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Spider-Man: Miles Morales im Test - Neuer Spider-Man, neuer Spielspaß

Als Standalone-Spin-off verkürzt Spider-Man: Miles Morales die Wartezeit auf das nächste Abenteuer, entpuppt sich dabei aber als unerwartet eigenständig und ideenreich.

von Hannes Rossow,
06.11.2020 14:00 Uhr

Miles Morales ist ein neuer und anderer Spider-Man - und das macht Spaß. Miles Morales ist ein neuer und anderer Spider-Man - und das macht Spaß.

Nach dem immensen Erfolg von Marvel's Spider-Man schickt Insomniac Games nun das nächste Superhelden-Abenteuer auf den Weg. Hinter Spider-Man: Miles Morales versteckt sich aber nicht das großangelegte Sequel zum PS4-Hit, sondern ein umfangreiches Spin-off, das den Fokus auf einen anderen Spider-Man legt. Befürchtungen, dass uns hier nur ein größerer Vollpreis-DLC erwartet, sind allerdings unbegründet - Fans kommen voll auf ihre Kosten.

Sturmfrei für den zweiten Spider-Man

Obwohl Spider-Man: Miles Morales nicht direkt die Ereignisse aus dem Vorgänger weiterspinnt, setzt die neue Geschichte dennoch nach Marvel's Spider-Man an. Miles hat langsam aber sicher gelernt, seine neu erlangten Kräfte einzusetzen, steht dabei aber noch unter der strengen Beobachtung von Peter Parker. Als der für ein paar Wochen mit Mary-Jane in den Urlaub fährt, ist Miles nun erstmals komplett allein für die Sicherheit von Manhattan verantwortlich.

Was sofort ins Auge fällt: Manhattan ist so schön wie eh und je. Was sofort ins Auge fällt: Manhattan ist so schön wie eh und je.

Mysteriöse Aktivitäten der aggressiv auftretenden "Underground"-Organisation, die gegen den Energiekonzern Roxxon und dessen zwielichtigen CEO Simon Krieger vorgeht, zwingen Miles dann dazu, sehr schnell sehr viel Verantwortung zu übernehmen und dabei über sich hinauszuwachsen. Statt eines Spider-Man, der schon seit ein paar Jahren aktiv das Verbrechen bekämpft, bekommen wir dieses Mal einen Anfänger an die Hand, der sowohl mit seinen Kräften als auch mit seinem Selbstverständnis als Superheld noch zu hadern hat.

Übung macht den Meister

Miles unterscheidet sich aber nicht nur in Sachen Erfahrung (und Bekanntheitsgrad) von Peter Parker. Mit eigenen Kräften, eigenem Bekanntenkreis und natürlich eigenen, sehr persönlichen Bezügen zu neuen Bösewichten, spielt sich Spider-Man: Miles Morales zwar ähnlich wie der Vorgänger, aber dennoch anders genug, um zu einer wirklich gelungen Rückkehr nach Manhattan einzuladen. Ein paar Dinge werden euch aber dennoch sehr bekannt vorkommen.

So funktioniert das weiterhin großartige Schwingen durch die Straßenschluchten noch immer exakt gleich. Einfach in den richtigen Momenten auf R2 drücken und schon schießt das Spidey-Seil durch die Luft, klebt irgendwo fest, und wir schwingen voran. Im Vergleich zum Vorgänger gibt es hier aber viel mehr Bewegungsoptionen direkt zu Spielbeginn. So musste der Punktsprung, der uns gezielt auf einen Vorsprung hüpfen und davon abstoßen lässt, in Peters Abenteuer noch freigeschaltet werden. Miles beherrscht das schon von Anfang an.

Mit Fertigkeitspunkten lassen sich nach und nach weitere Moves freischalten. Mit Fertigkeitspunkten lassen sich nach und nach weitere Moves freischalten.

Auch das Kampfsystem ist auf den ersten Blick recht nahe am Moveset von Peter Parker, allerdings erlangt Miles wie bereits erwähnt bald auch komplett eigene Kräfte. Mit sogenannten "Venom"-Angriffen, die aus biochemischer Elektrizität bestehen, kann Miles kräftige Attacken austeilen, seine Feinde schocken und sie dadurch empfindlicher für weitere Angriffe machen. Vor allem im späteren Verlauf sind diese Fähigkeiten essenziell, da besonders starke Gegnertypen erst durch Venom-Angriffe überhaupt verletzbar werden.

