MW & Warzone: Infinity Ward verspricht härtere Maßnahmen gegen Rassismus

Die Call of Duty-Community hat ein Rassismus-Problem, das auch Modern Warfare und Warzone betrifft. Jetzt soll endlich verstärkt gegen "rassistische Inhalte" vorgegangen werden.

von David Molke,
04.06.2020 15:17 Uhr

Activision und Infinity Ward wollen endlich verstärkt gegen rassistische Namen von Spielern vorgehen. Activision und Infinity Ward wollen endlich verstärkt gegen rassistische Namen von Spielern vorgehen.

In Call of Duty: Modern Warfare und Warzone soll aufgeräumt werden. Entwickler Infinity Ward verspricht, endlich verstärkt gegen Rassismus in der Community vorzugehen. Spieler mit rassistischen Namen sollen schneller gesperrt werden und noch mehr. Damit will Infinity Ward den Ankündigungen von Activision Taten folgen lassen, sich angesichts des von der Polizei ermordeten Schwarzen George Floyd mit der Black Lives Matter-Bewegung zu solidarisieren.

CoD MW & Warzone: Infinity Ward will endlich verstärkt gegen Rassismus vorgehen

Wer schon einmal einen Call of Duty-Teil im Multiplayer gespielt hat, kennt das Problem. Die CoD-Community ist in weiten Teilen nicht 'nur' toxisch und homofeindlich, sondern hier sind auch rassistische Beleidigungen an der Tagesordnung.

In Call of Duty: Modern Warfare und Warzone werden von vielen Spielern vor allem die Ingame-Namen für menschenverachtende Kommentare genutzt. Diese Namen lassen sich beliebig oft und auch mehrfach identisch anpassen. Das führt dazu, das viele Rassisten beispielsweise das N-Wort in ihren Namen einbauen und ganze Squads damit rumlaufen.

Dagegen will Infinity Ward nun endlich mit der gebotenen Härte vorgehen. Dass das bis jetzt nicht der Fall ist, ist erschreckend, war aber für alle Spieler und Spielerinnen klar ersichtlich. Dass es nicht einmal Filter für Begriffe wie das N-Wort gibt, bleibt nach wie vor grob fahrlässig und ist nicht nachvollziehbar.

Das soll sich ändern: "Rassistische Inhalte" hätten in der CoD-Community keinen Platz, schreibt Infinity Ward auf Twitter. Daran arbeite der Entwickler bereits seit Launch, müsse aber einen besseren Job machen. Es müsse mehr getan werden und das soll jetzt passieren, zusätzlich gibt es eine Entschuldigung.

Das verspricht Infinity Ward:

  • Zusätzliche Ressourcen, um rassistische Inhalte zu erkennen
  • Zusätzliche Ingame-Systeme zum Melden, um die Zahl der Bans pro Stunde zu erhöhen
  • Filter und Einschränkungen bei Namens-Änderungen
  • Ingame-Verbesserungen sollen evaluiert werden, um es leichter zu machen, Verstöße zu melden
  • Permanente Bans sollen erhöht werden, um Wiederholungstäter komplett auszuschließen

Link zum Twitter-Inhalt

Warum erst jetzt? Das Problem ist altbekannt und sowohl die einzelnen CoD-Entwickler wie Infinity Ward als auch Call of Duty-Publisher Activision haben lange nichts oder zu wenig dagegen unternommen.

Dass Infinity Ward jetzt konkrete Änderungen plant, kann als Reaktion auf die Kritik am Activision-Statement von vorgestern interpretiert werden. Das stieß vielen Spielern sauer auf, da sich Activision Blizzard gerade im Hinblick auf politische Äußerungen in letzter Zeit nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat.

Mehr dazu findet ihr zum Beispiel hier bei den GameStar-Kollegen:

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Unter dem ursprünglichen Activision-Tweet haben sehr viele Fans direkt auf das Rassismus-Problem in der Community und vor allem auf die N-Wörter in den Spielernamen hingewiesen. Entsprechende Maßnahmen sind bei Activision überfällig und offenbar sollen nun endlich die ersten Schritte eingeleitet werden.

GamePro.de positioniert sich solidarisch zur Black Lives Matter-Bewegung und toleriert keinerlei Diskriminierung. Wir bedanken uns herzlich bei allen, die sich in unserer Community für ein respektvolles Miteinander einsetzen. Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen. Passt auf euch auf.

Wie reagiert ihr auf Spieler mit rassistischen Namen in CoD-Lobbys?

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