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Nioh 2 im Test - Das härteste PS4-Exclusive

Mit Nioh 2 will Team Ninja seinen Soulslike-Hit aus dem Jahr 2017 übertreffen und liefert dabei einen erbarmungslosen Höllentrip für absolute Hardcore-Spieler.

von Dennis Michel,
10.03.2020 23:00 Uhr

Im Test zu Nioh 2 erfahrt ihr, was euch beim Action-RPG für die PS4 erwartet. Im Test zu Nioh 2 erfahrt ihr, was euch beim Action-RPG für die PS4 erwartet.

Über drei Jahre nach dem Release von Nioh will Team Ninja seinen gefeierten Vorgänger, der vor allem durch sein vielschichtiges Kampfsystem glänzte, übertreffen. Damit das gelingt, sollen in Nioh 2 speziell die Duelle gegen die Yokai-Dämonen noch abwechslungsreicher ausfallen.

Dabei herausgekommen ist ein Action-Rollenspiel, das von der ersten Sekunden an eine knallharte, nervenaufreibende Spielerfahrung liefert, die sich noch mehr als der Erstling an Hardcore-Gamer richtet. Denn das sei gesagt: War euer Geduldsfaden bereits in Nioh schon stark angespannt, wird er hier reißen.

Die größten Unterschiede zu Nioh 1

Direkt zum Spielstart werden wir mit der ersten Neuerung konfrontiert, dem Charaktereditor. Durften wir uns zuvor mit Held William den japanischen Fabelwesen entgegenstellen, haben wir in Nioh 2 die freie Wahl.

Macht doch was ihr wollt: Egal ob Krieger oder Kriegerin, ob mit Bart, geschminkt, dünnen Haarspitzen oder Zahnfärbung. Hier könnt ihr euch ähnlich dem mächtigen Erschaffer-Tool aus Monster Hunter World nach Belieben austoben. Sollte euch das Aussehen nach wenigen Stunden nicht mehr taugen, könnt ihr es jederzeit anpassen. Das gilt übrigens auch für die Optik von Waffen und Rüstungen, was speziell für Fashion Souls-Fans eine coole Sache ist.

Im Editor von Nioh 2 könnt ihr euch ganz nach Belieben austoben. Im Editor von Nioh 2 könnt ihr euch ganz nach Belieben austoben.

Habt ihr eure Wahl getroffen, fallen Spielern des Vorgängers direkt die nächsten Neuerungen ins Auge: Zwei neue Waffentypen und Yokai-Fähigkeiten für euren Charakter, die das ohnehin schon komplexe Kampfsystem des Vorgängers erweitern.

Diese Waffentypen sind neu: So habt ihr im ausführlichen Tutorial die Wahl aus insgesamt neun unterschiedlichen Waffentypen. Wohlgemerkt nur für den Start. Findet ihr später neue Waffen, dürft ihr die natürlich sofort benutzen. Neu dabei sind:

  • Switchglaive: Eine Sense, die je nach Haltung Aussehen und Funktion verändert.
  • Doppel-Beile: Für schnelle Angriffe. Mit der hohen Haltung könnt ihr ein Beil auf Gegner werfen.

Ihr seid das Monster: Da euer Held neben seiner menschlichen Seite auch einen Dämon in Form eines Yokais in sich trägt, wählt ihr zum Spielstart zudem einen von drei Schutzgeistern. Je nachdem, ob ihr euch für den magischen Hai, den flinken Vogel oder den starken Wolf entscheidet, verfügt ihr über spezielle Schutzgeistfähigkeiten. So bricht beispielsweise auf Knopfdruck ein mächtiger Hai aus dem Boden, der euren Gegner Schaden zufügt oder ein grimmiger Wolf rennt pfeilschnell und angriffslustig den Fieslingen entgegen. Weitere Geister findet ihr übrigens im Verlauf des Spiels.

Hier könnt ihr euch unser Testvideo zu Nioh 2 anschauen. 9:44 Hier könnt ihr euch unser Testvideo zu Nioh 2 anschauen.

