Singleplayer-Spiele - Laut Xbox-Chefin nicht tot, aber es ist "kompliziert"

Durch die Schließung der Visceral Games-Studios und die Neuausrichtung des dort entwickelten Star Wars-Spiels diskutiert die gesamte Branche über die Zukunft der Singleplayer-Titel. Beziehungsstatus: Es ist kompliziert.

Visceral Games schließt seine Pforten und das Star Wars-Spiel wird kein Singleplayer-Action-Adventure mehr. Visceral Games schließt seine Pforten und das Star Wars-Spiel wird kein Singleplayer-Action-Adventure mehr.

Seitdem feststeht, dass Visceral Games dicht macht und dass das Star Wars-Spiel, das dort in der Entwicklung war, kein klassisches Singleplayer-Abenteuer mehr werden soll, scheint die ganze Branche in heller Aufregung. Sie diskutiert nun angeregt über die Zukunft und darüber, wohin die Reise für Singleplayer-Spiele geht. Insbesondere die, die aufwändig und teuer zu produzieren sind, während sie auf eine relativ lineare Story setzen.

Laut der Xbox Publishing-Chefin Shannon Loftis seien derartige Singleplayer-Titel zwar beileibe nicht tot, die Lage in der Industrie sei für sie aber "kompliziert". In erster Linie gehe es dabei um die Frage, wie sich derartige Spiele lohnen – und wie sie finanziert werden – können. (via Gamespot)

"Ich denke nicht, dass das per se tot ist. Ich denke, die Wirtschaftlichkeit, ein Singleplayer-Spiel zu nehmen und eine hochqualitative, mehrere Stunden lange Story zu erzählen, wird ein bisschen komplizierter. Gamer wollen höhere Qualität und sie wollen höher auflösende Grafik."

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Shannon Loftis betont aber auch, dass es natürlich nach wie vor äußerst erfolgreiche Singleplayer-Spiele gibt, wie zum Beispiel Sonys Horizon: Zero Dawn, Bethesdas Fallout 4 oder Microsofts Ori-Reihe. Story-lastige AAA-Titel kosten in der Produktion allerdings Unsummen und halten ihre Fans in der Regel nicht so lange bei der Stange, wie es Multiplayer-Titel können, die von vornherein sowieso schon als Service angelegt sind. Es scheint eindeutig: Wenn die linearen Singleplayer-Spiele mit Story-Fokus nicht zu einem teureren Preis angeboten werden sollen, muss ein neues Finanzierungsmodell her.

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Hier könnte zukünftig der Xbox Game Pass ins Spiel kommen, wie Shannon Loftis anmerkt. Der Abo-Service könnte dabei helfen, aufwändige Singleplayer-Titel zu finanzieren. Microsoft hat bereits mehrfach anklingen lassen, dem Vorbild Netflix auch in dieser Hinsicht folgen zu wollen und so in Zukunft eventuell auch (episodische) Eigenproduktionen zu ermöglichen. Ein Ende der speziellen Spielform sei laut der Xbox Publishing-Chefin jedenfalls nicht in Sicht:

"Ich glaube nicht, dass es jemals eine Zeit geben wird, in der es keine Story-basierten Singleplayer-Spiele gibt. Ich liebe die Idee, eine Community um die Erfahrungen mit diesen Spielen aufzubauen."

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