Wenn ihr in den letzten Jahren Koop-Spiele zu zweit gezockt habt, werdet ihr vermutlich nicht um A Way Out, It Takes Two oder Split Fiction von Entwickler Hazelight herumgekommen sein.
Das neue Spiel Orbitals ist zwar nicht vom selben Studio, möchte 2026 exklusiv auf der Switch 2 aber an die Erfolgsformel anknüpfen und richtet sich außerdem an Fans von guten, alten Anime-Serien wie Dragon Ball oder Sailor Moon aus den 80ern und 90ern.
Viel Koop, viel Anime, viel Herz
Orbitals entsteht beim japanischen Studio Shapefarm. Die Nähe zu den Hazelight-Klassikern ist kein Zufall, denn Game Director Jakob Lundgren hat vorher an allen drei großen Vorbildern mitgearbeitet und will seine Koop-Expertise nun auch beim neuen Projekt unterbringen.
1:00
Orbitals: Die Koop-Überraschung der Game Awards sieht aus wie Split Fiction mit 80er-Jahre-Anime-Optik
Ihr übernehmt die beiden Hauptcharaktere Maki und Omura. Weil ihre Heimatwelt von einem kosmischen Sturm bedroht wird, macht sich das Duo auf in die unbekannten Weiten des Alls, um nach Hilfe zu suchen. Dort erwarten euch Raumschiffe, fremde Planeten und Action in schicker Anime-Optik.
Genau genommen versucht das Team trotz 3D-Grafik den 2D-Stil besser erlebbar zu machen, sei es durch gezeichnete Anime-Zwischensequenzen oder besondere Animationen. Die Charaktere und ihre Bewegungen werden nämlich mit einer niedrigeren Framerate dargestellt, was den handgezeichneten TV-Vibe unterstreichen soll.
Im Gespräch mit Lundgren und dem Creative Director Marcos Ramos haben die beiden mit mir etwas mehr über ihre Inspirationen gesprochen. Neben den spielerischen Einflüssen durch It Takes Two und Co. spielen die bereits erwähnten Anime eine wichtige Rolle.
Dabei geht es nicht um eine spezifische Serie. Vielmehr soll Orbitals den Vibe von klassischen Serien aus den 80ern und 90ern transportieren. Ziel sei es, dass das Spiel den Eindruck erweckt, dass es auch eine weitere Reihe aus genau dieser Epoche sein könnte.
Ein paar konkrete Inspirationen haben die zwei aber trotzdem verraten: Für die Charaktere standen beispielsweise Ranma ½ oder Sailor Moon Pate. Die Welt erinnert etwa an Nausicaä, Venus Wars oder Neon Genesis Evangelion und was den grundsätzlichen Vibe der Abenteuergeschichte angeht, werden sich Fans der originalen Dragon Ball-Episoden womöglich wie Zuhause fühlen.
Den ersten Bildern und Gameplay-Clips nach zu urteilen, könnte diese Rechnung durchaus aufgehen. Bisher macht Orbitals optisch einen stimmigen Eindruck auf mich.
Damit ist nicht nur der Artstyle gemeint, denn auch die Musik und Soundeffekte wirken direkt sympathisch und authentisch – inklusive japanischer Synchro! Ich zweifle jedenfalls nicht daran, dass hier echte Anime-Fans am Werk waren.
Nur im Duo liegt die Kraft
Die Nähe zu den Hazelight-Spielen wird bei der kleinen Entwickler-Präsentation direkt deutlich. Fangen wir etwa damit an, dass Orbitals ausschließlich im Splitscreen-Koop gespielt werden muss.
Ihr könnt euch dabei für Online- und Couch-Koop entscheiden. Beide Modi lassen sich auch miteinander mixen, wie mir die beiden bestätigt haben. Falls es mit einem Treffen vor Ort mal nichts wird, könnt ihr also auch zwischendurch Online mit demselben Spielstand weitermachen – sehr gut.
Doch auch beim Gameplay will sich das Shapefarm-Team voll und ganz auf den Koop-Gedanken fokussieren. Es soll keine Momente geben, in denen nur eine Figur das Spiel voranbringt.
Als Beispiel nennen die beiden Situationen, in denen eine Spielerin etwa still auf einer Druckplatte stehen muss, die eine Tür öffnet, während die zweite Person schnell hindurch huscht.
