Seite 2: Ich hab 4 Stunden Blood of Dawnwalker gespielt und wenn die Devs DAS hinkriegen, könnte es eines der besten RPGs der letzten 10 Jahre werden

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Unterschiedliche Spielstile für Tag und Nacht

Nach der Messe kommen die Ereignisse dann so richtig ins Rollen. Die Dorfbewohner*innen haben genug von den Opfergaben und planen einen Aufstand gegen Brencis. Der bekommt natürlich Wind davon, schlägt die Revolte nieder, entführt Coens Familie und verwandelt ihn in einen Vampir … so zumindest der Plan.

Irgendetwas geht bei der Verwandlung nämlich schief und Coen wird stattdessen zum namensgebenden Dawnwalker – Mensch bei Tag, Vampir bei Nacht.

Und das wirkt sich auch auf das Gameplay aus. Als Mensch kann Coen nur ein Schwert nutzen oder Magie einsetzen, um Gegner etwa kurzzeitig zu betäuben. Als Vampir habe ich zusätzlich Klauen und anstelle von Magie vampirische Fähigkeiten.

Mit denen kann ich mich etwa über kurze Distanzen teleportieren oder an Wänden entlanglaufen. Im Gefecht sauge ich Gegner aus, um mich zu heilen oder verlangsame im Austausch gegen etwas Leben die Zeit.

Blutsaugen Bei Nacht heilt Coen sich mit Blut, tagsüber muss ich stattdessen auf Tränke und Essen ausweichen.

Schattenschritt Auch diese Fähigkeit hat Coen nur nachts und kann sich damit über kurze Strecken teleportieren.

Die Kämpfe laufen in menschlicher und Vampir-Form grundlegend gleich ab. Mit R1/RB greife ich an, L1/LB ist zum Blocken da und auf Kreis/B mache ich einen  Ausweichschritt.

Ungewöhnlich ist der Einsatz des linken Sticks. Damit gebe ich nicht nur die Richtung meiner Attacken an – kloppe ich zu oft nur von einer Seite zu, werde ich öfter geblockt – sondern auch meiner Blocks. 

Die klappen nur, wenn ich die richtige Richtung wähle, die mir mit einem Pfeil-Indikator angezeigt wird – Kingdom Come: Deliverance lässt grüßen, auch wenn das System in Dawnwalker deutlich weniger komplex und anspruchsvoll ist.

Passe ich den Block perfekt ab, bringe ich den Gegner außerdem ins Wanken. Das ist besonders bei mehreren Feinden nützlich. Zwar greifen diese nie gleichzeitig an und warten eher brav auf ihre Gelegenheit, hin und wieder fällt mir aber einer von ihnen in den Rücken und dann muss ich schnell sein.

Ich muss auch auf meine Gegner in der Umgebung achten, denn greifen Coen gerne mal von der Seite an. Ich muss auch auf meine Gegner in der Umgebung achten, denn greifen Coen gerne mal von der Seite an.

Etwas nervig ist, dass Coen hier direkt auf den neuen Feind geht, selbst wenn ich den letzten schon fast niedergeknüppelt habe. Hier wäre eine Möglichkeit zum gezielten Anvisieren nützlich.

Das System braucht grundsätzlich ein bisschen Eingewöhnung. Sobald ich aber drin war, hat sich ein angenehmer Flow entwickelt, mit dem ich es selbst mit einer Gruppe von eigentlich noch zu starken Feinden aufnehmen kann, solange ich konzentriert bleibe. In diesem Punkt schlägt Dawnwalker für mich das stumpfe Draufhauen aus The Witcher schon nach den ersten Anspieleindrücken deutlich.

Das Bluttrinken als Vampir hat übrigens nicht nur spielerische Auswirkungen. Geht Coens Gesundheit zur Neige, übermannt ihn der Durst und er saugt kurzerhand den nächstbesten NPC aus – selbst wenn das ein Questgeber oder anderweitig wichtiger Charakter ist. Also sollte man tunlichst vermeiden, dass Coen zu durstig wird und unterwegs vielleicht ein Reh aussaugen.

Wenn Coen zu viel Heißhunger auf einen Snack hat, bin ich irgendwann gezwungen, meinen Gegenüber auszusaugen. Wenn Coen zu viel Heißhunger auf einen Snack hat, bin ich irgendwann gezwungen, meinen Gegenüber auszusaugen.

Gleichzeitig erhöht es das “Verderbnis”-Level von Coen. Je höher das ist, desto mächtiger sind die Vampir-Fähigkeiten, die ich erlernen kann. Dadurch sinkt aber auch seine Menschlichkeit – was genau die Auswirkungen davon sind, kann ich aber noch nicht abschätzen.

Eine wirklich offene Open World

Zum Abschluss meiner Anspiel-Session konnte ich noch ein wenig die Open World erkunden, die dank Unreal Engine 5 auch ziemlich schick aussieht. Mir sind schon einige atmosphärische Details aufgefallen: Die dichte Vegetation wiegt sich etwa im Wind, während Nebelschwaden vor den Bergen in der Ferne wabern.

