Resident Evil 7 - Verbotenes Filmmaterial 1 frustriert, ist aber trotzdem ein großer Spaß

Tobi hat sich ungemein auf den ersten DLC zu Resident Evil 7 gefreut. Und nach dem Anspielen stellt er fest: Zurecht. Auch wenn ihn der DLC hier und da etwas frustriert.

von Tobias Veltin,
02.02.2017 14:00 Uhr

Resident Evil 7 - Launch-Trailer stellt uns DLC-Pack "Verbotenes Filmmaterial 1" genauer vor 0:58 Resident Evil 7 - Launch-Trailer stellt uns DLC-Pack "Verbotenes Filmmaterial 1" genauer vor

Wer meinen Test zu Resident Evil 7 gelesen hat, der weiß, dass ich Resi 7 für den größten Serien-Meilenstein seit Resident Evil 4 halte. Packend, beängstigend, einfach gut - aber leider auch nach knapp 10 Stunden vorbei. Klar, da gibt es noch den höchsten Schwierigkeitsgrad "Irrenhaus", aber vor dem hab ich Stand jetzt noch zu viel Respekt.

Wie gut, dass es schon kurz nach dem Release neues Horror-Futter in Form des ersten DLCs mit dem Titel "Verbotenes Filmmaterial 1" gibt. Und ich war sofort Feuer und Flamme, als ich hörte, dass ein Teil der Erweiterung ein neues spielbares Videotape ist. Und das "Schlafzimmer"-Video ist dann tatsächlich auch mein Highlight des DLCs. In der Rolle des Kameramanns Clancy muss ich hier aus dem titelgebenden Schlafzimmer entkommen.

Dafür stehen mir allerlei Hilfsmittel zur Verfügung. Anfangs habe ich nur einen Löffel und eine Laterne, aber nach der ersten Erkundung des Zimmers raucht schon der Kopf. Was hat es mit den Bildern auf sich,+ und wie kommt man in den Raum nebenan, aus dem mich ein Schlüssel im Käfig anlacht? Ich liebe diese Grübelei und der DLC setzt mir hier das bislang komplexeste Resi-7-Rätsel vor. Es wirkt ausgefeilter und cleverer als alle Denkaufgaben des Hauptspiels.

Wie kriegt man diese Kiste auf? Nur eins der vielen Rätsel aus dem Schlafzimmer-Level. Wie kriegt man diese Kiste auf? Nur eins der vielen Rätsel aus dem Schlafzimmer-Level.

Zumal ich beim Grübeln immer wieder unter enormen Druck gesetzt werde. Für die größte Gefahr sorgt nämlich Mörder-Mama Marguerite, die immer mal wieder ins Zimmer kommt - zum Beispiel, wenn ich zu großen Lärm mache. Dann heißt es: Schnell zurück ins Bett und alle Objekte so zurückstellen, wie ich sie vorgefunden hat. Da zittere ich dann jedesmal aufs Neue, wenn ich im Bett liege und die Alte hereinkommt. Ich habe für das Rätsel ungefähr eine dreiviertel Stunde gebraucht, Wiederspielwert gibt es logischerweise keinen, ansonsten ist das Bedroom-Rätsel aber klasse.

Albtraum-Modus: Resident Evil 7 goes Horde

Für den Wiederspielwert ist ohnehin ein anderer Teil des DLCs zuständig. Nämlich das "Albtraum"-Level, das im Grunde ein Resi-7-Survival-Modus ist. Wieder als Clancy erwache ich im Keller des Baker-Anwesens und muss bis zum Morgengrauen überleben. In dieser Zeit erwarten mich insgesamt 5 Angriffswellen, die hauptsächlich aus Molded bestehen, zweimal muss ich mich zudem noch mit Jack Baker herumschlagen.

Die Besonderheit bei "Albtraum": Waffen und Upgrades kann ich nicht in der Umgebung finden, sondern muss sie mit einer neuen Währung namens "Reste" erwerben. Reste bekomme ich entweder durch abgeschlossene Wellen oder an einer von vier im Keller herumstehenden Maschinen, die regelmäßig die kleinen Metalldinger herstellen.

Speziell in Welle 4 und 5 stürmen etliche Molded auf den Spieler zu. Speziell in Welle 4 und 5 stürmen etliche Molded auf den Spieler zu.

Die Krux dabei liegt in den Entscheidungsmöglichkeiten. Kaufe ich zuerst viel Munition, um die Runde gut zu überstehen? Oder investiere ich lieber direkt in Upgrades für meine Waffen und Verbesserungen wie schnelleres Nachladen? Oder gebe ich die Reste für Umgebungsfallen und Heilung aus? Die Möglichkeiten sind vielfältig und machen den Albtraum-Modus tiefgängiger und variantenreicher als es zunächst scheint. Zudem gibts eine tolle Atmosphäre, denn in dem engen Kellergewölbe fühle ich mich zumindest mit der Anfangsbewaffnung gegen die Molded ziemlich hilflos und gehetzt.

