Soulslikes gab es in den letzten Jahren wie Sand am Meer. Selbst als Fan von From Softwares RPGs wurde es mir mit der Zeit zu viel, denn die meisten Versuche anderer Studios endeten in mittelmäßigen Spielen, die den großen Vorbildern nicht das Wasser reichen konnten. Mortal Shell ist mir aber für ein cooles Feature in Erinnerung geblieben und für aktuell 2,99 Euro im PS Store lohnt sich ein Blick auf jeden Fall.
Darum ist Mortal Shell einen Blick wert
Auf den ersten Blick wirkt Mortal Shell von Entwickler Cold Symmetry wie ein Spiel aus dem Souls-Bilderbuch: eine düstere Fantasy-Welt, fiese Monster und verzweifelte Ritter. Das kennen wir alles. Tatsächlich ist ein Großteil des kompakten 15-Stunden-RPGs nicht mehr als Genre-Standard – bis auf das Versteinern.
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Mortal Shell: Enhanced Edition - Reveal-Trailer zur verbesserten Fassung für PS5 & Xbox Series X/S
Ich kann in die – wortwörtliche – Haut verstorbener Krieger schlüpfen und mir ihre Eigenschaften zu eigen machen, was im Wesentlichen die üblichen Charakterklassen ersetzt. Viel wichtiger ist jedoch, dass ich mich jederzeit auf Knopfdruck zu Stein verwandeln kann und dadurch für den Moment unverwundbar werde.
Je nach Timing friert meine Spielfigur also ein, auch wenn sie sich gerade in einer Angriffsanimation befinden. So kann ich mitten in der laufenden Action gegnerische Treffer von mir abprallen lassen. Sobald ich die Versteinerung löse, wird die laufende Bewegung zu Ende geführt. Das sieht nicht nur cool aus, es sorgt auch dafür, dass die Kämpfe in Mortal Shell schon nach wenigen Gefechten ein ganz eigenes Spielgefühl entwickeln.
Nun ist der Rest des Spiels leider nicht durchgängig auf einem guten Niveau. Das Balancing ist etwas unausgereift und einige Spezialangriffe sind viel zu übermächtig. Gleichzeitig fühlt sich die Steuerung in Kämpfen oder beim Erkunden schmaler Areale hakelig an und auch die Grafik hinterlässt je nach Gebiet einen durchwachsenen Eindruck.
Ich will damit sagen: Mortal Shell ist ganz sicher nicht perfekt. Aber es bringt ein bisher einzigartiges Feature mit, das die Duelle gegen Monster und Bosse spürbar aufwertet und einen neuen Twist ins Genre einfließen lässt.
Eine gute Idee – auch für andere Spiele
Theoretisch ließe sich das Versteinern-Feature problemlos in andere Titel einbauen. Mit Elden Ring hat FromSoftware selbst etwa mit vielfältigen Weapon Arts experimentiert, also besonderen Fähigkeiten, die an eine Waffe gebunden sind.
Ein Item wie ein “Großschwert des Steinvolkes” könnte ich mir jedenfalls sehr gut in einem Miyazaki-RPG vorstellen, das auf Knopfdruck eine ähnliche Funktion mitbringt, wie wir sie aus Mortal Shell kennen. Eigentlich hat die Idee nämlich mehr Aufmerksamkeit verdient.
Vielleicht bekommt es diese Aufmerksamkeit sogar mit dem bereits angekündigten Mortal Shell 2. Das soll zwar wieder “kompakt” werden, aber vielleicht gelingt es dem Entwicklerteam die Schwächen ihres Erstlingswerks zu verbessern.
Bis dahin kann ich euch Mortal Shell: Enhanced Edition gerade jetzt empfehlen, weil es für 2,99 Euro im PlayStation-Sale ist. Für den Preis lohnt sich ein Blick auf das coole Kampfsystem allemal.
Was denkt ihr: Habt ihr Mortal Shell schon gespielt oder stattet ihr dem Fantasy-RPG mal einen Besuch ab?
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