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Rust im Konsolen-Check: Mit Verspätung und schwacher Technik ins Chaos

Vor mehr als drei Jahren verließ Rust auf dem PC den Early Access. Viele Content-Updates haben ihren Weg aber nicht in die Konsolenversion gefunden.

von Chris Werian,
29.05.2021 12:00 Uhr

Rust möchte nun auch die Konsolen erobern, hat aber zu viele offene Baustellen, die den Spielspaß vermiesen. Rust möchte nun auch die Konsolen erobern, hat aber zu viele offene Baustellen, die den Spielspaß vermiesen.

Vor einigen Monaten bildete sich um Rust ein gewaltiger Hype. In den USA durch das Stream-Kollektiv OfflineTV angestoßen, entstand ein Serverprojekt, das analog zu Roleplay-Mods in Titeln wie GTA 5 soziale Interaktion in den Vordergrund stellte. Nur eben mit einem gehörigen Touch Survival-Drama. Siehe da: Knapp 50 bekannte Streamer:innen sorgten für einen enormen Aufschwung in den Twitch- und Verkaufscharts.

Vergleichbare Unterfangen, wie etwa der deutschsprachige 'Rustplatz', konnten ebenfalls gigantische Erfolge verbuchen. Die Sandbox von Rust harmonierte sehr gut mit den kreativen Einfällen der Content Creator. Seitdem ist das Spiel zwar wieder ein wenig in der Versenkung verschwunden, aber eine Konsolenversion könnte ja neues Feuer entfachen. Dafür fehlt es aber an Vielfalt, Modifizierbarkeit und Inhalt.

Dürftige Performance auf fast allen Konsolen

Um was geht's?
In Rust strandet ihr auf einer heruntergekommenen Insel, auf der lediglich militärische Industrieanlagen und reichlich Schrott zu finden sind. Ursprünglich entstand das Spiel als Klon von DayZ, jedoch wurde ein starker Fokus auf Crafting und Basisbau gelegt. Die Server des Survival-Spiels bilden eine persistente Spielwelt - Ihr könnt jederzeit die Behausung anderer Spieler angreifen und ausrauben, eure Bauten sind aber ebenfalls dieser Gefahr ausgesetzt.

Rust ist nicht das erste Survival-Spiel, das auf den Konsolen erscheint, aber wohl das, welches technisch bislang am schlechtesten abschneidet. Zuerst die groben Eckdaten der Console Edition, wobei unser Test-Lineup leider keine konkreten Aussagen zur Xbox One S und PS4 Pro zulässt:

  • Anvisierte Framerate: 30 fps (PS4); bis zu 60 fps (PS5, Xbox One X, Xbox Series X, Xbox Series S)
  • Auflösung: 900p (PS4, Xbox Series S); 1080p (PS5, Xbox One X, Xbox Series X)
  • Download-Größe: ca.7,6 GB (PlayStation); ca. 4,7 GB (Xbox)
  • Preis: 50€, 60€ (frühzeitiger Zugang zu Patches), 80€ (zusätzliche Skins)
  • Veröffentlichung: Digital und als Retail-Version
  • Keine Optimierung für Xbox Series X|S und PlayStation 5
  • Post-Processing (Motion Blur, Tiefenschärfe) deaktivierbar
  • Sichtfeld lässt sich einstellen, die Performance sinkt dann aber leicht
  • Kein Crossplay mit PC-Spielern

Instabilität auf den Last-Gen-Konsolen: Zwar werden auf der PS4 immer wieder 30 fps erreicht, Ruckler oder kurze Drops auf weniger als 25 fps sind aber keine Seltenheit. Vor allem Sprints durch die im Vergleich zu anderen Survival-Spielen kleine Spielwelt, schnelle Drehungen und die Interaktion mit Objekten machen der Konsole schwer zu schaffen. Zur Xbox-One-Version finden sich vergleichbare Berichte von Survival-fixierten YouTubern.

30 fps werden selten länger als einige Sekunden gehalten, Drops auf weniger als 25 fps sind eher die Regel als die Ausnahme. 30 fps werden selten länger als einige Sekunden gehalten, Drops auf weniger als 25 fps sind eher die Regel als die Ausnahme.

Unsere Erfahrung war auf der Xbox One X auf einem ähnlichen Niveau. Die freigeschaltete Bildwiederholrate erreicht nur in den seltensten Fällen mehr als 45 fps und schwankt durchgängig. 20 fps bilden dabei das untere Ende der aufgezeichneten Ergebnisse. Diese Inkonsistenz fühlt sich beim Spielen sehr unangenehm an, ein festes Maximum von 30 fps wäre deutlich erträglicher.