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Knifflig wirds vor allem in den späteren Stufen. Denn dann kommen nicht nur deutlich mehr Gegner auf mich zu, sondern ich muss auch immer wieder von Maschine zu Maschine hetzen, um regelmäßigen Währungsnachschub zu bekommen. Einfach ist "Albtraum" deswegen insbesondere bei den ersten Versuchen nicht, da ich zwangsweise viel herumexperimentiere und dadurch früher oder später ins Gras beiße.

Das mag zunächst frustrierend sein, trotzdem werde ich bei einem Tod indirekt belohnt, denn für Kills und abgeschlossene Wellen bekomme ich Punkte, die nach und nach neue Extras für den Shop freischalten - bessere Waffen und Fallen zum Beispiel. Mir ist bis jetzt bei all meinen Versuchen in der letzten Runde die Munition ausgegangen und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Versuch.

Ethan muss sterben

Bleibt noch der dritte Teil des DLCs, das Mini-Game namens "Ethan muss sterben". Und hier ist der Name tatsächlich Programm, der Schwierigkeitsgrad ist hammerhart. Ich muss Marguerite im Gewächshaus erledigen, brauche dafür aber erst einen Schlüssel aus dem Haupthaus, habe zudem nur ein Messer und extrem wenig Energie. Items bekomme ich nur aus Kisten, die zufällig in der Gegend verteilt sind. So kann es sein, dass ich direkt zu Beginn einen Brenner finde und etwas wehrhafter bin, genauso gut kann die erste Kiste aber auch explodieren und ich bin sofort tot.

Die Gegner im "Ethan muss sterben"-Modus tauchen komplett zufällig auf. Die Gegner im "Ethan muss sterben"-Modus tauchen komplett zufällig auf.

Da auch das Sichtfeld extrem eingeschränkt ist und Gegner meist nur einen Schlag brauchen, um mich zu erledigen, habe ich nach zehn Versuchen entnervt aufgegeben. Für Resi-Masochisten mag das Ganze die Erfüllung sein, für mich persönlich ist "Ethan muss sterben" aber der schwächste Teil eines ansonsten tollen DLCs.

"Verbotenes Filmmaterial 1" für Resident Evil 7 ist seit dem 31. Januar für die PS4 erhältlich. Der knapp 1,4 GB große DLC ist sowohl als Einzel-Download für 9,99 Euro als auch als Teil des Season Passes (29,99 Euro) erhältlich. Auf Xbox One und dem PC erscheint der DLC erst am 21. Februar.

Pro und Contra
+ tolles Bedroom-Rätsel-Level
+ Survival-Modus mit hohem Wiederspielreiz
+ Action ebenso vertreten wie Knobelei
- Frustrierendes "Ethan muss sterben"-Minispiel

Tobias Veltin
@FrischerVeltin

Ich hatte mich zwar auf den ersten Resi-7-DLC gefreut, dass er mir aber so gefällt, hätte ich dann doch nicht gedacht. Zwar wirkt der DLC mit seinen verschiedenen Tape-Einzelteilen zunächst etwas zusammengewürfelt, bietet aber sowohl für Action- als auch für Knobelfans eine ganze Menge. Das Schlafzimmer-Level hatgenau den richtigen Mix aus Ekel-Grusel und Knobelei, die Flucht vor Marguerite ist zudem rätseltechnisch kniffliger als alles, was mir im Hauptspiel untergekommen ist - cool! Der Survival-Modus ist ebenfalls gut zwischen Action und Nachdenken balanciert und bringt mit der Reste-Währung zudem einen spannenden Kniff ins Spiel, der mich ständig unter Druck setzt.

Außerdem stimmt dank der freischaltbaren Goodies der Wiederspielreiz, auch wenn ein Ableben in der letzten Runde wegen Munitionsmangel schon ziemlich frustrierend sein kann. "Ethan muss sterben" konnte mich dagegen nicht so richtig fesseln, dafür ist es mir schlicht zu zufällig und auch zu unfair. Mir ist bewusst, dass das so gewollt ist, meine Frustgrenze ist für das Minigame aber zu niedrig. Sollte man den DLC also kaufen oder nicht? Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob ihm die drei Inhalte knapp zehn Euro wert sind, ich kann den DLC allerdings jedem Resi-7-Fan nur ans Herz legen und freue mich schon auf die nächsten Mini-Erweiterungen.

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