Sony spielt beim PSN-Account-Zwang mit dem Feuer - und muss jetzt zeigen, dass ihnen die Fans nicht egal sind

Helldivers 2 und Ghost of Tsushima gibt es auf Steam aktuell in über 170 Ländern nicht zu kaufen, weil dort kein PSN-Account erstellt werden kann. Und Sony schweigt.

Helldivers 2 und Ghost of Tsushima gibt es aktuell in vielen Ländern auf Steam nicht zu kaufen – einfach, weil man dort keinen PSN-Account erstellen kann. Helldivers 2 und Ghost of Tsushima gibt es aktuell in vielen Ländern auf Steam nicht zu kaufen – einfach, weil man dort keinen PSN-Account erstellen kann.

Als es letzte Woche schlechte Nachrichten zu Helldivers 2 regnete, hatte ich die Entwicklung mit Interesse verfolgt. Sony kündigte an, dass Fans zum Spielen am PC in Zukunft einen PSN-Account mit ihrem Steam-Account koppeln müssen.

Das führte nicht nur zu jeder Menge Kritik von Fans und über 200.000 negativen Steam-Rezensionen, sondern auch dazu, dass das Spiel in 177 Ländern auf Steam gesperrt wurde, weil dort kein PSN-Account angelegt werden kann.

Hier war ich besonders auf Sonys Reaktion gespannt, immerhin würde sie zeigen, ob das Unternehmen auf so massiv negatives Fan-Feedback reagiert oder doch einfach seinen eigenen Plan durchzieht.

Und tatsächlich gab es dann das scheinbare Happy End: Sony hat auf die Fans gehört und den PSN-Account-Zwang zurückgezogen. Viele Spieler*innen haben das als Erfolg gefeiert und ihre negativen Steam-Reviews für Helldivers 2 in positive Wertungen umgewandelt.

Nur leider ist die Story hier noch nicht zu Ende: Helldivers 2 ist nämlich auch weiterhin in über 170 Ländern nicht auf Steam verfügbar. Mehr noch, jetzt wurde auch die PC-Version von Ghost of Tsushima dort gesperrt. Und Sony hat sich bisher nicht dazu geäußert.

Sony macht bei der PSN-Kontroverse einen Schritt vor und zwei Schritte zurück

“Helldivers-Fans, wir haben euer Feedback gehört”, hieß es noch vor ein paar Tagen vom offiziellen PlayStation-Account auf X/Twitter zur Ankündigung, dass der Account-Zwang aufgehoben wird. Es schien also ganz so, als würde Sony tatsächlich auf die Fans hören – kein Wunder bei der Masse an negativen Steam-Bewertungen, die Helldivers 2 innerhalb weniger Tage angesammelt hatte.

Aktuell hat es aber eher den Anschein, als hätte PlayStation lediglich das größte PR-Feuer gelöscht, statt wirklich umzudenken. Dass es kein einziges Wort zu den 177 Ländern gibt, die weder Helldivers 2 noch Ghost of Tsushima auf Steam kaufen können, ist eher beunruhigend und wirkt nicht gerade kundenfreundlich.

Aktuell können Helldivers 2 und Ghost of Tsushima in den meisten Ländern gar nicht gekauft werden. (Bild: Steam DB) Aktuell können Helldivers 2 und Ghost of Tsushima in den meisten Ländern gar nicht gekauft werden. (Bild: Steam DB)

Immerhin hieß es zu Ghost of Tsushima vorab noch, dass das Spiel nur für den Legends-Multiplayer eine PSN-Verknüpfung benötigt. Wer nur die hervorragende Singleplayer-Story spielen will, braucht also eigentlich gar kein PSN. 

Als Begründung für den Accountzwang hatte Sony bei Helldivers 2 noch angegeben, dass er zum Schutz der Spieler*innen diene. Damit könne man sie nämlich vor Griefing und Missbrauch schützen, indem Personen, die sich entsprechend fehlverhalten, gesperrt werden:

Für Singleplayer-Erfahrungen macht das natürlich keinen Sinn. Sony scheint das aber recht herzlich egal zu sein – wer GoT in einem der betroffenen Länder vorbestellt hat, bekommt sein Geld jetzt ungefragt zurückerstattet.

Ob Steam oder Sony für die Ländersperre bei Ghost of Tsushima verantwortlich sind, ist zwar noch nicht klar, zumindest bei Helldivers 2 wissen wir aber, dass die Entscheidung von Publisher Sony kam.

Es wirkt also ganz so, als würde Sony letztlich doch an seinen Plänen festhalten und PSN-Accounts auch für Steam-Releases unabhängig von Fan-Wünschen pushen wollen.

Das macht mir natürlich auch für zukünftige Releases Sorgen, immerhin gibt es aktuell auch einige Gerüchte, dass God of War Ragnarök bald für PC angekündigt werden könnte – als Singleplayer-Titel würde das Spiel schließlich nicht von einem PSN-Account profitieren, das heißt aber nicht, dass er nicht nötig sein wird.

Eleen Reinke
Eleen Reinke

Als PlayStation-Spielerin bin ich zwar überhaupt nicht direkt vom PSN-Zwang für die Steam-Releases betroffen. Trotzdem ist es eine Entwicklung, die ich mit etwas Beunruhigung verfolge. Wenn Sony tatsächlich seine Community ignorieren sollte, ist das schließlich etwas, was uns alle früher oder später betrifft.

Im schlimmsten Falle könnte der "Sieg" der Helldivers-Community als tatsächlich ein Einzelfall gewesen sein, der wenig dazu aussagt, inwieweit Sony bereit ist, auf die Kritik seiner Fans zu hören.

Genau wissen wir es aber erst, wenn Sony sich dazu äußert, wie es für die betroffenen Länder weitergeht. Die Hoffnung bleibt, dass hier hinter den Kulissen an einer Lösung gearbeitet wird. Und ich hoffe auch, dass es nicht erst wieder hunderttausende negative Wertungen braucht, damit Sony auf seine Community hört.

Wie denkt ihr über all das? Glaubt ihr, dass Sony die PSN-Strategie weiter verfolgt oder auf das Feedback hört?

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