Pokémon Schwert & Schild - Schon wieder Zufallskämpfe? Ohne mich!

Das Switch-RPG Pokémon Schwert und Schild bringt Zufallskämpfe zurück. Linda will die sichtbaren Taschenmonster nach Let’s Go Pikachu und Evoli aber nicht mehr missen.

von Linda Sprenger,
28.02.2019 14:00 Uhr

Pokémon Schwert & Schild für Switch führt wieder Zufallskämpfe ein. Pokémon Schwert & Schild für Switch führt wieder Zufallskämpfe ein.

Mit Pokémon Schwert und Schild erwartet uns Ende des Jahres ein neuer Hauptableger der Reihe für Nintendo Switch, der endlich die Taschenmonster der 8. Generation freilässt. Der Debüt-Trailer lässt mich größtenteils begeistert zurück, und ich kann es kaum erwarten, den Trainer-Rucksack zu packen und mich in die neue Region Galar zu stürzen.

Eine Sache nervt mich am neuen Pokémon-Abenteuer aber doch: Schwert und Schild bringt die Zufallskämpfe zurück. Ein Feature, das in meinen Augen völlig veraltet ist.

Warum ich keine Lust mehr auf Zufallskämpfe habe

Seit jeher verlassen sich Game Freaks Pokémon-Rollenspiele auf Zufallsbegegnungen. Als Trainer laufe ich in jedem Hauptableger der Reihe durchs hohe Gras, bis plötzlich der Bildschirm verschwimmt, Kampfmusik ertönt, und ich mich mit einem wilden Taschenmonster herumschlagen muss.

Als Neunziger-Kind, das neben den originalen Editionen Rot und Blau mit Spielen wie Final Fantasy 9 aufgewachsen ist, habe ich mich lange Zeit gar nicht an Zufallskämpfen gestört. Sie gehörten für mich immer zum JRPG-Genre dazu.

Linda Sprenger
@lindalomaniac

Linda ist großer Fan der Pokémon-RPGs von Game Freak. Die rote Edition war sogar ihr allererstes Videospiel überhaupt. Auch auf den neuen Ableger der Reihe freut sie sich. Nach dem spielerisch viel zu einfachen Let's Go kommt endlich wieder ein Core-RPG! Auf Zufallskämpfe will sie nach dem Switch-Remake der gelben Edition in Zukunft aber verzichten.

In den letzten Hauptteilen der Pokémon-Reihe, Sonne und Mond, hinterfragte ich das Feature nicht, sondern nahm es als gegeben hin. Es stimmte mich nostalgisch und erinnerte mich an alte Tage, an denen ich Pokémon Rot mit dem Game Boy auf dem Schulhof spielte.

Pokémon ohne Zufallskämpfe? Konnte ich mir nie vorstellen. Bis Nintendo im letzten Jahr Let's Go Pikachu und Evoli herausbrachte und zeigte wie es besser geht. Im Remake der Gelben Edition erkenne ich die Elektromaus und ihre knuddeligen Poké-Freunde nämlich direkt auf der Map und muss nicht erst darauf warten, bis mir ein Biest zufällig entgegen springt. Und dieses Feature begeisterte mich mehr als anfangs gedacht.

In Let's Go sind Pokémon direkt in der Spielwelt sichtbar. In Let's Go sind Pokémon direkt in der Spielwelt sichtbar.

Mit Schwert und Schild kehren die Macher auf spielerischer Ebene zu den Wurzeln der Reihe zurück. Die Pokémon-Sammelei funktioniert jetzt wieder nach der klassischen Formel "finden, kämpfen und fangen". Heißt: Die simple Fangmechanik nach dem Vorbild von Pokémon GO ist Geschichte. Bevor man einen Pokéball auf ein Taschenmonster schleudert, muss man es wie früher zunächst im Kampf schwächen.

Weil ich Let's Go Pikachu und Evoli stellenweise als viel zu einfach empfand, begrüße ich die Rückkehr des altbekannten Prinzips. Nur von Zufallskämpfen habe ich die Nase voll.

Rückschritt statt Fortschritt

Pokémon Let's Go öffnete mir die Augen: Zufällige Begegnungen nerven doch nur. Ein Streifzug durchs hohe Gras oder eine Höhle kann so schnell zur Tortur werden. Insbesondere, wenn ich ich einfach nur schnell von A nach B reisen will.

Ein wildes Pikachu erscheint! Ein wildes Pikachu erscheint!

Ich muss ins Pokémon-Center, weil mein gesamtes Team nach dem Training in der Wildnis K.O. gegangen ist? Zufallskampf! Ich will nur mal schnell in den Markt der nächsten Stadt, weil ich neue Pokébälle brauche? Zufallskampf! Wenn sich dahinter dann noch nicht mal ein seltenes Biest, sondern ein stinknormales Taubsi verbirgt, könnte ich erst recht wild werden.

Klar, immerhin kann ich mir mit dem Item "Schutz" aushelfen, das Pokémon fern hält. Was aber, wenn ich auf einem Abenteuer in einer labyrinthischen Höhle alle verbraucht habe? Zwei Meter schutzlos gelaufen, und ... Zufallskampf!

Let's Go macht's richtig

Verteilen sich Pokémon hingegen sichtbar in der Welt, kann ich Taschenmonster viel gezielter einfangen oder umgehen. Dort hinten lungert ein Rattfratz? Da mache ich lieber einen großen Bogen drum. Endlich ein Ditto? Da überlege ich nicht zweimal, sondern stürze mich mit dem Superball im Anschlag sofort in den Kampf.

In Pokémon Let's Go wirkt die Spielwelt so außerdem viel lebendiger als in anderen Spielen der Reihe. In den Büschen und Gräsern des Waldes von Vertania City tummeln sich Smettbos, Safcons und Pikachus. Jeder Ort des Spiels wird von etlichen Taschenmonstern bevölkert und verwandelt sich in das Pokémon-Traumland, das ich mir als Kind in der echten Welt herbeigesehnt habe.

In den Neunzigern mussten Entwickler aus technischen Gründen zwangsläufig auf Zufallsbegegnungen zurückgreifen. Heute ist das Feature aber nicht mehr als ein nostalgisches Relikt. Und davon darf sich die Pokémon-Hauptreihe nach 20 Jahren nun endlich mal verabschieden.

Pokémon Schwert und Schild - Erster Trailer zum neuen Spiel für Nintendo Switch 2:13 Pokémon Schwert und Schild - Erster Trailer zum neuen Spiel für Nintendo Switch

Pokémon Schwert & Schild - Screenshots - Trailer ansehen


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