Jetzt mit Plus alles auf einer Seite lesen

Jahres-Abo
4,99€

pro Monat

12 Monate

Günstigster Preis
Zugang zu allen exklusiven Artikeln, Videos & Podcast-Folgen
Werbefreiheit auf GameStar.de & GamePro.de
Auf geht's
Quartals-Abo
5,99€

pro Monat

3 Monate

14% gegenüber Flexi-Abo sparen
Zugang zu allen exklusiven Artikeln, Videos & Podcast-Folgen
Werbefreiheit auf GameStar.de & GamePro.de
Auf geht's
Flexi-Abo
6,99€

pro Monat

1 Monat

Monatlich kündbar
Zugang zu allen exklusiven Artikeln, Videos & Podcast-Folgen
Werbefreiheit auf GameStar.de & GamePro.de
Auf geht's

Resident Evil 3 im Test - Horror-Highlight mit Schwächen

Im Remake von Resident Evil 3 für PS4 und Xbox One spendiert Capcom Jill und Carlos eine Generalüberholung. Ihr actiongeladener Ausflug nach Raccoon City überzeugt, reicht aber nicht an den Vorgänger heran. Lest hier unser ausführliches Review.

von Dennis Michel,
30.03.2020 17:00 Uhr

Lest hier unseren ausführlichen Test zum Remake von Resident Evil 3 für PS4 und Xbox One. Lest hier unseren ausführlichen Test zum Remake von Resident Evil 3 für PS4 und Xbox One.

In der kernsanierten Horror-Neuauflage von Resident Evil 3 für PS4 und Xbox One geht es ein Jahr nach dem fantastischen Remake des Vorgängers erneut auf nach Raccoon City. Diesmal erleben wir jedoch die apokalyptischen Ereignisse aus der Sicht des ehemaligen S.T.A.R.S.-Mitglieds Jill Valentine und des Ex-Söldners Carlos Oliveira. Mit der Biowaffe namens Nemesis im Rücken versuchen beide aus der von Zombies überrannten Stadt zu entkommen.

Während wir Resident Evil 2 noch uneingeschränkt für Horror- und Resi-Fans empfehlen konnten, ist das Remake von Teil 3 ähnlich dem Original aus dem Jahr 1999 nach wie vor ein Spiel, an dem sich die Geister scheiden werden. Denn auch die von kleinen Schönheitsfehlern durchzogene Generalüberholung kommt nicht an die Genialität des Vorgängers oder gar des ebenfalls eher actionorientierten Nachfolgers heran. Resident Evil 3 ist also auch im Jahr 2020 kein Meisterwerk, aber auch nicht meilenweit davon entfernt.

Die größten Neuerungen im Vergleich zum PS1-Original:

Fehlende Türanimationen: Die langatmigen Ladebildschirme entfallen. Generell gibt es keine Ladezeiten mehr im Spiel.
Neues Speichersystem: Speichern ist jetzt auf allen drei zu Beginn freigeschalteten Schwierigkeitsgraden an Schreibmaschinen ohne den Einsatz von Farbbändern jederzeit möglich. Zudem speichert das Spiel an bestimmten Stellen automatisch.
Perspektivwechsel: Die statischen Kameraperspektiven gehören der Vergangenheit an. Gesteuert werden Jill und Carlos aus der Verfolgerperspektive
Ihr seid fast nie sicher: Gegner können euch durch Türen hinweg verfolgen. Seid ihr unvorsichtig oder erregt durch Lärm zu viel Aufmerksamkeit, kann es gut sein, dass ein Zombie durch die Tür stapft.
Geänderte Handlung: Capcom hat sich bei der Erzählung nicht eins zu eins ans Original gehalten, weswegen auch Fans des Klassikers noch Neues erleben.

Ein actiongeladener Höllentrip

Euch führt der Weg direkt vom Zweier-Remake hierher und das Original kennt ihr nur vom Hörensagen? Dann solltet ihr vorab wissen, dass der gut sechs- bis siebenstündige Weg bis zum Abspann mit reichlich Action garniert ist, der größere Teile des beklemmenden Survival-Horrors des Vorgängers ablöst.

Nicht nur gibt euch das Spiel recht früh ein größeres Arsenal von bis zu zehn Waffen in die Hand - vom unkaputtbaren Messer über die Schrotflinte bis hin zum Granatwerfer –, auch findet ihr deutlich mehr Munition, mit der ihr die zahlreichen Zombie-Horden und natürlich den Nemesis beharkt. Der Horror wird also oft nicht aus einsamer Beklemmung, sondern eurer Panik vor den rasch nahenden Schrecken gespeist.

