Mit der Rune Factory-Reihe bin ich lange Zeit nicht so richtig warm geworden. Für die Klassiker auf dem Nintendo DS fehlt mir die Nostalgie und Rune Factory 5 war mir einfach zu clunky. Im letzten Jahr hat Entwickler Marvelous mit dem neuen Ableger Rune Factory: Guardians of Azuma auf der Switch allerdings bei mir ins Schwarze getroffen.
Nun erscheint GoA für Playstation 5 und Xbox Series und nach weiteren 30 Stunden mit der PS5-Version kann ich guten Gewissens sagen: Schaut hier unbedingt mal rein.
Erkundung, Farming und Kämpfe – alles ohne Stress
Rune Factory: Guardians of Azuma erschien ursprünglich im Juni 2025 für die Nintendo Switch und den PC. Das Spiel schickt euch in eine Fantasywelt, die an das feudale Japan angelehnt ist und von bösen Mächten heimgesucht wird. Im Laufe der Zeit lerne ich vier Dörfer und deren Bevölkerung kennen, baue die Siedlungen weiter aus, übe mich in Landwirtschaft und kämpfe gegen Monster.
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Rune Factory: Der neueste Teil der Cozy-RPG-Reihe erscheint schon bald für PS5 und Xbox Series X/S
Was das Spiel für mich so motivierend gemacht hat, ist die gute Balance aus gemütlichen Cozy-Passagen und simpler Echtzeit-Action. In Kämpfen gegen Viecher und Bossgegner kann ich auf verschiedene Waffenklassen und Magiearten zurückgreifen, die sich in ihren jeweiligen Skilltrees verbessern lassen.
Dabei wird es aber nicht allzu kompliziert und obwohl es recht viele Charakterwerte wie Schadensarten, Resistenzen und mehr gibt, ist das auf dem mittleren von drei Schwierigkeitsgraden alles gar nicht so wichtig.
Und so folge ich der Story um meine auserwählte Hauptfigur, die das Land vorm Bösen bewahren muss, erkunde die Welt, besiege dabei immer stärkere Monster und verbringe viel Zeit mit der Gestaltung aller vier Dörfer.
Guardians of Azuma spielt sich damit sehr abwechslungsreich, verliert aber nie seinen Cozy-Charakter. Das liegt auch an sinnvollen Gameplay-Features, wie dem Tagesablauf. Es gibt zwar Tage und Jahreszeiten wie in Story of Seasons oder Stardew Valley, doch 24 Ingame-Stunden vergehen viel langsamer und stressen dementsprechend weniger.
Auch beim Gestalten hat das Entwicklerteam gut mitgedacht. Ich kann genretypisch beim Feldanbau jede Pflanze einzeln per Hand in den Boden stecken und jedes Deko-Item aus der Schulterperspektive verteilen. Allerdings gibt es auch die Möglichkeit, in die Vogelperspektive zu wechseln. Felder anlegen, sowie Gebäude platzieren und dekorieren, funktioniert hier deutlich übersichtlicher, komfortabler und schneller.
Außerdem ziehen mit der Zeit mehr Menschen in meine Dörfer und können Aufgaben übernehmen. Hier kommt dann Automatisierung ins Spiel, die mir ebenfalls das Leben erleichtert – wenn ich das möchte.
Immer noch Potenzial nach oben
Frei von Kritik ist Guardians of Azuma natürlich nicht. Ich hätte mir zum Beispiel mehr optische Anpassungsmöglichkeiten für meinen Charakter gewünscht. Anfangs entscheide ich mich zwischen zwei festen Figuren (männlich/weiblich), die ich nicht weiter bearbeiten kann.
Ausrüstung beeinflusst mein Äußeres kaum und freischaltbare, alternative Outfits kann ich an einer Hand abzählen, zumal einige auch nur über DLCs zu haben sind. In einer Lebenssimulation erwarte ich an dieser Stelle deutlich mehr.
Die meisten der Charaktere, mit denen ich auch Freundschaften und Romanzen aufbauen kann, entsprechen zudem nur gängigen Anime-Klischees wie dem tollpatschigen, aber liebenswert-schüchternen Mädchen oder dem stoischen Sixpack-Schwertkämpfer – hier wäre in meinen Augen mehr drin gewesen.
Immerhin sind die Figuren trotzdem sympathisch geschrieben und erstmals in der Reihe auch komplett auf Englisch und Japanisch vertont, was ein großer Gewinn für emotionale Bindungen ist.
Technisch bin ich mit dem PS5-Port zufrieden. Das Spiel läuft in meistens stabilen 60 Bildern pro Sekunde. Bugs und Glitches sind mir nur selten begegnet und haben mein Spielerlebnis nicht gestört. Guardians of Azuma ist sicherlich kein Grafik-Brett, aber der stark stilisierte Artstyle kann in meinen Augen gut über Schwächen wie fehlende Details oder flache Beleuchtung hinwegtäuschen.
Was die Spielzeit betrifft, könnt ihr für den Abschluss der Hauptgeschichte durchaus mit 40 Stunden rechnen. Je nachdem, wie viel Zeit ihr in Beziehungen, Farming und Dekoration steckt, könnt ihr aber noch deutlich mehr investieren.
Das soll es für meine kleine Empfehlung auch schon wieder gewesen sein! Wenn euch Rune Factory: Guardians of Azuma sympathisch erscheint, könnt ihr ruhig einen Blick riskieren – auch wenn ihr mit Rune Factory bisher keine Berührungspunkte hattet.
Was denkt ihr: Habt ihr Guardians of Azuma schon gespielt oder werdet ihr auf PS5 und Xbox reinschauen?
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