Couch-Koop-Spiele sind nicht mehr gängig und werden in Zeiten von Online-Multiplayer immer seltener. Sogar mit erfolgreichen Ablegern des Genres wie Split Fiction, It Takes Two und No Way Out von Hazelight Studio gibt es nur wenige Spiele, die dieses traditionelle Couch-Koop-Gefühl, wo man wirklich aktiv zusammenarbeiten muss, richtig rüberbringen können.
Das kommende Koop-Spiel Orbitals mit seinem Retro-Anime-Look will jedoch genau in diese Fußstapfen treten. Ich durfte schon bei Nintendo in Frankfurt in die erste Stunde von Orbitals reinspielen und kann jetzt schon sagen, dass das Spiel mich in seinen Bann gezogen hat.
Was ist Orbitals überhaupt und worum geht es?
Bei Orbitals handelt es sich um ein 3D-Koop-Adventure für zwei Spieler*innen, wo beide aktiv zusammenarbeiten müssen, um die Herausforderungen des Spiels – oftmals in Form von Puzzle-Elementen – zu meistern und in der Geschichte voranzukommen. In einigen Plattforming-Passagen wechselt die Perspektive außerdem zu 2D.
Vergleichbar sind die Spielmechaniken von Orbitals also mit den bereits erwähnten berühmten Titeln aus dem Hause Hazelight Studio wie It Takes Two oder Split Fiction – nur in einem Retro-Anime-Stil.
Die Charaktere erinnern dabei vom Stil her an den Look von Animes aus den 80ern und 90ern. Der Hintergrund ist zwar ebenfalls 3D, aber genau wie die Figuren so gezeichnet, dass er den Stil der handgezeichneten Hintergründe aus den alten Serien perfekt nachahmt.
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Orbitals: Die Koop-Überraschung der Game Awards sieht aus wie Split Fiction mit 80er-Jahre-Anime-Optik
Worum geht’s in Orbitals? Orbitals erzählt die Geschichte der beiden jungen Weltraumforscher*innen Maki und Omura. Nachdem ein mysteriöser kosmischer Sturm ihr Zuhause vor 15 Jahren zerstört hat und nun bereits der nächste angekündigt ist, machen sie sich auf die Suche nach Hilfe – bevor sie alles, was ihnen noch von ihrem Zuhause geblieben ist, verlieren.
Der Traum eines jeden Retro-Anime-Fans und Nostalgie pur
Nachdem ich mich also bei Nintendo mit meinem Koop-Partner Patrick (Youtuber NerdOverNews) zusammengetan habe, ging es auch schon direkt an die Anspiel-Session und schon der optische erste Eindruck war fantastisch.
Wer Fan von Retro-Animes wie Ranma ½, Saint Seya, Sailor Moon, Arale oder Dragon Ball ist, wird hier absolut begeistert sein. Den alten Zeichenstil aus dieser Zeit hat Orbitals sowohl bei den Charakteren als auch Hintergründen perfekt getroffen – mitsamt subtilen Scanlines wie damals im Fernsehen, die aber keineswegs während des Spielens stören.
Dieses Gefühl der Nostalgie liegt aber nicht nur an der Optik, sondern auch den Zwischensequenzen. Diese sind komplett im Stil von Retro-Animes animiert und könnten glatt als solche durchgehen.
Die gut umgesetzte deutsche Synchro trägt natürlich ebenfalls ihren Teil zu diesem nostalgischen Anime-Feeling bei, und ich war absolut verliebt.
Mich persönlich hat der Look schon komplett in den Bann gezogen und es ist bereits ein großer Pluspunkt für mich. Immerhin gibt es zu wenige Spiele, die diesen nostalgischen Look so gut treffen und umsetzen können.
Die Optik ist jedoch nicht der einzige Nostalgie-Boost von Orbitals, denn auch den Soundtrack hat Entwickler Shapefarm perfekt getroffen und das Gefühl von alten poppigen Anime-Openings für die Hintergrundmusik eingefangen.
Hier könnt ihr einen kleinen Ausschnitt vom Soundtrack aus meiner Anspiel-Session hören:
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Orbitals: Soundtrack im Hauptmenü und bei der Charakterauswahl vom Hands-On-Event
Grundsätzlich hat uns Publisher Kepler Interactive auch noch verraten, dass Fans im Spiel so einige versteckte Easter Eggs zu beliebten Retro-Anime-Serien finden können. Welche das sind, haben sie mir aber noch nicht verraten.
Split Fiction, aber einfacher
Zum Gameplay kann ich nur sagen: Es erinnert an Split Fiction, ist aber deutlich einfacher. Das heißt, dass die Koop-Aufgaben nicht besonders schwer sind, und es herrschte in der einen Stunde Anspielzeit in keinem Moment Zeitdruck oder Verwirrung zwischen Patrick und mir, während wir Rätsel lösten.
Der einfache Schwierigkeitsgrad hat mich dabei nicht sonderlich gestört, ich hatte trotzdem gut Spaß. Für den einen oder anderen könnte es aber etwas zu leicht sein, wenn man mehr Action oder kniffliges Knobeln erwartet.
Orbitals fokussiert sich eher auf Puzzle-Elemente, Plattforming und die Narrative. Action gibt es nur hin und wieder und dann wird es auch nicht zu fordernd. So etwa bei der simplen Steuerung des Raumschiffs.
Anstelle von hoch, runter, links und rechts, steuert die Person, die im Cockpit sitzt, nur nach links oder rechts – wobei im Kampf auch mal zur Seite ausgewichen werden muss, um kommenden Geschossen auszuweichen.