Carlos hat von Beginn an ein Sturmgewehr, das er auch bei all den Schrecken dringend benötigt. Carlos hat von Beginn an ein Sturmgewehr, das er auch bei all den Schrecken dringend benötigt.

Das zeigt sich beispielsweise in den Abschnitten mit Carlos, der schon von Beginn an ein Sturmgewehr bei sich trägt, um damit Untote niederzumähen - ein himmelweiter Unterschied zur bedrückenden Munitionsnot von Leon und Claire im Vorgänger. Aber egal ob mehr Action oder weniger, das Trefferfeedback ist wieder einmal ganz hervorragend. Platzt dem getroffenen Zombie vor uns der Kopf oder ein getroffener Hund schliddert uns entgegen, dann fühlt sich das verdammt wuchtig und befriedigend an.

Dennoch kommen wir hier auch gleich zu zwei kleineren Kritikpunkten am Gameplay. Wo sich das leicht schwammige Zielen via Controller zuvor beim noch taufrischen Polizisten Leon authentisch anfühlte, wirkt es bei unseren beiden geschulten Waffenspezialisten in Resi 3 doch auf Dauer leicht unpassend. Die Betonung liegt hier wohlgemerkt auf "leicht".

Wie gut ist RE: Resistance? (Update) Mittlerweile konnten wir den asymmetrischen 4vs1 Multiplayer unter Release-Bedingungen testen und haben festgestellt, dass sich unser Preview-Eindruck gefestigt hat. Wollt ihr noch etwas mehr Zeit mit dem Gesamtpaket des Dreier-Remakes verbringen, bietet Resistance eine mit reichlich Makeln gespickte Möglichkeit dazu, die durchaus für ein paar Runden mit Freunden Spaß bringen kann.

Ein umständliches Matchmaking-System, Probleme mit dem Balancing, mittelmäßige Map-Designs und der Fakt, dass Freischaltungen über ein Ingame-Lootboxen-System aktuell schlicht zu lange dauern, verhindern jedoch den Sprung zu einem guten Koop-Spiel. Für den Test wurde Resistance dennoch im Bereich Umfang positiv vermerkt. Die generelle Qualität von Resistance hatte jedoch abseits davon keinen Einfluss auf die Gesamtwertung von Resident Evil 3.

Dieser Punkt fiel uns speziell bei einer Action-Sequenz auf, in der wir über ca. fünf Minuten dutzende Zombies von einer verbarrikadierten Tür fernhalten mussten. Klar, das Waffen-Handling ist natürlich Übungssache, so richtig rund fühlt es sich dann aber doch nicht an.

Doch kommen wir zum zweiten Grund zu Mäkeln: Nicht nur dieser gescriptete Moment, auch die Bosskämpfe gegen den zähnefletschenden Nemesis wirken auf Gameplay-Ebene im Jahr 2020 recht antiquiert. Daran kann auch ihre hervorragende Inszenierung via Cutscenes nichts ändern. Über weite Strecken des Kampfs meist fliehend im Kreis zu laufen und ab und an einen Schuss auf das Monster abzufeuern, funktioniert zwar, der große Spaß wollte dabei aber nicht aufkommen.

Den Nemesis im Nacken

Wo wir gerade schon beim Nemesis waren, dem Namensgeber des Originals: Hier in spoilerfreier Kürze, was uns bei den Aufeinandertreffen erwartet hat. Im Prinzip bestehen die Auftritte der furchteinflößenden Biowaffe aus drei unterschiedlichen Arten der Begegnung:

  • Bosskämpfe
  • Gescriptete Passagen: Auf einer brennenden Hochhaus-Baustelle mussten wir einen vorgegeben Weg einschlagen, um vor dem Monster zu fliehen. Diese Abschnitte sind temporeich inszeniert und lassen euch durch die stete Mutantengefahr im Nacken kalte Schweißperlen über die Stirn laufen.
  • Verfolger-Passagen: In der ersten Hälfte des Spiels wurden wir zudem des Öfteren vom Nemesis in den offenen Arealen verfolgt, wie beispielsweise den Straßen von Raccoon City. Dann stapft der Gute nicht nur langsam im Mr. X-Stil hinter euch her, sondern greift mit seinen Tentakeln nach Jill oder landet mit einem großen Hopser vor euch und packt die mutierte Pranke aus. Und glaubt uns, wer hier beim ersten Aufeinandertreffen ruhig bleibt und nicht ganz tief im Sessel versinkt, der ist schon ein echt harter Hund. Diese Momente sind es, die den Resi 3-Horror ausmachen und die wirklich gelungen sind.