Ein Grundsatz lautet: Wenn ich einen Abschnitt allein beenden kann, indem ich einen Controller beiseite legen und mit dem zweiten Controller weiterspiele, dann ist es ein schlechter Abschnitt. Genau diese Mechaniken will Shapefarm vermeiden.
Stattdessen sollen beide Charaktere immer etwas spaßiges zu tun haben und aufeinander angewiesen sein. Diesen Aspekt hat Hazelight bereits ziemlich gut gemeistert. Ob es auch bei Orbitals klappt, bleibt abzuwarten, aber zumindest ist es eine vielversprechende Herangehensweise an ein Koop-Abenteuer.
Für einen ersten Gameplay-Eindruck könnt ihr euch hier 9 Minuten Gameplay von Orbitals anschauen, das uns vom Entwicklerteam zur Verfügung gestellt wurde:
9:01
Orbitals: 9 Minuten Gameplay der Koop-Hoffnung veröffentlicht – So sieht das "It Takes Two für Anime-Fans" in Action aus
Ein lineares SciFi-Abenteuer aus zwei Perspektiven
Eine weitere Gemeinsamkeit besteht beim starken Fokus auf die Geschichte. Die beiden Hauptfiguren Maki und Omura erleben eine lineare Heldenreise, in der euch viele actionreiche Abenteuer, aber auch emotionale Charakter-Momente, Freundschaft und Herzlichkeit erwarten sollen.
Dazu gehört, dass die Devs den Schwierigkeitsgrad in Grenzen halten wollen. Hier geht es also nicht um große Herausforderungen, sondern um eine fantastische Reise, die sich tonal auch an Familien und gemütliche Pärchenabende richtet.
Da beide Figuren immer unterschiedliche Aufgaben zu bewältigen haben, lohnt es sich zumindest ein zweites Mal mit vertauschten Rollen zu spielen. An der Story wird sich dadurch jedoch nichts ändern, wie die Devs verraten haben. Auch hier scheinen die großen Vorbilder hindurch.
Das klingt alles super, aber wo ist der Haken?
Ich hatte in der Vergangenheit bereits viel Spaß mit A Way Out, It Takes Two und Split Fiction. Ein weiteres Spiel dieser Art nehme ich jederzeit mit Kusshand und Orbitals macht, gemessen am bisher gezeigten Material, einen vielversprechenden Eindruck auf mich.
Einen großen Wermutstropfen hat das Ganze allerdings, denn wie bereits erwähnt, ist Orbitals ein Switch 2-Exclusive. Auf Nachfrage bestätigen mir die beiden, dass es aktuell keine Pläne für eine Umsetzung auf anderen Plattformen gibt.
Das bedeutet zwar nicht zwangsläufig, dass es niemals eine Fassung für PC, PS5 und Xbox geben kann, aber für den Moment sieht es dahingehend düster aus, was ich wirklich schade finde, weil es die Zielgruppe stark auf die noch recht neue Nintendo-Konsole einschränkt.
Davon abgesehen müssen wir weiter ausführliche Gameplay-Eindrücke abwarten, denn letztlich steht und fällt die Qualität von Orbitals eben genau mit der Kreativität der Rätsel und der Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren Maki und Omura – beides lässt sich aktuell nicht wirklich beurteilen.
Hier könnte die starke Inspiration durch Hazelight auch ein Nachteil sein, denn spätestens seit Split Fiction liegt die Messlatte für abwechslungsreiche Koop-Level und unerwartet kreative Gameplay-Ideen verdammt hoch.
Allein, wie viele unterschiedliche Genres und Spielmechaniken sich in den bunten Vorbildern innerhalb eines Durchgangs abwechseln, war und ist nach wie vor beeindruckend. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich das Team von Shapefarm hier schlägt und ob sie an dieser Stelle mit Hazelight mithalten können.
Der Artstyle und die inhaltlichen Vorbilder von Orbitals klingen schon jetzt gut für mich und das, was bisher in Trailern zu sehen war, macht mir persönlich Lust auf mehr.
Nun seid ihr gefragt: Klingt Orbitals nach einem coolen Koop-Spiel für euch oder hadert ihr noch mit dem Gameplay oder Artstyle?
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.