Doch damit noch lange nicht genug. Mit Seelenkernen, die ihr von besiegten Yokai-Dämonen erlangt, erweitert ihr euren Schutzgeist mit bis zu zwei weiteren Fähigkeiten. So langt ein mächtiger Yoki mit seiner Pranke ordentlich zu oder ein Enki-Affendämon wirft einen überdimensionalen Speer aus der Luft auf euren Gegner. Im Yokai-Modus, den ihr losgelöst von den Seelenkern-Fähigkeiten aktiviert, könnt ihr euren Gegenübern zudem für eine gewisse Zeit großen Schaden zufügen und seid unverwundbar.

Was Team Ninja hier in Sachen Abwechslung einem ohnehin samt seinen drei Haltungen, den Ninjutsus und der Onmyo-Magie schon diversen Kampfsystem nochmal an Tiefe hinzugefügt hat, ist schlichtweg fantastisch und spielt sich eben so.

Technik-Check:
Nioh 2 lässt euch die Wahl aus drei unterschiedlichen Grafik-Modi: Action, Film und Video. Je nachdem für welchen ihr euch entscheidet, wird der Fokus vermehrt auf die Framerate (bis zu 60 fps) oder die Auflösung gelegt. Im Test mit Version 1.02 auf der PS4 Pro war so ein jederzeit flüssiges Spielerlebnis gesichert. Auch die kurzen Ladezeiten nach dem Charaktertod sind uns positiv aufgefallen.

Probleme mit Bugs abseits minimaler Popups hatten wir keine. Die Nioh 2-Optik glänzt in erster Linie mit ihrer düsteren Atmosphäre und schicken Effekten. Entfesselt ihr eure Yokai-Kräfte, schau das schlichtweg verdammt cool aus. Um den Status "leicht angegraut" in Bezug auf die Grafik kommen wir jedoch wie bereits beim Vorgänger nicht herum. Ein optischer Leckerbissen erster Klasse ist Nioh 2 nicht.

Neue Stärken, alte Schwächen

Beim actiongeladenen und vielfältigen Kampfsystem nimmt sich Team Ninja der größten Stärke des Erstlings an und verbessert diese noch weiter. Doch was bringen die besten Mechaniken, wenn wir sie an den immer gleichen Gegnern anwenden? Schon beim Vorgänger kreideten Spieler oft die geringe Gegnervielfalt und Bosse an, die nur kurz in Erinnerung bleiben.

Stichwort Abwechslung: Nioh 2 wirft uns deutlich mehr Dämonen entgegen, die uns vom kleinen Yokai-Gnom bis zur giftigen Schlangenfrau stets eine eigene Taktik abverlangen. Diese herauszufinden und sich dabei immer tiefer in die Kämpfe zu fuchsen, macht einen höllischen Spaß. Zudem beeindrucken die Bosse durch ihr Design und ihre einzigartigen Movesets und erhöhen das Niveau des Vorgängers in diesem Punkt deutlich.

Da wir euch keinen Boss spoilern wollten, seht ihr hier das coole Design eines Enki. Da wir euch keinen Boss spoilern wollten, seht ihr hier das coole Design eines Enki.

Auch die RPG-Elemente bezogen auf die Entwicklung der Stärken unseres Helden haben allerhand zu bieten. Vom normalen Levelaufstieg samt dutzender zu steigender Stats über eigene Fähigkeitenbäume für unsere Waffen und unserer Yokai-Form, um nur einige wenige zu nennen, könnt ihr viel Zeit in eure Charakterentwicklung stecken. Die Vergabe von Titeln (Agyo/Ungyo) zu Werteverbesserung und die Kodamas sind natürlich auch wieder mit dabei.

Dorf-Ception: Doch Nioh 2 ist nicht frei von Schwächen, die größtenteils auch schon im Erstling zu finden waren. Zum einen gibt es bei den Kulissen der einzelnen Missionen noch zu viel Eintönigkeit, auch im Vergleich zum Vorgänger. Mal laufen wir während der ersten Missionen durch ein düsteres Dorf am Flussufer, mal durch ein brennendes Bergdorf, mal durch ein heruntergekommenes Dorf in eine dunkle Höhle. Im späteren Verlauf variieren die Schauplätze leicht, wer Nioh gespielt hat, dem dürfte all das aber bekannt vorkommen.