Zwar sind wir als große Fans des eher ruhigeren Survival-Horrors selbst nicht die größten Freunde des Nemesis und der Verfolger-Action, jedoch waren seine Auftritte auch nicht so zahlreich, dass wir ständig nur auf der Flucht gewesen wären. Einzig Jills vergleichsweiser Mangel an Geschwindigkeit (abseits vom flinken, neuen Ausfallschritt) ist uns leicht störend aufgefallen. Wenn solch ein Monster die Verfolgung aufnimmt, kann man ruhig ein wenig mehr die Beine in die Hände nehmen. Aber gut, wo bliebe dann schließlich die Angst vor dem Schrecken im Nacken.

Testvideo zum Remake von Resident Evil 3. 10:59 Testvideo zum Remake von Resident Evil 3.

Es gibt einen Shop: Habt ihr das Spiel auf einem der drei zu Beginn freigeschalteten Schwierigkeitsgrade beendet, erhaltet ihr Zugang zum Shop. Hier könnt ihr euch für Punkte, die ihr durch gemeisterte Herausforderungen wie "besiege 200 Gegner mit der Pistole" erhalten habt, neue Goodies kaufen. So gelangt ihr beispielsweise an ein neues Kostüm für Jill, eine Münze, die eure Angriffskraft steigert, oder ein brennendes Messer, das eure Gegner in Brand steckt. Das motiviert für weitere Durchgänge ungemein. Via Echtgeld könnt ihr die Punkte übrigens nicht beziehen.

Verschenktes Story-Potenzial

Die Geschichte rund um Jill, Carlos und den Nemesis wird wie bereits aus dem Vorgänger gewohnt ohne Ladepausen und mit hochwertigen Cutscenes gespickt präsentiert. Während beide Hauptfiguren als erfahrene (Ex-)Soldaten authentisch erscheinen und uns durch ihre Notlage und ihre Zuneigung füreinander schnell ans Herz gewachsen sind, blieben die Nebencharaktere eher blass und einseitig.

Zwar werden Figuren wie Captain Mikhail Viktor in Zwischensequenzen gezeigt, viel erfahren wir über die NPCs jedoch nicht. Auch die Geschichte rund um die Flucht aus Racoon City war schon damals und ist auch heute nichts, was in Erinnerung bleibt. Natürlich ist Resident Evil allgemein keine Reihe, die bekannt für ihre tiefgreifende Erzählung ist, sondern vielmehr für ihr atmosphärisches Universum.

Gibt es mehrere Kampagnen oder B-Sides? Resident Evil 3 bietet nur die Kampagne mit Jill und Carlos. Auch B-Sides, welche die Geschichte leicht verändern, gibt es hier nicht. Über alternative Enden können wir aktuell noch keine Auskunft geben, werden die Information aber später nachreichen.

Dennoch müssen wir Capcom hier ein wenig Einfallslosigkeit in puncto Erzählung vorwerfen. Die Handlung in Resident Evil 2 verlief bei den jeweiligen Kampagnen von Claire und Leon abseits kleiner Ausnahmen stets linear, war daher nachvollziehbar. In Resi 3 springen wir jedoch konstant zwischen Jill und Carlos hin und her. Bei Carlos erfahren wir oft nicht, was dem Guten in den Jill-Passagen widerfahren ist.

Die Nebenfiguren wie Captain Mikhail Viktor bleiben über den Verlauf der Story leider eher blass. Die Nebenfiguren wie Captain Mikhail Viktor bleiben über den Verlauf der Story leider eher blass.

So erfüllt er beispielsweise in einem Moment noch einen Auftrag im Zentrum der Stadt und befindet sich im nächsten Moment an Jills Seite. Wie er aber von Punkt A nach Punkt B gekommen und was dazwischen passiert ist, können wir nur erahnen. Auf diese Story-Lücken hätte Capcom leicht verzichten und stattdessen die Spieldauer einfach anheben können, indem sie uns diese Wege selbst gehen lassen. So wäre Resi 3 nicht nur einen Tick länger geworden, sondern vor allem wäre die Geschichte selbst runder.

Mehr Abwechslung, weniger Rätsel

Und obwohl es gerade im Vergleich zu Resident Evil 2 zahlreiche Schauplätze von der Kanalisation bis hin zu in Flammen stehenden Gebäuden gibt, hätte auch die Stadt selbst noch mehr bieten können. Generell geben die Ortswechsel nämlich ein besseres Gefühl für Raccoon City als düstere, atmosphärische Großstadt, die wir bis in die hinterste Ecke erkunden wollen.

Diesen Punkt hat Resi 3 nämlich von seinem Vorgänger übernommen. Wir wollten einfach immer wissen was sich in jedem Safe, hinter jeder verschlossenen Tür und hinter der nächsten Abzweigung befindet. Denn wer weiß, vielleicht wartet dort eine coole Modifikation für unsere Pistole.

