht zu haben. Denn nach den letzten, doch relativ austauschbaren Spielen der Reihe platzt Lego Star Wars: The Skywalker Saga vor Umfang, Atmosphäre und witzigen Ideen förmlich aus allen Nähten.

Neun Filme und ein komplettes Universum

Zu Beginn des Spiels könnt ihr euch entscheiden, welche der drei Trilogien ihr zuerst besuchen möchtet. Dabei dürft ihr Anfangs nur aus Episode 1, 4 und 7 wählen. Jede Episode besteht aus fünf kurzen Missionen, die durch Abschnitte verbunden werden, in denen ihr frei die dazugehörigen Schauplätze wie Naboo, Tatooine oder Jakku erkunden könnt.

Schließt ihr dort alle Aufgaben ab, dann schaltet ihr die nächste Episode frei. Zusätzlich gibt es noch einen freien Modus, in dem ihr jeden bekannten Planeten des Star Wars-Universums anfliegen könnt, den ihr bereits besucht habt. Dort sammelt ihr dann unterschiedliche Legosteine, mit denen ihr Upgrades, neue Charaktere oder Cheatcodes freischalten könnt. 

In den Episoden erlebt ihr alle größeren Momente des jeweiligen Films, wie hier den berühmten Trench Run aus Eine neue Hoffnung. In den Episoden erlebt ihr alle größeren Momente des jeweiligen Films, wie hier den berühmten Trench Run aus Eine neue Hoffnung.

Welche Version haben wir gespielt?

Wir konnten Lego Star Wars: The Skywalker Saga auf der Xbox Series X spielen. Das Spiel lief dabei jederzeit flüssig, selbst wenn hunderte Legosteine über den Bildschirm flogen. Anfängliche Abstürze, Ladeprobleme und Story-Hänger wurden mit einem Hotfix während der Testphase behoben.

The Skywalker Saga ist auch für Series S, Xbox One, PlayStation 4, PlayStation 5 und Nintendo Switch erhältlich.

Das revolutioniert nicht unbedingt das klassische Spielgefühl der vorherigen Lego-Spiele, fühlt sich aber doch gerade durch die Abschnitte in der offenen Spielwelt runder an als bisher. Falls ihr also gerne auf die Suche nach Sammelobjekten geht, könnt ihr hier neben der ungefähr zwölfstündigen Kampagne zusätzlich dutzende Spielstunden versenken. 

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis

Besonders gut gefallen hat uns während des Tests die Präsentation der Spielwelt. Alle bekannten Schauplätze wurden liebevoll in die Klötzchenwelt überführt. Wenn ihr mit der klassischen Star Wars-Musik im Hintergrund durch Mos Eisley schlendert und ihr an Banthas oder streitenden Jawas (samt dem ikonischen “Utinni!”) vorbeikommt, geht euch als Star Wars-Fan garantiert das Herz auf. 

Orte wie Mos Eisley sind liebevoll gestaltet. Orte wie Mos Eisley sind liebevoll gestaltet.

Auch der Detailgrad der Lego-Bauten lädt diesmal dazu ein, einfach mal stehenzubleiben und die Umgebung zu genießen. Gab es bei den letzten Titeln immer häufiger Objekte, die gar nicht aus Lego bestanden, bemüht sich TT Games wieder zusehends, einen homogeneren Look zu erschaffen. Besonders die Innenräume von Schiffen und Raumstationen bestehen nun fast vollständig aus Bausteinen.

Der typische Lego-Humor kommt natürlich auch nicht zu kurz. So versucht Darth Vader in seinem TIE-Jäger verzweifelt zu dem Radiosender mit dem imperialen Marsch zu wechseln, oder ein Gärtner mäht in Ruhe den Rasen, während die Schlacht der Handelsföderation gegen die Gungans tobt. Besonders gern nimmt die Skywalker Saga etwas kontroverse Szenen der Disney-Sequels auf die Schippe. Luke Skywalker trinkt in jedem unbeobachteten Moment grüne Milch aus einem Karton, Rey triezt Kylo Ren wegen seiner fehlenden Hemden, oder ein übertrieben weinender Chewbacca wird eiskalt von Leia vor dem Millennium Falcon stehen gelassen. 

Die Lego-Bauten sind sehr detailliert. Schiffsinnenräume bestehen diesmal fast komplett aus Steinen. Die Lego-Bauten sind sehr detailliert. Schiffsinnenräume bestehen diesmal fast komplett aus Steinen.

Leider schwankt die Qualität der einzelnen Episoden etwas. In den ersten drei zündet nicht unbedingt jeder Gag. Das Leveldesign fühlt sich besonders in Episode 1 unrund an und ist gefüllt mit Fleißaufgaben. Das steigert sich jedoch von Film zu Film, sodass am Ende ein sehr positiver Gesamteindruck zurückbleibt.

