Resident Evil 7 - Hier sind 3 Dinge, die Capcom noch besser machen könnte

Resident Evil 7 ist ein hervorragendes Serien-Comeback. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die man hätte besser machen können, findet Tobi.

von Tobias Veltin,
03.02.2017 14:30 Uhr

Hier sind 3 Dinge, die Resident Evil 7 noch besser machen könnte. Hier sind 3 Dinge, die Resident Evil 7 noch besser machen könnte.

Ich werde nicht müde zu betonen, dass Resident Evil 7 wahrscheinlich das Beste ist, was der Serie passieren konnte. Endlich wieder Survival-Horror und angespannte Atmosphäre - herrlich! Zudem hat Capcom mit dem Baker-Anwesen ein gruseliges Setting erschaffen, das mich beim Durchspielen enorm gefangen genommen hat. Und von der tollen VR-Integration auf der PS4 fange ich gar nicht erst an. Wer wissen will, was Resident Evil 7 noch großartig macht, sollte hier meinen Test zum Spiel oder hier meinen Check des DLCs "Verbotenes Filmmaterial 1" lesen.

Wo Licht ist, ist meist aber auch Schatten und das ist bei Resident Evil 7 nicht anders. Schon beim ersten Durchgang aber insbesondere bei den darauffolgenden sind mir einige Dinge aufgefallen, die das Spiel noch besser hätte machen können. Dinge, die Resident Evil 7 noch einmal mehr Atmosphäre und Qualität gegeben hätten. Nachfolgend hab ich mir drei Dinge herausgepickt, die Resident Evil 7 meiner Meinung nach besser machen könnte.

Spoiler-Warnung!
Achtung: Im nachfolgenden Artikel gehe ich auf spätere Ereignisse (z.B. Bosskämpfe und Szenarien) in Resident Evil 7 ein. Wer sich nicht spoilern lassen will, hört also ab hier auf zu lesen!

1. Gegnervielfalt

Versteht mich nicht falsch, die Molded sind tolle, ekelerregende Gegner, die mir bei den ersten Begegnungen den Angstschweiß auf die Stirn getrieben haben. Insbesondere, wenn die Viecher in der Überzahl waren, hatte ich spätestens nach einem Blick auf die Munitionsanzeige meist die Hosen gestrichen voll. Doch es gibt schlicht zu wenige Varianten davon. Die langsamen Walker, die flinken Krabbler und die fetten Spucker entlocken mir im späteren Spielverlauf nur noch ein Gähnen, es fehlt das Überraschungsmoment.

Anfangs sind die Molded noch bedrohlich, diese Gefühl schwindet mit besserer Bewaffnung. Anfangs sind die Molded noch bedrohlich, diese Gefühl schwindet mit besserer Bewaffnung.

Gerade später auf dem Schiff und insbesondere in der Salzmine ist man viel zu mächtig, ballert die Molded im Dutzend nieder als wäre es eine Fingerübung. Wie cool wäre es gewesen, wenn ich mich ständig auf neue Gegnerarten hätte einstellen müssen? Bewährte Bekämpfungsmuster wären dann sinnlos gewesen und durch eine größere Gegnervielfält hätte das Spiel sowohl an Bedrohung als auch an Überraschung gewonnen.

Mehr zum Thema:Fan-Theorien wollen die offenen Fragen am Ende von Resident Evil 7 klären

2. Mehr Vertrauen in die eigenen Stärken

Mein größter Kritikpunkt an Resident Evil ist das schwache letzte Drittel. Klar, hier wird das Geheimnis um die Baker-Familie gelüftet und dadurch kommt das Spiel noch einmal in Fahrt, aber sowohl spielerisch als auch insbesondere hinsichtlich der Szenarien war mir das Ende des Spiels schlicht zu dünn, und ich fühlte mich in alte Ballerzeiten zurückversetzt, als ich mich durch das Schiff und die Salzmine kämpfte. Diese Settings versprühten nicht ansatzweise den Charme des Baker-Anwesens und es wurde zu actionlastig.

Gerade der letzte Abschnitt in der Salzmine fällt im Vergleich zum Baker-Anwesen deutlich ab. Gerade der letzte Abschnitt in der Salzmine fällt im Vergleich zum Baker-Anwesen deutlich ab.

Hier hätte ich mir mehr Mut von Capcom gewünscht, sich auf genau die Stärken zu verlassen, die die ersten beiden Drittel von Resident Evil 7 so herausragend machen. Spannung, Atmosphäre und vor allem das Gefühl der Schwäche - letzteres geht leider im Bauch des Schiffswracks mit Mia und später in der Mine mit Ethan komplett flöten. Gleiches gilt auch für die Rätsel: Die sind zwar generell nicht schlecht, aber gerade der erste DLC zeigt doch, dass sie soviel besser und kniffliger hätten sein können. Für einen eventuellen achten Teil will ich also diesen Mut, den die Entwickler beim neuen Konzept bewiesen haben, durchgehend sehen.

3. Bosskämpfe

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo man sich über Bosskämpfe lustig gemacht hat, wenn sie zu einfach waren und man nur die leuchtenden Stellen eines Gegners treffen musste - Captain Obvious quasi, wie das Schießen auf rote Fässer. Und genau so einen Kampf setzt mir Resident Evil 7 als längsten Bosskampf vor! Nach zwei Dritteln des Spiels trete ich (mal wieder) gegen Jack Baker im Bosskampf an. Der ist grauenhaft mutiert und - ja genau - übersät mit leuchtenden Augen, die zerschossen werden müssen. Gähn! Generell wird der gute Jack als Endboss in Resident Evil 7 etwas überstrapaziert. Erst muss man sich mit ihm in der Garage duellieren, später dann im Zerlegungsraum und später nochmal im besagten Bootshaus - das ist mindestens einmal zuviel.

Der mutierte Jack Baker ist zwar optisch der coolste Boss des Spiels, dafür aber keine wirkliche Herausforderung. Der mutierte Jack Baker ist zwar optisch der coolste Boss des Spiels, dafür aber keine wirkliche Herausforderung.

Der Kampf mit Marguerite im alten Haus zieht sich dagegen unerträglich in die Länge, aber nur weil sie sich immer wieder verkriecht, nicht etwa, weil es eine spielerische Herausforderung gäbe. Und was ist eigentlich mit Lucas? Der wurde doch mit seinen kranken Rätselspielchen und Fallen hervorragend eingeführt. Und später war er dann einfach weg? Achja: Über den letzten Bosskampf gegen die mutierte Eveline breite ich jetzt einfach mal den Mantel des Schweigens, der fühlte sich nämlich eher nach einem Quick-Time-Event an. Herausforderung oder Spannung? Kaum.

Und jetzt seid ihr dran: Findet ihr meine Kritikpunkte gerechtfertigt? Und was könnte Resident Evil 7 eurer Meinung nach besser machen? Schreibt es mir in die Kommentare.

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