Was uns jedoch in allen Mission wiederum sehr gut gefallen hat, ist die Möglichkeit Geheimnisse zu entdecken, die uns nicht nur frischen Loot bringen. Wer die Augen offen hält, kann auch den ein oder anderen Bosskampf geringfügig leichter gestalten. Durch die kompakten Level kommt die Level-Architektur zwar nicht an die Souls-Spiele heran, dennoch hat Nioh 2 stets unseren Entdeckerdrang geweckt.

Brennende Dörfer haben die Entwickler dem Anschein nach wirklich sehr gern. Brennende Dörfer haben die Entwickler dem Anschein nach wirklich sehr gern.

Den nächsten Kampf bitte: Auch die Geschichte kommt (trotz sehenswert inszenierter Cutscenes) nicht über den Status seichtes Grundrauschen hinaus: Japan während der Sengoku-Ära wurde von Dämonen überrannt und von Kriegen gepeinigt. Grund für unseren stummen Halb-Yokai hier ein wenig Ordnung ins Chaos zu bringen. Zwar wird das ganze Szenario mit reichlich Infos zum japanischen Volksglauben und einer herrlich düsteren Atmosphäre garniert, im Fokus steht die Erzählung jedoch nicht. Muss sie auch nicht, wollten wir uns viel lieber schnell in die nächsten packenden Kämpfe stürzen.

Eine Erfahrung für Hardcore-Spieler

Abschließend wollen wir noch die Frage nach dem Grad der Herausforderung klären.

Ist Nioh 2 das härteste Soulslike? Betrachten wir nur den Offline-Modus, müssen wir die Frage mit einem klaren "Ja" beantworten. Nioh 2 bietet eine Herausforderung, die euch spätestens ab der zweiten Mission alles abverlangt. Ein noch so kleiner Gegner kann euch binnen zwei Treffern und einer Millisekunde der Unachtsamkeit töten.

Die Anzahl starker Yokai wurde deutlich erhöht und die Bosse gehören ohne Ausnahme mit zu den schwersten, die wir je in einem Action-RPG dieser Art angetroffen haben. Zweistündige Lernpassagen, um den fiesen Level-Endgegner in den Staub zu schicken, waren während unseres Tests keine Seltenheit.

Der Samurai-Talentbaum ist nur einer von vielen. Nioh 2 bietet euch viele Wege, um euren Charakter zu verändern und zu verbessern. Der Samurai-Talentbaum ist nur einer von vielen. Nioh 2 bietet euch viele Wege, um euren Charakter zu verändern und zu verbessern.

Zwar sind die Kämpfe stets fair, jedoch ist die Lernkurve teils absurd steil und die Bosse schlicht mit zu viel Leben ausgestattet.

Abhilfe durch Vielfalt: Nioh bietet jedoch im Vergleich zu einem Spiel wie Sekiro die Möglichkeit den eigenen Charakter entscheidend zu verändern. Gegner haben stets eine Schwäche, jedoch müsst ihr diese zunächst herausfinden. Auch die Wahl einer anderen Waffe, eines anderen Schutzgeists, einer verbesserten Rüstung, kann die entscheidende Wende im Kampf herbeiführen.

Abhilfe durch Koop: Zudem könnt ihr die Missionen entweder gemeinsam im Koop angehen oder euch bis zu zwei Freunde ins Spiel holen. Dadurch werden beispielsweise die Bosskämpfe leichter, jedoch keine Selbstläufer ähnlich der Souls-Spiele. Auf Hilfe durch Geister der Verstorbenen, die ein Abbild echter Spieler darstellen, konnten wir uns hingegen nicht verlassen, zu schnell sind diese im Kampf gestorben.

Ihr seht: Nioh 2 bietet durchaus Wege aus dem Schlamassel, in dem ihr aber immer wieder aufs Neue bis zum Hals steckt. Wer nicht gewillt ist, sich dieser enormen Herausforderung zu stellen, der sollte einen weiten Bogen um das Action-RPG machen. Eintritt nur für absolute Hardcore-Spieler oder jene, die sich diesen "Titel" erarbeiten wollen.

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