Vielleicht erwartet man aber noch eine Steigerung nach einigen Patches oder verschiebt den Fokus gänzlich auf die neue Generation. Die hält, sieht man von kleineren Slowdowns auf der Xbox Series S ab, nämlich problemlos 60 fps. Überraschend ist das nicht. Die Entwickler bemängeln vor allem die wenig performanten CPUs und die knapp bemessene Speicherbestückung der PS4- und Xbox-One-Ära, auf den neuen Konsolen fällt diese Einschränkung weg. Ähnliches lässt sich auch bei Cyberpunk 2077 beobachten.

Framerate: Xbox One X Auf der Xbox One X ist Rust ein Ruckelfest. Von 20 bis 45 fps - die Framerate springt munter hin und her.

PS5 Auf der PS5 muss man einen übersprungenen Frame mit der Lupe suchen. Die Konsole liefert konstante 60 fps.

Xbox Series X Perfekte 60 fps auf der Xbox Series X. Das System ist gleichauf mit der PlayStation 5.

Xbox Series S Frame-Drops wie dieser sind auf der Xbox Series S äußert selten. Grundsätzlich werden 60 fps in den allermeisten Fällen gehalten.

Kantenflimmern aus der Hölle: Da die Console Edition von Rust auf jegliches Anti-Aliasing verzichtet und die interne Auflösung abhängig vom Abspielgerät auf 900p bzw. 1080p festgelegt ist, bilden sich auf Stromleitungen, Ästen, eigentlich jedem Objekt im Spiel auffällige Treppchen. Egal wohin ihr schaut, Polygonkanten flimmern störend.

Die Treppchenbildung erkennt man mit bloßem Auge sehr gut. Achtet vor allem auf die Streben des Strommasts und die Leitungen im Hintergrund. Die Treppchenbildung erkennt man mit bloßem Auge sehr gut. Achtet vor allem auf die Streben des Strommasts und die Leitungen im Hintergrund.

Viele weitere Probleme: Ohnehin ist Rust nicht sonderlich ansehnlich. Plötzlich ins Bild ploppende Schatten und Objekte verschlechtern den Eindruck aber zusätzlich, Inventar-Icons fallen sehr pixelig aus. Die Auflösung der Texturen ist darüber hinaus vergleichbar mit den niedrigen Einstellungen am PC, wobei das Spiel dort in wenigen Wochen ein schickes Grafik-Update erhält.

Noch mehr Fehler: Objekte ohne Texturen Derzeit fehlt auf allen Systemen die Texturierung von herausfallenden Felsbrocken, sobald man Steine oder Erquellen abbaut.

Fehlende Schnellabbaumarkierungen Trefft ihr in Rust das rote Kreuz an Bäumen oder leuchtende Punkte auf Felsbrocken, könnt ihr diese schneller abbauen - Häufig werden diese Markierungen aber nicht dargestellt.

Lags machen Kämpfe regelmäßig zur Glückssache: Zum Testzeitpunkt standen die Server noch sehr unter Last. Trotz niedrigem Ping und geringer Spielerzahl wurden wir regelmäßig einige Meter zurückgesetzt, Gegenspieler ruckelten an uns vorbei. Ein flüssiges Spielvergnügen ist Rust aber auch auf den besten PC-Servern nicht, weshalb man die Verbindungsqualität der Konsolenversion als gerade noch erträglich einstufen kann.

Würde man den Vergleich zu einem Battle-Royale-Spiel mit ähnlich vielen Spielern ziehen, dann wäre Rust immer noch angenehmer spielbar als Call of Duty: Warzone an seinen schlechtesten Tagen, in jeder anderen Situation zieht es aber den Kürzeren.

