Sony macht sich Sorgen, dass CoD-Fans zu Xbox abwandern, auch ohne Exklusivität

Laut Sony gibt es aktuell keine Konkurrenz zu Call of Duty auf dem Markt. Entsprechend sorgt sich das Unternehmen, dass CoD-Fans von PlayStation-Konsolen abspringen könnten.

Zwar soll die Call of Duty-Reihe auch nach Microsofts Übernahme von Activision Blizzard nicht exklusiv für Xbox erscheinen, dennoch scheint Sony sich Sorgen zu machen. Einer Befragung zufolge hält Sony die Marke nämlich für so groß, dass sie derzeit konkurrenzlos sei und die Konsolenwahl ihrer Fans beeinflussen könnte.

Klage gegen Activision Blizzard: Aktuell ist gegen Call of Duty-Publisher Activision Blizzard eine Klage wegen Diskriminierung, sexuellen Übergriffen und schlechten Arbeitsbedingungen im Gange. Alle Infos zu den Vorwürfen von vor einigen Wochen findet ihr hier, alles zum neueren Skandal rund um CEO Bobby Kotick hier. Einen Kommentar von GamePro-Chefredakteurin Rae Grimm bezüglich unserer Berichterstattung zum Thema findet ihr hier.

Sony glaubt, dass Call of Duty zu groß ist

Die Umfrage stammt von der brasilianischen Wettbewerbsbehörde, die derzeit den geplanten Deal von Microsoft und Activision Blizzard unter die Lupe nehmen. (via Resetera) Die Behörde hat dabei auch andere Unternehmen wie Ubisoft, Warner Bros, Google oder Amazon befragt und die Resultate veröffentlicht.

Wie aus den Antworten hervor geht, hat Sony einige Bedenken, dass der Deal das Wettbewerbs-Gleichgewicht der Spielebranche kippen könnte. Besonders die Call of Duty-Reihe nennt der Publisher als Marke ohne direkte Konkurrenz:

Call of Duty ist so beliebt, dass es die Wahl der Konsole für Nutzer beeinflusst und sein Netzwerk an loyalen Nutzern ist so etabliert, dass selbst wenn ein Konkurrent das Budget hätte, ein ähnliches Produkt zu entwickeln, es nicht in der Lage wäre damit zu konkurrieren. [...] Jeder jährliche Call of Duty-Release braucht im Schnitt 3-5 Jahre Entwicklung. Da Activision ein CoD per Jahr veröffentlicht, bedeutet das ein jährliches Investment von hunderten Millionen Dollar.

Sony erklärt weiter, dass kein anderes Entwicklerteam in der Lage wäre, eine vergleichbare Menge an Ressourcen und Expertise in die Spieleentwicklung zu stecken. Call of Duty sei einfach so etabliert, dass kein Rivale zur Reihe aufholen könnte.

Xbox könnte in Zukunft mehr Vorteile bieten

Wenig verwunderlich also, dass Sony besorgt ist. Auch wenn Microsoft bereits bestätigt hat, dass CoD über bestehende Vereinbarungen hinaus für PlayStation erscheinen soll, würden auch die fehlenden Konsolenverkäufe Sony schaden.

Bislang hatte Sony dank eines Exklusivdeals mit Activision schließlich einen gewissen Vorteil, wenn es um Call of Duty ging. So erschien zuletzt nicht nur CoD Vanguard mit zeitexklusiven PlayStation-Inhalten, auch die kommenden drei CoD-Titel von Activision sollen im Deal inbegriffen sein. So wird auch die Beta für Modern Warfare 2 zuerst für PS4 und PS5 erscheinen und Gerüchten zufolge soll es auch einen exklusiven Modus für PSVR 2 geben.

Sobald der Deal aber ausgelaufen ist und Microsoft die Rechte an der CoD-Reihe besitzt, könnte es genau andersrum laufen. Selbst wenn die Spiele Multiplattform bleiben, könnte Microsoft problemlos zusätzliche Vorteile anbieten, die bisher PlayStation-Nutzer*innen vorbehalten waren und diese dann zu Xbox locken.

Einen ersten Blick auf den nächsten CoD-Ableger bekommt ihr im Gameplay-Video:

CoD Modern Warfare 2: Gameplay-Trailer mit ersten Szenen aus der Kampagne 1:48 CoD Modern Warfare 2: Gameplay-Trailer mit ersten Szenen aus der Kampagne

Andere Meinungen weichen ab

Sony war natürlich nicht das einzige Unternehmen, das von der brazilianischen Wettbewerbsbehörde befragt wurde. Andere Publisher sahen CoD und andere ActiBlizz-Marken nicht so kritisch. So wurden etwa Apex Legends oder PUBG als ernstzunehmende Konkurrenz für Call of Duty genannt. Riot Games hält sogar Sonys Entwicklerstudio Naughty Dog alleine für einen würdigen Rivalen von ganz Activision Blizzard.

Wie ist das bei euch, würdet ihr eure Plattform der Wahl für eine einzige Spielreihe wechseln?

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