Generell greift hier das typische Couch-Koop-Prinzip wie in It Takes Two und anderen Genre-Vertretern. Zusammenarbeit ist Pflicht, um die gestellten Aufgaben zu meistern, in der Geschichte voranzukommen oder, wie bei unserer Demo, zu Beginn des Spiels das Raumschiff durch einen Notschalter neu zu starten.
Dabei mussten wir abwechselnd in einem bestimmten Rhythmus, der sich auch einmal plötzlich umstellte, farbige Knöpfe drücken oder ich musste einen Magneten in die richtige Öffnung leiten, während Patrick mir mit einem Greifhaken den Weg frei machte.
Andere Werkzeuge sind natürlich auch mit am Start, die wir aber in der Demo nicht zu sehen bekommen haben.
Das hat schon jede Menge Spaß gemacht, da die plötzlichen Änderungen im Rhythmus für einige witzige Momente zwischen uns beiden gesorgt haben – wenn wir etwas Falsches gedrückt und unsere Charaktere einander etwa versehentlich mit dem Werkzeug in den Rücken gestoßen haben.
Für Abwechslung ist gesorgt und Mini-Spiele sind auch mit von der Partie
Zusätzlich gibt es abseits der Hauptgeschichte auch kleinere Mini-Spiele. In unserer Demo durften wir mit einem gefährlichen Laser Seilspringen oder wild Buttons drücken, um einen Dummy gegen den Kopf zu schlagen und die höchste Punktzahl zu bekommen – etwas, das mir sehr viel Spaß gemacht hat.
Dank unterschiedlicher Herausforderungen ist auch immer wieder für Abwechslung gesorgt – auch wenn sie nicht besonders schwer sind.
Mal müssen wir uns gegen Geschütze im All durchballern, mal musste einer von uns einen kleinen Roboter namens Chibi in einem Plattforming-Segment zum anderen Ende führen, während er gleichzeitig drohte zu explodieren und von der anderen Person durch eine Glasscheibe immer wieder aufgeladen werden musste. Oder wir haben in Tandem mit einem Wasser- und Hitzestrahl die Temperatur eines Rohres perfekt geregelt – langweilig war uns beiden auf keinen Fall.
Wie sieht es denn aus mit der Story?
Zum Abschluss auch noch ein paar Worte zur Story, zu der ich leider noch nicht allzu viel sagen kann. In unserer nahezu einstündigen Demo haben wir die einzelnen Charaktere kennengelernt, aber noch nicht viel von der Kerngeschichte gesehen.
Zu Beginn waren wir sogar etwas verwirrt. Hier ist in einer Rückblende zu sehen, wie unsere beiden Hauptfiguren Maki und Omura als Kinder scheinbar in einem brennenden Raumschiff feststecken. Ein Mann namens Togen hält die beiden in den Armen und steckt sie dann in eine Art Kapsel oder Maschinerie – scheinbar zu ihrem Schutz.
Was genau danach passiert, ist für Patrick und mich nach wie vor ein Rätsel, denn nur wenige Sekunden später tauchen die beiden Kinder in einer Rauchwolke neben Togen wieder auf. Danach folgt ein Timeskip und wir sehen die beiden als Teenager durch ein Raumschiff rennen, wo die Story nach einer kurzen Zwischensequenz dann auch ansetzt.
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Orbitals: 9 Minuten Gameplay der Koop-Hoffnung veröffentlicht – So sieht das "It Takes Two für Anime-Fans" in Action aus
Sind unsere spielbaren Charaktere vielleicht nur Klone der Hauptfiguren? Wir können bislang nur rätseln. Mein Gehirn war jedenfalls bereits dabei, allerlei Theorien zum Start der Geschichte zu entwickeln, und ich wollte definitiv wissen, was es damit auf sich hat.
Publisher Kepler hat uns außerdem versichert, dass Orbitals sich auch bei der Erzählung nach den typischen emotionalen Momenten und Plottwists eines guten Animes richten will. Wie genau das aussieht, müssen wir leider noch abwarten.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf den Release von Orbitals und kann es kaum erwarten, mit meinem Partner dieses nostalgische Anime-Spiel im Koop durchzuspielen.
Fazit der Redaktion
Myki Trieu
Als großer Fan sowohl von Koop-Spielen, wo man aktiv wirklich zusammenarbeiten muss und alleine nicht vorankommt, als auch Anime-Serien – besonders die guten alten Serien der 90er Jahre wie Sailor Moon und Inuyasha – hat mich Orbitals sofort neugierig gemacht.
Alleine der klassische Retro-Anime-Look und die Musik haben mein Anime-Fan-Herz höher schlagen lassen – die deutsche Synchro war noch das i-Tüpfelchen und hervorragendumgesetzt.
Auch das Gameplay hat Laune gemacht, und ich wollte den Controller eigentlich nicht mehr aus der Hand legen, weil ich mehr von der Welt von Orbitals und den nächsten cleveren Puzzles im Spiel sehen wollte.
In Bezug auf die Story muss Orbitals natürlich am Ende noch beweisen, ob es wirklich mit den Anime-Klassikern von damals mithalten kann.
Letzten Endes bin ich dennoch sehr gespannt auf das Spiel und kann den Release kaum abwarten. Mich juckt es jetzt schon in den Fingern herauszufinden, was es mit Makis und Omuras Zwischensequenz zu Beginn der Story auf sich hat und welche Retro-Anime-Easter-Eggs sich sonst noch in Orbitals verstecken.
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