Technische Performance: Komplett einwandfrei lief meine Anspielversion noch nicht. Vereinzelt gab es bei der PC-Fassung Pop-Ins und Framedrops und auch kleinere Bugs wie Feinde, die sich in Kisten festgebuggt hatten.

Da ich hier noch einen Beta-Build gespielt habe, kann Rebel Wolves an solchen Stellen bis zum Release hoffentlich noch ausbessern.

In der Welt wird mir ebenfalls ein grobes Ziel an die Hand gegeben (ein altes Kloster aufzusuchen, um Informationen zu sammeln), aber im Grunde habe ich wieder völlige Freiheit.

So suche ich unter anderem einen verschwundenen Müller, der einer Widerstandsgruppe angehört, liefere mir auf dem Weg an einem Monsterbau einen kleinen Bosskampf mit einem gigantischen, säurespuckenden Lurch, stolpere unterwegs über einige Soldaten von Brencis, die Blutfässer transportieren – und entdecke in einem davon einen Kerl, der sich darin in das Vampir-Schloss schleichen wollte.

Ignoriert man einmal kurz das Blut, siehts doch echt schick und idyllisch hier aus! Ignoriert man einmal kurz das Blut, sieht's doch echt schick und idyllisch hier aus!

Auch hier spielt Zeit wieder eine Rolle. Wende ich ein paar kostbare Stunden auf, um eine Wache abzulenken, damit ich mich in ein Gefängnis schleichen kann oder versuche ich, mich durch die eigentlich noch zu starken Gegner zu schnetzeln? Nutze ich eine Stunde, um ein paar Blutfässer zu zerstören, in der Hoffnung, dass das Brencis zumindest etwas schwächt?

Ich hoffe, dass hier im fertigen Spiel noch ein paar richtig knifflige Entscheidungen auf mich warten. Dann könnte die Zeitmechanik einer der besten Aspekte von Dawnwalker werden.

Bislang wirkt die Open World jedenfalls so, als könnte ich am Wegesrand immer wieder über interessante Geschichten stolpern. Letztlich konnte ich aber noch nicht genug von der Welt sehen, um das beurteilen zu können.

Die Quest mit dem Müller ging etwa in einem Bereich weiter, den ich im Anspielevent nicht betreten durfte. Ich kann aber zumindest sagen: Ich hätte nur zu gerne weitergespielt und hab schon jetzt Lust darauf, mehr von der Spielwelt zu entdecken.

Kleinere Aktivitäten wie ein Monsterbau kosten mich keine Zeit, locken aber mit Loot. Kleinere Aktivitäten wie ein Monsterbau kosten mich keine Zeit, locken aber mit Loot.

Einziges Manko ist dabei, dass es kein Pferd gibt, um schneller durch die Welt zu kommen. Auch wenn die nicht riesig und kleiner als beispielsweise in The Witcher 3 ist, kann ich mir jetzt schon vorstellen, dass ich das Sprinten von A nach B schnell leid werde. 

Dabei hilft auch nicht, dass ich schon mehrfach bei Quests Leute begleiten musste, die langsamer als ich sprinten. Immerhin: Zumindest nachts kann ich später die Fähigkeit freischalten, mich in einen Wolf zu verwandeln und so etwas schneller zu rennen.

Fragezeichen Hauptmission

Nach den spaßigen ersten Stunden bleibt bei mir allerdings noch ein großes Fragezeichen: die Hauptmission. Die existiert, wie bereits erwähnt, nicht im klassischen Sinne. Vielmehr suche ich mir aus, welche Verbündeten von Brencis ich etwa ausschalte und welchen Spuren ich auf der Suche nach Mitstreiter*innen nachgehe, um meine 30 Tage und Nächte zu füllen.

Je mehr ich Brencis und seinen Vampiren schade, desto schwächer wird er – im Gegenzug erlässt er aber auch Edikte, die Coen das Leben erschweren, etwa eine Ausgangssperre. Je mehr ich Brencis und seinen Vampiren schade, desto schwächer wird er – im Gegenzug erlässt er aber auch Edikte, die Coen das Leben erschweren, etwa eine Ausgangssperre.

Fühlt sich das wie im Prolog nach meiner ganz persönlichen Geschichte an, die dynamisch von meinen Entscheidungen geformt wird, könnte das fantastisch werden.

Sollte das modulare System aber stattdessen dafür sorgen, dass die Missionen einfach zusammenhanglos aneinandergereiht wirken, könnte sich eines der größten Alleinstellungsmerkmale des Spiels schlimmstenfalls zur Schwäche entwickeln – was ich wirklich nicht hoffe!

Genau erfahren wir das spätestens am 3. September 2026, wenn The Blood of Dawnwalker für PS5, Xbox Series X/S und PC erscheint.

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