Gähnende Inhaltsleere

Da man das im August 2018 veröffentlichte "Bandit Camp Update" als Basis gewählt hat, fehlen fast drei Jahre an reichhaltigen Erweiterungen, die dem Spiel erst einen enormen Aufschwung ermöglichten:

  • Fahr- und Flugzeuge sowie Heißluftballons fallen weg
  • Elektrizität und damit verbundene Geräte fehlen
  • "Monumente" wie das riesige Frachtschiff oder Ölplattformen fehlen
  • Keine Individualisierungsmöglichkeiten durch Schilder oder Fotoapparate
  • Upgrade-Pfade gibt es nicht, neue Gegenstände erforscht ihr nach dem Zufallsprinzip
  • Pferde lassen sich nicht zähmen
  • Nur eine, leider sehr kleine Map
  • Gesten fehlen
  • Der Anbau von Pflanzen ist stark limitiert

Nur um mal einige Punkte zu nennen. Zudem wurde kurz vor Release die Community-Funktion auf unbestimmte Zeit verschoben. Darüber sollt ihr für einen monatlichen Betrag eigene Server mieten, in geringem Umfang anpassen und administrieren können. Folglich setzt sich der klassische Gameplay-Loop von Rust auf offiziellen Servern, die auch Crossplay zwischen den Konsolen erlauben, durch und der hat es in sich.

So in etwa soll das Community-Menü später aussehen. Server lassen sich in zwei verschiedenen Preiskategorien erwerben, der exakte Kostenfaktor ist aber noch unbekannt. (Bildquelle: Attack of the Fanboy) So in etwa soll das Community-Menü später aussehen. Server lassen sich in zwei verschiedenen Preiskategorien erwerben, der exakte Kostenfaktor ist aber noch unbekannt. (Bildquelle: Attack of the Fanboy)

Die Insel der stummen Griefer

Man könnte Griefing gut und gern als zentrales Spielelement von Rust bezeichnen. Damit bezeichnet man für andere Mitspieler zerstörerisches Verhalten, ohne gegen die Regeln des Spiels zu verstoßen und einen Vorteil daraus zu schlagen. Also Zerstörung der Zerstörung wegen.

Rust kennt keine Regeln und in der Konsolenversion leider auch wenig Abwechslung abseits davon Neulingen jeglichen Fortschritt zu rauben.

Keine soziale Interaktion: Während des Tests sind wir auf allen Plattformen mehreren hundert Spielern über den Weg gelaufen. Niemand schien sich der Existenz von Headsets oder Ingame-Chats bewusst zu sein. Lediglich eine Person sprintete flehend an uns vorbei: "Please, don't kill me, I'm friendly!"

Beim Verbindungsaufbau zu einem Server wird man darauf hingewiesen, dass das Spiel von der Nutzung eines Mikrofons profitiert. Plaudern mag dennoch so gut wie niemand. Beim Verbindungsaufbau zu einem Server wird man darauf hingewiesen, dass das Spiel von der Nutzung eines Mikrofons profitiert. Plaudern mag dennoch so gut wie niemand.

Ein starker Kontrast zur PC-Version, wo einem sogar das Ohr abgekaut wird, wenn man nicht auf einem Rollenspiel-Server unterwegs ist. Seid also von vornherein in einer Gruppe unterwegs und bestenfalls auch kurz nach einem Server-Wipe. Rust setzt in wöchentlichen bzw. monatlichen Abständen sämtlichen Spielerfortschritt zurück, damit früh gestartete Teams nicht auf Dauer ihre Server dominieren. Ausgenommen sind Blaupausen, die das Crafting von Gegenständen und Waffen ermöglichen. Diese bleiben während eines Wipes erhalten, sind aber an den Server gebunden, auf dem ihr sie freigeschaltet habt.

Eine positive Eigenheit bietet die Konsolenversion

Überraschend gut funktioniert die Bedienung via Controller. Zwar muss man das Tastenlayout in den ersten Spielstunden verinnerlichen, danach geht es aber recht locker flockig von der Hand. Diesen Umstand kann man durchaus als Erfolg betrachten, bedenkt man die enorme Funktionsvielfalt des Spiels im Hinblick auf Basisbau und Inventar-Management.

Viele Tasten sind beim normalen Gameplay bereits doppelt belegt, je nach Untermenü oder auch im Baumodus ist die Tastenbelegung noch einmal ein wenig anders - dennoch findet man recht schnell hinein. Viele Tasten sind beim normalen Gameplay bereits doppelt belegt, je nach Untermenü oder auch im Baumodus ist die Tastenbelegung noch einmal ein wenig anders - dennoch findet man recht schnell hinein.

Zu nörgeln gibt's aber doch: Auf die Beschleunigung der vertikalen Achse beim Umschauen hätte man verzichten oder zumindest eine Option zum Abschalten hinzufügen können. Mit Waffen zu zielen fühlt sich im Vergleich zu vielen anderen Ego-Shootern schwammig an.

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