Ebenso neu ist die Fähigkeit, sich auf Knopfdruck kurzzeitig unsichtbar machen zu können. Das ermöglicht uns auch in brenzligen Situationen, etwa wenn ein Dutzend Gegner auf uns einprügeln wollen, schnell das Weite zu suchen und sich wieder auf Stealth-Fähigkeiten wie leise Takedowns verlassen zu können. Tatsächlich wird Spider-Man: Miles Morales dadurch etwas leichter, was die Kämpfe angeht - auf den hohen Schwierigkeitsgraden bleibt es aber trotzdem sehr knackig.

Die neuen Fähigkeiten von Miles machen jede Menge Spaß. Die neuen Fähigkeiten von Miles machen jede Menge Spaß.

Mehr Herz, mehr Familie, mehr Musik

Wo sich Miles aber definitiv vom originalen Spider-Man unterscheidet und sich dadurch auch anders anfühlt, ist bei Persönlichkeit und kulturellem Hintergrund. Ja, auch Miles ist ein kleines Genie, wenn es um Wissenschaft geht, vor allem ist er aber auch noch etwas tollpatschiger, sehr musikalisch und tief im New Yorker Stadtbezirk Harlem verortet, der für seine afroamerikanische Tradition bekannt ist. Miles ist ein anderer Spider-Man und schon jetzt eine tolle Ergänzung für das noch junge Videospiel-Universum.

Fast alle wichtigen Nebenfiguren in Spider-Man: Miles Morales haben entweder einen afro- oder lateinamerikanischen Hintergrund und das wirkt sich spürbar auf die Atmosphäre des Spiels aus. Viele der großen Nebenmissionen führen uns nämlich immer wieder nach Harlem und Miles wird hier nicht als der andere, neue Spider-Man gesehen, sondern als "Ihr Spider-Man".

[PS4] Miles Morales bringt seinen eigenen Cast an spannenden Nebenfiguren mit. [PS4] Miles Morales bringt seinen eigenen Cast an spannenden Nebenfiguren mit.

In den Geschichten steckt noch mehr Herz, auch weil Miles selbst viel enger mit den Menschen verbunden ist, die er hier beschützen möchte. Trotz eigentlich weniger Umfang, besticht das Spin-off hier mit den deutlich stärkeren Missionen, als sie noch der Vorgänger zu bieten hatte.

Aber auch was Soundtrack und Spielmechaniken angeht, sticht Miles mit seinen Besonderheiten hervor. In den Menüs ertönen kleine Beats, wenn wir Unterpunkte anwählen, auf der Map müssen wir unter anderem Musik-Samples finden und in der Umgebung identifizieren und auch sonst ist Miles oft mit seinen Kopfhörern zu sehen, während Actionsequenzen mit Hip-Hop-Soundtracks untermalt sind. Spider-Man: Miles Morales ist ein anderes, neues Spiel - das ist an jeder Ecke zu spüren.

Willkommen zurück in Manhattan

Etwas schade hingegen ist die Tatsache, dass wir mit Manhattan wirklich dieselbe Spielwelt geboten bekommen, die wir schon aus Marvel's Spider-Man kennen. Da Miles Morales zwischen Weihnachten und Silvester spielt, ist die Stadt zwar konstant mit Schnee und Feiertagsdekorationen bedeckt, was ihr einen eigenen Charme verleiht, die Spielwelt aber noch einmal völlig neu zu entdecken, funktioniert hier leider nicht.

Mit der Weihnachtsmütze auf dem Kopf prügelt es sich besonders gut. Mit der Weihnachtsmütze auf dem Kopf prügelt es sich besonders gut.

Dabei helfen auch nicht die zahlreichen Collectibles, die wir in Manhattan einsammeln können. Oft bedeutet das nämlich einfach nur, zu einem bestimmten Punkt auf der Karte zu schwingen, zielgenau eine Kiste zu öffnen und weiter geht's. Ein paar mehr Rätselmomente, mit denen ich mir die Sammelgegenstände erst verdienen muss, hätten den Weg zum Spielfortschritt von 100 Prozent sicher etwas abwechslungsreicher gestaltet. Zumal es hier auch ein bisschen "Recycling" gibt: Habe ich mit Peter Parker noch alte Rucksäcke mit Erinnerungsgegenständen eingesammelt, sind es nun Zeitkapseln mit Nostalgiefaktor.

In Sachen Umfang wird das in Spider-Man: Miles Morales allerdings etwas zurückgefahren - wie viele andere Elemente auch. Die Story ist nicht kurz, aber deutlich knapper als im Vorgänger. Es gibt weniger, dafür umso tollere Nebenmissionen zu erledigen: Die Taubenjagd kehrt nämlich zurück, dieses Mal aber mit einem kleinen Twist. Und auch das Gameplay ist etwas gestrafft. So gibt es weniger Gadgets und auch die Anzüge von Miles sind jetzt nur noch kosmetischer Natur und haben keine eigenen Ultimate-Angriffe.

