Nintendo braucht eine Switch Pro, um sich für die Next-Gen zu wappnen

Während Sony und Microsoft die Weichen für die nächste Hardware-Generation stellen, bleibt es bei Nintendo ruhig. Zeit für ein Hardware-Upgrade der Nintendo Switch, findet Hannes.

von Hannes Rossow,
15.01.2020 13:02 Uhr

Die Switch ist ein echter Ausnahmeerfolg und wenn das so bleiben soll, muss Nintendo nachlegen. Die Switch ist ein echter Ausnahmeerfolg und wenn das so bleiben soll, muss Nintendo nachlegen.

Während die halbe Welt über die nahende Next-Gen spekuliert und über das Kopf-an-Kopf-Rennen von PS5 und Xbox Series X berichtet, scheint sich hardware-technisch bei Nintendo nicht wirklich etwas zu tun. Drei Jahre lang war die Nintendo Switch die "neueste" Konsole, doch dieser Status wird schon bald verfliegen. Umso wichtiger, dass Nintendo jetzt ebenfalls nachlegt – zum Beispiel mit einer Nintendo Switch Pro.

Verliert Nintendo den Anschluss?

Klar, an der nächsten Konsolengeneration wird sich Nintendo nicht direkt beteiligen. Es ist kaum vorstellbar, dass tatsächlich an Hardware gearbeitet wird, die mit Sony und Microsoft konkurrieren soll.

Hannes Rossow
@Treibhausaffekt

Mit seiner Switch ist Hannes rundum zufrieden, auch weil er oft Ports von größeren Releases ganz gemütlich im Handheld-Modus spielen kann. Das dürfte in Zukunft schwieriger werden. Mit der richtigen Ausstattung wäre die Anschaffung einer verbesserten Nintendo Switch für Hannes auf jeden Fall eine Option.

Nintendo versucht bereits seit Jahren, sich abseits aktueller Hardware-Trends und -Entwicklungen zu positionieren und eine eigene Zielgruppe abseits technischer Power zu bedienen. Mit der Switch hat diese Unternehmensphilosophie bislang funktioniert, doch die Next-Gen wird den Leistungsdruck auf Nintendo dennoch erhöhen.

Die Xbox Series X spornt Entwickler zu grafisch Höchstleistungen an und die Switch hat das Nachsehen. Die Xbox Series X spornt Entwickler zu grafisch Höchstleistungen an und die Switch hat das Nachsehen.

Third Party-Support auf der Kippe

Wir wissen nicht, ob aktuell ohnehin ein Hardware-Upgrade der Nintendo Switch geplant ist. Sinn ergeben würde es aber allemal. Denn auch wenn Nintendo nicht ganz vorn mitmischen will, droht der Next-Gen-Wechsel ein wichtiges Standbein der Switch zu gefährden: reichhaltigen Third-Party-Support.

Je aufwändiger die Spiele der Zukunft werden, so schwieriger wird es, Portierungen für die aktuelle Standard-Switch anzufertigen.

Mag es noch machbar gewesen sein, The Witcher 3: Wild Hunt oder Wolfenstein 2: The New Colossus auf die Switch zu bugsieren, würde das bei grafisch und technisch noch anspruchsvolleren Titeln wie Cyberpunk 2077 schon schwieriger werden. Bei Cross-Gen-Titeln wie Dying Light 2, die auch zeigen sollen, was die nächste Konsolengeneration alles möglich macht, ist die Switch schlicht nicht mehr mitzudenken. Langsam aber sicher gehört die technisch ohnehin schon eher moderate Switch zum alten Hardware-Eisen.

Schon bei The Witcher 3: Wild Hunt, einem Spiel von 2015, ist ein solider Port keine Selbstverständlichkeit. Schon bei The Witcher 3: Wild Hunt, einem Spiel von 2015, ist ein solider Port keine Selbstverständlichkeit.

Sollte Nintendo hier endgültig den Anschluss verlieren, würden sich sich die Kaufanreize der Nintendo Switch reduzieren. Klar, es gibt weiterhin die hochwertigen First-Party-Titel wie das kommende Animal Crossing: New Horizons, die auch ohne technische Aufwertung der CPU noch hübsch aussehen werden und auch die Flut an Indie-Titeln auf der Switch wird vorerst ebenfalls nicht abreißen.

Aber AAA- oder AA-Produktionen westlicher Entwickler wird es immer weniger geben. Der Detailgrad an zukünftigen Spielen wird wachsen und dasselbe geht für den Umfang der Spielwelten. Je aufwändiger die Zukunft wird, desto weniger wird es sich lohnen, unverhältnismäßig viel Mühe in Switch-Ports zu investieren, die am Ende dann doch nur mit deutlichen sichtbaren Einschränkungen funktionieren würden. Wenn überhaupt.

Kleiner Schritt, große Wirkung

Es muss ja nicht gleich eine neue Konsole sein: Schon seit dem letzten Jahr schwirren Gerüchte durch das Netz, Nintendo könne eine Pro-Version der Switch planen, die auch in technischer Hinsicht verbessert wird. Nach dem Release der Nintendo Switch Lite wurde es um diese vermeintlichen Pläne aber wieder ruhiger.

Anfang Januar folgte dann das Gerücht, die Massenproduktion der Nintendo Switch Pro könne in den nächsten Wochen starten und der Release sei für den Sommer 2020 angesetzt.

Über folgende Verbesserungen wird dabei spekuliert:

  • 4K-Auflösung
  • verbesserte CPU, insgesamt deutlich stärker
  • Cartridges erhalten mehr Speicherplatz für größere Datenmengen

In Sachen Hardware-Upgrades hat Nintendo im Handheld-Bereich schon 2015 Erfahrungen gesammelt. Der New Nintendo 3DS war seinem Vorgänger sogar derart überlegen, dass Nintendo exklusive Spiele für überarbeitete Modell veröffentlicht hat. Titel wie Xenoblade Chronicles 3D waren auf herkömmlichen 3DS-Handhelds nicht spielbar. Auf ein exklusives Lineup würde Nintendo bei einer Switch Pro aber wohl verzichten.

Mit einer Nintendo Switch Pro könnte die wachsende Kluft zu Sony und Microsoft wieder etwas geschlossen werden. Abhängig davon, wie groß der Hardware-Sprung ausfallen würde, hätten Publisher wie Bethesda oder Ubisoft weiterhin die Möglichkeit, alle drei Konsolen zu bedienen, ohne sich selbst zu sehr einschränken zu müssen. Zwar ist und bleibt die Nintendo Switch zunächst erfolgreich, langfristig könnte der anstehende Wechsel in die nächste Konsolengeneration aber zu einem Problem werden.

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