Rätsel-Fans kommen in Resident Evil 3 nicht wirklich auf ihre Kosten. Richtig ins Grübeln geraten sind wir nie. Rätsel-Fans kommen in Resident Evil 3 nicht wirklich auf ihre Kosten. Richtig ins Grübeln geraten sind wir nie.

Allerdings werden Kennern des Vorgängers die meisten Abschnitte doch sehr, sehr vertraut vorkommen. Nehmen wir nochmal die Kanalisation als Beispiel. Klar, jetzt laufen hier riesige, blubberige Hunter Gamas umher, die uns mit einem Happs verspeisen wollen. Das unterirdische Drumherum in Form des Abwassersystems ist uns jedoch noch aus Resi 2, das vor etwas mehr als einem Jahr erschien, bestens im Gedächtnis. Diese Art von Déjà-vu erleben wir ständig.

Spielerisch hätte etwas mehr Abwechslung ebenfalls nicht geschadet: Denn Rätsel-Fans werden in Resident Evil 3 nur bedingt auf ihre Kosten kommen. So richtig ins Grübeln geraten, wo jetzt wohl welcher Gegenstand seinen Platz haben könnte, sind wir nie. Abseits davon gibt es immerhin für wachsame Spieler stets etwas zum Entdecken. Sei es eine neue Wumme, die im Spiel verstreuten Charlie-Sammelfiguren oder Akten mit kleinen Geschichten der Bewohner.

Ein erneut atmosphärischer und optischer Leckerbissen

Zum Schluss noch ein Blick auf die Technik und die allgemeine Horror-Atmosphäre von Resident Evil 3 auf der PS4 Pro. Die Xbox One-Version konnten wir mangels Testversion vor Release noch nicht testen.

Update: Laut der Tech-Experten von Digital Foundry (siehe Video) kämpfte die Xbox One-Version zum Launch noch mit Performance-Problemen, die bereits aus der Demo von Resident Evil 3 bekannt waren. Mit dem neusten Patch wurden diese jedoch behoben.

Die Resident Evil 3-Demo sieht fantastisch aus, macht auf der Xbox One X aber Probleme   67     2

Mehr zum Thema

Die Resident Evil 3-Demo sieht fantastisch aus, macht auf der Xbox One X aber Probleme

Auch das Dreier-Remake wurde mit Hilfe der mächtigen RE-Engine entwickelt und schaut wie bereits der Vorgänger schlichtweg fantastisch aus. Toll inszenierte Cutscenes und die erneut hervorragenden Licht- und Schatteneffekte stechen besonders hervor. Wie erwartet, sind auch die Gore-Effekte erneut nichts für schwache Mägen, wenn sie uns auch ein wenig abgeschwächt im Vergleich zu Teil 2 vorkamen. Wer aber Angst hatte, den Zombies platzt nicht mehr der Kopf, dem können wir an dieser Stelle Entwarnung geben.

Eine Entwarnung gibt es auch hinsichtlich der Performance, die sich in puncto der Bildrate abseits der Cutscenes meist im Bereich um die 60fps aufhielt. Von Bugs sind wir abseits einer Passage, in der einige Elemente (wie etwa weiter entfernte Zombies) verwaschen dargestellt wurden, verschont geblieben.

Resident Evil 3 sieht wie bereits der Vorgänger fantastisch aus und bietet eine tolle, düstere Atmosphäre. Resident Evil 3 sieht wie bereits der Vorgänger fantastisch aus und bietet eine tolle, düstere Atmosphäre.

Was kommt also unterm Strich raus? Es gibt durchaus einiges an Resident Evil 3 zu kritisieren, aber das Wichtigste stimmt: Capcom ist erneut ein enorm atmosphärisches Horrorspiel gelungen. Nur dass es seine Stärken nicht wie sein Vorgänger aus der gruseligen Survival-Stimmung zieht, sondern vielmehr aus dem Gefühl der sich anbahnenden Gefahr in Form des Nemesis, eines mächtigen Hunters oder eben aus einer ganzen Armee Zombies.

Und damit schließt sich auch der Kreis. Wie gut euch Resident Evil 3 gefallen wird, hängt ganz davon ab, welche Art von Horror-Fan ihr seid. Taugt euch der Fokus hin zu mehr Action, werdet ihr abseits der aufgeführten Schwächen erneut eine Menge Freude mit einem hochwertig produzierten Remake haben.

1 von 3

nächste Seite


zu den Kommentaren (153)

Kommentare(153)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen oder schließen