Das Raytracing, wie hier auf den Fenstern zu sehen, ist immer ein Blick wert. Das Raytracing, wie hier auf den Fenstern zu sehen, ist immer ein Blick wert.

Technisch eindrucksvoll, vor allem auf PS5

Eine der wichtigsten Fragen bei Spider-Man: Miles Morales betrifft aber natürlich Technik und Performance auf der PS5. Zwar ist der Titel eigentlich ein Cross-Gen-Titel, doch es scheint klar, dass die PlayStation 5 hier als Grundlage gedient hat. Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen, denn auf der neuen Konsole ist der grafische Sprung deutlich spürbar. Neben der erhöhten Sichtweite, die uns auch die anderen Stadtteile von New York am Horizont zeigt, und den geringen Ladezeiten, sticht auch das Raytracing hervor.

Egal ob nun Fensterglas oder die vereiste Pfütze am Boden, die Lichtreflexionen lassen die Welt deutlich lebendiger wirken. Vor allem wenn wir an den Wolkenkratzern hochlaufen, fällt es positiv auf, wie wir einerseits in die Räume hinter den Gläsern schauen können, Miles sich aber ebenfalls spiegelt. Die Charaktermodelle wirken noch einmal etwas lebensechter und die Welt strotzt nur so vor kleinen Details.

Das Treiben auf dem Boden zu beobachten, während wir in der Luft schwingen, ist einfach beeindruckend. Das Treiben auf dem Boden zu beobachten, während wir in der Luft schwingen, ist einfach beeindruckend.

Und es sind eben diese Details, die jetzt jederzeit zu sehen sind. In Marvel's Spider-Man wurden die Texturen der Häuserfassaden, Fahrzeuge und Passanten noch runtergeschraubt, wenn wir uns gerade in der Luft befanden. Auf der PS5 ist selbst in 80 Metern Höhe noch jeder kleine Punkt auf dem Boden erkennbar. Allein dadurch ist es schon ein aufregendes Gefühl durch die Stadt zu schwingen, da unter uns weiterhin das emsige Leben herrscht.

[PS4] Auf der alten Sony-Konsole macht das Spiel ebenfalls einen guten Eindruck - aber mit Abstrichen. [PS4] Auf der alten Sony-Konsole macht das Spiel ebenfalls einen guten Eindruck - aber mit Abstrichen.

Spider-Man: Miles Morales auf der PS4
Der grafische Sprung ist nicht exklusiv für die PlayStation 5. Auch auf der alten Konsole lässt sich noch einmal eine deutliche Verbesserung erkennen. Die Umgebungen sind detailreicher und die Licht- sowie Partikeleffekte wirken noch einmal deutlich kraftvoller. Auch der Motion Blur sowie der Film-Grain, der ausgeschaltet werden kann, haben es auf die PS4 geschafft. Ebenfalls vorhanden sind unterschiedliche Audioprofile, die in unserem Test für ein klangvolles Erlebnis mit Kopfhörern sorgten.

Es gibt allerdings auch einige Ungereimtheiten. Das Spiel scheint beim Schwingen manchmal Frame Pacing-Probleme zu haben, wodurch das Bild leicht stottert. In der Hauptgeschichte sind uns zudem drei Passagen aufgefallen, die für durchgehende Ruckler sorgten, bis die Gegner besiegt waren. Das Spiel ist auch mehrfach abgestürzt, zwei Mal sogar an der gleichen Stelle.

Wunderbar gelungenes Spin-off

Miles Morales ist für Marvel's Spider-Man, was The Lost Legacy für Uncharted 4 war: Ein umfangreiches Standalone-Spin-off, das anderen Charakteren das Rampenlicht überlässt und auch ein paar neue Ideen mitbringt. Wer Peter Parker mochte, wird auch Miles Morales mögen, und wer noch nie durch Manhattan geschwungen ist, kann ebenso gut auch hier seine ersten Superhelden-Sporen verdienen. Mit ein paar Drehungen an den richtigen Stellschrauben hat Insomniac Games für ausreichend Eigenständigkeit gesorgt.

Spider-Man: Miles Morales erweitert sowohl das Kampfsystem als auch den Cast an spannenden Nebenfiguren. Und dadurch wird schon hier der Grundstein für den nächsten Ableger gesetzt. Dem eigentlichen Sequel, das - so ist zumindest die Hoffnung - sowohl Peter Parker als auch Miles Morales spielbar macht und die Welten der beiden Spider-Men zusammenführt. Bis dahin bekommen wir aber ein sehr gelungenes Superhelden-Abenteuer geboten, das gleichzeitig auch als früher Showcase der PS5 dient.

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