Kleine Neuerungen und Altlasten

Im Gegensatz zu den älteren Spielen nutzt Lego Star Wars: The Skywalker Saga eine dynamische Third Person-Perspektive. Diese kommt besonders gut zur Geltung, wenn ihr über die Schulter zielt und dann sogar einzelne Körperteile eurer Gegner anvisieren könnt. So schießt ihr etwa Stormtroopern den Helm vom Kopf, die daraufhin panisch versuchen, ihre Kopfbedeckung zu fangen. Dies gibt euch zum Beispiel Zeit, im Stil von Gears of War oder anderen Deckungsshootern hinter Objekten in Deckung zu gehen. 

Durch die neue dynamische Kamera werden die Bosskämpfe gut in Szene gesetzt. Durch die neue dynamische Kamera werden die Bosskämpfe gut in Szene gesetzt.

Auch der Nahkampf wurde überarbeitet. Statt einfach nur stumpf auf eine Taste zu hämmern, könnt ihr nun unterschiedliche Kombos ausführen. Das ist auch nötig, denn sonst blocken eure Gegner alle Schläge ab. Auch bei den Batman Arkham-Spielen hat man sich bedient. So könnt ihr per Tasteneinblendung Schläge kontern oder unblockbaren Angriffen mit einem Seitwärtssprung ausweichen. Das wertet das Gameplay merklich auf, auch wenn die Steuerung manchmal etwas fummelig werden kann. Denn die Tasten für Kombos und Ausweichen sind doppelt belegt und streiken hin und wieder mal im Kampf. 

Wirklichen Anspruch dürft ihr aber auch in diesem Lego-Spiel nicht erwarten. Serientypisch ist der Schwierigkeitsgrad sehr niedrig angesetzt. Gegner verursachen kaum nennenswerten Schaden und selbst wenn ihr sterbt, verliert ihr nur ein paar Legosteinchen, die ihr mit ein bis zwei zerstörten Kisten sofort wieder drin habt. Das macht das Spiel zwar ideal, wenn ihr im lokalen Koop, zum Beispiel mit euren Kindern, Spaß haben möchtet, erfahrene Spieler*innen werden sich aber schnell unterfordert fühlen. 

Ein Paradies für Sammler

Solltet ihr zu der Art Spieler*in gehören, die gerne alle möglichen Extras sammelt, dann dürfte The Skywalker Saga euch eine ganze Weile beschäftigen. Auf euren Reisen könnt ihr über 1.000 Upgrade-Steine einsammeln, mit denen ihr die Fähigkeiten eurer Legofiguren verbessern könnt.

Von den Figürchen gibt es über 300 Stück. Diese unterteilen sich in unterschiedliche Klassen, wie Jedi, Helden, Schrottsammler oder Astrodroiden mit jeweils eigenen Fähigkeiten, die ihr auch alle benötigt, um an die verschiedenen Sammelobjekte zu kommen. 

Was Kollege Jonas Gössling am Klötzchenspiel gefallen hat und was nicht, das seht und hört ihr übrigens im Test-Video:

So viel Lego Star Wars gabs noch nie - Die Skywalker Saga im Test 12:13 So viel Lego Star Wars gab's noch nie - Die Skywalker Saga im Test

Besonders selten sind die Holokarten. Damit schaltet ihr witzige Cheats frei. Im “Pju-Pju”-Modus hört ihr etwa statt Blasterfeuer mundgemachte Schussgeräusche, Lichtschwerter werden durch Baguettes ersetzt oder ihr schaltet einen wütenden Pork frei, der eure Gegner mit Geschrei quält. Besonders witzig fanden wir den Nuschel-Modus. Darin werden die gut synchronisierten deutschen Dialoge durch die Lego-Sprache der älteren Spiele ersetzt.

Koop-Modus

Ihr könnt das komplette Spiel im lokalen Koop-Modus spielen. Das Bild wird dann vertikal für den Splitscreen geteilt. Spieler*in 2 muss dafür nur eine Taste auf dem zweiten Controller betätigen und kann sofort ins laufende Spiel einsteigen.

Einen Online-Modus gibt es jedoch leider nicht.

Leider gehen bei so vielen Gegenständen natürlich auch dem besten Entwickler irgendwann die Ideen aus, wie man sie verstecken könnte. So begegnen euch schnell dieselben Schalterrätsel, Hindernisse und Missionstypen. Zur Abwechslung könnt ihr dann aber schon bestandene Story-Missionen wiederholen, um dort besondere Herausforderungen zu versuchen oder Miniraumschiffe zusammenzusetzen. 

Ein Traum für Fans

Lego Star Wars: The Skywalker Saga kennt sein Publikum ganz genau. Star Wars-Enthusiasten erhalten die großartige Atmosphäre der Filme und viel Fanservice. Lego-Freunde hingegen freuen sich über den hohen Detailgrad der Bauten und die kleinen Neuerungen im mittlerweile angestaubten Gameplay. 

Falls ihr mit den Lego-Spielen bisher nichts anfangen konntet, dann wird euch aber auch dieses hier nicht abholen können. Für alle anderen ist die Skywalker Saga hingegen ein echtes Fest und einer der besten Lego-Titel seit Jahren.

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